Zwischen Nebitzschen und Kroptewitz

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    • Hallo zusammen ,
      habe heute erst einmal dem FV Wilder Robert eine kleine Spende zukommen lassen , um wenigstens den Ausbau zur Befahrbarkeit bis Kemmlitz zu unterstützen ! ;)
      Egal , was und wie sich alles in der Zu(g)kunft entwickeln sollte - ich drücke allen Beteiligten fest die Daumen auf viel Erfolg zur Durchsetzung der geplanten Vorhaben , viele Grüße sendet Euch Knut ! :wink:
    • KV auf 750 mm

      Hallo Güterverkehrsfreunde,

      Kombinierter Verkehr (KV) sollte technisch gesehen auch auf 750 mm-Spur möglich sein. Bei der Rhodopenbahn in Bulgarien (760 mm) ist eine große Zahl moderner Tragwagen für 20-Fuß-Container (leider abgestellt) vorhanden. Der gekröpfte Rahmen erlaubt die Einhaltung des Lichtraumprofils, das ist der "Trick" gegenüber der Meterspurvariante der Brohltalbahn. Wenn es sogar mit umgebauten Rollwagen ginge (diese haben ja eine sehr niedrige Bauhöhe), noch besser, weil kostengünstiger.

      Standard-Wechselbehälter gibt es mittlerweile für fast alle Transportbedürfnisse, auch für Schüttgut und wenn man will, sogar selbstentladefähig. Für den Behälterumschlag wäre ein ReachStacker möglich, man könnte jedoch auch ein anderes System (z.B. InnoFreight) verwenden: innofreight.com/de/logistikloesungen/wood_tainersystem.php

      Wie läuft der Kaolintransport mit LKW+Zug derzeit ab? Welcher LKW-Typ wird eingesetzt? Ein normaler 40 t-Kipper? Wie funktioniert die Umladung in Riesa und wie wird das Kaolin weiterbefördert? In normalen Ea-Wagen? Muss es bei Kunden aufwändig ausgebaggert werden? Ich denke, man sollte sich hier die gesamte Transportkette ansehen. Eventuell ließe sich mit einer KV-Lösung unter Einbeziehung der Schmalspurbahn die Transportzeit, -qualität und -aufwand sogar reduzieren oder andere Vorteile schaffen. Z.B. auch dadurch, dass Wagen und Transportbehälter getrennt und ein Tragwagen-Zug (Regelspur) nicht an die Standzeit der Entladung gebunden wäre, er könnte anderswo parallel Geld verdienen. Das sind theoretische Überlegungen, den konkreten Fall kenne ich nicht gut genug. Und in jedem Fall müsste man erst mal Geld in die Hand nehmen, das große Problem...

      Es wäre total super, wenn wenigstens auf einer ostdeutschen (750 mm-) Schmalspurbahn der planmäßige Güterverkehr in moderner Form wiederkehren würde, gerade der Wilde Robert wäre dafür prädestiniert (sowohl historisch gesehen als auch von der recht flachen Trassierung der Strecke)

      Wurde das Kaolin zu DDR-Zeiten eigentlich in Säcken transportiert? Die aufgerollten G-Wagen auf alten Fotos würden das nahe legen.

      Hier noch zwei Fotos der Containertragwagen auf der Rhodopenbahn:




      Viele Grüße,
      Christian
    • Hallo Christian,
      Das Problem mit dem Lichtraumprofil haben wir nicht, da unsere Strecke von je her Rollfahrzeugtauglich war.
      Das Kaolin wird mit ganz normalen 40t-Kippsattelzügen gefahren, wie das in Riesa umgeladen wird weiß aber ich leider nicht. Von den Regelspurwagen her ist völlig gemischt.
      Ja zu DDR-Zeiten gab es Sackverladung, die gibt es wohl heute auch noch aber nur per Lkw.
      Meine persönliche Meinung ist das der Rollbockverkehr die beste Möglichkeit ist, da die Art der vom Kunden gewünschten Fahrzeuge relativ unwichtig ist allerding haben auch andere Versionen ihren Reiz.
      Nun wie gesagt das ist alles noch längst nicht in dem Topf wo es kocht, erstmal muss jetzt die Strecke ertüchtigt werden und dann schaut man mal was möglich ist.
    • Hallo und vielen Dank für die Antworten!

