Frage an die Wagenexperten zu einem kleinen Weyer-Personenwagen...

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    • Frage an die Wagenexperten zu einem kleinen Weyer-Personenwagen...

      Hallo zusammen,

      in Zusammenhang mit meinem Bericht über die Spessartbahn bin ich auf deren Personenwagen aufmerksam geworden.
      Hier sind Abbildungen der Wagen bei DSO zu sehen:
      drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,8027321

      Früher kannte ich nur ein paar wenige sehr schlechte Aufnahmen und nahm an, dass es sich hier um ähnliche Wagen wie bei der ebenfalls 900 mm spurigen Borkumer Kleinbahn handeln sollte.

      Die recht guten Aufnahmen bei DSO zeigten aber, dass es viele Unterschiede gibt:

      1. Es sind 2-achser mit drei Fenstergruppen - auf anderen Kleinbahnen gibt es dagegen entweder 4-achser mit 3 Fenstergruppen oder 2-achser mit 2 Fenstergruppen.
      2. Die Form der Endbühnen ist anders.
      3. Die Wagenkästen scheinen sehr schmal zu sein: Auf dem einen Bild steht die Tür offen - man sieht, dass sie beinahe 1/3 der Kastenbreite einnimmt. Wie breit sind solche Türen - 60 cm? Man liest auch dass das Profil nur Loks bis zu einer Breite von 2 m zuließ. Dieses Maß muss dann wohl auch für die Wagen gelten. Damit sollte der Wagenkasten 2 m breit oder noch etwas schmäler gewesen sein.
      Gab es diese Weyer Wagenbauart eventuell auch bei anderen Bahnen? Existieren eventuell irgendwo noch Pläne?

      Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.


      Viele Grüße

      Matthias
      5904

    • Hallo Saarsachse,

      vielen Dank für den Hinweis!

      Wenn Du die Wagen meinst von denen der Verein in Magdeburgerforth zwei Wagenkästen geborgen hat - an diese hatte ich auch schon gedacht:
      Aber: sie haben auch die "übliche" Fensterteilung von 2 Gruppen à drei Fenster. Ich suche nach einem 2-Achser mit 3 Gruppen à 3 schmäleren Fenstern - so wie auf der verlinkten Abbildung.

      Viele Grüße, Matthias
      5904

    • Hallo Saarsachse,

      ganz herzlichen Dank an Dich und natürlich auch an Ludger K. für die Genehmigung die Zeichnungen hier zu veröffentlichen. Der dritte Wagen hat tatsächlich von der Fensterteilung her schon mal große Ähnlichkeit mit dem Gesuchten. Nur die Dachform ist anders, der Spessartbahnwagen hatte Flachdach mit Oberlicht. Aber es gibt ja einige erhaltene Weyerwagen mit Oberlicht. Vielleicht kann man das dann irgendwie passend miteinander kombinieren. Die Firma wird das vielleicht auch so gemacht haben und nicht bei jedem Wagen jedes Detail neu gezeichnet und neu erfunden haben.

      Gibt es vielleicht noch irgendwelche Infos bezüglich der Wagenkastenbreite?


      Viele Grüße,

      Matthias
      5904

    • Moinsen,

      also die 4x Weyerwagen von Jerichow - später Rügen - haben eine Wagenkastenbreite von 1900 mm ( gemäß Zeichnung aus "Das große Buch der RüKB" ). Da könnte man schon davon ausgehen das die 2x auch diese Breite besitzen, aber das ist nur eine Vermutung - laut Schmalspurbahnarchiv wird diese Breite bestätigt!.
      Desweiteren besitzt der 970-812 auf Rügen eine ähnliche Dachform. Wenn man die Bilder betrachtet und die 750mm mit den 900 mm Wagen vergleicht, würde ich schon auf Grund der Position der Räder vermuten, das es die gleichen Wagenkästen sind. Leider kann ich dazu nun nicht mehr beitragen, da ich alle Quellen, die ich besitze ausgereizt habe. Hoffe ich konnte bissel helfen.

      MfG
      Der Saarsachse
      IVK - Fan
    • Hallo Saarsachse,

      das sind mehr Infos als ich in der kurzen Zeit zu Hoffen gewagt hatte!!! :thumbup:

      Also: die Wagenkastenbreite von 1900 mm ist auch für die Spessartbahn sehr wahrscheinlich. Ich hätte zumindest stark angenommen, dass es nicht mehr als 2 m sein dürften. Hierfür gab es zwei Gründe:
      1. Auf einem Bild steht die Plattformtür, die exat mittig war, offen. Man sieht, dass das noch rausschauende Wandteil recht schmal ist - meine Vermutung wäre also eine Teilung von Wand + Tür + Wand irgendwo in der Größenordnung von 700+600+700 - oder halt auch 650+600+650 gewesen - mit der Annahme, die Tür sei ca 600 mm breit.
      2. Der zweite Grund für eine Breite unter 2 m ist der Hinweis, dass die beschafften Hagans Maschinen aufgrund des Streckenprofils nicht breiter als 2 m sein durften.

      • Fazit: 1900 mm würde zumindest dem nicht widersprechen und gut ins Bild passen.


      Nochmals ganz vielen Dank und viele Grüße,

      Matthias
      5904

    • Moinsen....

      vielleicht gibt es ja einen Sensationsfund - müßte es nicht von Weyer bzw. Düsseldorfer Eisenbahnbedarf ein Firmenarchiv geben?
      Wenn Du willst werde ich das nächste Mal, wenn ich auf Rügen bin ein paar Fotos vom 812 machen. Hier schon mal ein etwas verunglücktes... Dir viel Erfolg bei Deinen weiteren Forschungen, vielleicht kann man ja auch mal was gemeinsam unternehmen!

      Liebe Grüße
      Der Saarsachse
      IVK - Fan
    • Super Foto! Ich habe es mal gegen das Werkfoto des Spessartbahn Wagens gelegt. Da sind schon viele Übereinstimmungen - der Wagen ist nur etwas länger. Wenn man sich dann die Zeichnung des dritten Wagens anschaut und dann mit diesem Wagen kombiniert, ist man schon ganz dicht am gesuchten.

      Gerne können wir auch mal was gemeinsam unternehmen in Sachen Schmalspurbahn.

      An einen Sensationsfund glaube ich nicht so - es wurden ja alle Originale angeblich verbrannt, wie man in der wenigen Literatur zur Bahn lesen kann. Ob es ein Weyer Archiv gibt und wie man da ran käme weiß ich nicht, ist aber auch ein interessanter Hinweis, dem ich nachgehen werde.

      Bei meinen früheren Recherchen bin ich mal auf eine Weyer Webseite gestoßen, wo auch es ein paar wenige Infos über die Wagen gab. Wenn ich sie wieder finde, kann ich ja dort mal mit der Suche nach einem Archiv anfangen.


      Meine Idee wäre dann mal ein Modell zu bauen - evtl in 1:22,5 - H0 ist mir glaube ich zu fitzelig. Eventuell Pappe und/oder Polystyrol - ich habe da ehrlich gesagt auch keinerlei Erfahrung im Fahrzeug-Modellbau. Aber Fahrzeuge dieser Bahn würden mich schon reizen wegen des lokalen Bezuges und weil es sonst überhaupt nichts mehr davon gibt. Ein Mini-Denkmal sozusagen ...



      Viele Grüße, Matthias
      5904

    • Hallo Saarsachse,
      wo ist denn Dein Foto des ex KJ I-Wagens verunglückt? Diese informative Seitentotale ist doch bestens. Wenn nur alle Bilder die im Forum gezeigt werden so gut wären.



      Verunglückt aber ist den Restauratoren des Fahrzeuges die Farbgebung. Die hölzernen Fensterrahmen wurden bei der DR in der ersten Zeit nach der „Eingemeindung“ derPrivatbahnen in Rotbraun lackiert. Später ging man dazu über - wie auf dem Bild zu sehen ist - sie im Grünton der Seitenwände zu streichen. Auf einem anderen meiner Kieper-Dias hat einer dieser Wagen einensenkrecht verbretterten Wagenkasten!

      ...und Hallo MatthiasL,
      man kann durchaus davon ausgehen, daß die Firma Weyer - genau wie andere Hersteller - die bereits vorhandenen Wagenkonstruktionen lediglich in Details den Wünschen der Kundenanpasste. So z.B. die Fensterform, die Dachgestaltung oder die Drehgestelle. Die Rahmen blieben unverändert. Das forderte den kargen Etat der kleinen Eisenbahngesellschaften nicht so stark.

      Mit freundlichem Gruß,
      Karwi
    • Hallo Karwi,

      danke für das weitere Bild und die Infos! Damit wäre das ein weiterer Hinweis, dass man die Grundrundmaße wohl übernehmen könnte. Noch eine Frage: Ich kanns auf dem Bild nicht wirklich erkennen, ist die Tür auf der Plattform mittig angebracht oder seitlich versetzt?
      Bei der Spessartbahn waren sich genau in der Mitte. Wie standen denn eigentlich die Bänke in den Weyer Wagen? Aufgrund des schmalen Wagenkastens würde ich Längsbänke vermuten.

