Überangebot an Schmalspurbahnen in Sachsen

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    • Hallo,

      auch wenn ich damit wieder eine Minderheit repräsentiere:

      Man kann nun einmal nicht jeden urigen Wagenkasten erhalten. Sich im sächsischen Schmalspur(wagen)bereich darüber zu mokieren, dass nicht genug Wagen erhalten/restauriert wären, ist schon "etwas vermessen". Die Kategorie "reichlich gesegnet" (Dank der vielen Arbeitstunden, finanziellen Aufwendungen und Fleiß der an der Restauration Beteiligten, versteht sich) trifft es wohl eher. Der I K-Zug ist da nur die Spitze des Eisberges. (Ich persönlich könnte gut auf diese "Spielzeugeisenbahn" verzichten, *duck & weg*. ;) )

      Meines Erachtens nach wären einige sächsische Schmalspurfahrzeuge entbehrbar, wenn dafür zwei, drei sächsische Regelspurreisezugwagen in solch top Zustand erhalten wären.
      Selbstverständlich wäre es besser, wenn man beides in solch einem Übermaß zur musealen Verfügung hätte, aber es gibt scheinbar nun mal mehr Enthusiasten für den Erhalt historischer Fahrzeuge (speziell Wagen) im Bereich Schmalspur. Und mittlerweile ist der Zug im Regelspurbereich ohnehin nahezu abgefahren. Sieht man von den mühevollen und umso anerkennenswerteren Aktivitäten in Wilzschhaus und um Dresden ab.

      Bei manchen Beiträgen hat man den Eindruck, es wird erwartet, dass an jeder Ecke Museumsbahnen à la Preßnitztalbahn aus dem Boden schießen (oder gefälligst schon Anfang der 1990er hätten sprießen sollen). Rittersgrün, Wilischthal, vielleicht noch Ortmannsdorf, Herrnhut und Frauenstein? Darfs ein bisschen mehr sein? Wir haben ja auch so wenig erhaltene Schmalspurstrecken in Sachsen und die Fahrgastzahlen steigen natürlich bei jeder Strecke, wenn im unmittelbaren Umkreis noch drei, vier Strecken hinzu kommen. Na klar, Wolkenkuckucksheim lässt grüßen.
      Da ist der Ansatz mit der "Parkbahn", die auch wieder junges Publikum für die Eisenbahn begeistern soll, m.E. doch zielführender, als im Bereich "DR-in-Reinform" den nächsten Konkurrenten im Museumsbahnmarkt entstehen zu lassen. (Ist sicherlich eine Wahnvorstellung von mir, es gibt natürlich keine Konkurrenz unter den Vereinen/Schmalspurstrecken, jeder hat sich ganz doll lieb und gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot. Mein Fehler!) Von "Puristen" allein könnte wohl keine der Bahnen überleben und scheinbar kommt der Fototag in Rittersgrün alljährlich ja doch ganz gut an, obwohl dort ja alles so "furchtbar" ist.

      Das ist natürlich alles nur meine Meinung! Die hat mit Sicherheit kein anderer...

      MfG
      MBC

      Admin-Edit: Das Thema wurde vom ursprünglichen Beitrag Zeitreise zur Pöhlwassertalbahn (13 Bilder) abgetrennt und neu zusammengefügt.
    • Überangebot an Schmalspurbahnen in Sachsen

      Hallo MBC,

      ich danke Dir für Deine klaren und offenen Worten zur mittlerweile überbordenden und scheinbar nimmersatten sächsischen Schmalspurbahnszene.

      Die Tatasache, das bisher niemand weiter auf Deinen Beitrag reagiert hat, liegt wohl eher darin begründet, das Du den Finger in eine große offene Wunde gelegt hast als denn die "Pufferküsser" Deine Ausführungen für Polemik halten, auf die man nicht reagieren möchte.
      Aber vielleicht sind Deine Ausführungen den meisten hier zu unbequem und passen nicht in deren persönliches Bild einer "heilen" Schmalspurbahnwelt.

      Erschreckend ist, dass einige sächsische Schmalspurfreunde mit der dunkelrosa Pufferküsserbrille auf der Nase hier noch ernsthaft im Jahr 2016 von einer Gleisverbindung zwischen Oberrittersgrün und Oberwiesenthal rumfabulieren und tagträumen - eine erschreckende Realitätsferne ist hier im Forum bei immer mehr Zeitgenossen mittlerweile auszumachen.

      Doch wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir was" - das gab es nur in den Tagen unmittelbar nach der Wende.

