Lorenbahn Nordstrandischmoor

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    • Lorenbahn Nordstrandischmoor

      Moin liebe Forengemeinde,

      auch dieses Jahr habe ich mir die herbstliche Nordseeluft um die Nase wehen lassen. Für mich gehört die nordfriesische Küste mit ihren Inseln und Halligen zu den schönsten Gegenden Deutschlands. Der Wechsel von Ebbe und Flut geben der Landschaft und auch den Menschen ihr eigenes Gepräge. Dieses Jahr besuchte ich die Hallig Hooge, welche nur mit dem Schiff erreichbar ist. Allerdings gibt es auch drei Halligen, welche mit der Bahn an das Festland angebunden sind. Da wären die Halligen Oland und Langeness, welche über eine Halligbahn in 900mm-Spurweite mit Dagebüll verbunden sind und die Hallig Nordstrandischmoor, welche über eine Halligbahn in 600mm-Spurweite mit Lüttmoorsiel verbunden ist. Letztere Bahn besuchte ich vor nun ziemlich genau 5 Jahren an einem herbstlichen Schietwettertag. Trotzdem sind einige Bilder entstanden, welche ich in einem weiteren Beitrag, natürlich verbunden mit weiteren Informationen, zeigen möchte.

      Auch im hohen Norden gibt es Schmalspuriges zu entdecken.

      Gruß ... und schonmal einen schönen Sonntag wünscht René
      Die Eisenbahn auf der Halbinsel Eiderstedt

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    • In Lüttmoorsiel befindet sich der Bauhof der Halligbahn direkt hinter dem Außendeich der Nordsee. Sie wird vom 'Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein' betrieben. Hierfür werden diverse Fahrzeuge vorgehalten. Bei meinem Besuch waren drei Lokomotiven vorhanden, doch dazu später mehr. Die Halligbewohner dürfen die 'Lorenbahn' (wie sie umgangssprachlich bezeichnet wird) mit privaten motorisierten Loren benutzen, allerdings den Küstenschutzbetrieb nicht bei der Arbeit behindern.



      Ich liebe das wechselhafte herbstliche Wetter an der Nordsee. Aufbrausender Wind und Regengüsse wechseln sich häufig in kürzester Zeit mit Sonnenschein ab. Gleichzeitig ist es eine Zeit, wo es natürlich deutlich weniger Touristen vor Ort gibt. So kommt man mit den Einheimischen schnell ins Gespräch, welche diese ruhigeren Zeiten ebenso genießen. Einfach mit den Leuten über Zeiten schnacken, als die Marschbahn Hamburg-Altona - Westerland meine berufliche Heimat als Zugführer war. Dabei waren die Kurswagen nach Dagebüll immer die Besonderheit der Strecke.

      Aufgrund des vorherrschenden Wetters bei meinem Besuch halte ich die Bilder in S/W-Präsentation. Dies vermittelt ein wenig das Gefühl beim Besuch der Lorenbahn. Auf dem Deich konnte man sich kaum auf den Beinen halten. Selbst die Möwen wurden vom böigen Wind einfach durch die Luft gewirbelt und suchten Zuflucht am landseitigen Deichfuß.

      Gruß, René

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    • Bevor ich das Wetter mit blauem Himmel hier im Nordharz genieße, möchte ich noch ein weiteres Bild zeigen. Es zeigt einen Bauzug des Landesamtes im Bauhof. Zum Schutz vor der Witterung besteht er aus einem geschlossenen Wagen und ist mit den beiden SCHÖMA-Loks mit den Nummer '1' und '2' bespannt.



      Lok '1', Fabriknummer 3104, Baujahr 1968, Bauart B-dm
      Lok '2', Fabriknummer 3105, Baujahr 1968, Bauart B-dm

      Hallig und Lorenbahn haben eine interessante Geschichte, welche ich in weiteren Beiträgen beleuchten möchte.

      Vielleicht ist dieses Thema weit abseits der bekannten dampfbetriebenen Schmalspurbahnen ebenso von Interesse.

      Diese Halligbahnen sind auch heute unverzichtbarer Teil des Küstenschutzes und dienen der Versorgung der Halligen. Im touristischen Verkehr dienen sie der An- und Abreise von Urlaubsgästen auf die Halligen. Öffentlicher Verkehr für die Allgemeinheit ist nicht zulässig. Insofern sind es schmalspurige Bahnen, welche noch immer ihrem ursprünglichen Zweck dienen.

      Gruß, René

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    • Hallig und Lorenbahnen

      Hallo

      Im "eisenbahn Modellbahn magazin"Heft 8/88 ist auch ein Beitrag diesen Bahnen gewidmet.
      Auch in diversen TV Beiträgen (Eisenbahnromantik?)wurde schon berichtet
      Der geschlossene 2 achsige Wagen wurde auch erwähnt.Esr war praktisch eine fahrbare"Baubude" fürArbeitspausen.
      LGB hat einen ähnlichen Wagen(mit Ofenrohr)gefertigt.Ob der Wagen der Teichbahn Pate stand?
      Alles in allem ein Thema was hier in der Gegend wenig bekannt ist.

      Gruß Harald a.F.
      Gruß
      Harald a.F.
    • Hallo Harald,

      da hast Du natürlich recht, dass diese Bahnen auch in anderen Medien gelegentliche Erwähnungen finden.

      Eigentlich wollte ich dieses Jahr nach Nordstrandischmoor, da diese Hallig auch gelegentlich von Schiffen angefahren wird. Der Fahrplan des Schiffes ließ es aber nicht zu, denn es verkehrte an meinem Abreisetag. Deshalb wurde als Ersatzprogramm ein Besuch im Nationalparkhaus der Hallig Hooge gewählt.

      Meine Beiträge beschränken sich meist nicht nur auf das Thema 'Bahn' an sich, sondern vermitteln oft auch persönliches Erleben und ein Blick auf das Drumherum. Dies gefällt einigen Lesern gut, andere Nutzer des Forums reiben sich an diesem Prozedere. Das ist mir von meinen Berichterstattungen über den Harz und Ungarn durchaus bekannt. Dieses Thema hier ist aber deutlich überschaubar. ;)

      Gruß, René

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    • Werfen wir gemeinsam noch einen Blick in den Bauhof des Landesamtes, wo diese geschlossene motorisierte Draisine zu bewundern ist, welche auch zur Beförderung der Halligurlauber zum Einsatz kommt.



      Im Hintergrund steht die dritte Lokomtive der Halligbahn. Es handelt sich um eine DIEMA-Lok.

      Fabriknummer 1870, Baujahr 1955, Bauart B-dm

      Die Bahn verlässt den Bauhof in einem Linksbogen, überquert eine Straße (an ihrem einzigen Bahnübergang), um dann geradlinig und in stetiger Steigung zur Deichkrone zu führen, wo sich eine Spitzkehre befindet.



      Auf dem Bild ist ein Halligbewohner zu sehen, der mit seiner Lore auf dem Weg zur Hallig ist. Noch ist er auf der Landseite des Deiches. Auf der anderen Seite, bei der Fahrt über die offene See, wird die Reise nicht zum größten Vergnügen werden. Aber trotzdem: Ich wurde freundlich mit einem 'Moin' gegrüßt. Diese absolut freundliche Gelassenheit vieler Nordfriesen macht mir diesen Landstrich einfach sympathisch. Viele Kontakte konnte ich in den letzten 23 Jahren dort schließen und freue mich über jedes Wiedersehen.

      Gruß, René

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    • Hallig und Lorenbahnen

      Hallo Rene'

      Du hast natürlich Recht mit dem Drumherum.Und wenn es freundliche Ortskundige Leute gibt ist es schön.Auch ich gebe gern Auskunft oder Hinweise wenn ich Fans auf der "Pirsch"erkenne.
      (HK-Linie).Also ich bin gespannt auf weitere Beiträge zu den Halligbahnen.Deswegen muß ich aber kein Fan von anderen Beiträgen von Dir sein.Und ich verstehe Dich dem einen gefällt eben
      dies dem anderen das.
      Also wie immer, das ist meine Meinung

      Harald
      Gruß
      Harald a.F.
    • Hallo René,

      danke für diesen schönen Bericht.
      Die Halligbahnen stehen auch noch auf meiner Urlaubsliste, da muss ich unbedingt mal hin.

      Viele Informationen findet man auch auf inselbahn.de/index.php?nav=1000009&lang=1
      Dort ist auch ersichtlich, dass es bei der Bahn Lüttmoorsiel-Nordstrandischmoor drei, inzwischen sogar viel Loks beim LKN-SH gibt und eine private Lok.

      VG Erik
      Grüße Erik

      Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!
    • Hallo Harald,

      es war keineswegs so gemeint, dass Du 'Fan' von all meinen Beiträgen werden sollst. Ich bin keineswegs süchtig nach Aufmerksamkeit, denn ich stehe schon beruflich in der Öffentlichkeit. Da bin ich über Rückzugsmöglichkeiten sehr froh. ;)

      Hallo Erik,

      in der Beschreibung zur Lorenbahn auf der verlinkten Seite finden sich leider einige kleinere Fehler.

      Gruß, René

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    • Ein wenig Geschichte zur Bahn:

      Im Jahr 1934 wurde die Hallig Nordstrandischmoor über einen Pfahldamm mit dem Festland beim Cecilienkoog verbunden, wo sich ehemals der Bauhof befand. Auf dem Damm wurden die Gleise der Lorenbahn verlegt, um Material zum Befestigen der Hallig und der Lahnungen zu transportieren. Die Streckenlänge betrug damals etwa 7 Kilometer. Im Jahr 1956 wurde der Damm durch Eisgang zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Eine Verfüllung des Pfahldammes mit Bruchsteinen erfolgte im Jahr 1977, was die Standfestigkeit der Strecke erhöhte. Im Jahr 1987 wurde der Deich des neuen Beltringharder Kooges geschlossen. Daraufhin konnte die Strecke zum neuen Seedeich bei Lüttmoorsiel verkürzt werden, wo ein neuer Bauhof entstand. Die verbliebene Strecke hat eine Länge von 3,6 Kilometern. Zwischen dem Cecilienkoog und Lüttmoorsiel besteht nun ein Damm durch den Koog, auf welchem eine Straße verläuft. Durch massive Proteste von Naturschützern wurde der Beltringharder Koog im Jahr 1991 zum größten und unbewohnten Naturschutzgebiet des schleswig-holsteinischen Festlandes erklärt. Im Jahr 2000 wurde der Damm der Lorenbahn durch das Wattenmeer höhergelegt und ist nun auch bei Flut (außer bei Sturmflut) zu befahren.

      Der Beltringharder Koog

      Eine kleine Erläuterung für Leser, welche nicht direkt an der Küste heimisch waren / sind: Ein Koog (Plural: Köge) ist an der Nordseeküste Deutschlands durch Deichbau und Entwässerung aus der See gewonnenes flaches Marschland (durch Sedimentanspülung gewonnenes Land). In der Regel wird ein Koog durch Eindeichung geschützt. Da ein Koog oft niedriger als der Wasserspiegel der angrenzenden Gewässer liegt, muss das Binnenland ständig entwässert werden. Die Aufgabe der Entwässerung übernehmen Vorfluter, Siele, Schöpfwerke und Wasserpumpen. Ein Siel ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem Deich. Das Schließen erfolgt normalerweise durch höheren Druck bei höherem Wasserspiegel auf der Meerseite, das Öffnen durch höheren Druck von der Binnenseite bei niedrigem Wasserstand auf der Meerseite. Ein Siel ist also ein Ventil zur passiven Entwässerung des hinter dem Deich gelegenen Binnenlandes, besonders als Teil des Entwässerungssystems von Marschgebieten.

      Gruß, René

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    • Direkt auf der Deichkrone befindet sich eine Spitzkehre der Lorenbahn. Rechts sieht man die Nordstrander Bucht als Teil der Nordsee und links die Salzwasserlagune des NSG Beltringharder Koog. Außerdem ist im Hintergrund das Gebäude des Lüttmoor-Sieles zu erkennen. Ein Bild war an jenem Tag aufgrund der vorherrschenden Windstärke nur in hockender Haltung möglich.



      Im nächsten Beitrag werde ich weitere Informationen zur Lorenbahn und vor allem zur Hallig einstellen. Die zehn Halligen an der nordfriesischen Küste sind wichtige Bestandteile des Küstenschutzes.

      Gruß, René

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    • Hallo Erik,

      zum Beispiel das die ehemalige Strecke zwischen Cecilienkoog und Nordstrandischmoor durch den Sönke-Nissen-Koog (Eindeichung zwischen 1924 und 1926) führte, welcher sich aber nördlich des Cecilienkooges befindet und schon lange vor der Eindeichung des Beltringharder Kooges bestand und somit keinen Einfluss auf die Streckenführung der Halligbahn hat. (Auch geografische Unstimmigkeiten sind eben kleinere Fehler.)

      Gruß, René

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    • Das kann ich gut verstehen. Ich nährere mich den einzelnen Strecken, welche mich interessieren, meist durch die Betrachtung kulturhistorischer Zusammenhänge. Mein Interesse gilt mehr der Bedeutung für die Entwicklung der Region, als dem Rollmaterial.

      Zum Beispiel nahm mein Interesse für die Bahn auf Eiderstedt ihren Ausgang in der Geschichte des Tönninger Hafens, welcher ausschlaggebend für den Bau der ersten Eisenbahn in Schleswig von Flensburg nach Tönning war (Rinderexporte nach England und Kohleimporte aus England). Mittlerweile ist aus diesem Interesse wohl die umfangreichste verfügbare Streckendokumentation entstanden, welche ich durch neue Informationen in den kommenden Tagen erweitern kann.

      Gruß, René

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    • Hallo,

      nun werde ich das Thema mal fortsetzen. Von der Deichkrone führt das Gleis hinunter zum Damm, an dessen Beginn sich ein Stumpfgleis als Ausweichstelle befindet. Der Damm hat eine Länge von 3 Kilometern. Auch mitten im Wattenmeer verfügt die Bahn nochmals über eine Ausweichstelle mit Stumpfgleis. Nach Erreichen der Hallig verzweigt sich die Strecke der Lorenbahn. Ein Zweig führt zum Halligbahnhof mit 3 Stumpfgleisen, der andere Zweig führt zur Neuwarft. An der Neuwarft befindet sich noch eine Ausweichstelle. Hier werden die Fahrzeuge der Bewohner bei Sturmflut in Sicherheit gebracht.

      Die Hallig verfügt über 4 Warften:
      - die Neuwarft
      - die Amalienwarft
      - die Halberwegwarft und die
      - Norderwarft
      (Auf dem Bild, welches den Damm bei Flut zeigt, sind die Warften in dieser Reihenfolge von links nach rechts zu sehen.)



      Auf der Zweigstrecke zur Neuwarft befindet sich auch die einzige kleine Brücke der Lorenbahn über einen Sielzug.

      Die Neuwarft ist die einzige Warft mit einer Häusergruppe. Auf der Amalienwarft befinden sich Schule und Kirche in einem Gebäude. Die Schule der Hallig gehört zu den kleinsten Schulen Deutschlands mit 3 Schülern im Jahr 2016. Auf den anderen beiden Warften befindet sich je ein Wohnhaus. Derzeit hat die Hallig, regional auch als 'Lüttmoor' bezeichnet, nur 18 Bewohner.

      Die Hallig entstand übrigens durch eine der größten Katastrophen an der Nordseeküste ... doch dazu später mehr.

      Gruß, René

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    • Hallo,

      nachdem ich nun einige Worte zur Geschichte der Lorenbahn verloren habe, möchte ich auch gern die Geschichte der Hallig 'Nordstrandischmoor' beleuchten, welche recht interessant ist. Natürlich könnte man hierzu ein Buch füllen, aber ein Kurzüberblick tut es hier auch.

      Nordstrandischmoor war einst Bestandteil der Insel 'Strand', welche Teil der nordfriesischen 'Uthlande' (Außenlande) war. Die historischen Uthlande waren ein Komplex aus Inseln und Halligen, welche dem Festland vorgelagert waren und einen anderen politischen Status hatten .

      Auf der Insel Strand befand sich auch das bedeutsame Handelszentrum 'Rungholt'. Im Jahr 1362 kam es zur ersten 'Groten Mandrenke' (Zweite Marcellusflut), welcher ein Teil der Insel Strand zum Opfer fiel. So ging das (heutzutage) sagenhafte Rungholt unter und übrig blieben die Insel 'Nortstrandt' und die Hallig 'Südfall'.

      Im Jahr 1634 kam es zur zweiten 'Groten Mandrenke' (Burchardiflut), bei der auf der Insel Nortstrandt an 44 Stellen die Deiche brachen und gesichert 6123 Menschen ihr Leben verloren (zwei Drittel der Inselbevölkerung). Innerhalb kürzester Zeit fiel ein Großteil der Insel der Flut zum Opfer und wurde überflutet bzw. weggespült. Übrig blieben die neue Insel 'Nordstrand' (heutzutage durch Eindeichungen eine Halbinsel), die Insel 'Pellworm' und die Hallig Nordstrandischmoor, auf welche sich viele Überlebende flüchteten. Vorher war dieser Teil der Insel Nortstrandt unbewohnt und wurde nur zum Torf stechen genutzt.

      Die neuen Bewohner gründeten ein neues Kirchspiel, stachen weiterhin Torf und züchteten Schafe. Im Jahr 1717 lebten 126 Personen auf der Hallig. Durch weitere Fluten verlor auch diese Hallig immer weiter an Land und somit an Einwohnern und hatte im Jahr 1926 nur noch ein Drittel ihrer Größe nach der Burchardiflut. Nun wurde die Hallig mit einem Sommerdeich geschützt und es entstand dann auch der Damm für die Lorenbahn. Traurige Berühmtheit erlangte die Hallig im Jahr 1907 als der Lehrer August Theede im Alter von 37 Jahren auf dem Weg vom Festland zur Hallig ertrank.

      Auf nachfolgender Karte kann man die Uthlande in heutiger Zeit sehen:



      Auch bei unserem Aufenthalt kauften wir unserer Tochter einige Bücher, welche Wissen kindgerecht vermitteln. Dazu gehören auch die Bücher 'Wie geht das eigentlich mit Ebbe und Flut?' und 'Was sind eigentlich Halligen?'. Aus letztgenanntem Buch wurde die Karte entnommen: Was sind eigentlich Halligen?

      Interessante Wissensvermittlung zum Wattenmeer und dessen Natur gibt es vor Ort auf der Halbinsel Eiderstedt:
      Multimar Wattforum Tönning
      NABU-Erlebniszentrum Katinger Watt in Katingsiel
      Westküstenpark

      Weiterhin bieten einige Halligen (z.B. Hooge) ein Sturmflutkino an, wo man sich die Auswirkungen einer solchen Flut auf die Hallig anschauen kann.

      Ich danke für euer bisheriges Interesse an diesem Thema und möchte noch auf folgendes Projekt aufmerksam machen, welches auch für gestandene 'Landratten' eine durchaus unmittelbare Auswirkung hat: Blue Sea


      ... und 'Robbe Paula' bedankt sich für eure Aufmerksamkeit. Sie braucht zwar keine Schmalspurbahn, wohl aber achtsame Menschen.

      Gruß aus Wernigerode von René

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    • Hallo Ludger,

      zuerst freut es mich, dass Dir mein Beitrag gefällt. Zum Zweiten ist das natürlich ein wunderbares Bild aus vergangener Zeit.

      Gesegelt wird auf der Lorenbahn bekanntlich nicht mehr. Die Bewohner nutzen heutzutage motorisierte Loren, für die ein Mofa-Führerschein erforderlich ist. Die Loren müssen alle zwei Jahre zu einer technischen Untersuchung.

      Wie schon geschrieben, dürfen die Loren nur von Bewohnern der Hallig benutzt werden. Einzige Ausnahme bilden auf Nordstrandischmoor die Beförderung von Urlaubern zu den zwei Gastgebern. Für die Lorenbahn von Dagebüll aus gilt diese Ausnahme für die Beförderung von Urlaubern der Hallig Oland, wo sich nur eine Warft befindet. Grund dieser Ausnahme ist, dass diese beiden Halligen nicht nach regelmäßigen Fahrplan von Schiffen angefahren werden.

      Die Lorenbahn von Dagebüll führt weiter nach Langeness, der größten Hallig der Uthlande. Zu dieser Hallig ist auch die Beförderung von Urlaubern untersagt, da hier regelmäßiger Schiffsverkehr angeboten wird. Nach Langeness dürfen nur die Bewohner selbst fahren. Wer gegen diese Regelung verstößt, bekommt vom Landesamt die Fahrtberechtigung entzogen. Von Seiten des Landesamtes möchte man zwingend jedweden touristischen Verkehr unterbinden, da es sich um Einrichtungen des Küstenschutzes handelt.

      Dazu fällt mir noch ein: Auch heute ist es möglich, dass Flair einer Fahrt mit einer Segellore (unterstützt durch Pedale bei Flaute) zu genießen. Nämlich auf der stillgelegten Bahnstrecke von St. Michaelisdonn nach Marne (im Nachbarlandkreis von Nordfriesland, in Dithmarschen):
      Marschenbahn-Draisine

      Gruß, René

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    • Hallo,

      hier nochmal ein Überblick von der Deichkrone und der Spitzkehre auf die Streckenführung. Man kann gut erkennen, dass die Spitzkehre zur Überwindung der Steigungen an den Flanken des Außendeiches angelegt wurde. Steigungen wie bei einer "Gebirgsbahn". ;)



      Im Hintergrund ist am linken Bildrand schemenhaft ein "Schiff" zu sehen. Hierbei handelt es sich aber um die Warft der 'Hamburger Hallig', welche über einen Damm mit gebührenpflichtiger Privatstraße mit dem Festland verbunden ist und unter Naturschutz gestellt wurde, um den Säbelschnäbler zu schützen.

      Bei meinem Besuch wehte ein 'laues Lüftchen'. Dieser Sturm machte selbst den Vögeln zu schaffen, welche den Kampf gegen die Böen nicht gewinnen konnten. So hat auch diese Möwe das Fliegen aufgegeben und sitzt geduckt und völlig erschöpft am landseitigen Deichfuß.



      Immer, wenn ich Möwen sehe, muss ich automatisch an die eigenwillige 'Möwe Jonathan' denken, die aufgrund ihrer eigenen Ansichten vom Möwenschwarm ausgegrenzt wurde, denn der Schwarm nutzte seine Fähigkeiten nur, um dem Fressen hinterherzujagen., ohne einen Blick über den Tellerrand zu wagen.
      Die Möwe Jonathan

      Auch in der Interaktion der Menschen untereinander ist oft zu beobachten, dass Menschen mit eigenen (anderen) Gedanken von Mitgliedern einer gleichgesinnten Gruppe ausgegrenzt werden, da die Gruppe nicht bereit ist, sich für andere Sichtweisen zu öffnen. Somit ein wirklich sehr lehrreiches Buch über die Tiefen der menschlichen Psyche. :spos:

      Gruß, René