Neuer Lokschuppen in Radebeul und Anbau in Freital

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    • Hallo in die Runde,

      hier ein aktueller Beitrag der SZ Freital dazu (sz-online.de/nachrichten/die-super-werkstatt-3752753.html):

      "Freitag, 18.08.2017

      Die Super-Werkstatt
      In Hainsberg entsteht derzeit ein Neubau für die Weißeritztalbahn. Auch wenn der erst einmal Millionen kostet, soll er doch beim Sparen helfen.

      Von Tobias Winzer

      Freital. Seit Juni ist die Weißeritztalbahn wieder auf der kompletten Strecke zwischen Freital und Kipsdorf unterwegs. Für Mirko Froß, Betriebsleiter der Schmalspurbahn, ist der Wiederaufbau der im Hochwasser 2002 zerstörten Strecke das eine. Das andere, und nicht minder Wichtige für die Zukunft der Weißeritztalbahn, befindet sich jedoch in Freital-Hainsberg am Ende der Straße Zum Güterbahnhof. Nach Jahren der Diskussion entsteht hier gerade eine neue zentrale Werkstatt für Loks und Waggons. Nach dem Baustart im Juni beginnt nun die heiße Phase der Arbeiten. „Das sichert den Erhalt und Betrieb der Weißeritztalbahn“, sagt Froß.
      Wer derzeit an der Baustelle vorbeikommt, kann den Fortschritt der Arbeiten schon deutlich sehen. Neben dem alten Lokschuppen wird derzeit ein Fundament für einen neuen Anbau vorbereitet. Ab der kommenden Woche geht es richtig los. Dann werden die vorhandenen Lokschuppen-Anbauten für Toiletten und Dusche sowie der Werkstatt-Anbau abgerissen. Sowohl für Werkstatt als auch Sanitärtrakt wurde bereits temporärer Ersatz auf dem Gelände geschaffen. Noch wichtiger ist aber, dass es in dem neuen Erweiterungsbau Platz für die Instandhaltung der Waggons gibt. „Damit können wir die Standorte zentralisieren und die Kräfte an Personal und Material bündeln“, so Froß.
      Denn bislang werden die Reparaturen an zwei Standorten in Freital durchgeführt – je nachdem, ob es sich um eine Lok oder einen Waggon handelt. Während sich die Lokwerkstatt in Hainsberg befindet, kommen die Waggons nach Potschappel. Das Problem: Seit der Flut 2002 gibt es von dort aus keinen Gleisanschluss mehr zur Strecke der Weißeritztalbahn in Hainsberg. Statt auf schmaler Spur kommen die Wagen mit dem Tieflader von Potschappel. Ein riesiger Aufwand, der hohe Kosten verursacht.
      So wird es effektiver

      Die Werkstatt an der Ecke Carl-Thieme-Straße/Oberpesterwitzer Straße, in die auch andere Wagen wie die der Lößnitzgrundbahn aus Radebeul zur Inspektion kamen, stammt außerdem aus den 50er-Jahren. Eine ordentliche Heizung gibt es nicht, die Bausubstanz ist runter, die heutigen Anforderungen an Arbeitsplätze sind nicht erfüllt. Deswegen wird diese Werkstatt geschlossen. Künftig wird das Gebäude nur zum Unterstellen von musealen Waggons genutzt. Die laufende Instandsetzung von Waggons und Loks findet künftig in Hainsberg statt.
      1,6 Millionen Euro gibt die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft (SDG) für das Projekt aus. 90 Prozent davon kommen vom Freistaat. Mitte 2018, so der Plan, soll alles fertig sein.
      „Wir müssen effektiver werden“, sagt Betriebsleiter Froß. Er betont jedoch, dass keine Mitarbeiter entlassen oder Stellen gestrichen werden. Die zwei Kollegen, die derzeit in Hainsberg arbeiten, bleiben dort. Unterstützt werden sie ab Mitte 2018 von den drei Kollegen, die derzeit noch in Potschappel tätig sind. Sie werden aber weiterhin auch in der Werkstatt der Lößnitzgrundbahn in Radebeul aushelfen. Auch diese Schmalspurbahn wird von der SDG betrieben. Sparen will das Unternehmen vor allem dadurch, dass jetzt nur noch eine Werkstatt mit entsprechendem Material gebraucht wird. Außerdem verursachte die Werkstatt in Potschappel wegen der fehlenden Dämmung hohe Heizkosten.
      Damit in Hainsberg die neue Super-Werkstatt der Weißeritztalbahn entstehen kann, müssen die Räume ausgebaut werden. Wichtigster Teil des neuen Anbaus, der an die vorhandene Lokhalle gesetzt wird, ist die neue Waggon-Halle. Der Raum ist etwas höher als nebenan, weil die Waggons zur Reparatur angehoben werden müssen. Die Lokhalle wäre dafür zu niedrig. Außerdem finden Werkstatt und Sanitärräume in dem neuen Anbau Platz. Froß rechnet damit, dass noch in diesem Jahr der Rohbau steht und das Dach gedeckt ist. Im kommenden Jahr soll es dann mit dem Innenausbau weitergehen. Der alte Lokschuppen an sich bleibt weitgehend in seiner jetzigen Form bestehen. Er wurde bereits beim Wiederaufbau nach der Flut 2007/08 teilweise instand gesetzt.
      Bei den Planungen für die neue Werkstatt musste die SDG übrigens auch ein Freitaler Millionenvorhaben berücksichtigen. Sollte die Umgehungsstraße, die derzeit an der Poststraße endet, doch einmal zu Ende gebaut werden, würde sie direkt an dem Gebäude vorbeiführen. Nun ist sichergestellt, dass es dabei nicht im Weg steht."
    • Hallo,