      Wer dann wie wir beide hier sachliche Kritik an der hohen Anzahl von Schmalspurbahnen auf relativ engem Raum übt, muss mit einer verbalen Steinigung der Unwissenden oder Unbelehrbaren rechnen - neudeutsch auch shitstorm genannt - am liebsten anonym und per PN.

      Bereits jetzt gibt es in Sachsen ein Überangebot an Schmalspurbahnen, die sich im gegenseitigen Wettbewerb um die zahlenden Fahrgäste befinden und sich nicht zwingend als heilsbringende Ergänzung eines "sä. Schmalspurparadies" sehen lassen, wie es zwischen Lausitz und Erzgebirge so gerne kolportiert wird.

      Mit dem Scheitern des Projektes der Verlängerung der Museumsbahn in Schönheide nach Wernesgrün hat ein schleichender Umkehrprozess begonnen, der endgültig die seit 1990 grassierende "Schmalspurhysterie" in Sachsen in einem anderen Licht erscheinen läßt.

      Mit sinkendem Einkommen der Gesamtbevölkerung und anderslautenden Freizeitinteressen können die befreundeten Bimmelbahnen sehr schnell von liebevollen Partnern zu knallharten Wettbewerbern mutieren.

      Wie, geht nicht? Ist nur hohles Geschwätz eines Nicht-Sachsen?

      Ich wohne im Rheinland, und im Dreiländereck Deutschland/Belgien/Niederlande haben wir diesen Ausleseprozess / Veränderungsprozess schon "hinter uns", von rund 10 Museumsbahn- und Eisenbahnmuseumsprojekten um das Jahr 1990 herum sind nach einem bitteren und leidvollen Schrumpfungsprozess nach 20 Jahren nur noch zwei bedeutende Projekte übriggeblieben:

      1) Die 1000 mm Selfkantbahn in Deutschland
      2) Die 1435 mm Museumsbahn Heerlen - Simpelveld - Schijn op Geul in den Niederlanden

      Folgende Projekte sind unter großem finanziellen Verlust und einer großen Portion menschlicher Enttäuschung bereits gescheitert:

      • Dampfbahn Rur-Wurm-Inde in Jülich bzw. Düren (1435 mm)
      • Eisenbahn-Amateur-Club Jülich (EAKJ) in Jülich (1435 mm)
      • Förderverein Vennbahn e.V. in Stolberg b. Aachen (1435 mm)
      • Privatsammlung von Christian U. im Raum Aachen (1435 mm)

      Und im Nahbereich des benachbarten Belgien:

      • Museumsbahn Li Trimbleu bei Verviers (1000 mm)
      • Privatmuseumsbahn von Walter L. in Hombourg/Montzen (1435 mm)
      • Vennbahn V.o.E. in Raeren (1435 mm)

      Offenbar sind in Sachsen noch üppige öffentliche Geldmittel abrufbar, oder es gibt dort noch relativ viel vermögende und spendenwillige Einwohner oder aber die cleveren Sachsen haben andersweitige "geheime" Geldquellen aufgetan - anders läßt es sich mir nicht erklären, warum soviele Bimmelbahn-Forenteilnehmer 25 Jahre nach der Wende immer noch nach mehr Schmalspurbahnen rufen - anstatt sich mal in realister Bescheidenheit zu üben und sich über das bisher erreichte zu freuen und das vorhandene wertzuschätzen. Schließlich fahren in keinem anderen Bundesland noch soviele Schmalspurbahnen wie in Sachsen (Torf-Feldbahnen lasse ich jetzt mal ausser Acht)

      Mit Schönheide, Wiltzschhaus, Oberrittersgrün, Cranzahl-Oberwiesenthal, Pressnitztalbahn, Wilsdruff, Radebeul - Radeburg, (hab ich was vergessen?) gibt eine Vielzahl an Schmalspurbahnen und - museen auf engstem Raum, sodaß hier nicht mehr von einem Alleinstellungsmerkmal einer bestimmten Region / Ortschaft gesprochen werden kann.

      Zumal der Durchschnitts-Familienvater keinen Unterschied zwischen einer dampfgeführten Schmalspur-Touristikbahn ala Weißeritztalbahn oder einer dampfgeführten Schmalspur-Museumsbahn a la Schönheide macht - vorne am Zug qualmt eine schwarz-rote Lok- und nur das zählt zunächst einmal vordergründig.

      Eisenbahnfreunde , wie die User in diesem Forum, die sich mit Baureihen, Rekoloks usw. bestens auskennen, machen in der Regel weniger als 15 % der zahlenden Fahrgäste aus- da kann keine Bahn von leben.

      Auch in Sachsen wird es in den nächsten Jahren zu einer "Konsolidierung" der Museumsbahnen kommen, im Bereich der 1435 mm - Bahnen ist dieser oft bittere "Reinigungsprozess" schon seit einigen Jahren bundesweit heftig im Gange - schaut Euch nur die VDMT-Verkaufslisten an.

      Zu Oberrittersgrün:

      Das Vorhandensein einer 600 mm-Feldbahn hat mich bei meinem ersten Besuch auch zunächst gewundert, zumal die Feldbahn damals wie geleckt aussah, während die 750mm-Exponate damals unter freiem Himmel verwahrlosten. Heute weis ich, das eine "bewegte Eisenbahn" immens wichtig ist, um Familien mit Kindern überhaupt in das Museum locken zu können bzw. dem Nachwuchs das Thema "Eisenbahn" nahebringen zu können.

      Leider wurden nach der Wende in Oberrittersgrün einige gravierende Fehlentscheidungen getroffen, unter denen das Museum bis heute leidet:

      1) Westdeutsche Eisenbahnfreunde haben das Museum als "Privatparkplatz" für private Dieselloks missbraucht, damit war wohl auch teilweise der Blick für notwendige Zukunftsentscheidungen bei den damals Verantwortlichen verstellt- siehe der wünschenswerte Aufbau einer ca. 500 - 700 m langen Anschlußstrecke für Pendelfahrten , wenn auch mit einer Diesellok zu Beginn.

      2) Möglicherweise kochten damals zuviele Köche den Brei oder ein langjähriger Koch führte ein autoritäres Regime, jedenfalls vermisste ich seit 1991 ein langfristiges Konzept, wie sich das Museum im Jahr 2000 ff dem Besucher präsentieren wollte.

      3) Die bekannte deutsche Vereinsmeierei hatte bei meinem Besuch um das Jahr 2000 zur Folge, dass man als Außenstehender schnell den Verdacht hatte, dass alle damaligen Aktiven in Oberrittersgrün zwar an einem Strang zogen- aber leider nicht alle in die gleiche Richtung.

      4) Wenn man es in Rittersgrün nicht zeitnah in den nächsten zehn Jahren schafft, endlich eine Wagenhalle zu errichten, ist das teilweise Ende von Oberrittergrün nicht nur zu befürchten, sondern ausdrücklich zu begrüßen: Hist. sä. Zweiachser, die unter freiem Himmel Wind und Wetter ausgesetzt werden, sind aus konservatorischer Sicht in einer Fahrzeughalle in Schlössel oder Radebeul-West hundertmal besser aufgehoben als bei Ignoranten in Oberrittersgrün. Dann ist eine Auflösung der Freiluftaufstellung die einzige Möglichkeit, die Substanz der Fahrzeuge bei anderen Besitzern / Standorten zu garantieren, denn nach der dritten "Voll-Aufbereitung" sind wahrscheinlich nur noch die Türgriffe und das Betriebsbuch als hist. Substanz zu werten.

      Es grüßt aus dem Rheinland

      railfox
      Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden!
    • Glück Auf,

      ->Markus und railfox: Danke für Eure offenen Worte zur Lage der sächs. Schmalspurbahnen und vollste Zustimmung dazu meinerseits.

      Mein Umdenken in Eure Richtung hat mit dem glamurösen Scheitern des Projektes Via Wilzschhaus eingesetzt, das ich hautnah miterleben musste... .

      Noch dazu die völlig verfehlte sächs. Verkehrspolitik, bei der ganze Regionen vom Schienenverkehr abgehängt und gleichzeitig die Schmalspurbahnen mit Feuerwerk und allerlei großem Tam Tam in den Olymp gehoben werden. Als gäbe es nichts anderes in der sächsischen Verkehrswelt (außer natürlich Ortsumgehungsstraßen)... .

      Da ist mir die Aufarbeitung und damit die Bewahrung der Vergangenheit tausendmal lieber als dieser neuzeitliche Schmalspur-Hardcore-Hype.

      Nachdenklich
    • Hallo Ihr,

      also ich achte jeden Eisenbahnfreund, jeden Verein und jede Kommune, die an einem noch existenten oder an einem ehemaligen Schmalspurbahnhof ein Schild, einen Radsatz oder gar ein Fahrzeug/einen Fahrzeugkasten aufstellt!

      Dafür sind wir 1989 auf die Straße gegangen, dass diesem privaten Engagement der Staat oder „die Organe“ nicht mehr Einhalt gebieten …

      Wie sinnvoll und vor allem wie nachhaltig verschiedene Projekte sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber wenn sich über 20 Jahre verschiedene Menschen daran erfreuen, dass es eine Erinnerung an die Bimmelbahn X Y gibt, dann ist das gut so!

      Wenn nach 20 Jahren dann ein Entsorger die Reste abholt, gut, dann war das eben der Lauf der Dinge. Womöglich haben wir Eisenbahnfreunde uns dann untereinander lieber selbst zerfleischt und beschimpft, warum wir nur so viele Schmalspurinitiativen im Land haben – und warum es niemand mehr gibt, der das verbietet …

      (Sarkasmus aus)

      … anstatt dafür zu sorgen, dass auch in 20 Jahre noch Jüngere diese Dinge erhalten.

      Dass auch in Sachsen einmal ein Schmalspurprojekt scheitert (Via Wilzschhaus), ist einerseits menschlich, andererseits sogar wichtig, um ein Gefühl für das real Schaffbare zu behalten.

      Dass nach dem Scheitern von Via Wilzschhaus der "Zenit der sächsischen Schmalspurbahnen" überschritten sei, ist schlichtweg Blödsinn!

      Denn sonst wäre danach weder der I K-Zug entstanden noch würde die Reaktivierung der Strecke Nebitzschen - Kemmlitz laufen.

      Nur weil jemand wie Tino von einer Schmalspurbahn Rittersgrün - Oberwiesenthal träumt, allen Sachsen geistige Unzurechnungsfähigkeit zu unterstellen, ist ähnlich naiv wie Tinos Traum!
      Aber was wäre das Leben ohne Träume? Tino - träume weiter, reiße so Deinen Sohn mit, dass er auch einmal bei einem Verein zupackt. Ohne Träume kein Ehrenamt. Die Realität holt uns alle schon rasch genug ein.
      (Übrigens gehörte ich im Sommer 1990 zu den Mitgliedern der IG Preßnitztalbahn, die an den Gesamtwiederaufbau nach Wolkenstein glaubten - wenige Jahre später war ich eines besseren belehrt, deshalb weiß ich, wie wichtig Träume sind, aber auch die Realität ...)

      @„Railfox“. Ich kenne Günther Steinhauers (VDMT-Vorsitzender) Liste der gescheiterten („Museums“-)Eisenbahnprojekte in Deutschland. Deine Aufzählung ist für NRW nicht einmal vollständig!

      Und für Sachsen fehlen Dir übrigens auch gescheiterte Projekte – ich denke an die Freunde der Görlitzer Kreisbahn, die Versuche am (R)AW in Chemnitz eine Dampflok zu erhalten oder die Versuche, im Vogtland eine ELNA-Dampflok oder Reko-50er betriebsfähig aufzuarbeiten etc.

      Fazit: Es sind im Schwerpunkt (aber keinesfalls nur!) regelspurige Projekte, die bisher „gestorben“ sind. Die funktionierende Schmalspurszene dafür verantwortlich zu machen, ist für mich der falsche Ansatzpunkt.

      Spannender ist die Antwort auf die Frage, warum es im Schmalspurbereich in Sachsen so gut funktioniert.

      Zu dieser Antwort gehören dann unbedingt die vielen, vielen ehrenamtlich tätigen Eisenbahnfreunde von Zittau bis Schönheide Süd.

      Aber dazu gehört eben tatsächlich auch die Förderpolitik im Freistaat. Die Unterstützungen für die SPNV-Strecken und die Förderrichtlinie Sächsische Schmalspurbahnen sind tolle Verdienste der Lobbyarbeit der vergangenen Jahre. Beide Zuwendungen möchte ich nicht missen!

      Als zweiter Vorsitzender eines sächsischen Regelspurvereins gönne ich den Schmalspurbahnen in Sachsen diese Zuwendungen von ganzem Herzen.

      Trotzdem freue ich mich sehr darüber, dass es in diesem Gedankenaustausch hier schon mehrfach die Forderung nach einem regelspurigen Museumszug mit Vorkriegsfahrzeugen gegeben hat.

      Dazu vertrete ich ganz klare Positionen:

      Der Aufbau eines solchen regelspurigen Zuges darf nicht auf Kosten der Schmalspurbahnen gehen!

      Der Aufbau eines solchen regelspurigen Zuges kann nur geschehen, wenn es auch genügend ehrenamtlich tätige Mitstreiter für ein solches Projekt gibt.

      Erst dann wird man Mittel und Wege finden, diese Vision ebenfalls umzusetzen.