      Viele Grüße, Matthias
      5904

    • Huhu,...

      so es geht weiter - das Foto von mir ist nicht perfekt, weil rechts der Wagen nicht richtig drauf ist ( normal achte ich auf solche Details
      wie z.B. Bäume, Laternen usw. komplett auf das Bild zu bekommen ).


      Also gemäß der Zeichnung ( aus Das große Buch der RüKB) und siehe auch anhäniges Foto sind beim 970-812:

      1. die Bänke in Längstrichtung angeordnet
      2. die Türen mittig.

      Hoffe etwas geholfen zu haben.
      Euer Saarsachse

      IVK - Fan
    • Ein Weyer-Archiv zu finden dürfte nahezu unmöglich sein

      Hallo,

      die Düsseldorfer Firma Weyer bzw. ihr Nachfolger mit den Werken in Düsseldorf-Oberbilk und Düsseldorf-Reisholz fusionierte in den 1920er Jahren mit der Hagener Waggonbaufabrik Killing & Sohn, der Waggonfabrik Gastell in Mainz-Mombach und der Fa. van der Zypen & Charlier in Köln-Deutz als Hauptwerk zu den Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken, kurz Westwaggon genannt.

      Westwaggon wiederum wurde in den 1950er Jahren vom Kölner Klöckner - Humboldt - Deutz-Konzern (KHD) aufgekauft.

      Daraufhin wurde der Lokbau vom KHD-Werk in Köln-Kalk (ex Lok- und Maschinenfabrik Humboldt) in die größeren Westwaggon-Hallen nach Köln-Deutz verlegt und der Waggonbau im Werk Mainz-Mombach eingestellt und das dortige Werk auf die Fertigung von Omnibussen umgestellt.
      Als KHD den Lokbau um 1969/70 einstellte und den Bereich Lokbau ( Zeichnungen, Rechte, Ersatzteillisten usw.) an Henschel veräußerte, landete ein Teil des KHD-Nachlass im KHD-Werksarchiv, heute Deutz-Archiv- welches später wiederum teilweise im Rheinischen Wirtschaftsarchiv an der IHK Köln gelandet ist.



      Wenn das Weyer - Archiv noch existieren sollte, müssten m.E. folgende Ereignisse eingetreten sein:

      1) Sämtliche Weyer-Unterlagen sind bei Schließung der Düsseldorfer Werke zum Westwaggon-Stammwerk nach Köln-Deutz gelangt (ehem. van der Zypen & Charlier)

      2) Das Westwaggon-Archiv mit möglichen Weyer-Unterlagen hat den 2. Weltkrieg überstanden.

      3) Das komplette Westwaggon-Archiv ist bei Übernahme von Westwaggon durch KHD mitsamt möglicher Weyer-Unterlagen übernommen worden.

      4) Bei Aufgabe des Lokbaus bei KHD gelangten mögliche Weyer-Unterlagen ins KHD-Archiv oder nach Henschel in Kassel

      5) Mögliche Weyer-Unterlagen liegen heute "versteckt" bei:

      a) Rheinisches Wirtschaftsarchiv Köln im Fundus KHD

      b) Bombardier-Werk Kassel

      c) Henschel-Archiv und Museum in Kassel

      d) Deutz-Archiv im Deutz-Werk in Köln-Porz

      e) im Keller bei irgendwelchen Eisenbahnfreunden

      f) wurden im Rahmen der verschiedenen Übernahmen längst entsorgt.


      Ich will das Unmögliche nicht ausschließen, aber aufgrund meiner langjährigen Rechersche-Erfahrungen ist vmtl. f) die richtige Antwort. :sorry:


      Wo wir einmal dabei sind - ich suche noch vollständige Lieferlisten folgender Firmen:(Da bin ich weis Gott nicht der einzige)

      a) Schwartzkopff, Wildau bei Berlin

      b) Lokomotivbau Karl-Marx (LKM), Potsdam-Babelsberg

      c) Lokbau und Maschinenfabrik Gustav Trelenberg, Breslau

      d) Waggonfabrik Gebr. Herbrand, Köln-Ehrenfeld

      e) Waggonfabrik Steinfurth, Königsberg



      So sucht jeder seine Nadeln im Heuhaufen......................... :gruebel:

      Grüße

      railfox
      Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden!