Lorenbahn Nordstrandischmoor

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallig und Lorenbahnen

      Hallo Rene`


      Sehr informativ.Die farbige Karte zeigt mir erstmals die Zusammenhänge der Inseln und der"Arbeit"des Meeres.Es ist ja eine nie endende Arbeit die dort zum Schutz des Festlandes verrichtet wird.Und die Loren/Feldbahnen werden sicher ewig gebraucht.
      Das Material wird ja durch die salzhaltige Luft bestimmt arg beansprucht.
      Für mich als Schlosser stellt sich die Frage ob für bestimmte Sachen rostfreies Material zum Beispiel V2a ,Aluminium und ähnliches Verwendung finden kann.
      Es ist bestimmt auch eine Frage der Kosten.Aber wenn es für"die Ewigkeit und länger"gebraucht wird ist vieleicht darüber nachzudenken.
      Und das dort kein Massentourismus stattfinden soll/kann ist zu verstehen.Obwohl die Fahrt mit den Bahnen/Loren bestmmt das Ereignis wäre.
      Also ein Beitrag der mir gefällt obwohl keine"Bimmel"da vorkommt(oder gab es eine?)

      Gruß Harald .F.
      Gruß
      Harald a.F.
    • Hallo Ludger,

      da wird es aber mal wieder Zeit für einen Besuch. Ein wenig Appeteit werde ich hier noch machen. ;)

      Hallo Harald,

      die Bewohner fuhren schon immer mit Loren. Ich muss zugeben, dass ich gar nicht weiß, was für Loks der Küstenschutzbetrieb zur Betriebsaufnahme einsetzte. Da muss ich wohl mal nachforschen. ;)

      In früherer Zeit gab es noch eine dritte Halligbahn. Bimmelbahnen gab es übrigens in Nordfriesland auch einmal. Da wäre zuerst die Sylter Inselbahn zu nennen, welche jedem Schmalspurfreund bekannt sein dürfte (schon wegen der eigentümlichen Borgward-Leichttriebwagen). Außerdem gab es auch auf der Insel Amrum eine schmalspurige Inselbahn ... und die war sogar ein Jahr ihres (leider relativ kurzen) Bestehens elektrifiziert.

      Gruß, René

      PS.: Ach ja, die dritte Halligbahn befand sich in der Meldorfer Bucht und führte zur Hallig Helmsand. Hier wurde im Jahr 1930 ein Damm und eine Lorenbahn errichtet, welche aber schon 1985 stillgelegt wurde. Der Damm besteht heutzutage immer noch, jedoch ist die Hallig unbewohnt und darf nur unter Auflagen betreten werden, da sie zum Vogelschutzgebiet erklärt wurde. Von Anfang April bis Ende Juli eines jeden Jahres ist der Zutritt verboten (Brutzeit der Vögel).

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Auch wenn ich dieses Jahr nicht nach Nordstrandischmoor gekommen bin, besuchte ich eine andere Hallig. Ich möchte hier gerne für euch ein paar Bilder zeigen.

      Vom Hafen Strucklahnungshörn auf der Halbinsel Nordstrand startet von Frühjahr bis Herbst die 'Adler Express' und fährt zweimal täglich über Hallig Hooge, Insel Amrum nach Hörnum auf Sylt. Das Schiff bietet die schnellste Verbindung im Wattenmeer, denn es erreicht die beachtliche Geschwindigkeit von 61 km/h. Diese Geschwindigkeit wird durch zwei Turbostrahltriebwerke erreicht. Am Heck des Schiffes zu stehen ist sehr beeindruckend, denn man spürt und sieht die Kraft der Fortbewegung.

      An jenem Tag war es auf dem Festland regnerisch, aber es herrschte Ostwind. Was sagt das nun dem Kenner der Region? Richtig: Viel besseres Wetter ist auf den Uthlanden zu erwarten. Also wurde die Fahrt nach Hooge kurzerhand geplant.

      Mit unbändiger Kraft pflügt die 'Adler Express' durch das Wattenmeer. Zuerst wird die Insel Pellworm umfahren und dann geht es direkt auf Hooge zu. Dieser frühmorgendliche Blick zeigt die Düsternis über dem Festland. Auch geht der Bezug zur Hallig Nordstrandischmoor nicht gänzlich verloren, denn ihre Warften sind auf dem nachfolgenden Bild zu erkennen.



      Hier ist das Schiff am Anleger der Hallig Hooge zu sehen. Frühstück gab es während der Überfahrt in der Bordgastronomie. Der Besuch der Hallig konnte also gut gestärkt beginnen.



      Direkt am Anleger befindet sich das Ortseingangsschild der Hallig. Hooge ist nach Langeness die zweitgrößte Hallig und selbstverständlich Nationalparkpartner. Der Besuch der Schutzstation Wattenmeer stand neben einigen anderen Punkten natürlich auf dem Programm.



      ... doch dazu und zur Hallig später etwas mehr. Und wie es erwartet war: Die Sonne zeigte sich doch tatsächlich noch, während es auf dem Festland den ganzen Tag regnete.

      ... nun ein wenig Pause.

      Gruß, René

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Neben der Geschichte der Hallig Nordstrandischmoor und der Geschichte der Lorenbahn möchte ich in diesem Beitrag auch noch kurz die wichtigste Frage beantworten: Was sind eigentlich Halligen? Ohne diese Eilande hätten die Lorenbahnen schließlich keinerlei Bedeutung.

      'Vor uns in den Horizont trat jetzt ein grauer Punkt, der sich allmählich in die Breite streckte; und endlich stieg ein grünes Eiland vor uns auf. Eine geflügelte Wache schien es zu umgeben; so weit man an dem Strande entlang sehen konnte, wimmelte es in der Luft von großen weißen Vögeln, welche unablässig wie in stiller Geschäftigkeit durcheinander auf und ab stiegen. Stets in demselben Luftraume beharrend, glichen sie einem ungeheuren schwebenden Gürtel, der das ganze Eiland zu umschließen schien; ihre ausgebreiteten mächtigen Flügel erschienen wie durchsichtiger Marmor gegen den sonnigen Mittagshimmel. – Das war fast wie in einem Märchen.' ... so beschrieb der große norddeutsche Lyriker Theodor Storm den Besuch einer Hallig.

      Immer wieder werden sie von Salzwasser überflutet. Ihre Bewohner leben mit den Gezeiten, haben stets Vorräte im Haus, falls sie zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten werden: Die zehn Halligen, winzige Eilande an der nordfriesischen Küste. Ihre Besonderheit: Sie sind nicht durch Deiche geschützt, werden so immer wieder von Salzwasser überspült. Die Hallighäuser sind auf sogenannten Warften gebaut, auf von den Bewohnern aufgeworfenen Erdhügeln. Sie bilden - außer einigen Sommerdeichen - den wesentlichen Schutz gegen gefährliche Fluten. Bei "Land unter" ragen nur noch diese kleinen Erdhügel aus dem Wasser. Seit den umfangreichen Küstenschutzmaßnahmen in den 1960er Jahren erhielten außerdem fast alle Hallighäuser im oberen Stockwerk einen Schutzraum auf Stahlbetonpfeilern.

      Besonders in früheren Zeiten war das Halligleben sehr hart. Die landwirtschaftlichen Erträge waren gering, ständig mussten die Bewohner mit einer Überflutung rechnen. Ackerbau wurde daher kaum betrieben. Stattdessen hielten die Bauern Schafe und Rinder. Da es auf den Halligen keinerlei Frischwasserquellen gab, dienten allein mühsam aufgefangene Niederschläge als Wasserversorgung für Mensch und Tier.

      Für das Festland bilden die vorgelagerten Halligen einen natürlichen Küstenschutz. Um sie zu erhalten, muss allerdings ständig gearbeitet werden. So werden die Warften stetig erhöht, auch die Steinkanten, die die Halligen umgeben, müssen immer wieder ausgebessert werden. Entsprechend sind viele Halligbewohner heute im Küstenschutz tätig, den Land und Bund gemeinsam finanzieren. Die Landwirtschaft als Erwerbsquelle hat nur noch einen relativ geringen Stellenwert.

      Heutzutage hat neben dem Tourismus vor allem der Naturschutz einen hohen Stellenwert für die Halligen. Gleichzeitig gilt es die Besonderheiten dieser weltweit einzigartigen Eilande zu bewahren.

      Gruß, René
    • Stellvertretend für die anderen Halligen hier nun noch ein paar Bilder von der Hallig Hooge. Das erste Bild zeigt einen Blick von der Hanswarft in die Weite der Landschaft der Hallig mit ihren Salzwiesen und Warften. Im Vordergrund befindet sich der 'Fething', wo Regenwasser als Trinkwasser für das Vieh gesammelt wurde.



      Auf der Hanswarft befindet sich auch die Schutzstation Wattenmeer, wo man Informationen zur Natur der Hallig erhält.

      Schutzstation Wattenmeer



      Eine Galerie der besonderen Art findet sich in der Nähe von Sturmflutkino, Königspesel (aus dem Jahre 1611) und Schutzstation.



      Hier nun ein Blick von der Backenswarft (in der Nähe des Anlegers gelegen) in Richtung Hanswarft. Der Besuch der Hallig erfolgte zur Zeit des Vogelzuges. Hunderte Brandgänse bevölkerten das Eiland.



      Nach einem Rundgang auf der Hallig, kann man auf der Backenswarft in den gemütlichen 'Friesenpesel' einkehren. Hier gibt es halligtypische Gerichte und Getränke, mit klangvollen Namen, wie Labskaus, Mehlbüddel und Pharisäer. Der 'Friesenpesel' ist die älteste Gaststätte auf der Hallig, wird geprägt durch ihre Einrichtung mit über 200 Jahre alten original holländischen Kacheln und dem alten 'Pesel', eine original eingerichtete Stube von 1746. Ein 'Pesel' ist die 'Gute Stube' des Hauses, welche nur zu besonderen Anlässen genutzt wurde.



      Im nächsten Kapitel möchte ich mich noch kurz der zweiten bestehenden Halligbahn bei Dagebüll zuwenden.

      Gruß, René

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Plattdüütsch 'Een Reis na Hallig Oland'

      Vun een Reis na Hallig Oland will ick hier vertellen:

      In Dagebüll stellt wi uns Kuffers un Kartons bi denn Bauhof aff, dor schull een Lore uns afhalen. De Lore is meist een Egenbu vun de Oländers, mit dütt Gefährt geiht dat op eenen Schienendamm to de Halligen Oland un Langeneß. Wi wiern pünktlich dor, doch keen Lore in Sicht. Wat nu, harrn de uns vergeten? Dat füng noch an to regen, un een Ünnerstand gäv dat nich (hüt ook noch nich). Later wüssen wi: Hier, op de Halligen, löppt de Tied anners, gaanz ruhig, dor musst di ierst an gewöhnen, Wind un Water, Ebbe un Floot bestimmt allens. Bivör de Oländer de Lore op de Schienen hievt, dor kickt he ierstmal to denn Damm. Wenn de Gleisen noch ünner Water sünd un de Wind ut Westen kümmt, denn duurt dat noch een beten, bit de Ebb sick dörchsetten kann. Jeder Oländer hett sien eegen Lore. Uns Wirt har de eenfache Utföhrung, een Brett op de Isenräder, in de Mitte käm dat Gepäck un an de Sieden kunnen wi dann sitten und leeten de Been bummeln, de Hund wör besonners mit een dickes Tau fastholen, sonst wär he utneiht. Toon Glück harrn wi de »Sperrmüllkuffers« mit, de kunnen dat Saltwetter aff. Bi hatte Bris güng de Fohrt los, un wi wiern nich nur natt vun baben, dat Water leep noch över de Schienen un so wiern de Fööt ook noch natt. Een lütt Motor un een Brems wier de Utrüstung, un so tuckern wi dörch de Nordseewellen un wärrn froh, as wie na een halv Stünn dat Vorland tofaten harrn. (Rita Wolter)

      Ich hoffe, einige Leute hier können diesen kleinen Bericht in holsteiner Plattdeutsch verstehen. Amüsant ist er in jedem Fall geschrieben. ;)

      Gruß, René

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Hallo,

      da ich nun vom Titelthema etwas zur Halligbahn in Dagebüll abgeschweift bin, möchte ich hier kurz verweilen.

      Heutzutage wird der Zubringerverkehr nach Dagebüll von der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll GmbH (neg) abgwickelt. Die Strecke von Niebüll nach Dagebüll wurde im Jahr 1895 als Schmalspurbahn in Meterspur eröffnet und auch bis 1926 so betrieben. Dann erfolgte die Umspurung auf Normalspur, was einige leichte Korrekturen der Streckenführung und die Schließung einiger Haltepunkte beinhaltete. Die Umspurung wurde notwendig, da der Hindenburgdamm zur Insel Sylt eröffnet wurde und die Seebäder auf Föhr und Amrum durch einen Zubringerverkehr mit langsamer Schmalspurbahn erhebliche Nachteile befürchteten.

      In den 1990-er Jahren war ich auf der Strecke Hamburg-Altona - Westerland (Sylt), auf der Marschbahn, als Zugführer im Fernverkehr unterwegs. Dies war, neben den ICE-Leistungen nach Fulda und Frankfurt, sowie der Vogelfluglinie, meine Stammstrecke. Im Plan war auch immer wieder die Kölner Schiene durch den Ruhrpott, welche ich aber nicht sonderlich mochte, jedoch meist erfolgreich wegtauschen konnte. ;) Mit dem damaligen Betreiber der Strecke nach Dagebüll, der NVAG, wurde eng zusammengearbeitet, denn einige Züge führten Kurswagen, welche in Niebüll abgehangen oder zugestellt wurden. Vom DB-Bahnhof wurden sie meist von der DL2 nach Abfahrt des IC abgeholt oder nach Ankunft des IC aus dem Stumpfgleis (Sägefahrt) gebracht.

      Aus diesem Grund habe ich diese Strecke mehrfach besucht, mich dabei aber auf das Fahrzeugmaterial der Privatbahn konzentriert. So konnte ich noch den T3 (MaK-Triebwagen) in Betrieb erleben und die DL1 abgestellt ablichten. Später kam dann auch der neue T4 oft zum Einsatz.

      Leider habe ich auf die Schnelle nur zwei gescannte Bilder von der NVAG gefunden. Das erste Bild zeigt den Wendezug mit der DL2 im Bahnhof 'Niebüll NVAG', welcher vom DB-Bahnhof nur über eine Spitzkehre zu erreichen ist und wo sich die Werkstatt und der Lokschuppen der Bahn befindet. Das zweite Bild zeigt den abfahrbereiten Wendezug auf der Mole von Dagebüll. Rechts ist die Fähre zu den Inseln Föhr und Amrum zu erkennen.





      Vor Erreichen der Mole passieren die Züge das Deichgatt (eine Lücke im Deich, welche bei Sturmflut geschlossen wird). Vor diesem Schaart befindet sich der Bahnhof 'Dagebüll Hafen', welcher aber nur bei geschlossenem Deichgatt betrieblich genutzt wird. Vom Bahnhof 'Dagebüll Hafen' sind es nur wenige Schritte zum Bauhof des Landesamtes mit dem Betriebshof der Lorenbahn nach Oland und Langeness.

      Ich hoffe, der kleine normalspurige Exkurs, zu einer ehemaligen Schmalspurstrecke, stößt hier auf Zustimmung, beleuchtet doch auch er das Umfeld, in welchem sich die Halligbahnen befinden.

      Gruß, René

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Als ich damals mehrfach in Dagebüll war, habe ich mich auch auf den Weg zur Lorenbahn gemacht. Leider war gerade immer Betriebsruhe und ich habe deshalb gar nicht fotografiert. Über die Halligbahn von Dagebüll nach Oland und Langeness gibt es im Netz allerdings sehr viele Informationen, weshalb ich dieses Thema hier nicht ausweiten möchte. Bilder von der Bahn (und auch Nordstrandischmoor) finden sich unter diesem Link:

      Halligbahnen

      Bei meinen damaligen Besuchen in Dagebüll kann ich mich noch an eine durchaus abenteuerliche Gleisführung erinnern. Heutzutage gibt es einen neuen Damm und die Gleise der Halligbahn liegen auf Betonschwellen.

      Gruß. René
    • Mehrere Jahre, während meiner Zeit als Zugführer bei der Dienststelle in Hamburg-Altona und meines Zivildienstes bei der (damaligen) Bahnhofsmission Hamburg-Altona, wohnte ich im wunderschönen Städtchen Glückstadt an der Elbe, etwas nordwestlich von Hamburg gelegen.

      Die Ähnlichkeit der Landschaft der Elbmarschen mit dem Marschland in Dithmarschen und Nordfriesland erzeugt eine Verbundenheit mit dem gesamten Landstrich. In Glückstadt gibt es einen historischen Binnenhafen, genauso wie in Tönning auf Eiderstedt. Einfach eine Gegend mit Wohlfühlgarantie. ;) Hier mal ein Blick auf den Glückstädter Binnenhafen:



      Der Bahnhof der kleinen Stadt ist heutzutage durch Umbau und Elektrifizierung bis Itzehoe nicht mehr wiederzuerkennen. Damals präsentierte er sich noch in diesem Anblick:



      Auch in Glückstadt gibt es ein Sperrwerk mit Deichgatt zwischen Binnen- und Außenhafen und Sperrwerk und Gatt mussten damals auch mehrfach geschlossen werden. Ich erinnere mich an die Sturmtiden am 28. Januar 1994 und 10. Januar 1995 mit Pegelständen der Elbe über 6 Metern, wo das Wasser nicht sehr weit unterhalb der Deichkrone stand und der Regen peitschte. Solche Erfahrungen haben mich zu folgenden Zeilen inspiriert:

      Sturmflut

      Als Geifer vom Himmel ausgeworfen,
      wird Regen über die Marsch gespien.
      Die Gischt als Deiches neues Haupt,
      der Schöpfung Krone sieht man fliehen.

      Wollene Leiber drängen dicht,
      wie Lämmer, die dem Urteil harren.
      Des Reiters sonst so edles Ross,
      hört man vor Angst mit Hufen scharren.

      Die Deiche weich wie nasses Brot,
      sonst Trutzburg vor der Flut Gewalten.
      Das Land wird von der See verschluckt,
      dem Tosen hat nichts standgehalten.

      Es sind diese für die Nordseeküste so typischen Naturphänomene, welche ich absolut reizvoll finde. In den Jahren 2005 und 2006 war ich dann mal an der Ostsee (einmal auf Rügen und einmal auf Hiddensee) und obwohl es dort auch sehr schön ist: Mir persönlich hat dort einfach etwas gefehlt. Trotz der dortigen Schmalspurbahn ist es einfach nicht "meine" Küstenlinie, so ganz ohne Ebbe und Flut ... auch wenn das hier im Forum vielleicht auf Widerspruch stoßen wird. Missionierung hat da aber bei mir keine Chance. :D


      Mit diesem etwas persönlichen Seitenblick möchte ich dieses Thema vorerst abschließen. Wer mal eine Hallig besuchen möchte, ohne nasse Füße zu bekommen, dem empfiehlt sich ein Besuch der 'Hamburger Hallig' mit dem NABU-Naturschutzzentrum:

      Hamburger Hallig

      Hier im Harz halte ich weiterhin dem NABU-Naturschutzzentrum und Nationalparkhaus St. Andreasberg die Treue und natürlich dem Nationalpark-Besucherzentrum 'HohneHof'.

      Gruß, René

      ... und wie man unschwer erkennen kann: Ich bin nicht "nur" Ungarn-Kenner. ;)
      Bahn auf Eiderstedt

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von rekok73 ()

    • Ein herzliches Moin,

      nun bin ich wieder von Deutschlands schönster Küstenlinie in den Harz zurückgekehrt. Mitgebracht habe ich wieder einige Informationen und Bilder, welche ich hier präsentieren möchte. Dabei gilt es zu beachten, dass die Reise unter dem Schwerpunkt 'Natur entdecken' stand, um unserer Tochter das Kennenlernen verschiedenster natürlicher Abläufe zu ermöglichen. Materielle technische Perfektion ist beim Bildmaterial also nicht zu erwarten, sondern bewusst technisches Understatement. So besuchten wir verschiedene Einrichtungen, welche sich der Natur verschrieben haben. Als Beispiele seien genannt:

      - NABU Naturerlebniszentrum Katinger Watt
      - NABU Storchenausstellung Bergenhusen
      - NABU Nationalparkhaus 'Wattwurm' im Speicherkoog
      - Seehundstation Friedrichskoog
      - Schutzstationen Wattenmeer auf der Hamburger Hallig und in Friedrichskoog

      usw. usf.

      Doch zunächst folgt wieder eine kleine Einführung zum besseren Verständnis, denn natürlich steht einerseits die Lorenbahn wieder im Mittelpunkt der Betrachtung, aber auch der Blick über den Tellerrand kommt aufgrund abgelegter Scheuklappen nicht zu kurz. :zwink:

      Wie eigentlich immer in den letzten Jahren haben wir unsere Zelte auf der Halbinsel Eiderstedt in der Nähe der kleinen Gemeinde Kating aufgeschlagen. Meine Tochter konnte es nicht ertragen, dass ich dieses Mal so gar kein Bild von der in wenigen hundert Metern Entfernung vorbeiführenden Eiderstedter Strecke machen wollte, so dass sie selbst mal den Auslöser betätigte. Ein Triebwagen der RBSH hat gerade den Haltepunkt Kating hinter sich gelassen. Nächster Halt ist dann im schönen Hafenstädtchen Tönning an der Eider. Weitere vielfältige Informationen zur interessanten Geschichte dieser Bahnlinie gibt es auf der folgenden von mir erstellten Homepage:

      Eisenbahn auf der Halbinsel Eiderstedt



      An jedem Morgen, wenn wir mal eine gepflegte 'Fofftein moken' wollten, um uns das Frühstück schmecken zu lassen, wurde die Veranda und das Mobiliar von einer bunten Vogelschar belagert. Da hatten Amseln ihr Nest in der Hecke, der Grauschnäpper fütterte seine (drei) fast flüggen Jungvögel auf dem Tisch, Buchfinken, ein Zaunkönig, Kohlmeisen und Stieglitze rundeten den Reigen ab. Wir suchten also die friedliche Koexistenz mit den Tieren, überließen ihnen dieses Refugium und machten die Tür zur Veranda weit auf und frühstückten einfach am Esstisch in der Küche. Zur Belohnung hatten wir immer etwas zu beobachten und es wurde so manches Liedchen geträllert.



      Neben zwei Besuchen der Lorenbahn war das Naturerlebniszentrum in Katingsiel am Katinger Watt unsere Hauptanlaufstelle. Hier ließen wir uns die Lebewesen im Süß- und Brackwasser der Eider erklären, ließen uns viel Wissenswertes in der Austellung vermitteln, nahmen selbstverständlich an einer Wattwanderung teil. Da unsere Tochter zu den anwesenden FÖJ-lern eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut hatte, nahmen diese Mädels und Jungs unsere Kleine auch ein zweites Mal mit ins Watt. Weiterhin unternahmen wir vogelkundliche Exkursionen in das Naturschutzgebiet des Katinger Watts. Hierbei konnte durch Ferngläser und ein Spektiv die Vögel sehr schön aus Beobachtungshütten beobachtet werden. Auf dem Bild sind Graugänse zu sehen, aber auch viele Kiebitze, Brandgänse, Strandläufer und Kampfläufer konnten beobachtet werden. Blässrallen, Lachmöwen, Austernfischer und Küstenseeschwalben ließen keine Langeweile aufkommen.



      Doch was ist das? Seit kurzer Zeit sind zum Offenhalten der Landschaft ganz neue Naturschützer im Einsatz. Ihrem Namen machten diese Tiere alle Ehre und so trafen wir die Wasserbüffel mit kleinem Kalb im Wasser an.



      Nur an der Nordseeküste im Wattenmeer, im Wechsel von Ebbe und Flut wird dem Besucher der Wechsel von Werden und Vergehen besonders bewusst. Jeder Wattwanderer weiß, dass die Spuren, der er hinterließ, in wenigen Stunden verschwunden sein werden. An diesem Kreislauf vermag selbst die modernste Technik nichts zu ändern, womit sich der Kreis zu den ersten Zeilen dieses Beitrages schließt.



      Nach dieser Einführung geht es im nächsten Beitrag dann aber um Wattenmeer, Halligen und die Lorenbahn. Ein unverwechselbarer Mix, wie man ihn eben nur in Nordfriesland erleben kann.

      Freundlichen Gruß, René
    • Moin,

      nun geht es in die Halligwelt. Vor der Besuch der Lorenbahn erfolgt ein kleiner Umweg zur Hamburger Hallig. Wie die Hallig Nordstrandischmoor ist auch die Hamburger Hallig über einen Damm mit dem Festland verbunden. Sie bekam ihren Namen, weil zwei Hamburger Kaufleute das Volgesbüller Vorland von 1624 bis 1628 eindeichten und auf diese Weise der Amsinck-Koog entstand. Bei der Sturmflut des Jahres 1634 wurde ein Teil des Kooges zerstört. In den weiteren Jahrzehnten konnte der Deichschutz nicht aufrechterhalten werden und der Amsinck-Koog ging verloren. Nur eine Hallig blieb übrig, welche nun Hamburger Hallig genannt wurde. Im Jahr 1875 wurde eine neue Festlandverbindung zur Unterstützung von Vorlandbildung geschaffen. Im Jahre 1926 wurde der Söhnke-Nissen-Koog eingedeicht. Schon im Jahr 1930 wurde die Hallig zum Naturschutzgebiet erklärt und wird seit nunmehr 85 Jahren vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) ehrenamtlich betreut. 1964 erhielt die Hallig eine Wasserleitung und im Jahr 1970 wurde der Weg zur Hallig als Badestellenzufahrt befestigt. Seit 1985 ist die Hallig ein Bestandteil des Nationalparkes und steht somit unter besonderem gesetzlichen Schutz. Ein Anschluss an das Stromnetz wurde schließlich im Jahr 2001 realisiert.

      Heutzutage kann man die Hallig gegen Entrichtung einer Gebühr mit dem Auto erreichen, schöner ist es aber mit dem Fahrrad, welches man im 'Amsinck-Haus' im Söhnke-Nissen-Koog ausleihen kann. Auf dem Weg zur Hallig breiten sich die Salzwiesen aus und hier bietet sich die Möglichkeit der Beobachtung einer Vielzahl von Vögeln, welche hier ihr Brut- und Rastgebiet haben. Hier sind vor allem Nonnengänse, Austernfischer und Rotschenkel zu nennen. Die Salzwiesen sind im Nationalpark besonders geschützt. Hier gedeihen Strandaster und Halligflieder und diese Wiesen geben einigen hundert kleineren Tierarten eine Heimat, welche sich auf das Leben in diesem Biotop spezialisiert haben.

      Auf dem Weg zur Hallig kommt man zunächst am Schafberg vorbei, welcher seinen Namen völlig rechtmäßig trägt. Auf der Warft befindet sich das Gebäude des Naturschutzwartes des NABU. Hier erhält der Besucher viele Informationen zur Natur der Salzwiesen und zum Vogelzug. Hier beginnt auch ein interessanter Salzwiesenlehrpfad.



