Ein Jahrhundertereignis in Österreich: eine sächsische IV K auf der Bergstrecke Ybbstalbahn! [Pressemitteilung]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ein Jahrhundertereignis in Österreich: eine sächsische IV K auf der Bergstrecke Ybbstalbahn! [Pressemitteilung]

      Zum 40. Geburtstag der Österreichischen Gesellschaft für Lokalbahnen (ÖGLB) gibt es ein besonderes Geschenk unseres deutschen Partnervereins IG Preßnitztalbahn e. V.:

      Eine sächsische Schmalspurlok der Reihe IV K kommt auf drei Wochen zu Besuch zur Bergstrecke Ybbstalbahn!

      „Zuletzt“ waren Lokomotiven der bekannten sächsischen Reihe IV K im Jahr 1917 in Österreich-Ungarn (siehe unten Historisches). Schon vor mehreren Jahren wälzten Vorstandsmitglieder der ÖGLB und der IG Preßnitztalbahn e. V. den Gedanken eines Gastspiels dieser berühmten Schmalspur-Loktype auf der Bergstrecke YB, die mit ihren Trestlework-Brücken einigen leider bereits abgetragenen Strecken in Sachsen sehr ähnelt.

      Nach den erfolgreichen Probefahrten am 22. April 2017 beschloss die IG Preßnitztalbahn e. V., ihre Lok 99 1542-2 an den Wochenenden 22./23. und 29./30. Juli sowie 5./6. August 2017 in Zusammenarbeit mit der ÖGLB im Nostalgie-Planverkehr auf der Bergstrecke YB einzusetzen.

      Wir freuen uns, dass als einmaliges Ereignis diese schon lange gehegte Idee Wirklichkeit wird und laden alle Eisenbahninteressierten zu diesen Fahrten herzlich ein.

      Werner Schiendl
      Präsident der ÖGLB

      Gerald Seifert
      Stv. Vorsitzender der IG Preßnitztalbahn e. V.


      Historisches:
      Die deutsche Militär-Eisenbahn-Direktion MED 9 errichtete von Februar bis Dezember 1917 im damals ungarischen Siebenbürgen im Kaszon-Tal an der Háromszeker Lokalbahn Sepsisztergyörgy – Bereck von deren Station Kézdiszentlélek (rumänisch Sinzieni) in das 21 km entfernte Jakabfalva (rumänisch Iacobeni) bei Tirgu Secuiesc eine Militäreisenbahn zur rumänischen Front und statteten sie mit fünf Maschinen der sächsischen Reihe IV K aus.

      Die IV K 123 verblieb auf dieser Strecke und fiel Ende 1918 an Rumänien. Die sächsische Lok fuhr später auf der Waldbahn Covasna – Comandau – Nehoiasin als Nr. 3 II. Nach der Einverleibung eines Teiles von Siebenbürgen durch Ungarn wurde sie ab 12. Dezember 1940 als MÁV 495.001 auf den Linien von Marosvásárhely (Tirgu Mures) bis 1943 eingesetzt. Sie wurde vor Kriegsende nach Ungarn abgefahren und war dann im Kohlenwerk Nagybátony eingesetzt, wo sie 1965 zerlegt wurde.

      Die ehemalige Thumer Lok 139 kam von Kézdiszentlélek zur österreichischen Heeresbahn auf das von dieser betriebene serbische Schmalspurnetz Obrenovac – Lajkovac – Valjevo.

      Nachdem sie am 21. September 1918 nach Obrenovac zur Laufprobe auf 760 mm-Gleisen gesandt worden war, wurde sie am 24. Oktober nach Bosnisch-Brod evakuiert und war noch 1923 in Bosnien. Schließlich bekam sie die SHS Nr. 13015 und später die JDŽ Nr. 90-008. Ab 1933 wurde sie auf der serbischen Strecke Cuprija –Senjski Rudnik eingesetzt und 1968 verschrottet.

      Des weiteren waren die Nummern 147, 148 und 174 in Siebenbürgen im Kriegseinsatz und fielen nach 1918 an Rumänien und nach 1940 an Ungarn.

      Quelle: Lenhard, Moll, Scheffler Die sächsische IV K, EK-Verlag, Freiburg 2004, S. 256 ff.


      Zur Lokomotive:
      Geplant ist, von 22. Juli bis 6. August die Lok 99 1542-2 auf der Bergstrecke YB in Einsatz zu bringen. Diese wurde am 29. Juli 1899 unter der Fabriknummer 2384 von der Sächsischen Maschinenfabrik an die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen geliefert. Der erste Einsatz erfolgte unter der Betriebsnummer 135 auf der Strecke Cranzahl – Oberwiesenthal. Ab 1905 erfolgte der Einsatz der Lok hauptsächlich auf dem Schmalspurnetz um Mügeln (bei Oschatz). 1956 bis 1959 setzte die Deutsche Reichsbahn die Lok, mittlerweile als 99 542 bezeichnet, u. a. auf der Schmalspurbahn Nauen – Senzke – Rathenow und im Anschluss auf der Insel Rügen ein. Nach einem RAW-Aufenthalt war sie wieder überwiegend in Mügeln stationiert. Ab 1970 bekam die Lok die Nummer 99 1542-2.

      Am 22. November 1991 wurde die Lok vom Verein Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn e. V. erworben, betriebsbereit aufgearbeitet und steht seitdem für Einsätze auf der Museumsbahn Steinbach – Jöhstadt zur Verfügung.
    • Hallo, bei Minute 1:16 sieht man die gekuppelte Saugluftbremse, sieht aus wie eine Adapterverbindung...
      mit Gruß
      Rainer
      PS Vielen Dank für das Video! Ich hoffe, die zahlreichen Fotografen an der Strecke haben auch ein Ticket erworben, den Betreibern wäre es sehr zu wünschen. Eine tolle Strecke. Ich durfte sie einmal durch Vermittlung eines sehr netten Zugführers von Lunz/a.S. nach Kienberg-Gaming auf der 2095 erleben, Mitte der 80er Jahre.
      :thumbsup:
      mit Gruß aus Gernsheim

      Rainer :wink: