Bahnen in der Tolkschau (bei Schleswig)

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    • Bahnen in der Tolkschau (bei Schleswig)

      Hallo,

      hiermit möchte ich mich mal einem etwas ungewöhnlichen Thema widmen. In der Nähe von Schleswig befindet sich der Freizeitpark 'Tolkschau'. Neben üblichen Attraktionen eines Freizeitparkes findet man hier auch eine umfangreiche Sammlung an Feldbahnfahrzeugen, doch dazu später mehr. Außerdem verkehrt natürlich eine Parkeisenbahn teils im Zweizugbetrieb und es gibt eine regelspurige Museumsdampflok, mit der ich den Beitragsfaden gerne beginnen möchte.

      In der Nähe des Eingangs befindet sich die Dampflok 050 794-7 und soll an die Eisenbahn in Tolk erinnern. Der Ort Tolk verfügte tatsächlich in vergangener Zeit über einen Bahnhof der Schleswiger Kreisbahn. Er befand sich in Kilometer 12,2 des Streckenteiles von Schleswig Altstadt nach Satrup (Angeln). Diese Strecke wurde am 15. Juli 1904 eröffnet. Den Bahnhof Tolk erreichte am 11. April 1965 der letzte Personenzug und am 15. Juli 1975 der letzte Güterzug.

      Für weitere Informationen zur Schleswiger Kreisbahn: Link zu wikipedia ... und der Streckenplan (unter freier Lizenz)



      Auf einem letzten Teilstück der ehemaligen Schleswiger Kreisbahn verkehrt heutzutage übrigens die nördlichste Museumsbahn in Deutschland von Süderbrarup nach Kappeln an der Schlei.

      Die Dampflok wurde im Jahr 1941 bei Henschel gebaut und war bis 1975 bei der DB im Einsatz. Letzter Einsatzort war über mehrere Jahre das Bw Uelzen. Nach Ausmusterung konnte sie noch vor deren Rückbau über die Gleise der Kreisbahn an ihren neuen Standort gebracht werden. Das Gelände (ehemals Bundeswehr) wurde vom 1963 gegründeten Freizeitpark erworben und die Dampflok als Erinnerung an die Eisenbahnzeit in Tolk aufgestellt.

      Das erste Bild zeigt die Dampflok auf dem Gelände des Freizeitparkes. Im Hintergrund erreicht gleich ein Zug der Parkeisenbahn den Haltepunkt am Eingang und ermöglicht einen direkten Größenvergleich. Da bei unserem Besuch die Lok wohl gerade einen neuen Anstrich erhalten hatte, fehlen ihre Lokschilder.



      Auch der Führerstand der Lok kann betreten werden und so habe ich auch von dort ein Bildchen mitgebracht.



      Außerdem stehen an dieser Stelle noch zwei Bye 655-Wagen, welche eine Modellbahnaustellung beherbergen. Eine weitere größere Modellbahnaustellung befindet sich in der Nähe des Feldbahn-Museums auf dem Gelände des Freizeitparkes. Aufgrund meiner geringen Affinität gegenüber Modellbahnen sind dort aber keine Bilder entstanden.

      Im nächsten Kapitel werde ich dann mal ein paar Bilder von der Parkeisenbahn zeigen. Den Abschluss bildet ein Blick in die Feldbahnsammlung.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      nun folgt das zweite Kapitel, welches ich mit einer weiteren Aufnahme der Museumslok beginnen möchte.



      Doch nun ein paar Bilder von der Parkeisenbahn, welche eine große Runde durch den Park fährt. Die Bahn hat eine Spurweite von 600 Millimeter und verfügt über 3 Loks. Das erste Bild entstand am Haltepunkt am Parkeingang und zeigt einen abfahrbereiten Zug.



      Danach fährt der Zug durch das Dino-Tal mit unzähligen lebensgroßen und -echten Figuren von Dinosauriern und anderen urzeitlichen Tieren, bevor der Haltepunkt an der Sommerrodelbahn erreicht wird. An einer Stelle kommt sich der Rundkurs so nahe, dass man bei Zweizugbetrieb auch Zugbegegnungen erleben kann.



      Hier steht nun ein Zug abfahrbereit am Haltepunkt der Sommerrodelbahn. Wer hier aussteigt, erreicht ebenfalls die Feldbahnsammlung.



      Nun führt die Strecke am Gehege des Damwildes vorbei. An einigen Stellen im Park gibt es für Kinder die Möglichkeit, eine Vielzahl von Tieren zu beobachten, teils auch zu füttern.



      In einem weiten Bogen wird der Haltepunkt Traktorenbahn erreicht.



      Nun folgt auch der Betriebshof der Bahn, wo in diesem Fall Lok 1 vor der Werkstatt abgestellt ist.



      Auch Lok 2 pausiert hier gerade mit ihrem Wagenzug und verstärkte zu Stoßzeiten die im Planeinsatz befindliche Lok 3.



      Die Rundfahrt ist gleich geschafft und der Zug erreicht gleich den Haltepunkt am Eingang des Parkes.



      Ich wünsche viel Freude beim Betrachten der Bilder. Obwohl der Park ganz gut besucht war, konnte man kein gestresstes Personal erleben. Der Lokführer der Parkeisenbahn kam sogar am Unterwegshalt an der Sommerrodelbahn extra zu uns zum letzten Wagen und fragte, ob er Bilder von uns im Zug machen soll. Er hatte wohl vorher bemerkt, dass ich die Züge öfters mal fotografiert hatte. :zwink:

      Das letzte Kapitel wird sich dann mit der Thematik der Feldbahnsammlung beschäftigen. Es ist also wie immer: Bleibt neugierig. :wink:

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      bei der Parkeisenbahn in der Tolk-Schau handelt es sich im Übrigen um eine Bahn der Firma Gebrüder Ihle aus Bruchsal, welche nach dem 2. Weltkrieg vor allem Autoscooter baute. Aber auch Einschienenbahnen und eben einige wenige Parkeisenbahnen gehörten zum Sortiment dieses nicht mehr existenten Unternehmens. Heute findet man entsprechende Bahnen im Rasti-Land, im Hansa-Park und in der Tolk-Schau. Weiter gibt es noch einige mobile Anlagen für Volksfeste. Die Parkeisenbahnen in den 3 genannten Freizeitparks wurden in den 1970-er Jahren gebaut und sind seitdem durchgehend in Betrieb. Mit einem Alter von über 40 Jahren haben auch solche Bahnen durchaus einen historischen Wert, auch wenn sie von den meisten Bahnfreunden achtlos negiert werden. Vielleicht kann ich für die interessierten Leser noch einige Details in Erfahrung bringen.

      Die Bahn im Rasti-Land wurde im Jahr 1973 errichtet, die Bahn im Hansa-Park nahm im Jahr 1977 ihren Betrieb auf. Auf nachfolgendem Bild zum Vergleich die Ihle-Bahn aus dem Rasti-Land, welches wir im letzten Sommer besucht haben.



      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      hier folgt nun der dritte Teil über die Feldbahn. Zugegeben habe ich hier nur wenige Bilder gemacht, aber man braucht ja immer auch einen Grund für einen nächsten Besuch. Bis vor einigen Jahren war die Strecke der Parkeisenbahn deutlich länger, denn es existierte eine Verbindung zum Streckenteil der Feldbahn, welche auf einem eigenen Rundkurs mit Dampflokomotiven befahren wurde. Auf diese Weise hatte man die Möglichkeit die Parkeisenbahn und die Feldbahn auf eigenen Kursen oder aber die Parkeisenbahn auf einem großen Rundkurs fahren zu lassen. Der Rundkurs der Feldbahn wird heutzutage nicht mehr befahren, die Gleisanlagen existieren aber noch. Die Triebfahrzeuge sind in einer Halle zur Besichtigung ausgestellt, einige Loren stehen im Außenbereich.

      In einem ehemaligen Abstellbereich neben dem Streckengleis wächst langsam Gras über einige abgestellte Feldbahnfahrzeuge.



      Im Außenbereich, vor der Fahrzeughalle, sind einige Loren zur Besichtigung aufgereiht. Die Fahrzeugausstellung umfasst die zwei Dampflokomotiven der Tolk-Schau und etwa 15 Diesellokomotiven (genau habe ich nicht gezählt) hauptsächlich des Herstellers O&K. Diese Lokmotiven gehören der privaten Feldbahnsammlung von Karl-Heinz Winkenwerder.



      Während es sich bei der kleineren Dampflok 'Annie' um einen australischen Nachbau einer im Jahr 1911 in England gebauten Maschine handelt, welche 1999 nach Tolk verschifft wurde und in der Tolk-Schau ab 2002 im Einsatz war, handelt es sich bei der größeren Lok um eine echte Feldbahn-Dampflokomotive.

      Sie ist ein Fabrikat der Firma Henschel, Typ Riesa, und wurde im Jahr 1939 gebaut. Vorbesitzer war bis 1972 das Betonwerk Sievers in Lürschau. Eingesetzt wurde die Lok dort für den Sandtransport zwischen den Sandgruben und der Betonherstellung. Danach war sie 28 Jahre in der Tolk-Schau ausgestellt, bis man im Jahr 2000 mit ihrer betriebsfähigen Aufarbeitung begann. Zunächst wurde vor Ort der Dampfkessel mit neuen Rohren bestückt. Anschließend wurde bei der MaLoWa in Benndorf das Fahrwerk überholt und ausgebessert. Zum Schluss wurde in Benndorf noch die Hauptuntersuchung durchgeführt.

      Technische Daten der Lok:
      Bauart: Bt
      Fabriknummer: 24121
      Dampfdruck: 10 bar
      Gewicht: 10 t
      Wasservorrat: 800 l
      Leistung: 70 PS
      Geschwindigkeit: 20 Km/h



      Hier noch der Link zu einem Bild, welches die Lok im Einsatz bei der Feldbahn des Betonwerkes zu Beginn der 1970-er Jahre zeigt: Lok Riesa bei der Feldbahn des Betonwerkes Sievers in Lürschau

      Wie schon geschrieben ist die Feldbahnstrecke noch vorhanden, wird aber nicht mehr befahren. An der Miniaturenstadt, welche Gebäude der Schleswiger Altstadt zeigt, ist die Strecke nun in das Gehege des Damwildes integriert und so wartet am Bahnsteig nun ein einsamer Hirsch auf den nicht kommenden Zug.



      Ich hoffe dieser Bericht über die Bahnen in der Tolk-Schau ist auf euer Interesse gestoßen. Bei einem nächsten Besuch werde ich mich dann auf mehr der Feldbahnsammlung widmen, um noch einige Bilder zeigen zu können.

      Freundlichen Gruß, René
    • Hallo,

      ich möchte an dieser Stelle noch eine weitere Parkbahn im holsteinischen Dithmarschen vorstellen, um für wenige Informationen kein weiteres Thema eröffnen zu müssen. Sie befand sich in Oesterwurth bei Wesselburen.

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      Sie saßen an einem Winterabend beim Grog zusammen, diskutierten über die Trostlosigkeit in ihrem Landstrich. Dann kam Helmut Gravert und anderen Landwirten die Idee, einen Freizeitpark für Touristen aufzubauen, welcher in der Saison am 06. Juli 1989 eröffnet werden konnte.

      Besonders für junge Familien war der Park eine besondere Adresse. Denn hier ging es nicht wie in den großen Action-Parks um höher, schneller, weiter. Hier konnten die Kleinen vieles selbst anpacken und entdecken. Der Tag im Erlebnispark begann in der kleinen Bimmelbahn, die einmal rund um das sieben Hektar große Gelände fuhr. Durch Felder und Wiesen ging es vorbei an kleinen Figurengruppen, einer Burganlage und Märchengestalten. Während der Fahrt konnten sich die Kinder überlegen, ob sie eine Runde auf dem Pony reiten, auf dem Teich Tret- oder Elektroboot fahren oder lieber eine der Hüpfburgen stürmen wollten. Natürlich waren auch viele Tiere zu bestaunen - weit mehr als 30 meist heimische Rassen lebten im Park. Von Schweinen, Ponys, Eseln, Zwergzebu, bis zu Pfauen, Fasanen und Puten reichte die Vielfalt. Viele von ihnen waren sehr zutraulich und ließen sich füttern und streicheln.

      "Ein Stück heile Welt", meinte Ute Gravert, deren Familie es auch darum ging, dass die Menschen aus der Großstadt etwas über die Landwirtschaft erfahren konnten. Dies lag auch ihrem inzwischen verstorbenen Mann am Herzen, der mit seinem Mut ein ungewöhnliches Urlaubsparadies schuf. Mit Ablauf der Saison wurde der 'Land & Leute'-Erlebnispark im Herbst des Jahres 2012 geschlossen.

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      Hier drei Bilder aus dem Jahr 2011 von der dortigen farbenfrohen Parkbahn, welche vor allem die Kleinsten begeistern konnte, fuhr sie doch eine relativ lange Strecke um den Park herum, über Felder, Wiesen und an Tiergehegen vorbei.

      Das erste Bild entstand direkt am Bahnsteig in der Nähe des Parkeinganges mit dem auf Fahrgäste wartenden Zug.



      Nun ist der Zug gut gefüllt und erfreut die Gäste des Parkes bei seiner Rundfahrt, welche etwa 15 Minuten dauerte.



      Durch die Felder fährt der Zug in der Weite der dithmarscher Marschenlandschaft.



      Auch wenn eine solche Bahn den "normalen" Schmalspurfreund und -puristen vielleicht mit Grausen erfüllen mag, so war sie doch ein Puzzleteil, gerade bei kleineren Kindern eine positive Prägung gegenüber der Eisenbahn zu erzeugen. Diese Aufgabe, welche auch solche Bahnen erfüllen, sollte man nie unterschätzen, denn vielleicht sitzt gerade in einem solchen Zug der künftige Nachwuchs manch eines Museumsbahn-Vereins.

      Freundlichen Gruß, René