      Eine Neiddebatte gegen die Schmalspurbahnen lehne ich hingegen ausdrücklich ab, da diese mehr schadet als nützt!

      ____

      In diesem Gedankenaustausch hier hat jemand Zweifel daran geäußert, dass die Menge an schmalspurigen Angeboten in Sachsen gut ist. Weniger sei mehr und „sinnvoller“ (?)!

      Jedem seine Meinung! Klar, aber ich bin davon überzeugt: Wenn z.B. die Preßnitztalbahn oder die Radebeuler Schmalspurbahn morgen abgebaut werden würden, dann würde das zu keiner signifikanten und nachhaltigen Steigerung der Fahrgastzahlen der Fichtelbergbahn oder Weißeritztalbahn führen, im Gegenteil!

      JEDE noch bzw. wieder vorhandene sächsische Schmalspurbahn hat ihre Existenzberechtigung!

      Und nur die große Menge an Angeboten in Sachsen ist der Grund dafür, dass eine große Anzahl an Landsleuten von „Railfox“ eben häufiger aus NRW nach Sachsen als zu den wenigen Schmalspurbahnen in Baden-Württemberg oder in den Harz fahren.
      (deren einzelne Attraktivität und Niveau ich damit keinesfalls auch nur eine Silbe herabwürdigen möchte!)

      Wer das bis heute noch nicht erkannt hat, der hat sich noch nie mit den Fahrgästen in den Zügen der sächsischen Schmalspurbahnen unterhalten!

      Oder der will es einfach nicht wahrhaben – warum auch immer?

      Meint herzlich grüßend

      Euer André
    • Ja, André - jeder Mensch muß einen Traum haben, und da stehe ich sicherlich nicht alleine da.
      Und dieses Vorhaben gab es wirklich mal, Oberrittersgrün mit Obewiesenthal zu verbinden. Steht in den Büchern geschrieben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Aufsichtsbeamter ()

    • Hallo Andrè,

      Du sprichst mir aus der Seele! Genau meine Meinung zu diesem Thema. Und allen Eisenbahnfreunden in der sächsischen Szene wünsche ich weiterhin so viel Ausdauer, Kraft u. auch Freude am Hobby, wie bisher.
      Ich beneide Sachsen aufrichtig für dieses tolle Engagement! :spos:
      Diese Dichte von Museen, Museumsbahnen, täglich betriebenen Schmalspurbahnen usw. ist historisch bedingt, u. gehört heute unbestreitbar zu den Attraktionen Sachsens.

      Genau wie die Zeugnisse der großen Bergbauvergangenheit tragen die Erinnerungen an die große Geschichte der sächsischen Schmalspurbahnen zum unverwechselbaren Reiz dieses Landstriches bei.

      Viele Grüße

      Holger
    • Andre M. : Thema deutlich verfehlt! Warum?

      Lieber Andre,

      liest bzw.verstehst Du eigentlich meine Kommentare zu 100 %, bevor Du hier Dinge in meine Beiträge hineininterpretierst, die völlig an meinen Themen vorbeigehen?

      Oder hast Du Dich über meine Worte so sehr geärgert, dass Du mit dem Eröffnen von Nebenkriegsschauplätzen vom eigentlichen Thema bewußt ablenken willst oder meinen Kommentar gezielt ins Lächerliche / Unglaubwürdige ziehen möchtest?

      Ich schätze Deine fachliche Kompetenz zu dem Thema sä. Schmalspurbahnen, aber nicht nur heute ist mir aufgefallen, dass Du Dich gerne als "die " sächs. Schmalspurinstanz profilieren möchtest, die Du aber nicht in allen Belangen bist bzw. darstellst.
      Wenn ich Dir sage, dass in vielen Deiner Beiträge eine unterschwellige Überheblichkeit zu erkennen ist, habe ich mich hier und jetzt noch höflich ausgedrückt.

      Zu Deinen Behauptungen / Thesen:

      1) Mein Beitrag bezog sich explizit zu dem Thema sä. Schmalspurbahnen, den Bereich Regelspur habe ich bewußt ausgeklammert, also mache jetzt bitte nicht neue Fässer wie die Görlitzer Kreisbahn auf.

      2) Deine Behauptung, "Dass auch in Sachsen einmal ein Schmalspurprojekt scheitert (Via Wilzschhaus), ist einerseits menschlich, andererseits sogar wichtig, um ein Gefühl für das real Schaffbare zu behalten." klingt wie hohles Politikergeschwätz, wenn Wahlniederlagen schöngeredet werden müssen.

      3) Deine Behauptung, "Nur weil jemand wie Tino von einer Schmalspurbahn Rittersgrün - Oberwiesenthal träumt, allen Sachsen geistige Unzurechnungsfähigkeit zu unterstellen, ist ähnlich naiv wie Tinos Traum! " ist an bewußter Arroganz oder an fehlender Reife zur Differenzierung nicht mehr zu überbieten - nirgendwo habe ich alle Einwohner oder Eisenbahnfreunde von Sachsen über einen Kamm geschoren- ich verbitte mir diese Tatsachenverdrehung durch Dich!

      4) Zitat: "Die Realität holt uns alle schon rasch genug ein."

      Was ist denn das für eine naiv-weltfremde Welteinstellung? Erzählst du das auch jenen Eisenbahnfreunden zwischen Aachen und Zwickau, deren Museumsbahnprojekte schon vor Jahren gescheitert sind und die selbst viel Geld, Zeit, Arbeit usw. in das betroffene Projekt gesteckt haben?

      5) "Deine Aufzählung ist für NRW nicht einmal vollständig!"
      Sag mal, wie gut sind eigentlich Deine Geographiekenntnisse von Deutschland? Ich sprach vom Dreiländereck D / B / NL - nicht alle 18 Mio. Einwohner von NRW leben im Umfeld von Aachen!

      6) Sag mal Andre, kommst es Dir nicht langsam selber peinlich vor? Wo habe ich in meinem Beitrag gescheiterte Projekten in Sachsen aufgelistet?
      Aber gerne bin ich bereit, auch hier eine Aufstellung zu liefern:

      Sachsen
      • Projekt Museumsbahn auf der ehem.Görlitzer Kreisbahn (1435 mm)
      • Waldeisenbahn Buschhaus e.V. in Großdobritz (600 mm)
      • Feld-, Wald- u. Wieseneisenbahn Ottendorf e.V. in Ott. (600 mm)
      • IG Kleinbahn Waldheim – Kriebstein e.V.(600 mm)
      • Lausitzer Grubenbahn in Knappenrode / Lausitz (900 mm)
      • Eisenbahnmuseum im Bw Torgau (FdE Torgau) (1435 mm)
      • Museumsbahn der Freunde der Kohrener Eisenbahn e.V. (1435 mm)
      • Förderverein für die Müglitztalbahn e.V. (1435 mm)

      Diese Liste ist vmtl. nicht vollständig oder auch fehlerbehaftet, sodaß ich Ergänzungen / Korrekturen von Dir gerne annehme.

      7) Noch so eine abstrus-dämliche Unterstellung von Dir:
      "Fazit: Es sind im Schwerpunkt (aber keinesfalls nur!) regelspurige Projekte, die bisher „gestorben“ sind. Die funktionierende Schmalspurszene dafür verantwortlich zu machen, ist für mich der falsche Ansatzpunkt."
      Wo habe ich die sä. Schmalspurszene für das Scheitern von sä. Regelspurprojekten explizit verantwortlich gemacht - zeige mir bitte die entsprechende Stelle in meinem Beitrag

      8) Jedem seine Meinung! Klar, aber ich bin davon überzeugt: Wenn z.B. die Preßnitztalbahn oder die Radebeuler Schmalspurbahn morgen abgebaut werden würden, dann würde das zu keiner signifikanten und nachhaltigen Steigerung der Fahrgastzahlen der Fichtelbergbahn oder Weißeritztalbahn führen, im Gegenteil!

      Diese Überzeugung teile ich nicht, denn wo eine Schmalspurbahn fehlt, fährt der Opa mit seinem Enkel oder der Vater mit seiner Familie "etwas "weiter", um eine Schmalspurbahn zu sehen.
      Ich habe hier in NRW eine Reihe von Museumsbahnen gesehen, nach deren Ende sich die Besucherstöme relativ fix umorientiert haben.
      Wer natürlich mit dem Blick durch die dunkelrote Schmalspurbahnbrille lebt und denkt, wird dem "normalen" Volk diese Flexibilität selbstverständlich absprechen müssen.....
      Und mit dem Blick durch die dunkelrote Schmalspurbahnbrille wird der geplante Wiederaufbau von Goßdorf - Kohlmühle selbstverständlich als notwendige Bereicherung der sä. Schmalspurbahnszene angesehen und nicht als pot. Konkurrenz zu den Bahnen im Umfeld von Dresden oder der elektr. Straßenbahn bei Bad Schandau.