      Die Transporttechnologie mit G-Wagen zu DDR-Zeiten hat mich schon immer etwas gewundert. Wie hat man bei loser Verladung verhindert, dass es bei offener Schiebetür gleich wieder herausrutschte? Man konnte den Wagen doch höchstens teilweise befüllen? In Säcken ergibt es mehr Sinn, ist jedoch eine Menge Handarbeit.

      Ist Kaolin besonders nässeempfindlich? Die neueren, in den 1990-ern eingesetzten Schmalspurwagen besitzen ja ein öffnungsfähigen Dach. Aus diesem Grund würde mich auch interessieren, wie man es derzeit gelöst hat. Denkbar wäre z.B. eine Plane zum Schutz.

      Viele Grüße,
      Christian
    • Hallo Christian,
      Ich kann dir nicht sagen wie das lose in G-Wagen geladen wurde, mir wurde nur gesagt das es Kaolingranulat auch schon zu DDR-Zeiten als Sackware gab deshalb ging auch davon aus das es so in den G-Wagen war. In O-Wagen war früher oft Rohkaolin das musste nicht abgedeckt werden.
      So lange wie ich mit in Oschatz Kaolin verladen habe (ca. 3 Jahre bis die Halle geschlossen wurde) wurde nur Granulat verladen, das sind so Pellets wie beim Viehfutter.
      Das Rohe Kaolin ist wohl eine Art sandiger Ton und nicht sehr nässeempfindlich, es wird dann halt obendrauf ein schmieriger Schlamm. Im Werk wird das dann gewaschen so das sich der Sand löst, dann getrocknet und in das Granulat gepresst. Der Sand geht meines Wissens wieder zurück in die Grube zum verfüllen. Das Granulat ist dann schon nässeempfindlich da es sich ja im Wasser löst und halt auch wieder Schlamm wird. Das passiert zwar am Ende bei der Verarbeitung dann auch damit aber beim Transport ist das eher unpraktisch, die ganze Technologie ist halt auf leicht schüttende Granulat ausgelegt.
      Rohkaolin ist eher was zur reinen Bahnverladung, der Transport über die Straße lohnt sich da wohl schon gar nicht mehr.
      Bei dem Granulat besteht zudem noch das Problem das es um so öfter man es umläd um so mehr zerfällt es zu Pulver und dann fängt es wahnsinnig an zu stauben. Das mindert dann halt auch den Abnahmepreis, deshalb ist auch die direkte Verladung gewünscht.
      Zudem ist Kaolin nicht gleich Kaolin wie ich mit der Zeit erfahren habe. Es gibt Kaolin mit vielen verschiedenen Farbstichen. Das kemmlitzer Kaolin ist wohl recht weiß (das aus Hirschau soll z.B. einen Grünstich haben). Zudem soll das kemmlitzer Kaolin sehr hartbrennend sein weshalb es sich wohl eher schlecht für Fliesen eignet.
      Nun sind das aber alles Sachen die ich so im Laufe der Zeit mitbekommen habe. Wenn irgendwann mal hier in Mügeln das Geoportal fertig ist will ich mich da auf jeden Fall mal richtig informieren, die Gelegenheit habe ich dann ja.
      Gruß Roger
    • Hallo Roger,
      besten Dank für deinen Ausflug in die Welt des Kaolins.
      Ich wollte mich schon selber mal schlau machen, um was für ein Transportgut wir hier eigentlich reden. Da scheint doch eher der eventuelle Bahntransport mittels umschlossener Container angesagt. Aber wie du schon geschrieben hast, muss erst einmal die Strecke fit sein.

      Gruß Detlef der Pollofan
      Pollofan
    • Guten Abend,
      Da Kaolin ja schon mal ein wichtiger Grundstoff für Keramik ist und es wohl in vielen Bereichen dazu noch keine Alternative gibt, bzw teilweise auch gar nicht gewollt ist wird man Kaolin wohl noch lange brauchen. Es findet ja wohl auch noch anders wo Verwendung so wie ich gehört habe.
      Die bisher bekannten Ksolinvorkommen hier in de Region reichen bei derzeitiger Ausbeute noch mindestens 100 Jahre abeer man vermutet das noch mehr Vorkommen hier sein werden. Also ich denk das Zeug wird weder überflüssig noch in meiner Zeit alle.
      Gruß Roger
    • Hallo,

      nun, ich schrieb nicht, dass man auf 750 mm gar keine Container transportieren kann, sondern dass es schwierig ist. Das hängt natürlich auch davon ab, über welche Art Container wir reden. Immerhin ist die Kippgefahr höher als bei Meterspur. Das nächste Problem besteht in den Kurvenradien und dem "Ausschwenken" der Container (bzw. der Tragwagen) in engen Gleisbögen - bei größeren Containern durchaus ein Problem. Das ein normaler, einfacher Standardcontainer für das betrachtete lose Schüttgut ungeeignet ist, sollte nach den Ausführungen von Roger und anderen hier im Thread einleuchtend sein.

      Nächstes Problem: Die Stützmauer in Oschatz und die damit verbundene Achslastbeschränkung. Genau die macht einen Rollfahrzeugverkehr sehr unattraktiv. Welche Einschränkungen sich hieraus für einen Containerverkehr ergeben, hängt von den Tragwagen und den eingesetzten Containern ab. Natürlich könnte man die Stützmauer sanieren/ertüchtigen, das wird aber nicht billig...

      Ich bin auch skeptisch, dass man vorhandene Rollfahrzeuge einfach für den Containertransport umbauen dürfte, ohne dafür eine Zulassung zu beantragen. Vermutlich wäre der LfB bei sowas durchaus etwas entgegenkommender als das EBA, aber ganz ohne seine Zustimmung wäre es rechtlich sehr bedenklich.

      Zudem sollte man im Hinterkopf haben, was am anderen Ende der Transportkette mit dem Ladegut passiert. Viel wichtiger als die Keramikherstellung ist vor allem die Nutzung von Kaolin in der Papierindustrie (als Füllstoff und Pigment). Wenn die Empfänger gern weiterhin normale Güterwagen entladen möchten und nicht bereit sind, in Containerumschlagtechnik zu investieren, wird es keine KV-Lösung geben. Heute wird das Kaolin zumeist in Schüttgutwagen mit Schwerkraftentladung (Gattungen Tds, Tads, Ta(n)oos,...) verladen. Normale E- oder Ea-Wagen verwendet man heute nicht mehr, da die Entladung viel zu aufwändig wäre. Manche Kaolinwerke versenden auch palettierte Ware mit der Bahn in Schiebewandwagen oder sogar Slurry (aufgeschlämmtes Material) in Spezialwagen.

      Ein Kaolin-Transport unter Nutzung der Döllnitzbahn kann nur funktionieren, wenn er über die gesamte Logistikkette von der Produktion beim Kaolinwerk bis zur Verarbeitung bei den Abnehmern wirtschaftliche Vorteile gegenüber der jetzigen Lösung bringt. Die jetzige Lösung besteht nun im wesentlichen darin, das Kaolin direkt im Werk auf einen großen LKW zu schütten, nach Riesa zu fahren (Fahrtdauer ca. eine Stunde), dort vermutlich über ein Lager in Schüttgutwagen zu kippen, diese zum Kunden zu fahren und dort schließlich einfach per Schwerkraft in einen Vorratsbunker zu entladen. Dabei passen in einen LKW (40-Tonner) etwa 25 t Kaolin und in einen vierachsigen Güterwagen je nach Streckenklasse beim Empfänger etwa 60...65 t. Um 1.000 t Kaolin zu transportieren müssen also etwa 16 vierachsige Güterwagen beladen und 40 LKW-Fahrten (hin und zurück) durchgeführt werden.

      Zuletzt wurde die Verladeanlage in Oschatz planmäßig bis zu zweimal pro Woche von DB Cargo bedient, faktisch wurde aber nicht jede Woche Kaolin verladen und abgeholt (es gibt noch einen zweiten Güterkunden in Oschatz). Ob jetzt via Riesa wieder mehr auf die Bahn umgeschlagen wird, kann ich nicht sagen. Vermutlich kann selbst das Kaolinwerk kaum genau prognostizieren, welche Mengen vielleicht in fünf Jahren mit der Eisenbahn transportiert werden, weil sich die Lieferverträge und damit die Transportrelationen heutzutage viel häufiger ändern können als früher.