      Die Fahrradtour über eine Länge von 4,5 Kilometern bis zur Hallig wurde von Austernfischern begleitet, welche das Revier um ihr Nest bewachten. Der Name dieses Vogels ist eine Vortäuschung falscher Tatsachen, denn er frisst zwar Muscheln, aber keine Austern. Hierfür ist sein Schnabel gar nicht geeignet. Er verzehrt lieber Herzmuscheln. Da er im Watt aber nach Muscheln sucht, bekam er kurzerhand einfach den Namen Austernfischer. Fake-News sind also kein Phänomen unserer Zeit. :zwink: Die Herzmuscheln schließen ihre Schale durch Anspannung ihres Schließmuskels. Wie jeder Muskel muss sich aber auch dieser Muskel entspannen ... und das nutzt der 'Herzmuschelfischer', um mit seinem Schnabel in den entstehenden Spalt zu hacken und die Muschel somit zu knacken.



      Nun kommt die Warft der Hamburger Hallig in Sicht. Dort befinden sich mit dem 'Hallig-Krog' ein vorzügliches Restaurant mit regionaler Küche, welches heutzutage vom Sternekoch betrieben wird, welcher bis vor wenigen Jahren auf dem 'Traumschiff MS Deutschland' seine Gäste verwöhnte. Außerdem befindet sich hier eine Schutzstation Wattenmeer, wo man die Tierwelt des Wattenmeeres erforschen kann, was von meiner Tochter auch ausgiebig genutzt wurde. Die beiden anwesenden Damen waren vom Wissensschatz ganz verzückt ... die lütte Klugschnackerin.



      Auf der Terrasse des Hallig-Kroges sitzend, kann man sich auch ein Bild von der Vogelwelt des Wattenmeeres machen. Das vorzügliche Essen machte einen Besuch der Hallig zu einem perfekten Erlebnis. Danach ging es noch zu einem kleinen Spaziergang in Ufernähe ins Watt, denn es war gerade Ebbe.



      Und nun komme ich dem Thema der Hallig Nordstrandischmoor immer näher, denn von der Hamburger Hallig ist sie für den Kenner schon zu sehen. Die vier kleinen Hügel am Horizont sind nämlich die Warften der Hallig Nordstrandischmoor.



      Nun folgte die Fahrt mit dem Fahrrad zurück über den Damm zum Söhnke-Nissen-Koog und von dort durch den Cecilienkoog und den Beltringharder Koog nach Lüttmoorsiel, dem Ausgangspunkt der Lorenbahn nach Nordstrandischmoor (Lüttmoor). Nun erstmal: En lütten Tick verpuusten.

      Freundlichen Gruß, René
    • Nun genug des Vorgeplänkels, denn durch den 'Naturschutzkoog' Beltringharder Koog erreichen wir Lüttmoorsiel, den Ausgangspunkt der Lorenbahn. Der Beltringharder Koog wurde im Jahr 1987 eingedeicht und war die letzte große Eindeichung von Vorland zum Zwecke des Küstenschutzes. Aufgrund des Naturschutzgedankens wurden große Teile dieses Kooges in ein Naturschutzgebiet verwandelt. In Lüttmoorsiel befindet sich der Betriebshof des Landesamtes und ein Café. Hier zunächst einige Bilder vom Betriebshof des LKN-SH, zu welchem auch die Lorenbahn gehört.

      Vom Außendeich, welcher immerhin eine Höhe von 8,10 Metern hat, kann man gut auf das Gelände des Betriebshofes blicken. Waren bei meinem letzten Besuch im Winter die Tore geöffnet, waren sie diesmal geschlossen. Trotzdem konnte ich natürlich einige Bilder machen.



      Auf dem Gelände standen zwei Lokomotiven abgestellt. Zunächst wäre da die älteste Lok der Lorenbahn zu nennen. Es handelt sich um die DIEMA mit Baujahr 1955.



      Seit März 2016 ist diese SCHÖMA-Lok bei der Lorenbahn im Einsatz. Sie wurde im Jahr 1994 gebaut und war nachfolgend bis 2016 beim Humuswerk Wietmarschen-Früchtenfeld (Grafschaft Bentheim) im Einsatz. Sie wird derzeit mit einer weiteren Maschine gleichen Herstellertyps vor den Bauzügen des Landesamtes eingesetzt.



      Im nächsten Beitrag folgen einige Bilder vom Betrieb auf der Lorenbahn. Da am Abend ein Sturmtief angekündigt war (was dann auch eintraf), welches sich bis zum nächsten Tag austoben sollte, nutzten die Bewohner der Hallig die Gelegenheit des schönen Wetters für eine Fahrt zum Festland, um Einkäufe zu tätigen. So trafen wir gleich 3 Loren im Betrieb an, welche ich natürlich auch abgelichtet habe.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      nun möchte ich die Bilder von den Loren der Halligbewohner zeigen. In der Reihenfolge geht es vom Betriebshof über den Bahnübergang des landseitigen Weges am Außendeich, dann die Steigung zur Deichkrone hinauf, wo sich die Spitzkehre befindet, zum Beginn des Dammes durch das Wattenmeer. Auf der Seeseite des Deiches befindet sich noch ein Stumpfgleis als Ausweichstelle.













