Auf geht's zur Wilden Zicke...

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    • Hallo,

      auch wenn es nicht zur 'Wilden Zicke' passt, wohl aber zum Tourismus in Naumburg: Da das Thema hier schon angeschnitten wurde, möchte ich bezüglich des Blütengrundes in Naumburg diesen Link einfügen. Dann kann sich auch jeder Leser eine eigene Meinung bilden, ob die Kündigung des Pachtvertrages gerechtfertigt war oder nicht, da der Artikel recht fair geschrieben ist und beide Seiten zu Wort kommen lässt.

      Artikel der Mitteldeutschen Zeitung zum Blütengrund

      In einem anderen Artikel im Netz fand sich die Aussage, dass ein Grund auch die neue Hochwasserschutzrichtlinie sein soll, die einer Verlängerung des Pachtvertrages im Wege stand. (Eventuell betrifft gerade diese Richtlinie die ohne Baugenehmigung errichteten Bauten, welche bei Hochwasser u.U. eine Gefährdungssituation entstehen lassen könnten.)

      Vielleicht schaffe ich es, am kommenden Wochenende mal vorbeizuschauen. Dann sehe ich, ob wenigstens die Fähre tatsächlich wieder in Betrieb ist. Ich werde an dieser Stelle berichten

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      auch dieses Wochenende war ich wieder meine beiden Damen in Bad Kösen besuchen. So möchte ich hier einen kleinen Bericht zum gestrigen Samstag erstellen, welchen ich in drei Teile gliedere. Der erste Teil ist wieder als eine Art 'Vorwort' zu verstehen.

      Am frühen Morgen des gestrigen Samstag startete ich von Wernigerode nach Bad Kösen, denn das Wetter sollte schön werden und so bot sich die Gelegenheit für einen schönen Ausflug. Zunächst wollte meine Tochter gerne in den Tierpark von Bad Kösen und so ging dieser Wunsch in Erfüllung. Da eigentlich alle Menschen den Anblick von Tierkindern mögen, starte ich gleich mit einem solchen Bild.



      Ich hoffe, ich habe nun eure Aufmerksamkeit geweckt und ihr verfolgt den Bericht mit vor Interesse großen Augen. Beim weiteren Rundgang trafen wir auf dieses Zicklein, welches sich vor anstrengender Überlegung ständig am Kinn rieb. Ob das Ergebnis der Gedankengänge die Erkenntnis war, dass es ein 'Wildes Zicklein' sei, darüber hüllte sich das Tier in Schweigen.



      Nach diesem amüsanten Rundgang erfolgte eine Ortsverlagerung nach Naumburg. Natürlich musste meine "kleine Zicke" auch wieder 'Heidi', das schienende (ähm, schielende) Opossum mitnehmen. Vom Verhalten im Bereich von Gleisanlagen hat diese Beutelratte wohl keine Ahnung und so blockiert sie doch das Gleis der Straßenbahn am Marienring. Hat vielleicht ihre Kindheit im Wendland verbracht? Dort haben Gleisblockaden bekanntlich eine jahrelange Tradition. Erlernte Verhaltensmuster lassen sich im Erwachsenenalter nur schwer wieder ablegen.



      Nun das Tier aber schnell aus dem Gleisbereich entfernt, denn gestern wurde der Triebwagen '17' zu Fahrschulfahrten genutzt und den Schock eines Lebewesens im Gleisbereich wollten wir dem Fahrschüler unter allen Umständen ersparen. Ein Opossum ist schließlich kein Lemming, wobei sich die Therorie des Massenselbstmordes dieser Tierart durch Populationsdruck schon länger als wissenschaftlich haltlos herausgestellt hat, da ein Suizid ja den Willen zu dieser Handlung voraussetzen würde. Zu solcher Willensbildung ist ein Lemming nun gar nicht in der Lage. Der Fahrschüler ist zum Glück zur Willensbildung fähig, das Fahren des Fahrzeugs erlernen zu wollen und so trafen wir den Triebwagen zunächst am Theaterplatz an, wo er in Richtung Vogelwiese unterwegs war.



      Bei den Fahrten kam die Freude nicht zu kurz, was dieses Bild eindeutig dokumentiert. Als Fotograf wurde ich von der 'Ille' nett angebimmelt, ein freundlich-winkender Gruß inlusive. Somit geht an dieser Stelle ein besonderer Dank an das Personal.



      Nun knurrte der Magen und bevor die Thematik 'Wölfe in Deutschland' aus einem anderen Thema hier wieder thematisiert wird, gingen wir schnell in den 'Ratskeller' mit seinem gepflegten Ambiente und Essen.



      Nachdem der Wolf in uns durch Nahrungszufuhr vertrieben war, gönnten wir uns noch ein lecker Eis beim Italiener ein paar Schritte weiter. Bei Sonne kommt doch ein solches Dessert immer gut. Dann war es an der Zeit zum Marientor aufzubrechen, welches mit seiner doppeltorigen Anlage im Jahr 1446 als Stadttor erbaut wurde.



      In der Nähe des Tores befindet sich das Depot der Straßenbahn, welches unser eigentliches Ziel war, denn dort fand um 14.15 Uhr eine Führung statt, die sich als sehr interessant und kurzweilig entpuppen sollte. Doch darüber soll das zweite Kapitel handeln. Zunächst erstmal Danke für euer Interesse.

      Freundlichen Gruß, René

      ... und ein kleines Motto am Rande: 'Immer locker durch die Hose atmen.' Heb Dir Dein Lächeln nicht für morgen auf.
    • Hallo,

      nun überquerten wir vom Marientor kommend die Straße und standen vor dem Gebäude des Depots. Dort wurden wir von einem netten älteren Mann empfangen, welcher unser Führer durch das Depot war. Zu Beginn folgte eine kurze Sicherheitsinstruktion und wir betraten die kühle Halle. Hier folgten einige Ausführungen zur Geschichte der Bahn. Insgesamt nahmen 10 Personen an der Führung teil. Dieser überschaubare Personenkreis ließ natürlich eine persönliche Atmosphäre entstehen. Aufgrund der beengten Verhältnisse im Depot sind natürlich Aufnahmen nicht so einfach zu realisieren, zumal es ja eine Führung und keine keine Fotosession war. Hier zunächst ein Blick in die Fahrzeughalle.



      Die Straßenbahn verfügt über LOWA-, Gotha- und Rekowagen. Meine Tochter interessierte sich besonders für den Pferdebahnwagen, welcher in Naumburg zu besonderen Anlässen im Einsatz war und im Jahr 1894 gebaut wurde. Hierbei handelt es sich um einen offenen Wagen, welcher links im Hintergrund zu sehen ist. Zentral blickt man auf den LOWA-Triebwagen '29', welcher das Baujahr 1955 hat. Hier werden momentan die Antriebe aufgearbeitet. Da das Thema 'Werbung' hier schon angesprochen wurde, folgt ein Bild des Wappens von Naumburg, welches in früherer Zeit die Fahrzeuge zierte.



      Nun verließen wir die Fahrzeughalle und besichtigten die Abstellanlage. Hier sieht man den Gotha-Triebwagen '36' mit Baujahr 1961. Auch er befindet sich in Aufarbeitung und ist seines Stromabnehmers beraubt. Im Hintergrund befindet sich der Gotha-Triebwagen '202' mit Baujahr 1965, welcher in früherer Zeit bei der Thüringerwaldbahn verkehrte. Da es sich um ein Einrichtungsfahrzeug handelt, kann er natürlich auf den Naumburger Gleisen nicht eingesetzt werden und dient somit als Lagerfahrzeug.



      Auch einige Nebenfahrzeuge existieren im Depot. Beispielhaft sei hier die Transportlore 'A69' (Baujahr 1963), auf der eine Streueinrichtung abgestellt ist.



      Einsatzbereit ist der Gotha-Triebwagen '38' (Baujahr 1960), welcher in der Abstellung auf den nächsten Einsatz wartet.



      Dieser Triebwagen wurde dann kurz geöffnet und für die letzten Ausführungen und einige kleine Anekdoten durften wir Platz im Fahrzeug nehmen. Diese Gelegenheit nutzte ich für das letzte Bild während der Führung, welches den Führerstand zeigt.