      MfG Jan
    • Hallo Jan,
      Das die Seecontainer für unsere Schmalspurbahn in ihren Dimensionen zu groß sind stimmt so nicht.
      Eine 20ft Conainer, wie er für Schüttgüter Verwendung findet hat die Abmessenen von (L, B, H) 6,058m, 2,438m, 2,591m. Demot kann man den sogar von weiten durch unser Lichtraumprofil werfen. Ein schmalsupriger Personenwagen (ex Traglaster) in der Reko-Version der SDG ist 12,5m, 2,5m, 3,4m.
      Also schon deutlich größer.
      Selbst ein 40ft HC Seecontainer hat nur Abmessungen von 12,192m, 2,438m, 2,896m. Da Schmalpurwagen das Lichtraumprofil in der Höhe längst nicht ausschöpfen ist da also noch viel Luft.
      Wenn unsere Strecke selbst für den Transport eines regelspurigen vierachsigen Facs vom Lichtraum her ausgelegt ist passt ein Container locker durch.
      Was man in Bulgarien mit den Wagen gemacht hat weiß ich nicht, aber eine Baureihe 75,76 oder 77 ist gut 3,5m hoch da kann ich mir nicht vorstellen das es da am Lichtraumprofil liegen wird. Ich vermute eher das da auch Schüttgut rein kam und man bei dem hohen Gewicht den Schwerpunkt tief haben wollte damit die Sache besser auf der Schiene liegt, immerhin fahren die 70 auf der Strecke.
      Nun was die Stützmauer in Oschatz betrifft ist das natürlich im Momen schon ein Problem. Aber im Zuge der übrigen Streckensanierung wird auch das behoben. Genau wie auch die Döllnitzbrücke in Oschatz saniert werden wird womit beides behoben ist.
      Selbst wenn Streckenmäßig ein Rollbockverkehr oder alles andere möglich ist ist damit längst noch nicht gesagt das es dann auch gewollt ist. Natürlich fährt die Bahn noch Gas von Riesa nach Oschatz und hat damit noch einen Kunden. Du willst aber nicht wissen was die zu Zeiten der Kaolinverladung in Oschatz immer für ein Drama drauß gemacht haben auf die Verladehalle auf der anderen Seite des Bahnhofs mit zu bedienen.
      Gruß Roger
    • Hallo Roger,

      mir ist schon klar, dass das Lichtraumprofil eher weniger das große Problem sein dürfte, erst recht nicht die Höhe. Es geht eher darum, was bei Bogenfahrten mit den Ecken passiert, wenn der Container recht lang ist und der Tragwagen, so wie hier verlinkt, vorne und hinten noch darüber hinaus ragt (sprich: länger ist). Ich habe nicht angezweifelt, dass man einen 20-Fuß-Container transportieren könnte.

      Die Stützmauer in Oschatz war schon zu DDR-Zeiten ein Problem und hat verhindert, dass die IV K durch größere (schwerere) Triebfahrzeuge ersetzt werden konnten. Damals bei der Streckensanierung um 1980 hat man das nicht lösen können oder wollen, obwohl seinerzeit doch erhebliche Mittel investiert wurden. Meinst du, dass man das jetzt mit machen wird?

      Zum Thema DB: Wenn ein Kunde alle paar Wochen mal eine Hand voll Wagen versenden möchte, ist das für keine Güterbahn sonderlich attraktiv. Immerhin bietet DB Cargo sowas prinzipiell überhaupt noch an, da muss man auch erstmal jemand anderen finden, der dazu bereit ist. Klar, regelmäßige Ganzzüge wollen und können alle fahren, aber dafür reichen die verladenen Mengen derzeit eben nicht aus...

      MfG Jan
    • Die Jahresproduktion des Kaolinwerkes liegt heute bei ca. 100 000 Tonnen wovon momentan ca. 10 000 Tonnen per Bahn weggehen. Letzteres hängt aber halt auch mit der umständlichen Umladerei zuammen.
      Wo ich vor ca. 8 Jahren mal mit einen aus der Chefetage in Hirschau gesprochen habe sage der mir das dort gut 50 bis 60% per Bahn weggehen und das dies in Kemmlitz auch möglich wäre wenn man die Wagen direkt im Werk beladen können.
      Wenn man dem glauben darf wäre das schon eine beachtliche Hausnummer.