Die Vision 2012 der Waldeisenbahn Muskau wird Wirklichkeit!

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    • Hallo,

      ich muss mich HHw´s Meinung anschließen. Nur weil noch immer viel zu viele Menschen denken wie "Kleines" und sich von Politik und Wirtschaft einlullen lassen, ist es so schwer eine Wende in der Energiepolitik herbeizuführen. Für unsere Privathaushalte und auch für den Bäcker an der Ecke wird nur der kleinste Teil der Energie bereitgestellt. Der Hauptanteil wird von der Wirtschaft vergeudet, die Dinge herstellt, die kein Mensch braucht oder die alsbald kaputt gehen (weil sie so konstruiert sind) und durch neue ersetzt werden müssen.

      Natürlich war die (Braun-)Kohle früher ein wichtiger und unverzichtbarer Energieträger, aber es gibt mehr und mehr Alternativen, die aber auf Grund von Lobby-Interessen ganz bewusst ausgebremst werden. Heute halte ich es einfach für eine Zumutung, dass Menschen immer noch durch Tagebaue ihre Heimat verlieren. Denken wir also um, wir leben nicht mehr im Jahr 1950!

      Viele Grüße
      Matthias
    • Hallo Leute,

      bevor das hier jetzt noch weiter ausartet muss ich mal darum bitten das ganze hier nicht ganz so ausarten zu lassen. Das ist ein durchaus sehr schwieriges Thema über das man sich an geeigneter Stelle richtig auslassen kann, aber bitte nicht hier in Bezug und auf dem Rücken der Waldeisenbahn Muskau. Wir können auch nichts daran ändern wie alles nun mal so ist und müssen mit den Entscheidungen anderer leben.

      Für mich persönlich ist es natürlich grade etwas schwer was dazu zu schreiben, weil ich als mehr oder weniger offizieller Vertreter der WEM hier grade wegen unserer aktuellen Verbindung zu Vattenfall doch eher zu Neutralität verpflichtet bin. Doch da ich ja auch 160 km von der WEM entfernt wohne habe ich auf viele Sachen einen etwas anderen Blick als die betroffenen auf beiden Seiten vor Ort.
      Zum einen muss ich mal anmerken das die WEM zwar durchaus in den Braunkohle Abbau und deren Transport eingebunden war, aber mit den immensen Ausmaßen der jetzigen Großtagebaue und deren Folgelandschaft hatte sie nie was zutun. Die Grube Frieden war gegen den Tagebau Nochten nur ein kleines Baggerloch. Und Veränderungen am Streckennetz durch aktive Tagebaue hatte die WEM auch nie zu verkraften. Erst Anfang der 90iger wurde dass das erste mal in Verbindung gebracht, als der Tagebau Nochten das Gebiet um den ehemaligen Bahnhof Tiergarten Ost und die Strecke nach Tschelln überbaggert hat. Das eine bestehende WEM Strecke wegen einem Tagebau abgebaut werden musste war erst jetzt mit der Strecke zur Tongrube Mühlrose das erste mal der Fall.

      Wie gesagt kann ich mir die ganzen Diskussionen über für und wieder der Braunkohle dort als außenstehender betrachten. Dabei fällt aber ganz klar auf das diejenigen die das ganze befürworten die sind deren Eigentum in keinster weiser bedroht ist und denen nicht die Zwangsumsiedlung droht. Auch werden aus dieser Richtung diejenigen die betroffen sind und sich dagegen wehren als verrückte Spinner und ähnliches abgestempelt. Dabei bleibt aber ganz deutlich zu betrachten das die Braunkohle in der Lausitz auf dem sterbenden Ast ist und das ist dort auch allen klar. Von daher kämpfen nun auch die Braunkohlebefürworter immer unerbittlicher weil sie wissen das ihre Zeit abgelaufen ist und sie versuchen das immer weiter raus zu zögern. Aus Stromtechnischer Sicht gibt es heute genug Alternativen. Dass ein Ausstieg aus der Braunkohle die Lausitz erst mal schwer treffen würde bin ich mir nicht wirklich sicher. Zum einen geht die Mitarbeiter Zahl in der Braunkohle schon seit langem immer weiter zurück und zum anderen bekommen die betroffenen Kommunen schon jetzt kaum noch Finanzmittel von Vattenfall, da der Konzern es durch Steuervergünstigungen im Zusammenhang mit dem Atomausstieg entweder nicht mehr zahlen muss oder aber die jährlichen Großspenden massivst zurück gefahren wurden und trotzdem wird immer weiter abgebaggert. Und wie viel die örtliche Bevölkerung überhaupt noch abbekommt wenn das ganze Braunkohlegeschäft erst mal verkauft ist bleibt abzuwarten.
      Das die Mitarbeiter von Vattenfall Panik beim Wort Kohleausstieg bekommen kann ich durchaus verstehen, nur brauchen sie dafür nicht die betroffene Bevölkerung oder diejenigen die auf erneuerbare Energien setzen verantwortlich machen, sondern diejenigen in den jeweiligen Regierungen und Vorständen die sich in den 25 Jahren seit der Wende auf der Braunkohle ausgeruht haben und nichts dafür getan haben das sich andere Großindustrie bzw. Arbeitgeber dort angesiedelt haben.

      So das nur mal als mein ganz persönlicher Standpunkt zu dem Thema.

      Viele Grüße
      Felix
    • Hallo Felix,

      ich möchte mich für Deine Sätze bedanken.
      Ich meine, Du triffst da eine Sprache, die eine vielseitige Wahrnehmung und Abwägung von Standpunkten und Meinungen, gepaart mit eigenem Denken in eine Aussage setzt, die wohl geeignet ist, einseitige Betrachtungen zu entlarven.

      Ich würde es wohl ähnlich ausdrücken. Und unabhängig von allen Anforderungen in Zukunft - welche für eine Entscheidung ganz eindeutig eine wenig emotionale Betrachtung anraten lassen - schwanke ich bei einer Besichtigung von arbeitenden Tagebauen und der ganzen Großindustrie im Umfeld zwischen den Gefühlen der Faszination und dem Entsetzen, je nach Betrachtungswinkel. Und wie Du schon schreibst ist der folgende Sachverhalt ganz wesentlich. Als Besucher und Betrachter ist man höchstens mittelbar von allen Auswirkungen betroffen, aber nicht direkt und mit allen Konsequenzen für das persönliche Leben. Das sieht mit Wohnort in unmittelbarer Nähe (oder ggf. ehemaligem Wohnort) zum Abbaufeld diametral anders aus.

      Das Einzige, was unzweifelhaft immer gilt, ist: Strom haben und nutzen wollen unter Ausblendung der Frage der Herkunft und der Art der Erzeugung, ist nun wirklich keine Grundlage für ernsthafte Diskussionen und Meinungsbildung. Und natürlich ist keine Erzeugungsart ohne Eingriffe und Auswirkungen an irgendeiner Stelle möglich. Und damit ist immer Etwas und Jemand von Irgendwas betroffen. Ob nun Schattenwurf, Geräusche/Lärm, Leitungen, optische Grauslichkeiten, Grundwassereingriffe, Schadstoffe, Gesundheitsgefahren. Jeder einzelne kann über eigene effiziente Energienutzung und mittels bewußter Verhaltensprüfung bei der Nutzung von Strom auch die Bedarfsmenge an Strom (Leistung) beeinflussen - und sollte das auch tun!


      In diesem Sinne nun
      Computer aus

      Gruß
      217 055
    • Neubaustrecke der WEM

      Glück auf,

      sicher - Ihr habt mit euren Argumenten mehr oder weniger recht, aber die Tatsache ist nun mal so und müßte/sollte eigentlich von jeden akzeptiert werden, auch wenn es nicht für manche verständlich ist. Denkt nur, uns lag die Strecke nach Mühlrose auch am Herzen. - Bedenkend in dieser Hinsicht doch auch, durch welch einen schönen herrlichen, märchenhaften Birkenwald diese zauberhafte Strecke ging... - fast einmalig. Ja, es ist wirklich ein Jammer und die anderen Folgen, die schon hier sehr ausführlich beschrieben worden.
      Demzufolge noch einige UNWIEDERHOLBARE Bilder zur Erinnerung, kurz bevor das Gelände auch mich für immer gesperrt wurde, letztmalig die Strecke ablaufen durfte und somit Vergangenheit ist... - Mehr sage ich da nicht - denn - auch die Trauer stand tief in meinen Gesicht, - sollen doch die Bilder sprechen:













