Und wieder die Darßbahn

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    • Hallo Holger,

      da werden erstmal die Motorsägen kreischen, denn auch die noch vorhandene Strecke ist völlig zugewachsen.
      Es gab vor zwei Jahren mal die Idee der UBB, die Trasse entlang der Stadt Barth bis zur Barthebrücke, die keine Kunstbauten erfordert, als erstes zu aktivieren und einen Haltepunkt an der Barther Siedlung, weit vor den aufwändigen Bauarbeiten an den Brücken, schon im Personenverkehr zu bedienen.
      Das wäre ein kleiner Anfang und ein Fingerzeig in die richtige Richtung.

      Na warten wir es ab. Jörgen Boße ist so leicht nicht unterzukriegen.
      Das Hauptproblem, die Meiningenbrücke, wäre damit aber noch lange nicht bewältigt.


      Viele Glück der Darssbahn


      Dampfachim
    • Bilder Meiningenbrücke

      Hallo zusammen,

      erst mal persönlich finde ich die Idee der Wiedergeburt der Darßbahn gut. Leider habe ich etwas Angst über den Fortbestand der Meinigenbrücke. Ich finde, man sollte diese schöne und einzigartige Brücke für die Nachwelt erhalten.

      Anbei mal ein paar Bilder von der Brücke vom 12.02. diesen Jahres:









      Wir werden uns überraschen lassen (müssen)...

      :wink: Wieland
    • Der Spagat zwischen alter Brücke und neuer Strecke muß schon gewagt werden.
      Wer soll denn die alte Brücke bezahlen wenn sie Museum wird?
      Ein Verkehr wie Früher kombiniert Straße und Schiene scheidet ja wohl mit Sicherheit aus.
      Auch ich finde es gut das der Wiederaufbau der Bahnstrecke angedacht ist.

      Wieland,
      wie wird das bei Euch in Magdeburg mit der alten Hubbrücke gehandhabt.
      Vielleicht kannst du ja mal mit Bildern zu dieser Hubbrücke mit Eisenbahn und Straßenverkehr von einst und jetzt beitragen.
      Das würde bestimmt nicht nur mich interessieren.



      Für Nichtkenner: die alte Hubbrücke ist die angehobene über dem Domdach.


      Beste Grüße Reiner
    • Hallo Wieland,

      vielen Dank für die herrlichen Aufnahmen der Meiningenbrücke.
      Auch ich würde es am liebsten sehen, wenn diese Konstruktion erhalten bleiben könnte.
      Es ist mir unvorstellbar, warum es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelang, daneben eine feste Straßenbrücke zu errichten.
      Aber auch so eine Kombilösung halte ich für denkbar:

      img.fotocommunity.com/photos/4508667.jpg

      Und dann ist ja noch die Kloerbrücke ...

      Viele Grüße,

      Holger
    • Zitat: "Wieland,
      wie wird das bei Euch in Magdeburg mit der alten Hubbrücke gehandhabt.
      Vielleicht kannst du ja mal mit Bildern zu dieser Hubbrücke mit Eisenbahn und Straßenverkehr von einst und jetzt beitragen.
      Das würde bestimmt nicht nur mich interessieren."

      Hallo Reiner,

      gerne kann ich mal Bilder hier einstellen von unserer alten Hubbrücke. Muss aber erst ein paar dazu raussuchen.

      Was mal aus dieser werden soll, da streiten sich auch die Götter, hoffen wir aber, dass sie erhalten bleibt. Ein Zug wird auf alle Fälle nicht mehr darüber fahren.

      :wink: Wieland

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wieland Schulze ()

    • Hallo André,

      nein, Du täuscht Dich nicht.
      Das ist eine schwimmende Pontonbrücke, die Anfang der 80er aus vorgefertigtem Pioniermaterial durch die NVA gebaut wurde. Dieses Provisorium hält bis heute.
      Wegen Eisgang wird diese Brücke im Winter jeweils ausgeschwommen.
      Dann läuft der Straßenverkehr ausschließlich über die Meiningenbrücke im einspurigen Wechselverkehr mit Ampelregelung.

      Zu den Brückenöffnungszeiten muß die Pontonbrücke jedes Mal ausgeschwommen werden. Die Pontons werden dann an den drei Pollern, die hinter der Pontonbrücke am Schilfgürtel sichtbar sind, angelegt.
      Das Ausschwimmen geschieht mittels elektrischer Seilzugwinden und ist entsprechend aufwändig.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Danke, Achim, für die Erläuterung.
      Werde ich mir im Sommerurlaub mal ansehen.
      Da geht es mit der Familie an den Darß.
      War vor der Wende als Kind das letzte mal dort.
      Ich drücke die Daumen für die Darßbahn.
      War schon von der UBB letztes Jahr begeistert.
    • Hallo Andrè,

      da muß ich Dir Recht geben; was die UBB an Nahverkehr + dem Drumherum (Bahnhöfe) den Urlaubern u. Einheimischen anbietet, ist schon beeindruckend.
      Es wird immer gern von der Notwendigkeit gequatscht, einen modernen u. attraktiven Nahverkehr anbieten zu müssen. Doch leider sind solche positiven Beispiele hierzulande immer noch dünn gesät. Und da, wo sich ein zartes Pflänzchen entwickelt (Döllnitzbahn), soll es von kurzsichtigen, zu kreativen Lösungen unfähigen Bürokraten zertrampelt werden.

      Viele Grüße,

      Holger
    • Meiningenbrücke

      Hallo Freunde der Darßbahn,

      anbei ein Foto der Meiningenbrücke von der Boddenseite, aufgenommen am vergangenen, verregneten Donnerstag von Bord der "River-Star" aus Prerow. Lt. der Info des Kapitäns unterwegs soll die Meiningenbrücke bis 2013 einem Neubau weichen, was ich sehr, sehr schade fände...

      Warum reaktiviert man Sie nicht für die neue Darßbahn und baut daneben eine neue Straßenbrücke, anstelle der derzeitigen Behelfsbrücke?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Postmeister ()

    • Wirklich interessant hier bei Euch. Zur Frage, warum man bei einem Neubau die alte Meiningen-brücke nicht erhalten kann, bietet sich ein Blick in Google Earth oder äquivalent an. Die topografischen Verhältnisse, also die geschütteten Dämme für die Streckenführung bieten wenig bis gar keinen Spielraum, schon erst recht keinen finanziellen. Apropos: Die eigentliche, freitragende Kloerbrücke über die Ausläufer des Bodstedter Bodens misst nur 130 m, aber das Gesamtbauwerk auf Stelzen stehend misst 700 m. Nicht zu vergessen, die Grundstücksrückerwerbe und finanzielle Aufwendungen für die Einigung mit Streckenanrainern.
      Grüße, der Ostseestern

      Justitia in suo cuique tribuendo cernitur
    • Hallo an alle Fans der Darßbahn,

      es wird höchste Zeit!

      Euer Osterspaziergang sollte noch einmal der Meiningenbrücke gewidmet sein.
      Die Tage dieser schönen Brücke sind gezählt. Ich hatte es ja schon mehrfach geschrieben. Die Brücke ist nach heutigen Vorstellungen ungeeignet, Straße und Eisenbahn aufzunehmen.
      Im Moment wird an Stelle der einstigen Behelfs-Pontonbrücke eine feste Behelfsbrücke für den Straßenverkehr errichtet.
      Sie soll vsl. noch im April ( schon zu den Osterfeiertagen? ) dem Verkehr übergeben werden.
      Dann wird die Meiningenbrücke entbehrlich und abgetragen.

      Derzeit wird sogar bei DSO eifrig über die Zukunft dieser Strecke diskutiert:

      drehscheibe-foren.de/foren/rea…32752,5832752#msg-5832752


      Ich habe mich am 17. März 2012 noch einmal auf den Weg nach Bresewitz bzw. Timmort gemacht, um die alte und neue Brücke einmal in Augenschein zu nehmen und ich war nicht der einzige Besucher dort.




      Gesamtüberblick über die nördlichen Felder der Meiningenbrücke. Das drehbare Teil wird seit den 80er Jahren von der "Gartenlaube" auf dem Drehteil gesteuert. Zuvor war seitlich ein Schwalbennest vorhanden. Ursprünglich ist aber tatsächlich die Steuerung von einem Häuschen an Stelle der heutigen "Gartenlaube" bildlich belegt.



      Der Klassiker ist natürlich der Anblick von Norden.



      Der flachere Ufer- und Schilfsaum des Meiningenstroms wird von insgesamt 13 flacheren und kürzeren Fachwerksträgern überspannt. Auf der Ostseite baute man Anfang der 80er Jahre, während der letzten größeren Sanierung der Brücke, einen Fahrrad- und Fußweg an. Die ursprüngliche Fahrbahn, die einst auch das Gleis aufnahm, wurde mit trogartigen Fahrspuren ausgelegt, so daß die gesamte Fahrbahn heute deutlich höher liegt.



      Wo das Wasser tiefer und breiter wird, reichten die kurzen Überbauten mit ihren vielen Pfleilern nicht mehr aus, so daß sich ein einzelnes hohes Teil bis zum Drehteil schwingt. Zwischen den Ampelphasen bleibt immer etwas Zeit, einmal auf die Fahrbahn zu wechseln.









      Die Nietkonstruktion des unsymmetrischen Drehteils lädt geradezu zum Studien ein. Der südliche Flügel dieses Brückenteils ist deutlich länger, was auf Bild 1 auch gut zu erkennen ist.



      Nebenan entsteht die neue Behelfsbrücke. Der Überbau lagert einstweilen noch auf Holzklötzern. Sicher wird er auch nicht in dieser Neigung liegen bleiben. Die Bauweise erinnert mich an die Behelfsbrücken aus Kriegszeiten, mit denen ab 1947 auch der Rügendamm ausgestattet wurde.



      Für den Schiffsverkehr hat man an der Nordseite ein kurzes Klappbrückenteil eingebaut und ein Brückenwärterhäuschen in Containerbauweise aufgestellt.


      Der Abriss der Meiningenbrücke wird einer neuen Brücke mit Straße und Gleisbett Platz machen. Sicher orientiert man sich an der neuen Klappbrücke in Wolgast. Bleibt zu hoffen, daß das Projekt auch nach den neuesten Sparmaßnahmen in Mecklenburg-Vorpommerns Nahverkehr Bestand haben wird, damit dereinst wieder Züge über den Meiningenstrom rollen können..



      Beobachten wir also die Bauarbeiten am Meiningenstrom auch in der Zukunft genau so interessiert, wie der Fotograf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1910. ( oder schon 1909? )



      Wenn der Brückenbau geschafft ist, kann der Bautrupp wieder am Bahnhof Tannenheim anrücken, wie auf dieser Aufnahme von 1910.


      Alle Fotos: Achim Rickelt, bzw. Sammlung Achim Rickelt




      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo Freunde der Darßbahn,

      sehr ärgerlich ist heutzutage vor allem dieses ständige Hin u. Her. Von öffentlich bekundeten, hochtrabenden Plänen bis zum völligen Verzicht vergehen manchmal nur wenige Wochen.
      Eine solche, immer nur kurzfristig auf Veränderungen der momentanen Kassenlage ausgerichtete Politik, hinterläßt sehr viel Unsicherheit u. Frust, u. zeugt von wenig Weitsicht u. Vertrauen in die Zukunft.
      Scheinbar hat man in Schwerin auch noch nicht erkannt, daß in großstädtischen Ballungsräumen wie Berlin u. Hamburg eine Klientel heranwächst, die ihre Reiseziele wieder verstärkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und (oder) dem Fahrrad ansteuert.
      Ja, ein zunehmender Anteil der Haushalte in den Ballungsräumen verfügt über kein eigenes Auto mehr. (In Berlin nicht mal mehr jeder zweite)
      Da die Küstenregion zunehmend beliebt auch für Kurz- u. Wochenendreisen ist, wird die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln immer wichtiger werden. Schlecht erreichbare Regionen werden in der Entwicklung deutlich zurückfallen, u. ganz andere Kosten verursachen.
      Mögen die Verantwortlichen Standfestigkeit u. Weitsicht zeigen!

      Viele Grüße,

      Holger