Unterwegs auf Harzer Gleisen

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    • Hallo,

      hier habe ich noch ein Bildchen vom September 1992 herausgesucht, welches ich sehr mag. Damals führte noch die Deutsche Reichsbahn den Betrieb auf den Harzer Schmalspurgleisen. Ein Zug mit 99 7238 fährt in den Haltepunkt Sorge ein. Hinter der Lok sind zwei Kurswagen (Brocken - Drei Annen Hohne - Eisfelder Talmühle - Gernrode) eingereiht. Ja, sowas gab es tatsächlich einmal! Die '38' war immer meine Lieblingslok, aus rein subjektiven Erfahrungswerten.



      Gruß, René
    • Hallo Harzbahnfreunde,

      im September 1992 war der Bahnsteig in Sorge gerade erneuert worden, u. man blickte wohl schon etwas optimistischer in die Zukunft. Wenige Monate zuvor sorgten Privatisierungspläne, denen ein Großteil des Streckennetzes zum Opfer fallen sollte, noch für große Unruhe. Ich habe damals von Berlin aus mit Bangen die durchgesickerten Nachrichten verfolgt.

      @Renè, das Foto aus Harzgerode zeigt mir wieder deutlich, warum ich mich mit dem Einsatz der V 100 vor Reisezügen nie anfreunden konnte. Das paßt einfach nicht! :schock:

      @Reiner, herzlichen dank für die tollen Fotos, u. die ergänzenden Worte zur Aufklärung. Die Erinnerungen von Zeitzeugen sind halt immer noch Gold wert. Auf dem Foto von 1962 ist alles Wesentliche zu sehen, einschl. Feldbahn. :thumbup:

      Besten Dank u. Grüße

      Holger
    • Hallo,

      heute hab ich einen freien Tag und da der Rest der Familie Ferien / Urlaub hat, wurde ein Ausflug nach Schierke unternommen. Bei der Fahrt auf der Friedrichstraße in Wernigerode hat man den Brocken vor Augen und oben schien schön die Sonne. An den Flanken jedoch waren die Wolken zugange. Das Auto wurde auf dem Wanderparkplatz am 'Schierker Stern' abgestellt und dann erstmal ein wenig frische Waldluft geschnuppert. Wie es zu erwarten war, lag die Gegend in den Wolken und es war dadurch etwas trübe. Es war sehr kühl und selbst die Vögel hielten ihre Schnäbel und es war fast schon gespenstisch still im Wald. So kann man sich die Sagenwelt des Harzes erklären, denn in den Nebelschwaden schälen sich aus dem Wald plötzlich augenscheinlich "Figuren". Letztlich sind es zwar nur bemooste Baumstümpfe und Granitblöcke, aber wenn dann plötzlich im Wald noch ein Rabe krächzt oder ein Eichelhäher schreit, kann den Waldspaziergänger schon ein mysteriöses Gefühl übermannen. Es sind diese Momente, wo ich so froh bin, im sagenhaften Harz zu Hause zu sein.

      In der Nähe des Bahnhofs Schierke war es dann leicht aufgelockerter und es wurde zunächst der Weg zur Feuersteinklippe eingeschlagen. Über dutzende Granitblöcke kommt man der Felsformation immer näher. Leider hatte ich zu Hause meine Kamera zwar bereitgelegt, aber dann doch vergessen. So musste ich mit der Handykamera vorlieb nehmen. Es standen ja Familie und Erholung im Vordergrund, weniger die Fotografie und zur Illustration dieses kleinen Berichtes sollte die Qualität ausreichend sein.



      An der Feuersteinklippe angekommen ließ meine Tochter ihrer Phantasie freien Lauf. Spalten und kleine Höhlen wurden erkundet und überlegt, ob eine Wildkatze hier wohl ihr Zuhause haben könnte. Naja, vielleicht doch nicht, aber so ein Steinkauz würde sich hier bestimmt wohlfühlen. Die Wollsackverwitterungen sind schon beeindruckend und lassen bizarre Felsformationen entstehen.



      Es war einmal das Land der allgemeingebildeten Dichter und Denker ... und heute? :zwink:



      Nach diesem kurzen aber phantasievollen Abstecher kehrten wir in der Bahnhofsbaude ein, denn frische Luft macht bekanntlich auch hungrig. Nach der Stärkung ging es zu Fahrkartenausgabe und örtlichem Betriebsbediensteten, sprich zu meinen ehemaligen Kolleginnen, und es entwickelte sich ein nettes Gespräch. Das war wieder mal schön. Bewaffnet mit einem "Heizerschluck" ging es dann zurück zum 'Schierker Stern'. Dabei konnte noch die Ausfahrt des 8922 beobachtet werden, welcher mit 99 7232 bespannt war.