      Dies war dann auch mein kleiner Bericht vom Besuch des Depots. Den Abschluss bildete noch ein kleiner Souvenirverkauf. Für meine Tochter waren natürlich zwei Ansichtskarten der Pferdebahn im Einsatz in Naumburg das absolute 'Must have'. :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Renè,

      danke für die Fortsetzung. Es ist ja auch kein Wunder, daß der Fahrschüler so gut gelaunt ist. Mit so einer alten, schön sanierten, Funkenkutsche bimmelnd u. quietschend durch die Stadt zu fahren, hat schon was. Garantiert bleiben viele Passanten stehen, u. schauen erfreut hinterher.
      Der Führerstand des Gotha-Tw kommt mir auch seit bald 25 Jahren noch recht bekannt vor. Zumindest die unserer Reko-Zweirichter sahen sehr ähnlich aus. Auf den ersten Blick fallen mir Fahrersitz u. Handbremshebel auf, da hatten wir andere Bauarten.
      Bei den schönen Bildern sollte man auch immer daran denken, daß die Naumburger Straßenbahn in den neunziger Jahren schon stillgelegt, u. für Viele wohl auch längst abgeschrieben war.
      Heute hat man in Naumburg die seltene Gelegenheit, das besondere Flair von Straßenbahnen in kleineren Städten zu erleben, wie es sie früher sehr zahlreich gab. Mit ihren kleinen Depots, den kurvenreichen, eingleisigen Strecken mit Ausweichen usw.
      Ich muß dann immer an Stralsund, Mühlhausen u. Eisenach denken. Mühlhausen in Thüringen hat für mich bis heute den reizvollsten Kleinstadtbetrieb besessen. Mit herrlicher Außenstrecke zu den Ausflugszielen im Stadtwald, Güterverkehr bis zuletzt usw. Leider war ich zum Zeitpunkt der Stillegung erst 11 Jahre alt. Das war ein Schock für mich, kannte ich die Bahn doch von Verwandtenbesuchen.
      In dem Naumburger Lindner-Tw kann man heute noch etwas von dem Flair dieser Betriebe erahnen.

      Viele Grüße

      Holger
    • Hallo Holger,

      den Ausführungen von Dir ist nicht viel hinzuzufügen. Es ist eine Freude mit dieser Straßenbahn zu fahren und ein Besuch lohnt in jedem Fall.

      Nach dem Aperitif in Form des Vorwortes und dem Hauptgang in Form der Depotführung fehlt zum Abschluss des 3-Gänge-Menüs noch das Dessert. Während wir es beim Mittagessen in Form von leckerem Eis genossen haben, möchte ich im Forum stattdessen lieber ein paar Bilder zeigen.

      Das erste Bild zeigt nochmals den Triebwagen '17' bei der Fahrt entlang des Marienringes.



      Natürlich wurde auch Planverkehr durchgeführt. Diesen erbrachte der Triebwagen '37' mit Baujahr 1959. Die planmäßigen Fahrten konnten an diesem Tage nie ohne Fahrgäste gesichtet werden. Wir sahen sogar Fahrgäste mit Koffern, welche die Straßenbahn für die Fahrt zum Bahnhof nutzten. Eine historische Bahn mit wahrhaft echten Beförderungsaufgaben, abseits aller Touristenbahnen. Auch am Theaterplatz hieß es: 'Einsteigen bitte!'



      Zum Abschluss erfolgt meine Danksagung zuerst an das freundliche Team der 'Wilden Zicke', an meine 'kleine Zicke' (manchmal), welche mit ihrem (Zwangs-)Aufenthalt in Bad Kösen überhaupt erst dafür sorgte, dass ich diese Stätten meiner Jugend nach langer Zeit wieder besuchte ... und natürlich die Beutelratte 'Heidi', welche der Bad Kösener Spielzeugmanufaktur entfliehen konnte, nur um die 'Ille' richtig kennenzulernen. Sie hat trotz ihres leichtsinnigen Aufenthaltes im Gleisbereich die Besuche bei der Naumburger Straßenbahn schadlos überstanden. :zwink:



      Fest steht: Ein Wiedersehen mit diesem sympathischen Straßenbahnbetrieb wird es geben. Und eine Fahrt mit der Saaleschifffahrt zur Rudelsburg muss auch noch nachgeholt werden.

      Danke, dass ich einen Blick über den Tellerrand werfen durfte (was sowieso meinem Naturell entspricht) ... den Blick über den Tellerrand der Schmalspurbahnen auf eine etwas andere Schmalspurbahn. Schön, dass ich euch auf diese Reise mitnehmen konnte und vielen Dank für euer Interesse. Diese Thematik wird zu gegebener Zeit eine Fortsetzung finden. Es würde mich freuen, wenn ich ein klein wenig gute Laune verbreiten konnte.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Holger,

      bezugnehmend auf Deine Ausführungen zu den kleinen Straßenbahnbetrieben möchte ich auch berichten, dass ich als Teenager die Dessauer Straßenbahn toll fand. Ich wohnte in Leipzig und kannte nur die Tatra-Straßenbahnen von der täglichen Nutzung. Kam ich dann mal nach Dessau zum Besuch von Tante und Onkel, musste unbedingte eine Fahrt mit der Straßenbahn sein. Damals gab es nur eine Strecke vom Dessauer Hauptbahnhof nach Dessau Süd und sie wurde mit Gothaer Trieb- und Beiwagen befahren. Die Durchfahrt der Wendeschleifen quietschte wie Hölle und ebenso war es in einer Kurve nahe des Theaters, wo die dortige Gaststätte von den Einheimischen scherzhaft 'Quietscheck' genannt wurde. Nach der Wende bekam sie vom Besitzer offiziell diesen Namen und heutzutage befindet sich dort ein Italiener, welcher sein Ristorante zwar nicht mehr 'Qietscheck' nennt, wohl aber noch darauf hinweist.



      So eine Fahrt vom Hauptbahnhof nach Dessau Süd und zurück war für mich das Größte. Auch, dass man die Fahrkarten im Fahrzeug erwerben konnte, was in Leipzig auch nicht so war. Somit habe ich auch schöne Erinnerungen an einen ehemals kleinen Straßenbahnbetrieb. Schade ist nur, dass sich in heutiger Zeit kein einziger Gotha-Triebwagen mehr in Dessau befindet, sondern "nur" ein LOWA-Triebwagen. Die LOWA-Triebwagen wurden in Dessau aber 1979 ausgemustert und es verkehrten dann über 13 Jahre nur Gothaer in der Stadt. Mit diesen Triebwagen habe ich dann ab Anfang der 1980-er Jahre den Betrieb kennengelernt und 1987 erfolgte dann ja mein Umzug nach Dessau und somit zurück zu meinen anhaltinischen Wurzeln. :zwink:

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo Rolf,

      natürlich habe ich Nichts dagegen, wenn Du diesen Seitenblick wagst. :zwink: Ein Reiseführer wäre vielleicht keine schlechte Idee, aber vielleicht eher Etwas für ein eigenes Thema. Dann wäre aber auch eine gewisse Thementreue notwendig.

      Herr Plehn von der Straßenbahn Naumburg hat den Bericht auch gelesen und hofft nun zusammen mit seinem Team, dass vielleicht der ein oder andere Leser mal den Weg zur 'Wilden Zicke' findet. Dieses Ansinnen kann ich nur voll unterstützen. Die so oft vom endgültigen Aus bedrohte Straßenbahn hat es verdient, weiter ihren Aufgaben nachkommen zu können.

      Der 'Wilden Zicke', 'Ille', 'Ringbahn' ... oder wie man sie auch immer nennen möchte allzeit gut Fahrt!

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      heute bin ich wieder nach Bad Kösen gefahren, um meine zwei Damen von der Reha abzuholen. Endlich ist die Familie wieder vereint. Ich startete sehr früh am Morgen. In Kleinjena im Streckenkilometer 3,1 der Unstrutbahn senkten sich die Schranken und hielten meine freie Weiterfahrt auf. Aus Richtung Freyburg näherte sich der Triebwagen und ich nutzte die Gelegenheit für einen Schnappschuss mit dem Handy.



      Danach ging es zur Klinik und von dort zunächst zum Hauptbahnhof von Naumburg. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Hungergefühl verspürt hatte und außerdem der Koffeinspiegel verdächtig in den Keller gerauscht war, galt es nun, beim Bäcker entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bei der Ankunft am Bahnhof entschwand gerade die 'Ille' in Richtung Vogelwiese. Eine Gelegenheit für einen weiteren Schnappschuss.



      Danach konnte das Bahnhofsgebäude betreten werden und der Unterkoffeinierung wirksame Maßnahmen entgegengesetzt werden. Leider war eine intravenöse Gabe nicht möglich (würde auch blöd aussehen, wenn man beim Bäcker an der Nadel hängen würde) und so musste die Wirkung über den Umweg des Magen-Darm-Traktes abgewartet werden. Vor dem Betreten des Gebäudes fertigte ich noch eine Aufnahme und just in diesem Moment schritt eine junge Dame grazil durchs Bild und lief dann in Richtung Straßenbahn-Haltestelle. Ich entschuldigte mich bei ihr, dass ich sie ungefragt auf die Speicherkarte gebannt hätte und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu, dass sie das Bild ungeheuer beleben würde. Mein Angebot, dass Bild zu löschen und neu aufzunehmen lehnte sie daraufhin geschmeichelt ab. Freundlichkeit und ein Lächeln helfen eben ungemein bei der zwischenmenschlichen Interaktion. Ein wenig intelligenter Humor kann natürlich auch nicht schaden, auch wenn sich dabei beim Empfänger meist die Spreu vom Weizen trennt, was man aber als Sender nur dürftig beeinflussen kann. :zwink:



      Nachdem der Akku wieder voll geladen war, ging die Fahrt nach Freyburg, direkt zum Schloss Neuenburg, einer Höhenburganlage hoch über dem Unstruttal. Hierbei handelt es sich um die ehemals älteste, größte und wichtigste Burg der Landgrafen von Thüringen. Beim Wort 'Thüringen' spitzte meine Tochter sofort die Ohren, ist sie doch eine geborene 'Erfurter Puffbohne': Die Herkunft der Erfurter Puffbohne

      Es folgt ein Blick auf den Eingangsbereich der imposanten Burganlage, mit deren Bau schon im 11. Jahrhundert begonnen wurde.



      Ansicht des imposanten Bergfrieds 'Dicker Wilhelm', welcher ab Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet wurde und mit einer Höhe von 23 Metern als markante Landmarke das Unstruttal überragt. Er war als Wohn- und Wehrturm ausgeführt, wie man unter anderem an den vorhandenen Abortanlagen erkennen kann. Wenn es also damals nahe des Turmes regnete, obwohl die Sonne keiner Wolke begegnete, war es nicht zwangsläufig ein Vogelschiss, diese Erkenntnis war recht real und nicht ungewiss.



      Es folgt zum Abschluss ein Blick von der Neuenburg in das Unstruttal mit dem Bahnhof Freyburg (km 6,2), welcher 2012 als SPNV-Halt aufgelassen wurde. Der neue Haltepunkt befindet sich einige hundert Meter weiter (km 6,5) und näher zur Ortsmitte. Gerade erreicht ein Triebwagen aus Naumburg den ehemaligen Bahnhof.



      Nach diesem kurzen Abstecher in einen Baustein der thüringischen Geschichte, heutzutage im Bundesland Sachsen-Anhalt gelegen, ging die Fahrt zurück nach Wernigerode.

      Freundlichen Gruß, René ... und ein Dankeschön, dass ihr diesem Thema bisher die Treue gehalten habt. :wink:
    • Hallo Renè,

      danke, daß Du auch noch ein Foto vom Naumburger Tw 37 gezeigt hast. Den hatte ich schon vermißt. :ok:
      Das war mal der Stralsunder Tw 15, Baujahr 58 (wie ich :-D ), die letzte Neuanschaffung der Stralsunder Straßenbahn.
      Leider konnte er das Ende dort (1966) auch nicht verhindern.

      Ja, die mitteldeutsche Toskana hat schon ihre Reize:

      unstrutradweg.de/etappe-6.php

      Bis Anfang der sechziger Jahre gab es sogar Güterverkehr mit kleinen Lastkähnen u. Dieselschleppern auf der Unstrut bis zur Zuckerfabrik Artern! Man kann sich das heute kaum noch vorstellen. Allerdings waren in den siebziger Jahren noch etliche Schleusen zu sehen.
      Ich hoffe sehr, daß es möglichst schnell gelingt, die Flußschifffahrt auf der unteren Unstrut wieder in Gang zu bekommen. Die "Fröhliche Dörte" war doch inzwischen sehr bekannt, u. ein tolles Aushängeschild!

      Einen schönen Abend allen Usern,

      Holger
    • Hallo Holger,

      wenn Du mein letztes Bild der 'Ille' meinst? Es zeigt den Tw 51 (Reko, Baujahr 1973), welcher seit Juni 2016 nach 10-jähriger Abstellzeit wieder in den Planverkehr zurückgekehrt ist. Insofern ist es eher mein Baujahr, welches mit dem des gezeigten Tw übereinstimmt. :zwink:

      Rückkehr Tw 51

      Bezüglich der Schifffahrt auf der Unstrut sehe ich wohl derzeit schwarz. Wichtig ist erstmal, dass die Fähre im Blütengrund wieder in Betrieb geht. In Bad Kösen gibt es ja die Saaleschifffahrt in Richtung Rudelsburg. Mal sehen, was auf der Unstrut wird. Als Gedankengang könnte man vielleicht auch von Bad Kösen die Fahrten in Richtung Unstrut anbieten. Dafür wäre dann wohl aber noch ein Schiff notwendig. Mal schauen, was passiert.

      Freundlichen Gruß, René
    • :frech: ... ja, das stimmt. Hab ich gerade übersehen. Hatte in der letzten Nacht nur ein handvoll Stunden an Schlaf. Nach Spätdienst bis Mitternacht gleich in den frühen Morgenstunden nach Bad Kösen und zurück. Da kann sich schonmal ein Schleier vor die Augen legen. Ich sollte mal ein paar Stunden Schlaf nachholen. :zwink:

      Dann haben wir Beide in Naumburg einen Triebwagen, der unserem "Baujahr" entspricht. :klatsch:

      Freundlichen Gruß, René
    • Rolf schrieb:

      Hallo René,
      nochmal vielen Dank für Deinen schönen Bericht! Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich hier noch eine weitere dieser gemütlichen Kleinstadtstraßenbahnen zeige, nämlich die von Woltersdorf. Man könnte fast mal einen Reiseführer "urige Straßenbahnen" erstellen ;-)

      Grüße,
      Rolf
      Salü,

      Idee mit dem Reiseführer finde ich Klasse - doch wie sollte er aussehen? Würde mich bereit erklären über die Straßenbahn in Gotha mit Ihrer Waldbahn und der Kirnitzschtalbahn zu berichten. Schön das hier auch Straßenbahnigeschmalspurfans gibt.
      Euer Saarsachse
      IV K - Fan
    • Hallo,

      ich würde das entsprechende Thema vielleicht 'Album der kleinen Straßenbahnbetriebe' nennen und Jeder, der etwas dokumentarisch zu diesem Thema beizutragen hat, schreibt es auch thementreu in diesen Thread. Für konkrete Reiseberichte in Wort und Bild (keine reinen Bildberichte mit kaum Text) würde ich aber weiterhin die Ausnahme eines eigenen Themas zulassen. Der Beitrag im Album sollte dann natürlich mit einer Überschrift versehen werden, um was für einen Betrieb es sich gerade handelt. Ähnlich dem Thema 'Wiederaufbau der Weißeritztalbahn'. Hierbei handelt es sich ja auch um einen Sammelthread bzw. um ein Album. Da die Thematik 'Kleine Straßenbahnbetriebe' mit Sicherheit auf Interesse stoßen wird, aber nicht einen solchen Umfang wie beispielsweise alle Berichte zu den Harzer Schmalspurbahnen erreichen wird, dürfte eine gewisse Übersichtlichkeit gewährleistet sein.

      Weitergehende Diskussionen zu dieser Thematik würde ich mir aber in der Rubrik 'Smalltalk' erbitten, da sie mit der 'Wilden Zicke' und ihrem Umfeld im Konkreten wenig zu tun haben. Vielen Dank dafür.

      Freundlicher Gruß, René
    • Hallo,

      vom heutigen Tag bis einschließlich Samstag den 18. März werden bei der 'Wilden Zicke' am Marienring die Gleise erneuert. Die Haltestellen Theaterplatz und Vogelwiese können somit nicht bedient werden. Hier geht es zum Baustellenfahrplan:

      Gleisbauarbeiten am Marienring

      Am Sonntag, den 19. März kommt dann wieder der Triebwagen 17 aus dem Jahre 1928 im Liniendienst zum Einsatz.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      ich hatte ja beim Thema zur Lorenbahn Nordstrandischmoor geschrieben, dass ich mich zu bestimmten Themen gelegentlich zu Wort melden werde. Die Festveranstaltung zum Jubiläum der Naumburger Straßenbahn verdient definitiv einen kleinen Bericht, welchen ich gerne in zwei Kapiteln präsentieren möchte, da die Bilder an zwei Tagen entstanden sind. Im Mittelpunkt soll natürlich die Straßenbahn stehen, aber auch ein paar Blicke in die schöne Umgebung sollen nicht fehlen. Wir schreiben den 16. September 2017 und wir befinden uns in...



      Mit meiner Tochter bin ich am frühen Morgen von Wernigerode gestartet, während meine Frau aufgrund eines Seminars erst am Nachmittag als Nachzüglerin folgen konnte.

      Zuerst führte uns der Weg nach Bad Kösen, um den Schlüssel der Unterkunft in Empfang zu nehmen. Im Anschluss ging es sofort nach Naumburg, wo ich das mobile Gefährt nahe der Vogelwiese abstellte. Bis zum Theaterplatz war es nur ein kurzer Fußweg und hier trafen wir den abgestellten Triebwagen 51 mit Beiwagen 19 an.