      Wie von unseren Felix schon gut beschrieben wurde, die WEM hat damit nichts zu tun;
      sie bekommt eine neue Strecke und hiermit eine sehr gute unvergleichbare Chance - nehmt diese bitte an - die neue Strecke zum "Schweren Berg". Auch nach so einer mühsamen Planung von 10 Jahren. Die Mitarbeiter der WEM haben und diese hat es verdient.

      Grüße,
      die Aufsicht

      Auch wenn es für die einen oder anderen unverständlich sein oder bleiben sollte (WEM), ich wünsche Euch und unseren liebenswerten, liebgewonnen Schmalspurbahnen (-Straßenbahnen) von ganzen Herzen ein frohes und für die Zukunft ein gesichertes gutes neues Jahr - das 2016 !!! - und das für die nächsten Jahrzehnte.
    • Ein gesundes neues Jahr allen Freunden der "schmalen" Bahnen,

      zumindest habe ich eins erreicht mit meinen Gedanken weiter oben, einen wichtigen und für mich sehr negativen Aspekt anzusprechen, der einmal zum Nachdenken anregen sollte!
      Zumal Freunde von mir von der Abbaggerung direkt betroffen sein werden (an einem anderen Standort in der Lausitz). Und mir schmerzt es das Herz, eines Tages nicht mehr an diesen mir liebgewonnenen Ort fahren zu können bzw. zu dürfen. Da hilft es mir nicht weiter, zu wissen, daß dafür "Ersatz" geschaffen wird, weil es diesen nicht gibt!
      Meine Freunde werden überleben, aber glücklich werden sie nie mehr sein! Wenn ein jahrhunderte alter Bauernhof aufgegeben werden soll, der sogar noch funktioniert, wenn die vertraute Kirche abgerissen werden soll, die erst vor wenigen Jahren mühevoll restauriert wurde... Die Dorfkneipe nur noch ein verblasster Ort der Erinnerung im Gehirn ist... ein urbanes Gefüge komplett zerrissen wird! Darüber denken Nichtbetroffene nie nach!
      Spielt einfach mal gedanklich sowas für Euren Wohnsitz durch!

      MfG HHw
    • Hallo,

      so nun sind wieder 3 Monate ins Land gegangen und wie bereits vermutet sind die Fortschritte an der Neubaustrecke zum schweren Berg nun unverkennbar. Am 27.2. bin ich nun auch das erste mal selber die gesamte neue Strecke abgelaufen und kann mir nun auch selber ein Bild davon machen was uns alle da ab 2017 erwartet. Hier also erst mal ein Überblick über die gesamte Neubaustrecke.

      Der Unterbau der Strecke war nun weitestgehend fertiggestellt, wodurch man den zukünftigen Gleisverlauf nun genau verfolgen kann. Der Einbau der zukünftigen Weiche am Abzweig Mühlrose war nun auch vorbereitet.





      Erst nochmal ein Blick auf die letzten Meter der Altstrecke in Richtung der Tongrube Mühlrose. Das Gleis wird bis zur Tagebaukante aber natürlich wieder aufgebaut.



      Der Vorschnitt des Tagebaus ist jetzt schon über den oberen Teil der Altstrecke hinweg gezogen.





      Doch schauen wir nun auf die Neubaustrecke. Diese beginnt in einem großen ansteigenden Linksbogen. Die Schienen sind zum Einbau bereits ausgelegt.







      Die neuen Schwellen liegen zwar schon fertig aufgeplattet, aber noch als Paket verschnürt, entlang der ganzen Strecke.



      Wie man sieht ist der erste Abschnitt der neuen Strecke sehr steigungsreich.





      Gehen wir nun entlang der zukünftigen Strecke. Auf dem Bauplatz rechts liegen wohl hunderte Tonnen Schotter.



      Im weiteren Verlauf ist die Strecke recht eben.