      Andre, ich diskutiere gerne mit Dir - auch leidenschaftlich und kontrovers - zu den diversen Themen des Schienenverkehrs, aber ich verbitte mir, daß Du mir Dinge in den Mund legst, die ich so nicht getätigt habe bzw. dass Du hier bewußt mit falschen Fakten argumentierst. So etwas nenne ich schlichtweg einen schlechten Stil!
      Auch um solche Vorgehensweisen zu beenden, sind die Menschen in der DDR im Jahr 1989 auf die Straße gegangen.

      Glück Auf!

      railfox
      Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden!
    • Hallo,

      das Thema: 'Finanzierung des Betriebes von Schmalspurbahnen' wird zukünftig sicher nicht einfacher:

      „Wir reden nicht davon, wann wir fahren werden, sondern ob wir fahren.“ Denn es fehlt die Finanzierung für den Bahnbetrieb. Der Chef der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft steht unter Druck. Er weiß nicht, wie er die Dampfrösser am Ende nach Kipsdorf bringen soll – ohne zusätzliches Geld für den Bahnbetrieb ... welches nicht in Aussicht ist. (Zitatausschnitt: SZ online)

      Gruß, René

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Hallo reilfox,

      mal ein Danke für Deinen Beitrag, nur weil Menschen Träume oder Wünsche haben, sind diese doch nicht gleich blöde oder unzurechnungsfähig.

      Da müßten ja alle "Schwarzbachbahner" oder "Jöhstädter" so sein, als kleines Beispiel, nur weil diese "IHREN" Traum hatten und haben.

      Auch hier muß ich rekok73 recht geben.

      Beste Grüße
      Tino-Toni Händel

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Aufsichtsbeamter ()

    • Hallo,

      Träume darf jeder Mensch haben und sie dürfen auch mal unrealistisch sein. Wünsche darf auch jeder Mensch haben, sie sollten sich aber am Machbaren orientieren.

      Ein Beispiel aus meinem privaten Engagement auch ohne Bahnbezug: Mein Traum ist es, allen Tieren im Tierheim Tatabánya in Ungarn sofort helfen zu können und die Menschen für die Bedürfnisse des Tierheimes zu sensibilisieren, damit sie dem Tierheim helfen oder Tiere grundsätzlich so gut behandeln, dass ein Tierheim unnötig wäre. Leider ist aber die Erfüllung dieses Traumes eher unrealistisch. Mein Wunsch ist es daher, dass Kinder als unserer aller Zukunft für die Bedürfnisse von Tieren sensibilisiert werden. Und dafür kann man ganz realistische Hilfestellung geben: Pfotenpunkt

      Ganz ähnlich sollte es auch bei der Zukunft der Schmalspurbahnen sein. ;)

      Gruß, René

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Hallo,
      eines verstehe ich nicht! Wir sind doch hier im "Bimmelbahnforum". In einem Forum wo sich die Freunde und Gönner der historischen Eisenbahn tummeln (sollten).
      Warum dann dieses Schlechtreden und Kapputreden unserer Erfolge? Wir sollten froh sein über jeden noch existierenden Eisenbahnkilometer und jedes Relikt der alten Eisenbahn im Autolobby-Land Deutschland!
      Die Gegner der Bimmelbahn haben sich wohl ins falsche Forum verirrt?!
      Oder werden die Sachsen von "Eisenbahnfreunden" weniger erfolgreicherer Bundesländern beneidet? :confused:
      Grüße
    • Hallo 99er,

      wie ich gerade geschrieben habe: Wünsche sollten sich am Machbaren orientieren. Gegner der Bimmelbahn sind eher die Menschen, die sich Illusionen hingeben, nicht Diejenigen, welche eventuelle Schwachstellen zur Diskussion stellen. Die Pauschalisierung von Kritikern als Nestbeschmutzer stößt mir in diesem Zusammenhang sauer auf. Ich versuche mich zumindest in die Argumentation von railfox und MBC hineinzuversetzen und kann nach Reflektierung viel Wahres erkennen. Auch André und Toni haben aber in ihrer Argumentation einige richtige Ansätze. Der Vorwurf von Neid in Inakzeptanz gegenteiliger Meinungen trägt nicht zur rationalen Betrachtung bei.

      Gruß, René
    • So ist es richtig, was war der Traum damals denn von den Jöhstädtern 1990 ?
      Wie diese (auch ich) bezeichnet wurden, ist ja wohl jeden bekannt.
      Aber dieser Traum ist Wirklichkeit geworden.
      Und viele haben heute ihre Freude daran, fahren gerne mit der Bimmel und machen schöne Fotos.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Aufsichtsbeamter ()

    • Vom schwierigen Umgang mit unterschiedlichen Ansichten

      Hallo zusammen,


      als zynisch ist die folgende Aussage von Andre Marks aus der Sicht der Mehrzahl der Einwohner von Sachsen zu betrachten:

      "Spannender ist die Antwort auf die Frage, warum es im Schmalspurbereich in Sachsen so gut funktioniert.

      Zu dieser Antwort gehören dann unbedingt die vielen, vielen ehrenamtlich tätigen Eisenbahnfreunde von Zittau bis Schönheide Süd.

      Aber dazu gehört eben tatsächlich auch die Förderpolitik im Freistaat. Die Unterstützungen für die SPNV-Strecken und die Förderrichtlinie Sächsische Schmalspurbahnen sind tolle Verdienste der Lobbyarbeit der vergangenen Jahre. Beide Zuwendungen möchte ich nicht missen!"

      Ah ja - und diese Förderung führt dann nirgendwo in Sachsen zu einer "Neiddebatte"?

      Eine Schmalspurbahn, die mit 40-50 km/h in Seitentälern dahinzockelt, können nur noch "Hardcore-Schmalspurbahner" als SPNV deklarieren, real betrachtet ist das subventionierte Tourismusförderung zu Lasten anderer Landesteile. Denn das, was Kollege Marks hier so gerne als "Förderung" darstellt, ist nichts anderes wie das Umschichten von SPNV-Mitteln zu Lasten anderer Strecken mit sicherlich höherem Nachfragepotential. Die Auswirkungen hat man ja erst jüngst im Raum Döbeln "erleben" dürfen.
      Aber Neid und Unmut erzeugt eine solche Vorgehensweise in Sachsen ja gottlob nicht, denn alle haben sich ganz doll lieb und Schienenverkehr abseits der Schmalspurbahnen braucht in Sachsen kein Mensch, denn es gibt ja genügend Ortsumgehungsstraßen- oder was?
      Echte und vor allem für die übrige sä. Bevölkerung mit Sicherheit akzeptablere Förderung wäre es gewesen, wenn der Freistaat z.B. Mittel der Denkmalpflege zum Betrieb der techn. Denkmäler "Schmalspurbahnen" bereitgestellt hätte.



      Rekok73 hat es erkannt:

      Spätestens, wenn in Sachsen ein noch schärferer Wind in Sachen SPNV weht, werden die als "Tourismusförderung" getarnten staatlich geförderten 750 mm-Museumsbahnen einer ungewissen Zukunft entgegensehen. Gemeinwirtschaftlich betriebener SPNV findet auch in Sachsen nämlich nicht nur in abgelegenen Seitentälern statt. Ob sich dann plötzlich genug sä. Eisenbahnfreunde finden, um diese Bahnen als e.V. oder Stiftung als dann "wirkliche" Museumsbahnen weiterzubetreiben, stelle ich jetzt schon in Frage.

      Dann folgt zudem unweigerlich die Kostenfrage:
      Eine Dampflok-HU in Deutschland übersteigt jetzt schon die Kosten eines durchschnittlichen Einfamilienhauses.
      Was glaubt Ihr wohl, warum immer mehr Museumsbahnen in Ost und West seit Jahren mit Diesel fahren oder nur noch eine betriebsfähige Dampflok statt zwei oder drei vorhalten?


      Erschreckend-verwunderlich finde ich es auch, wie einige User hier (hallo Holger Dietz aus Berlin) immer noch in einem Wolkenkuckucksheim leben und mit dem naiven Blick durch die dunkelrote Schmalspurbahnbrille alle Risiken einfach mal eben beiseite schiebt- der Inhalt seines Kommentars zeigt mir schön auf, wie "man" mit Scheuklappen bequem durch die "heile Schmalspurwelt" kommt - es erinnert mich irgendwie markant an die heile Eisenbahnwelt des Hagen von Ortloff, der früher einmal in der Woche die rosarote Brille aufzog.

      Der demographische Wandel wird aber auch in Sachsen leider dafür sorgen, dass die Zahl der Ehrenamtler schrumpfen wird , ebenso die dringend notwendige Anzahl an Fahrgästen.

      Einen schönen Abend noch wünscht mit einem herzlichen

      Glück Auf!

      railfox

      Einmal bearbeitet: Absatz zu Tino entfernt, der aufgrund eines Missverständnisses bzw. Falschverständnisses aufgrund der vorgegebenen Forenstruktur entstand.
      Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden!

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