      Nebelschwaden zwischen den Bäumen,
      Granitblöcke liegen umher wie Geröll,
      Wandersleute fangen an zu träumen,
      Phantasie entspringt den Säcken voll Gewöll.

      Gruß, René
    • Hallo,

      nach dem gestrigen Ausflug in die Gegenwart möchte ich nun einen Sprung in die Vergangenheit machen. Vor 22 Jahren, im November 1994, fuhr ich mit dem Zug von Dessau nach Aschersleben, um dort in Richtung Gernrode umzusteigen. Oft habe ich diese Tour unternommen, um in das Selketal zu kommen. Heutzutage frage ich mich, warum ich nicht auch mal an der Normalspurstrecke fotografiert habe? Nun ist es leider zu spät.

      In Gernrode angekommen, ging es direkt zur Schmalspurbahn. In der Einsatzstelle war häufig Betrieb zu beobachten. Es waren auch mehr dampfgeführte Züge zu bespannen. An diesem Tag waren es die 99 7239 und 99 7242. Das 'Kamel' 199 874 war als Reservist anwesend. Auch heutzutage ist es noch auf Harzer Schmalspurgleisen anzutreffen.



      Eine Mitfahrt mit dem Zug stand an jenem Tag nicht auf dem Programm, sondern eine Wanderung zum Heiligenteich und zurück. Also wanderte ich los, zunächst zum Haltepunkt Osterteich, um hier den ersten Zug zu fotografieren. Er kam dann auch mit 99 7239 angefahren und brauchte am Haltepunkt in Ermangelung reisewilliger Fahrgäste nicht zu halten. Mich, als neben dem Gleis hockenden Fotografen, konnte man getrost ignorieren. :zwink:



      Bis zum Ramberg verläuft die Bahnstrecke hier immer parallel zum Wellbach (auf die namensgebende Selke trifft sie ja erst in Mägdesprung). Der Wellbach entspringt im Rambergmassiv und fließt durch Gernrode, um bei Quarmbeck in den Quarmbach zu münden, welcher dann wiederum bei Quedlinburg in die Bode mündet.

      Auf dem Wanderweg ging es vom Osterteich nun in den Wald. Am Streckenkilometer 2,8 traf ich auf diesen Durchlass, den ich dann auch mal im Bild festgehalten habe.



      Dann ging es weiter zum Heiligenteich, dessen Ausläufer die Strecke auf einem Damm überquert. Hier erwartete ich den nächsten Zug, welcher mit der 99 7242 bespannt war, die heutzutage nicht mehr betriebsfähig in Benneckenstein abgestellt ist.



      Danach ging es die gleiche Wegstrecke wieder zurück. Es war damals ein schöner kleiner Ausflug. Vielleicht gefällt es ja auch, dass ich euch nach so langer Zeit daran teilhaben lasse. Die Strecke der Selketalbahn zwischen Gernrode und Harzgerode, also die G.H.E.-Stammstrecke, ist landschaftlich immer eine Reise wert.


      Gruß, René
    • Hallo Renè,

      gerade Dein letztes Foto zeigt eindrucksvoll, welch herrliche Naturerlebnisse den Reisenden auf der Selketalbahn erwarten.
      Demgegenüber stehen in einem erschreckenden Kontrast leider einige verwahrloste Empfangsgebäude, wo sich der Gast schon fragen muß, ob er als zahlender Tourist überhaupt willkommen ist.
      Dabei gab es im Fall Quedlinburg doch schon Hoffnung:

      supersonntag-web.de/wisl_s-cms…at_neuen_Eigentuemer.html

      Natürlich gehört dieses EG nicht der HSB, aber dieses Beispiel zeigt doch auch die fehlende Bereitschaft, die touristischen Höhepunkte der Region zusammen zu vermarkten u. zu nutzen.

      Wieviele internationale Besucher der Welterbestadt, die sich noch zusätzlich eine romantische Fahrt mit dem Dampfzug ins Selketal gegönnt haben, mögen schon am Quedlinburger Bahnhof geerdet worden sein?
      Und dann wieder am Ziel Alexisbad ...

      Beste Grüße

      Holger
    • Hallo Holger,

      immerhin scheint sich ja dann am Quedlinburger Bahnhof etwas zu bewegen. Kann man nur hoffen, dass aus den Sanierungsplänen auch Realitäten werden.