      Ungefähr auf der Hälfte der Strecke befindet sich der zukünftige Haltepunkt "Rennbahn", da hier die gleichnamige alte Straße bzw. heutige beliebte Wanderweg gekreuzt wird. Vorerst dient das Gelände als einer von 3 Schienenlager- bzw. Schweißplätzen entlang der Strecke.







      Im letzten Abschnitt steigt die zukünftige Strecke wieder an.



      Hier musste auch wieder ein größerer Einschnitt angelegt werden. Bis hier her waren auch die Schwellen ausgelegt.





      Kurz vor dem zukünftigen Endpunkt am schweren Berg fehlte noch ein letzter Einschnitt, daher endete hier auch der bisher fertiggestellte Unterbau. Hinten ist bereits der Aussichtsturm zu erkennen.





      Während das Planum des zukünftigen Endbahnhofs bereits fertig gestellt ist, kann man von dieser Seite den fehlenden Einschnitt besser erkennen. Auch dieses Gelände dient als Schienenlagerplatz.



      Und hier wird der neue Bahnhof entstehen.





      Und hier ist dann wirklich das Ende der Neubaustrecke.



      Während links von mir der neue Bahnhof entsteht kann man hier gut sehen warum nicht auch noch die letzten 200 Meter direkt bis zum Aussichtsturm gebaut wurden. Dafür hätten immense Erdarbeiten stattfinden oder gar eine Brücke gebaut werden müssen. Beides wäre nicht vertretbar gewesen. Das Gelände soll aber noch von der Stadt Weißwasser erschlossen werden.
      Und um wieder zurück zur alten WEM zu kommen. Unten im Tal, ungefähr dort wo der Bagger steht, verlief die Strecke 6a nach Tiergarten Ost bzw. Tschelln.



      Und nun noch ein Blick auf die andere Seite der Strecke. Was man dort sieht ist beeindruckend und erschreckend zugleich und trotzdem bitte ich darum diesmal keine große Diskussion zum Thema für und wieder der Braunkohleförderung anzufangen. Ich glaube dafür ist das hier für uns alle der falsche Ort. ;)







      Schauen wir nun was sich in den letzten 4 Wochen getan hat. Zum einen wurde nun die erste Schicht Gleisschotter aufgebracht.









      Zum anderen wurden die Einschnitte mit Entwässerungsanlagen versehen.





      Machen wir nun einen Sprung zum 27.3., also genau einen Monat nach meinem letzten Besuch. Viel hat sich in den letzten 4 Wochen getan und jetzt kann auch wirklich jeder sehen was hier gebaut wird und man kann nun von einer Eisenbahn sprechen!
      Die neu gebaute Abzweigweiche am jetzigen Abzweig Mühlrose wurde angeliefert und ausgelegt, ist aber noch nicht fertig gestellt.







      Zum jetzigen Zeitpunkt sind ca. 400 Meter Gleis verlegt, aber noch nicht verlascht.











      Am zukünftigen Endpunkt wurde nun auch der fehlende Einschnitt hergestellt, Schotter ausgebracht und das Oberbaumaterial bereit gelegt.



      Nachdem ausbringen des Schotters kann man auch den genauen Gleisverlauf am Endpunkt nachvollziehen.



      Auch die beiden hier benötigten Neubauweichen wurden in der Zwischenzeit angeliefert.





      So das war mal wieder mein aktueller Überblick über den derzeitigen Baufortschritt an der Neubaustrecke zum schweren Berg der Waldeisenbahn Muskau. Beim derzeitigen Bautempo wird es in 4 Wochen wohl wieder viel zu berichten geben.

      Viele Grüße
      Felix
    • Hallo Felix,

      besten Dank für deinen Baubericht. :spos:

      Das geht ja in großen Schritten vorwärts. Wenn erst mal das sprichwörtliche "Gras über die Sache gewachsen ist", sieht der Streckenneubau auch wieder harmonisch zur Landschaft passend aus. Allerdings scheint mir das Planum für die Strecke doch recht breit (Baggerbreite). Soll das alles voll Schotter geschüttet werden? Zumal ihr ja nur auf 600 mm Spur fahrt.

      Gruß Detlef der Pollofan
      Pollofan
    • Guten Tag
      und vielen Dank für die ausführliche sehr interessante Berichterstattung.Es freut mich für die WEM,das hier ein Ersatz geschaffen wurde,der auch neue Möglichkeiten bietet.
      Ich hatte 2008/2009 die Möglichkeit,die alte Tongrubenstrecke abzulaufen,meist "nach Feierabend" und einer Anfahrt aus Wilthen.
      Sehr stimmungsvoll und interessant,ebenso natürlich der dann abendliche Besuch am Infozentrum "Schwerer Berg" mit den entsprechenden Ausblicken!
      Für den neuen Abschnitt und dem "Rest" alles Gute und viele interessierte Besucher!
      Winfried
    • Original von MatthiasL
      ich möchte mich auch für den ausführlichen Bericht bedanken! Dazu noch eine Frage: wozu dient denn die Weiche mit dem kurzen Gleisstück auf alter Trasse Richtung Tagebaukante?


      das kurze Gleisstück wird nach Ende der Baumaßnahme wieder ca. 100m lang sein ;) hier entsteht der Bahnhof Mühlrose, dieser soll dann zum Überholen und Kreuzen von Zügen genutzt werden (nicht jedoch als planmäßiger Halt zum Zu- oder Aussteigen)
      hier auf der Karte ist das denke ich doch nachvollziehbar: KLICK
      Grüße
      VeroNika
    • Original von Max G
      Hallo Felix
      Hast Du Info's, ob auch eine Aufforstung entlang der neuen Strecke gedacht wird, denn es sieht ja nun doch sehr nackig aus. Aber sonst ist es schon märchenhaft, wie es bei euch, auch entlang der Neubaustrecke los geht.
      Max

      Hallo MAx,

      die Antwort ist einfach. Ich zitiere einfach mal aus der Presseerklärung zum Spatenstich:
      Die Wiederaufforstung entlang der Bahnstrecke bildet den Abschluss der Arbeiten.
      Quelle: KLICK
      Grüße
      VeroNika
    • Hallo Leute,

      danke erst mal fürs Interesse an dem Thema. Auch wenn einige Fragen schon beantwortet wurden will ich mal noch darauf eingehen.

      Das Planum wirkt derzeit in der Tat noch etwas breit. Was davon jetzt aber genau geschottert wird kann ich aber auch nicht sagen. Da müssen wir mal abwarten wie das ganze aussieht wenn es fertig ist.

      Die Weiche dient dazu um auch das verbliebene Stück der Altstrecke anzuschließen. Klar man hatte das auch aufgeben und dauerhaft abbauen können, aber zum einen steht diese Strecke unter Denkmalsschutz und ohne Not ein weiteres Stück original Strecke aufzugeben hätte weder der Denkmalsschutz noch wir selber mitgemacht und zum anderen entsteht so eben eine weitere Kreuzungsmöglichkeit, was natürlich immer eine sehr praktische Sache ist.

      Das Gelände rings um die Neubaustrecke sieht derzeit wirklich noch wie eine Mondlandschaft aus, aber hier ist es eben geplant das alles wieder aufzuforsten bzw. zu begrünen. Für den Weg zwischen dem Endbahnhof um dem Informationszentrum bzw. Aussichtsturm schwerer Berg hat sich die Stadt Weißwasser vorgenommen etwas für die Gestaltung zu tun. Was da aber genau entstehen soll steht auch noch nicht fest.

      Viele Grüße
      Felix
    • Hallo Leute,

      viel hab ich in letzter Zeit von unserer Neubaustrecke berichtet und dabei immer nur anklingen lassen dass unser eigentliches Hauptproblem bis zur Eröffnung dieser Strecke ja ein ganz anderes ist. Denn während wir bei der Neubaustrecke ja auch nur Zuschauer sind, müssen wir die Altstrecke vom Abzweig Kromlau bis zum neuen Abzweig Mühlrose komplett selbst sanieren. Bei der schieren Größe dieser Aufgabe (bzw. der länge der Strecke) können wir uns nur von einem Schwerpunkt zum anderen vorkämpfen. Erstmals hatten wir uns nun dazu entschieden diese Aufgabe nicht nur in Form von maximal 2 tägigen Arbeitseinsätzen am Wochenende anzugehen, sondern haben Ende April an 8 Tagen hintereinander eine ganze Bauwoche auf der Mühlroser Strecke veranstaltet. In den 5 Tagen an denen ich vor Ort war konzentrierten sich die Arbeiten auf den Halbendorfer Wechsel. Diese Ausweichstelle bzw. auch Spitzkehre wurde extra für die neu gebaute Tonbahn angelegt und war damit deren offizieller Beginn, denn die Strecke bis hier her wurde ja schon für die Grube Frieden gebaut. Während die ehemalige Strecke zum Tagebau von hier aus in einer S-Kurve weiterführte wurde für den Halbendorfer Wechsel ein großzügiger Kiesdamm aufgeschüttet und dabei auch die ehemalige Strecke zum Teil mit verschüttet. Bei der 2 Gleisigen Anlage wurde ein Gleis auf den bekannten, extra für diese Strecke entwickelten und hergestellten, Betonschwellen verlegt und eines auf normalen Holzschwellen. Neben dem üblichen Verfall der Holzschwellen kam hier noch ein weiteres Problem zum tragen was hier größere Arbeiten unumgänglich machen lassen hat. Beim Bau der gesamten Anlage stand hier kein einziger Baum, aber im laufe der Jahre ist hier ein richtiger Wald gewachsen und leider hatte das zur Folge das die Wurzeln der Bäume die Gleise so untergraben haben dass es hier kein geradliniges Gleis mehr gab, sondern nur eine einzige Berg- und Talfahrt. Die Bäume die für dieses Problem verantwortlich sind wurden schon vor einiger Zeit gefällt, aber die störenden Wurzeln waren immer noch vorhanden und mussten nun entfernt werden.

      Jeden Morgen gegen 9 starteten in Weißwasser 2 Arbeitszüge mit allem was man für den Tag brauchte. Dabei machte es sich bezahlt das die WEM in den letzten Jahren verstärkt in die Gleisbautechnik investiert hat. Ohne Baggerwagen und zugehörigem Mobilbagger währen die durchgeführten Arbeiten bei weitem nicht in diesem Umfang zu realisieren gewesen. Während der erste Trupp die Kleineisen löste und einsammelte wurden vom Bagger die alten Schwellen und Wurzeln entfernt, sowie die neuen Schwellen unters Gleis gelegt. Danach wurden die Schwellen ausgerichtet, mit Kies stabilisiert und zum Schluss mit neuen Kleineisen wieder befestigt. In einem Punkt mögen die Bilder täuschen, besonders in den ersten beiden Tagen war das Wetter einfach unschön. Da wechselten sich nur Schneeschauer und stürmischer Dauerregen ab und zu mal ab. Aber für sowas gibt's ja beheizte Mannschaftswagen.







      Nach einigen Stunden Arbeit sah der Gleisabschnitt zwar aus wie ein Schlachtfeld, aber das vorläufige Ergebnis konnte sich sehen lassen. Man beachte besonders die ganzen Wurzeln welche sich jetzt am Bahndamm angesammelt hatten.



      Und zum Abschluss des ersten Tages noch ein paar Schnappschüsse von unserem V10C geführten Bauzug.





      Die nächste Tage verliefen ganz ähnlich und es wurden immer weiter Schwellen gewechselt.





      Spätestens am Donnerstag sollte die Baustelle Halbendorfer Wechsel abgeschlossen werden, weshalb diesmal auch unser Stopfgerät mit raus genommen wurde.



      Nicht unerwähnt bleiben soll aber natürlich auch das es an allen Tagen parallel eine zweite Baustelle am Halbendorfer Wechsel gab. Denn die ersten Meter Strecke, sowohl Richtung Mühlrose/Schwerer Berg als auch nach Weißwasser, wurden komplett saniert. Dabei war die Technologie eine gänzlich andere, denn auf beiden Abschnitten liegen die schon erwähnten Betonschwellen. Dazu kamen noch einige Stöße auf Holzschellen und das auf den ersten Metern Richtung Mühlrose neue Schienen eingebaut werden mussten. Bei den Betonschwellen sind nicht diese selber das Problem, denn diese stammen noch aus der vor Alkaliära und befinden sich in einem hervorragendem Zustand, sondern die darin verbauten Holzdübel und Federnägel. Die Holzdübel sind nach nun 50 Jahren komplett verfault, nur lassen sie sich trotzdem nur sehr schwer entfernen da diese damals gleich mit eingegossen wurden. Und auch die Federnägel sind nach Jahrzehnten der Belastung nicht mehr zu gebrauchen. Es gab viele Versuche die passende Technologie zu finden um diese Schwellen zu sanieren, aber jetzt scheint die passende Lösung gefunden. Dank eines neuen Schraubers den wir leihweise im Einsatz hatten gelang es die Holzdübel fast restlos auszubohren. In die dann wieder entstandenen Löcher werden herkömmliche Kunststoffdübel geschlagen, welche dann wiederum aufgebohrt werden um neue Gleisschrauben hinein schrauben zu können. Die Schwelle selber muss im Normalfall dafür nicht bewegt werden, sondern die Schiene wird nur zur Seite gerückt.







      Derweil wurden die ausgebauten Holzschwellen verladen um dann entsprechend entsorgt zu werden.



      Ganz am Ende des Halbendorfer Wechsels sonnte sich inzwischen unsere Bauzuglok. Hier kann man auch gut den extra aufgeschütteten Damm erkennen.





      Nach 4 Tagen Arbeit war die Baustelle Halbendorfer Wechsel fast abgeschlossen, nur ein letzter Stopfgang fehlte noch. Insgesamt konnten auf Gleis 2 116 Holzschwellen gewechselt werden, dazu kamen noch einige Gleislängen sanierter Betonschwellen, einige sanierte Stöße und 2 gewechselte Schienen auf den beiden Ausfahrtsgleisen.
      Am 5. Tag gab es dann noch einen ganz anderen Problemfall zu beseitigen. Denn auch kurz hinter dem Abzweig Kromlau hatte ein Baum bzw. dessen Wurzeln dazu geführt das hier eingegriffen werden musste. Nachdem wir ja nun grade voll in Übung waren war auch diese Baustelle kein Problem.







      Viel wurde in dieser reichlichen Woche dank der unzähligen Vereinsmitglieder, welche sich extra Urlaub genommen haben, geschafft. Trotzdem liegt noch unheimlich viel Arbeit vor uns. Warum wir uns diesen Zeitdruck allerdings antun konnten wir auch wieder in Augenschein nehmen, denn der Gleisbau der Neubaustrecke zum schweren Berg war beinahe abgeschlossen. Letzte Woche lagen die Gleise schon bis zur Einfahrt des neuen Endbahnhofs. In der Zwischenzeit sollte auch das restliche Stück liegen.



      Auch der Schotter wurde schon fast bis zum Endpunkt aufgebracht.







      Und noch eine Premiere gibt es zu feiern! Das aller aller erste Schienenfahrzeug auf dieser Strecke! :D



      Tja kein Jahr mehr und ich werde hoffentlich Bilder von der Eröffnung dieser Strecke zeigen können. So ganz langsam kann ich mir das sogar selber irgendwie vorstellen. :D



      Soweit mein aktueller kleiner Überblick über das Bau Geschehen bei der WEM.

      Viele Grüße
      Felix
    • Mahlzeit Spandauer,

      der Oberbau entspricht weitgehend der Bauform auf den anderen neugebauten Streckenabschnitten der WEM, wobei der Schotter feiner ausfällt. Die Erfahrungen aus Betrieb und Unterhaltung dieser Strecken und die Auflagen der Landesbahnaufsicht spiegeln sich in der Ausführung der Neubaustrecke wieder.
      Genagelte Gleise sind nach BO P für Neubauten nicht mehr zulässig. Wie schon zuvor geschrieben, waren die Schienen bereits vorrätig und stammen aus dem Tagebau Cottbus Nord. Lediglich das Kleineisen für den K-Oberbau wurde neu beschafft.

      Gruß Sven