      heute hatte ich kurz Zeit, wieder einmal ins Forum zu schauen - und habe auch den SZ-Bericht vor den von Gerd eingestellten Bildern gelesen (Gerd danke).

      In dem SZ-Text steht, die Was in Potschappel habe seit der Flut 2002 keinen Anschluss mehr nach Hainsberg. Doch damit hat sich der Redakteur einen Bären aufbinden lassen, denn das PHV-Gleis war das einzige Gleis, das nach der Flut mehrere Monate befahren worden ist!

      Grund für die Einstellung des PHV-Gleises Ende 2002 war nicht das Hochwasser, sondern der Geiz der DB AG, das Überschneidungsbauwerk (Brücke) an der Ausfahrt nach Deuben im Zuge des DW-Ausbaus zu erneuern. Es war für die DB AG billiger, die Brücke zu entfernen und dort einen Damm zu schütten ...

      So viel zu den Themen "Wie viel Wert ist der Denkmalschutz?" und "Was kann man heimlich alles dem Hochwasser in die Tasche schieben ..."

      Mit vielen Grüßen

      André
    • Neu

      2095 007-7 schrieb:

      Stehen jetzt beide wieder dort. Ich glaube mich erinnern zu können irgendwo ein Bild gesehen zu haben, wo eine der beiden weggebracht wurde.
      Also eine steht auf jeden Fall dort, ist ja auch auf einigen meiner Bildern zu sehen. Die zweite hat aktuell weniger meine Aufmerksamkeit gefunden, deshalb Asche aufs Haupt, wenn sie weg ist.

      VG Gerd
    • Neu

      Hallo,
      ob die Dieseltraktion wirklich die Schmalspurbahnen hätte retten können, bezweifel ich mal. Die Geschwindigkeiten auf diesen Bahnen waren doch nicht mehr zeitgemäß. Das hätte zuvor auch eine Modernisierung der Strecken bedeutet. Allerdings doch für mich verwunderlich, dass der DDR Lokbau an der Schmalspurdiesellok gescheitert ist. Vielleicht hätte man eher Triebwagen bauen sollen. Aber beim Molli hätte das auch nicht gereicht.

      Gruß Detlef der Pollofan
      Pollofan
    • Neu

      Der DDR-Lokbau hätte eine gescheite Schmalspurdiesellok bauen können, es war aber politisch nicht vorgesehen. Diese Aufgabe bekam ja bekanntlich Rumänien und da man in der DDR schlechte Erfahrungen mit Lokomotiven aus dortiger Produktion gemacht hatte, wurde auf eine Beschaffung verzichtet.
      In die Gleisanlagen hätte man natürlich investieren müssen, aber auch der Verkehrsträgerwechsel war eine politische Entscheidung damals.

      Zum Thema Triebwagen: Die FAUR-Triebwagen wären modernisiert sicherlich eine Variante, es gibt wohl aber auch noch andere Optionen... :zwink:
      Bedenken muss man trotzdem, dass so ein Triebwagen ein zusätzliches Fahrzeug ist, welches unterhalten werden muss. Ob die eingesparten Betriebskosten den Kaufpreis und Unterhalt refinanzieren, vermag ich nicht zu sagen. So ein Triebwagen ergibt grundsätzlich nur Sinn, wenn er zur Erweiterung der Angebots dient und barrierefrei ist, denn das wäre für die Erschließung neuer Kundengruppen Voraussetzung. Da würde es sich z.B. anbieten, bei zwei Triebwagen je einen Fahrstand wegzunehmen und beide mit einem schwebenden Mittelteil zu verbinden, welches niederflurig ist.
      Grüße Erik

      Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!