      Ich habe noch ein Bild von jenem Tag im Jahre 1994 im Bahnhof Gernrode gefunden.



      Schade ist es um den Bahnhof Alexisbad mit seinem Empfangsgebäude auf jeden Fall. Es scheint sich ja wirklich kein neuer Pächter zu finden, dem die Möglichkeit gegeben ist, das Gebäude zu sanieren und mit Leben zu erfüllen. Traurig, dass die HSB nicht selbst in der Lage ist, dass Gebäude in vernünftiger Nutzung zu erhalten. Eigentlich müsste ja auch der Stadt Harzgerode daran gelegen sein, dass dieses Kleinod der Haupttouristenattraktion auf ihrem Stadtgebiet vernünftig genutzt wird. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach, ist hier auf mehreren Ebenen (Tourismus, Kommune, HSB) ein gewisser Fatalismus im Selketal zu erkennen.

      Gruß, René
    • Hallo,
      das wird wieder ein Fall für den RENIEK- Schiebekreis sein. Rainer schiebt die Verantwortung auf Ernst. Ernst reicht sie weiter an Norbert, der wieder an Ines, die an Elke und Elke an Klaus. Wer wirklich verantwortlich ist, verraten die Anfangsbuchstaben der Namen in umgekehrter Reihenfolge...
      Jedenfalls ist es immer ein schlechtes Zeichen für eine Gegend, wenn sie ihre Bahnhöfe als Aushängeschilder verkommen läßt.

      Gruß,
      Rolf
    • Hallo,

      hier hab ich noch ein kleines Kaleidoskop mit Bildern des Bahnhofs Gernrode aus dem Jahr 1990 herausgesucht. Ich gebe zu, dass meine Fotografie bezüglich Eisenbahn nur 'Geknipse' war.







      Wie schon geschrieben, bin ich immer über Aschersleben nach Gernrode und zurück gereist. Bei einer Rückfahrt habe ich aus dem ausfahrenden Zug in Richtung Güsten diese zwei Bilder der 41 1231 (Bw Güsten, Est. Staßfurt) gemacht. Ich war ein wenig überrascht und so sind es nur Notschüsse ohne die sonst obligatorische manuelle Belichtungsmessung. Trotzdem sind natürlich einige unwiederbringliche Details der damaligen Zeit zu erkennen.





      Das soll es nun aber mit meinem damaligen Geknipse gewesen sein. Ich möchte ja nicht die Qualität des Forums beeinträchtigen. :zwink:

      Gruß, René
    • Hallo,

      ich möchte mit diesem Bild allen Lesern meiner Beiträge ein frohes Weihnachtsfest im Kreis ihrer Lieben wünschen. Einer der wichtigsten Wünsche wäre sicher mehr Empathie der Menschen untereinander und gegenüber der eigenen Umgebung und Umwelt. Vielleicht mag Jeder seinen kleinen Teil dazu beitragen.




      Wir schreiben den Februar 1994, als Lok 99 7239 mit Volldampf den Bahnhof Alexisbad verlassen hat, um ihren Zug nach Harzgerode zu befördern.

      Herzliche Grüße an Euch aus Wernigerode,

      René
    • Einen guten Abend in die Runde
      zum Thema Steinbruch Königsberg habe ich zwei recht aktuelle Bilder vom 13.Oktober 2013 anzubieten.bimmelbahn-forum.de/index.php?…084db87102180a5db8272372c

      Mit der Königsbergkurve im Rücken blickt man auf das links über die kleine Brücke der Steinbruchzufahrt führende Anschlussgleis,leider schon lange abgebaut,aber im Verlauf noch an den Erdarbeiten zu erkennen. Die Anlage war ähnlich der Gleisanlage Knaupsholz ausgeführt,also Ladegleis mit Prellböcken jeweils am Ende und kurz unterhalb der Brücke etwa die doppelte Weichenverbindung.