      Zwischen den einzelnen Aufnahmen waren wir im Café in Lüttmoorsiel. Das langsam aufziehende Unwetter sorgte für verschiedene Lichtverhältnisse. Trotzdem konnten wir noch ein wenig auf dem Deich sitzen und das schöne Panorama genießen. Meine Tochter beschäftigte sich unterdessen mit den allgegenwärtigen Schafen, welche durch den 'goldenen Tritt' die geborenen natürlichen Pfleger dieser Küstenschutzbauwerke sind. Auf dem vorletzten Bild sieht man sie also zwischen den Schafen auf der Deichkrone sitzen. :zwink:

      Die Halligbewohner stellen ihre Loren vor dem Betriebshof ab, wo es mehrere Gleise zum Abstellen der Fahrzeuge gibt. Hier befinden sich auch die Garagen für die straßengebundenen fahrbaren Untersätze der Lorenbahn-Nutzer.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      die Rückfahrt führte wieder über den Damm durch den Beltringharder Koog. Hier gibt es Beobachtungshütten für die heimische Tierwelt, aber auch vom Damm sind die Vögel zu sehen. Da die Graugänse relativ groß sind, konnten sie mit der vorhandenen Fototechnik abermals abgelichtet werden. Da die Gänse als Wildtiere relativ scheu sind, war dieses Foto auch schon eine Herausforderung.



      Da es in diesem Urlaub eben zum großen Teil um natürliche Zusammenhänge ging, wurden weitere Tiere von meiner Tochter gezeichnet. Hier als Beispiel der Austernfischer.



      Mit dem Schiff ging es einige Tage später direkt zur Hallig Nordstrandischmoor, wo die Lorenbahn begutachtet werden konnte. Hiervon berichte ich in einem weiteren Kapitel.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      nun möchte ich ein paar Bilder von der Hallig Nordstrandischmoor zeigen, welche von den Einheimischen kurz Lüttmoor genannt wird. Die Geschichte der Hallig habe ich schon in Beitrag 17 auf Seite 1 dieses Beitragsbaumes beleuchtet, weshalb ich mir dergleichen Worte hier ersparen kann.

      Die Überfahrt zur Hallig erfolgte von der Halbinsel Nordstrand vor den Toren Husums, der grauen Stadt am Meer, wie sie ihr bekanntester Sohn, der Dichter Theodor Storm, einmal bezeichnete. Er setzte sich mit seiner bekannten Novelle 'Der Schimmelreiter' ein literarisches Denkmal. Aufgrund des Fahrwassers wurde die Hallig mit einer großen S-förmigen Schleife angesteuert, welche uns auch sehr nahe der Insel Pellworm vorbeiführte.

      Vom Meer aus konnte man die vier Warften der Hallig bald erkennen.



      Hier hat die MS 'Adler V' am Anleger der Hallig festgemacht. Sie hat das Baujahr 1979 und lief in der Werft in Husum vom Stapel. Diese Werft baute in ihrer 52-jährigen Geschichte über 400 Schiffe, vor allem Küstenmotorschiffe und ab Ende der 1980-er Jahre auch Windenergieanlagen, musste aber 1999 in Insolvenz gehen. Im Jahr 2000 hörte die Werft auf zu existieren. In der Schiffsbauhalle wurden nachfolgend durch ein anderes Unternehmen weiterhin Windenergieanlagen gebaut. Das Unternehmen kündigte 2017 jedoch an, den gut ausgelasteten Standort Husum schließen zu wollen, um die Produktion verlagern zu können. Somit verliert Husum nicht nur die Tradition des Schiffbaues, sondern auch die des Windernergieanlagenbaues.



      Vom Anleger ist es ein kleiner Spaziergang zur Neuwarft, wo sich das Ende der Lorenbahn befindet und auch das Restaurant. Die dort angebotenen selbstgemachten Fischfrikadellen sind eine absolute Gaumenfreude.





      Auf den Salzwiesen der Hallig brüteten wieder einige Austernfischer und beim Spaziergang über die Hallig wurde diese Störung aufgeregt und lautstark quittiert. Vergleiche mit der Zeichnung meiner Tochter sind statthaft. :zwink:



      Hier noch ein Blick über die Hallig. Der Wirt der Neuwarft bietet auch eine Runde mit dem Traktor über die Hallig an. Außerdem befindet sich auf dieser Warft ein kleines Sturmflutkino. Diesen Film haben wir uns aber nicht angesehen ... die Frikadellen mundeten so gut ... denn einen solchen Film, vom Land unter auf der Hallig, hatten wir uns schon auf Hooge angesehen.





      Trotz des kleinen Massenansturms vom Schiff her, blieb man auf der Neuwarft völlig entspannt und freundlich. Das ist ein wirklich sehr angenehmer Wesenszug vieler Nordfriesen.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      während ich mich nun auf den Weg zum Bahnhof der Lorenbahn machte, dorthin führt ein Feldweg, welcher vom Hauptweg abzweigt, kümmerte sich meine Tochter um die Schafe der Hallig. :zwink: Im Hintergrund ist der Schiffsanleger zu sehen.



      Die Strecke der Lorenbahn erreicht die Hallig. Hier verzweigt sich die Strecke nochmals. Ein Streckenast führt zur Neuwarft (das Gleis im Hintergrund) und der andere Streckenast endet im Bahnhof der Lorenbahn, welcher aus drei Stumpfgleisen besteht.



      Es folgt ein Blick in die Gegenrichtung auf den Halligbahnhof mit seinen Fahrzeugen.



      Hier sehen wir wieder die SCHÖMA-Lok, welche schon im Betriebshof in Lüttmoorsiel stand. Auf der Hallig stand sie mit ihrer Schwestermaschine vereint.



      Eine weitere Ansicht der beiden Lokomotiven mit der Neuwarft im Hintergrund.



      Die technischen Daten der beiden Lokomotiven:

      Hersteller SCHÖMA, Fabriknummer: 5423, Baujahr: 1994, Bauart: B-dh, Herstellertyp: CHL 20 G (bis März 2016 beim Torfwerk Wietmarschen-Füchtenfeld, danach zum LKN-SH und Einsatz bei Lorenbahn Nordstrandischmoor)
      Hersteller SCHÖMA, Fabriknummer: 5540, Baujahr: 1998, Bauart: B-dh, Herstellertyp: CHL 20 G (Ablieferung direkt zum LKN-SH und Einsatz bei Lorenbahn Nordstrandischmoor)

      Freundlichen Gruß, René
    • Moin,

      na denn man tau ... auf geht's, denn die Leserschaft ist noch nicht entlassen, weil wir ja sinnbildlich immer noch auf der Hallig zugange sind. Wie ich schon geschrieben habe, führt vom Halligbahnhof noch ein Gleis zur Neuwarft.



      Neben dem Damm durch das Wattenmeer verfügt die Lorenbahn im Verlauf dieses Anschlussgleises noch über ein herausragendes Kunstbauwerk, nämlich diese Brücke über einen Siel. Die immense Bedeutung eines solchen Brückenbauwerkes wird von den allgegenwärtigen Schafen blökend honoriert, macht man sich beim Überqueren des Sielzuges doch nicht die Wolle nass.



      Siel, Brücke, Schafe ... und jede Menge Windräder auf dem Festland.



      Vor Erreichen der Warft gibt es noch ein Ausweichgleis, wo diese Lore und der kleine Zug abgestellt sind.



      Hier die Lok mal aus etwas näherer Perspektive ...



      ... wie man unschwer erkennen kann, wurde sie im Hause SCHÖMA gebaut.



      Hersteller SCHÖMA, Fabriknummer: 2540, Baujahr: 1962, Bauart: B-dm, Herstellertyp: CDL 28 (bis 1972 Steinzeugwerke in Duingen, bis 2202 Torfwerk Meiners in Steinau, DFKM in Deinste, ab August 2013 Hallig Neuwarft auf Nordstrandischmoor)

      Zum Abschluss noch ein Bild des Stichgleises hinauf zur Warft. Dort können bei Land unter auch die Fahrzeuge in Sicherheit gebracht werden.



      Das wär's dann erstmal wieder. Da die Hallig ja (fahrzeugtechnisch) nur mit Lorenbahn oder Schiff erreichbar ist ... ansonsten als Wattwanderer, werde ich das folgende Kapitel mal noch ein wenig der Schifffahrt widmen, denn da gibt es durchaus auch einige interessante Dinge zu berichten. Also: Bleibt neugierig! :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • Moin,

      wie schon erwähnt folgen noch ein paar Bilder von der Schifffahrt zurück nach Strucklahnungshörn auf Nordstrand. Nach dem Ablegen von der Hallig wurde zunächst ein kleines Schleppnetz zu Wasser gelassen. Nach dem Einholen des Netzes erklärte dann der Mitarbeiter des Nationalparkes den Fang und beantwortete alle möglichen Fragen, welche in erster Linie von den Kindern gestellt worden. Er erklärte die Sachverhalte so interessant, dass über eine Stunde wie im Fluge verging.



      Dem Fahrwasser folgend, führte uns die Reise wieder in einer großen Schleife an der Insel Pellworm mit ihrem Leuchtturm vorbei. Während die Hinfahrt zur Hallig nur etwas über eine Stunde dauerte, war die Rückfahrt fast dreimal so lang, da sie über Westerheversand vor der Halbinsel Eiderstedt führte.



      Auf den Sandbänken von Westerhever tummeln sich Dutzende von Seehunden. Mit einem Fernglas kann man sie herrlich beobachten. Im Wattenmmer von Holland bis Dänemark gibt es derzeit etwa 20.000 Seehunde, wovon etwa die Hälfte im schleswig-holsteinischen Wattenmeer zu Hause sind. Westerhever ist ja für seinen Leuchtturm bekannt, welcher viele Postkartenmotive von der Küste ziert. Die Gebäude am Leuchtturm beherbergen eine Schutzstation des Nationalparkes Wattenmeer ...



      ... und hier der Leuchtturm einfach mal von der Landseite.



      Wer sich über Robben und Seehunde fachlich informieren möchte, dem sei ein Besuch der Seehundstation in Friedrichskoog empfohlen. Hier findet sich ein größere Aufzucht von aufgefundenen Heulern und einige stationseigene Tiere, welche aus bestimmten Gründen nicht mehr ausgewildert werden können.



      Zum Abschluss noch ein interessanter Link: Seehundstation Friedrichskoog

      Ich verabschiede mich nun vorerst von dieser Thematik ... werde das Thema aber bei Gelegenheit wieder aufgreifen. Vielen Dank für euer bisheriges Interesse.

      ... und immer dran denken: Moin Moin seggen blot de Klönschnacker. :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      zum Abschluss habe ich im weltweiten Netz noch ein kleines Video über die Lorenbahn Nordstrandischmoor gefunden, welches in diesem Jahr entstanden ist.



      ... und noch ein Hinweis in eigener Sache: Wer die Homepage der Seehundstation Friedrichskoog besucht, welche ich im letzten Beitrag verlinkt habe, wird die Aufforderung finden, sich vor Veröffentlichung von (auch eigenen) Bildern eine entsprechende Erlaubnis der Station einzuholen. Diese wurde mir freundlich gewährt und das dortige Team freut sich natürlich über interessierte Besucher der Homepage und / oder der Station.

      Freundlichen Gruß, René