      Weiter ging der Fußmarsch zum Festgelände am Depot, wo wir uns einen kurzen Überblick verschafften. Mit dem Triebwagen 29 fuhren wir von der Poststraße zur Wiesenstraße und unternahmen zur Zeitüberbrückung bis zur Ankunft meiner Frau eine kleine Wanderung im schönen Saaletal zum Blütengrund. Der sanften Landschaft mit den typischen Weinbergen wohnt eine beruhigende Wirkung inne.



      Am Blütengrund beobachtete meine Tochter interessiert die Fähre über die Saale, welche allein die Stömung des Flusses nutzt, um zwischen den beiden Ufern zu pendeln.



      Danach suchten wir den Biergarten des neueröffneten Restaurants auf, um uns Speisen und Getränke schmecken zu lassen und die Sonne zu genießen, bevor wir wieder zum Naumburger Hauptbahnhof zurückspazierten. Hier trafen dann gerade Triebwagen 51 mit Beiwagen 19 ein.



      Der Beiwagen musste vom Triebwagen umfahren werden, was dieses Bild möglich machte.



      Doch nun ging es zum Gleis 3 des Hauptbahnhofes, denn um 15.21 Uhr sollte der RE aus Magdeburg eintreffen, was er auch auf die Minute pünktlich tat. Große Freude, denn nun konnte das Programm als vereinigte Familie fortgesetzt werden.



      Nun fuhren wir gemeinsam zum Theaterplatz, um erstmal am Markt ein Eis zu essen. Nach dem Aussteigen aus der Bahn warteten wir aber die Rückkunft des Triebwagens von der Vogelwiese ab.



      Hier wurde der zurückgelassene Beiwagen 19 wieder angekuppelt, da es an der Vogelwiese keine Möglichkeit zur Umfahrung gibt. Das Bild machte ich aus der zweiten Reihe und belebte einfach mal mit den anwesenden Fotografen das Motiv.



      Vom Markplatz ging es dann am Marientor vorbei zum Festgelände am Depot, wo wir eine schöne Zeit verbrachten. Schließlich fuhren wir zum Abendessen zum Fischhaus an der Saale beim Kloster Pforta, bevor wir voller interessanter Eindrücke die Unterkunft in Bad Kösen aufsuchten, um den Abend um 20.15 Uhr mit dem Film 'Die Olsenbande stellt die Weichen' ausklingen zu lassen.



      Dies war mein kleiner Bericht über den Samstag. Ein zweites Kapitel wird die Ereignisse vom Sonntag zum Inhalt haben, welcher nicht minder erlebnisreich war.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      es fehlt ja noch Teil 2 der Ereignisse und nach einer erholsamen Nacht ist es auch schon Sonntagmorgen um 7.30 Uhr geworden. Ein Blick aus dem Fenster der Unterkunft zeigt die Baustelle zur Sanierung des Bahnhofs Bad Kösen.



      Kaffee und stärkendes Frühstück und dem Tag kann munter ins Auge gesehen werden. Der erste Weg führt zur Anlegestelle der Motorboote zur Rudelsburg. Hier liegt die 'Bad Kösen' an der Leine, welche im Jahr 1989 in der Werft Aken hergestellt wurde.



      Kurze Zeit später erschien dann auch das Personal und pünktlich um 10 Uhr hieß es: Leinen los! Wir waren die einzigen 3 Fahrgäste und so suchten und fanden wir achtern im Schiff unseren Platz, nämlich Cabrio ohne Dach über dem Kopf. Die Fahrt war sehr interessant. Ornitholgisch interessierte Fahrgäste kamen voll auf ihre Kosten: Komorane, Eisvögel, Mandarinenten und natürlich auch Stockenten bevölkerten das Gewässer. Dem Fahrgast mit eisenbahnthematischen Interessengebiet wurde an der Stützmauer die Vorbeifahrt eines Talent 2 des EVU Abellio Mitteldeutschland geboten.



      Stromaufwärts kam dann auch bald die Burg Saaleck in Sicht.



      An der Anlegestelle Rudelsburg wurde der Imbiss aufgesucht und zwei Pötte Kaffee geordert. Das Bootspersonal war so freundlich, die leeren Becher später wieder von Bad Kösen zur Rudelsburg zu bringen, was uns dann natürlich ermunterte, dass Personal auf eine Dosis Koffein einzuladen. Die Rückfahrt wurde also bei einem Schälchen Heeßen und schönen Ausblicken genossen, wie diese Partie am Ufer beweist.



      In Bad Kösen konnte dann noch das Motorboot 'Rudelsburg' wasserseitig begutachtet werden, welche im Jahr 1991 ebenfalls in Aken gebaut wurde, jedoch weniger Platz bietet. Als wir am Anleger festgemacht hatten, sollte sich das Schiff etwas mehr füllen. Wir verabschiedeten uns vom netten Personal und steuerten den nahegelegenen Tierpark an.



      Boah ey diese Besucher: Es ist Sonntag und da legst di nieda für ein vorgezogenes Mittagsschläfchen. Gecheckt?



      Da ist sie schon, die wilde Zicke! Da lacht man sich auf jeden Fall scheckig. Ich mag Kinderaugen, denn die sind so frei, die lachen und weinen und sind ehrlich dabei!



      Ist wohl ein seltsamer Vogel, der Autor dieser Zeilen. Etwas bunt im Geiste und so habe ich vielleicht mit dem Allfarblori mein persönliches Lieblingstier des Tierparks gefunden? 'Wie krank muss der sein, der sich heute für normal hält.' stellte schon im Jahre 1984 der Texter Heinz Rudolf Kunze ganz richtig fest. Man nehme das eigene Dasein nur nicht zu ernst.



      Nach Besuch des Tierparks erfolgte der Ortswechsel nach Naumburg. Während ich mir die Baustelle zur Verlängerung der Straßenbahn anschaute, nutzte meine Tochter die Zeit für einen Spielplatzaufenthalt.



      ... Komm folg mir zu den Feldern, wo die Wegwünschpferde stehn!



      Im Ratskeller nahmen wir dann unser Mittagessen ein, bevor es zum Festgelände am Depot ging. Hier stand ein besonderes Highlight auf dem Programm, nämlich eine Fahrt mit der Drehleiter der Feuerwehr. Erst wollte meine Tochter nicht so recht, meine Frau hat gleich abgewunken, aber dann erhoben sich mein kleiner Engel und ich in luftige Höhen. Zunächst konnten wir einen Blick auf einen Teil des Festgeländes werfen.



      In der anderen Richtung gleitet der Blick über die Dächer der Naumburger Altstadt auf die Türme des Naumburger Domes.



      Wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, begaben wir uns zur Haltestelle Postring, wo uns der IKARUS-Bus zum Ostbahnhof bringen sollte.



      Dort hatte die IG Unstrutbahn einen Informationsstand aufgebaut und für einen Imbiss war ebenfalls gesorgt. So konnten wir gut die Wartezeit bis zur Ankunft des Triebwagens der Burgenlandbahn überbrücken, um unsere kleine Rundreise weiterzuführen.



      Um die Runde zu vervollständigen, warteten wir auf die Ankunft des Triebwagens 51 mit Beiwagen 19, um wieder zum Depot zu gelangen.



      Der Triebwagen wird vom Beiwagen abgekuppelt, um an das andere Wagenende umsetzen zu können. Bei der Abfahrt sahen wir einen der Lokführer der Parkeisenbahn Vatterode. Zufälle gibt es! Ganz liebe Grüße an dieser Stelle von uns.



      Am Depot entstand dieses letzte Bild vom Triebwagen 38, denn nach Kaffee und Kuchen im Ambiente des alten Pferdebahnwagens 133 begaben wir uns (diesmal gemeinsam) zum Auto, um in teils sintflutartigen Niederschlägen nach Wernigerode zu fahren.



      Das soll es mit meiner Berichterstattung gewesen sein. Ich danke für eure Aufmerksamkeit!

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      in meiner Berichterstattung ist mir ein winziges und doch wichtiges Detail abhanden gekommen. Die Nahverkehrsfreunde Naumburg & Jena e.V. haben einen Spendenaufruf zur Aufarbeitung des Lowa-Beiwagens 1 gestartet. Dieser EB50 ist der letzte Vertreter seiner Art in Meterspur. Seine Aufarbeitung war wegen der favorisierten Fertigstellung des Lindner-Triebwagens 17 zunächst zurückgestellt worden. Vielleicht kann er ja in Zukunft die Sammlung betriebsfähiger Fahrzeuge in der Saalestadt vervollständigen und wieder zusammen mit dem Lowa-Triebwagen 29 durch Naumburg fahren. Hier der Link zum Flyer:

      Spendenaufruf EB50

      Hier macht der Lowa-Triebwagen 29 am vergangenen Samstag im Gleisbogen an der Wiesenstraße schon eine verdammt gute Figur. Es wäre doch schön, wenn sinnbildlich gesprochen auch dieser Topf einen Deckel bekommen würde.



      Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, René