Preßnitztal 1986 (Wiederholung)

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    • Das Trauerspiel

      Hallo Detlef,

      um auch auf Deine Frage einzugehen, an die Geschwindigkeit hat man sich gehalten, es war besser so. Die aufgebockten Normalspurwagen auf Rollwagen schwankten wirklich, manchmal sehr bedrohlich. Man ist mit unter sogar noch langsamer gefahren.
      Ich habe es ja selber auf der IV K bzw. im Packwagen gesehen.
      Glaube mir, wir waren manchmal heilfroh, die Engel waren auf unsere Seite.
      Wenn in den aufgebockten Normalspurgüterwagen die Ladung verrutscht wäre, dann wäre es das gewesen. Wir hatten wirklich Glück. Auf anderen Schmalspurbahnen war das leider anders.
      Die IV K hat kein Geschwindigkeitsmesser, Du schätzt das ab, Du gehst nach Schrittgeschwindigkeit (5-6 km/h) und dann "etwas" schneller. So haben mir das auch die Lokpersonale gezeigt.
      Anders, sonst wären wir bei der nächsten Kurve mit Sicherheit mal geradeaus gefahren, denn ich hatte ja schon geschrieben, das sich der Schienenkopf in mehren Abschnitten längst gespaltet/gerissen hat.

      Es grüßt

      Toni
    • RE: Das Trauerspiel

      Original von Aufsichtsbeamter
      Ein Sanierung der Strecke wäre billiger gewesen


      Hallo Toni,

      angesichts der Flugkosten usw. ist davon auszugehen, dass eine Sanierung tatsächlich für weniger Geld machbar gewesen wäre. Angesichts der damaligen Verkehrsverhältnisse im Preßnitztal wäre das sicher um einiges sinnvoller gewesen, als die Stilllegung. Aber es war politisch seit Jahren beschlossene Sache und wurde durchgezogen.

      und wir hätten sie für uns zur Freude heute noch.



      Das wiederum ist nicht sicher. Du weißt, wie es im Bahnsektor seit Jahren aussieht. Das DKK in Niederschmideberg gibt es nicht mehr und damit auch keinen Güterkunden des äußerst aufwendigen Rollwagenverkehrs. Man könnte darüber spekulieren, ob der Fremdenverkehr dem Personenverkehr genug Aufschwung verliehen hätte, damit er aufrecht erhalten worden wäre. Und vergiss nicht. Nur wenige Kilometer entfernt gibt es mit der Fichtelbergbahn und dem Gebiet um den Fichtelberg einen touristisch besser erschlossenen Konkurrenten.
      Ich spreche nicht von den Erfolgen der heutigen Museumsbahn mit ehrenamtlicher Tätigkeit. Ich spreche von einer wirtschaftlich überlebensfähigen Eisenbahn des öffentlichen Verkehrs, möglichst des öffentlichen Nahverkehrs, denn das spült sehr viel wichtiges Geld in die Kassen. Nur zu unserer Freude zu fahren, bezahlt die Rechnungen nicht.

      Das ist die Wahrheit, die einige damals nicht gemocht haben und dies wurde mir...


      Und mit Deiner Wahrheit und den Halbsätzen machst Du es auch nicht besser. Wir befinden uns im Jahr 2016 in einer völlig veränderten Realität. Natürlich können wir träumen und in Gedanken alten Zeiten nachhängen. Realisisch müssen wir aber erkennen, dass die Welt der Schmalspurbahnen mit der alten Preßnitztalbahn nur noch wenig zu tun hat.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • RE: Das Trauerspiel

      und wir hätten sie für uns zur Freude heute noch.



      Das wiederum ist nicht sicher. Du weißt, wie es im Bahnsektor seit Jahren aussieht. Das DKK in Niederschmideberg gibt es nicht mehr und damit auch keinen Güterkunden des äußerst aufwendigen Rollwagenverkehrs. Man könnte darüber spekulieren, ob der Fremdenverkehr dem Personenverkehr genug Aufschwung verliehen hätte, damit er aufrecht erhalten worden wäre. [...]
      Ich spreche von einer wirtschaftlich überlebensfähigen Eisenbahn des öffentlichen Verkehrs, möglichst des öffentlichen Nahverkehrs, denn das spült sehr viel wichtiges Geld in die Kassen. Nur zu unserer Freude zu fahren, bezahlt die Rechnungen nicht.


      In dieser Hinsicht kann man doch eigentlich nur noch vom Reststück Wolkenstein - Nierderschmiedeberg ausgehen, da die Reststrecke bis Jöhstadt schon stillgelegt war. Auch wenn das Interesse an der gesamten Strecke für Touristen durchaus groß war, ich wette, dass man die Strecke bis 1989 so oder so abgebrochen hätte. Für welche Parteibonzen oder die Auftraggeber der Stillegung und des Abbruchs wäre die politische Wende damals 1986 schon zu erahnen gewesen? Und dann stelle sich einer mal vor, wie das nach der politischen Wende verlaufen wäre mit dem Reststück. Falls es die DB übernommen hätte, wäre der Güterverkehr trotzdem in kurzer Zeit zum Erliegen gekommen und man hätte sicher nicht das Geld in die Hand genommen, die Bahn aus nahverkehrstechnischen Gründen wieder bis Jöhstadt aufzubauen bzw. die verbliebene Strecke zu erneuern. Die DB hätte die Strecke stillgelegt, um sie zu erhalten hätten sich verschiedene Betreiber darum gestritten und eine Museumsbahn, wie es sie heute gibt, wäre so wohl nie entstanden.

      Es ist bedauernswert, dass es die alte Preßnitztalbahn nicht mehr gibt, aber mit dem, wie es gekommen ist, ist es vielleicht ganz gut so.
      Chris

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    • Hallo Johannes,

      ja, inzwischen gehört die Strecke der PRESS, aber der gemeinsame Betrieb hat zuvor auch Jahre lang geklappt. Man muss nur wollen. Und für den diskriminierungsfreien Zugang gibt es heute das EU-Recht.

      Man hätte die Preßnitztalbahn retten können (teilweise oder ganz). Jedenfalls mit dem nötigen Willen. Ob sie sich bis in die Gegenwart gerettet hätte, steht dann wieder auf einem anderen Blatt und bleibt darum Spekulation. Güterverkehr hätte absolut keine Rolle mehr gespielt. Ob der Personenverkehr sie gerettet hätte, weiß heute keiner. Es bleibt Spekulation und ein Satz mit hätte, könnte, wäre...

      Darauf können wir nicht aufbauen. Freuen wir uns also im Hier und Heute an unseren Bildern und Erlebnissen. Das ist etwas ganz reelles und keine Spekulation.

      In diesem Sinne vielen Dank Dir und allen, die mitdiskutieren.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Ich sehe das ganze so, wenn man es schafft, ne vergleichsweise unattraktive Bahn wie die Döllnitzbahn bis heute zu erhalten, dann wäre es für die Preßnitztalbahn vergleichsweise einfach gewesen. Eben, weil sie viel mehr Tourismuspotential hat wie die Döllnitzbahn. Man sieht es ja an den Fahrgastzahlen, im Preßnitztal fahren im heutigen Museumsbetrieb fast so viele mit wie in der täglich betriebenen Döllnitzbahn. Außerdem ist sie optimal geignet für einen Tagesausflug für die Bevölkerung im Chemnitzer Großraum. :-D

      Ansonsten hoffe ich auch, daß es nach dem Großprojekt Jöhstadt Bahnhof irgendwann ab Steinbach weiter geht, möglichst bis Wolkenstein.
      Denn mit dem direkten Bahnanschluß in Wolkenstein hätte ich wegen besserer Erreichbarkeit schon einige Ausflüge mehr zu Preßnitztalbahn unternommen. Und so denken wohl viele! Ohne diesen Bahnanschluß ist die Preßnitztalbahn leider echt schlecht erreichbar, liegt halt ziemlich weit ab vom Schuß. :zwink:
    • An einen Wiederaufbau bis Wolkenstein wag ich mich aber in meinen kühnsten Träumen nicht zu glauben. Wenn es nicht von irgendwo Geld regnet, dann wird das wohl Utopie bleiben.


      Hallo Johannes,

      so sehe ich das auch. Selbst wenn jemand im Lotto gewinnt und den Wiederaufbau bezahlt. Die IG Preßnitztalbahn e.V. muss diese lange Strecke dann ja auch unterhalten. Das alles im Ehrenamt, ist wohl doch ziemlich viel.
      Sicher ist das nicht unmöglich. Aber so recht dran glauben mag ich nicht.

      Was aber realistisch ist, ist die weitere Ausdehnung in Richtung Empfangsgebäude Jöhstadt. Da bin ich sehr sicher, dass das klappen wird.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Es gibt ja durchaus positive Beispiele für derart lange Museumsbahnen, z.B. das Öchsle. Die muß ja auch vom Verein unterhalten werden. Also sollte man die Hoffnung zumindest nicht aufgeben. Das "Problem" im Preßnitztal dürften vor allen die vielen, teuren Kunstbauten sein. Dagegen ist die Öchse-Strecke eben vergleichsweise pflegeleicht.
      Aber wer weiß, vor 25 Jahren hat ja auch keiner geglaubt, daß es mal wieder bis Steinbach geht. :-D