      Zum großen Erstaunen meinerseits findet sich sogar noch ein Relikt der Feldbahn,die wohl früher zu jedem "anständigen" Steinbruch gehörte,hier links im Bild himmelwärts weisend zu sehen.Bei meinen Fahrten weise ich auch gern auf diesen leider nur kurz einsehbaren unscheinbaren Steinbruch hin und somit auch auf den früheren Güterverkehr auf der Brockenstrecke.
      Zum Bremsberg Steinerne Renne fällt mit noch ein,das die Loren in einem gemauerten Kanal zwischen Weg und Holtemme unter einer eigenen Brücke neben der Bahnbrücke zum Werk rollten.Dieser Kanal mit Feldbahnschienen stand früher schon immer halb voll Sickerwasser,er wurde wohl um 1970 zugefüllt,sodass man heute nichts meht davon erkennt.Es existiert jetzt eben nur nicht die gemauerte Bahnbrücke,dann käme die Feldbahnbrücke und daran anschließend der Bahnübergang.
      Zum Schluß möchte ich allen Lesern und Machern ein schönes ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Winfried
    • Hallo Winfried,

      vielen Dank für Deine interessanten Ausführungen und Ergänzungen. Bei meinen vielen Vorbeifahrten am ehemaligen Steinbruch Königsberg versuchte ich aus dem Zug heraus immer mal einen kurzen Blick zu erhaschen. Dadurch ergibt sich mit der Zeit ein etwas umfangreicheres Bild aus diesen vielen kleinen Bildschnipseln im Gedächtnis. Interessant sind die natürlichen Veränderungen. So kann man im Sommer ein kleines Moor mit Moosen und Farnen sehen. Ein richtiges Kleinod der Natur ist dort in den Jahrzehnten entstanden.

      Gruß, René
    • Guten Abend Rene,
      beim Vorbeifahren ist es wahrlich schwer, etwas Detailiertes zu erkennen.Ein Grund auch für meine damalige Wanderung,wollte ich mir das ganze mal in Ruhe anschauen.Im Sommer wirklich ein Biotop in 900 m Höhe und (fast)sich selbst überlassen.
      Da wir grad bei Steinbrüchen sind, hier ein Blick auf die Reste des Anschlugleises Steinbruch Füllental km 14,9 hinter Netzkater.Was da rechts rot durch die Bäume schimmert,ist das alte Forsthaus,damals noch Imbiss.darüber verlief ja über eine noch vorhandene Brücke die Feldbahn zum Steinbruch Krieger 500m weiter bergwärts. Gruß Winfried
    • Hallo Winfrid,

      der südliche Teil des Harzes ist bezüglich Harzquerbahn nicht ganz mein Metier. :zwink: Ich habe zwar mal einige Jahre dort in der Region gewohnt und gearbeitet, aber ich habe mich zu dieser Zeit mehr für die Kleinbahn Ellrich - Zorge und die vor der Stilllegung stehende Kyffhäuserbahn interessiert. Da hab ich dann auch in Sondershausen-Jecha den letzten Zug mit verabschiedet. Es war eine schöne Strecke. Über die KEZ habe ich die Informationen zusammengetragen und in einem Büchlein für den Privatgebrauch zusammengefasst. Da blättere ich immer mal wieder gerne drin. Da blieb nicht soviel Zeit für die Schmalspurbahn. Aber da kannst Du Dich gerne voll einbringen. Mich würde es wirklich sehr freuen, häufiger zu dieser Thematik von Dir zu lesen.

      Gruß, René
    • Hallo,

      wann wird's mal wieder richtig Winter? Wettervorhersage für den 1. Weihnachtsfeiertag in Wernigerode: 12° Celsius (plus, nicht minus), dazu Sturmböen. Also schietiges Herbstwetter, nix mit Winter. Ich habe heute wahre Massen an Kurzurlaubern für den Harz im Zug gehabt. Die werden es sich wohl nur kuschelig machen können, nicht wegen der Kälte, sondern wegen der Feuchte vom Himmel.

      Wenn es Winter wird am Bahnhof Brocken, wie hier vor 9 Jahren im Dezember, dann weiß man allerdings ganz sicher, woher der Wind weht.



      Gruß, René
    • Hallo Reiner,

      der Pfeil zeigt genau auf die Eingangstür der Fahrkartenausgabe. Wenn schon, muss man für die Plattform nochmal rechts um die Ecke gehen, um nicht gegen die Tür der Fahrkartenausgabe zu laufen. :zwink: Eine gewisse Intelligenz darf man den Touristen im Harz ruhig zutrauen. Auch wenn ich jeden Arbeitstag erleben muss, dass Fahrgäste die Zugtüren durch Telekinese öffnen wollen, ohne mal auf den grünleuchtenden Ring zu drücken, wie es auch noch ein Piktogramm vorschlägt. Das sind aber zum Glück nur die bekannten Ausnahmen von der Regel. Die rennen dann, wenn sie zur Plattform in Wernigerode wollen, wahrscheinlich gegen die Tür der Fahrkartenausgabe. Als Souvenir gibt's dann aber ne dicke Nase und ein Brillenhämatom. :crazy:

      Gruß, René