Nachlese zu den Bauarbeiten an der Lößnitzgrundbahn (m.25.B)

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    • Guten Abend,

      es ist unbestritten, dass Bahnanlagen, welche verschlissen oder den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen, von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen. Das passiert dann über die Instandhaltung bzw. dem Neubau. Ersteres wird mit Eigenmitteln finanziert, dagegen der Neubau in den meisten aller Fälle mit Mitteln aus der öffentlichen Hand. Somit ist der SDG nicht zu verdenken, dass sie den zweiten Weg gewählt hat. Dann hat aber die SDG so gut wie keinen Handlungsspielraum – die Entscheidung, was und wie gebaut wird, legen andere fest. Angenommen im aktuellen Konjunkturpaket hätte die SDG/VVO einen Zuwendungsbescheid für einen Topf für „Die Erhaltung von historisch wertvollen Bahnanlagen“ erhalten. Ihr könnt mit 100% Sicherheit annehmen, dass der Bahnsteig keine Betonkante, Betonpflastersteine und Blindenleitstreifen hätte. Vielmehr wäre die alte Beleuchtungsanlage restauriert und für das Wartehäuschen wären noch ein neuer Holzfußboden und ein Außenanstrich drin gewesen. Anschießend wäre die SDG in den Medien für die Erhaltung von historischem Eisenbahnkulturgut in höchsten Tönen gelobt worden…

      Da die beantragten Bundesmittelittel nur zweckgebunden für den behindertengerechten Ausbau eingesetzt werden durften, blieb der SGD keine andere Möglichkeit, den Bahnsteig so zu bauen, wie er jetzt vorgefunden wird.

      Kurz und gut, soweit meine Theorie zum Thema. Jetzt wird es interessanter. Es kommt der Praxisteil. Gestern Abend habe ich dem Hp Lößnitzgrund einen Besuch abgestattet. Folgendes gibt es zu berichten:

      Bahnsteig:
      Der neue Bahnsteig hat eine Höhe von ca. 5 - 7 cm über OK Schiene. Der Bahnsteig ist nur über eine übersteilte Rampe vom BÜ aus erreichbar. Dieses „Detail“ ist alles andere als behindertenfreundlich.

      Bahnsteigbeleuchtung:
      Die alte Beleuchtungsanlage, das historische Eisenbahnrelikt schlechthin, musste einer neuen Bahnsteigbeleuchtung weichen. Diese entwickelt ein gelbes düsteres Licht. Für einen „behindertengerechten Bahnsteig“ vielleicht zu wenig Leuchtkraft.

      Bahnsteigbelag
      Der Bahnsteigbelag besteht aus anthrazitfarbenen 08/15 Betonpflastersteinen im Läuferverband. Das einheitliche Bild der dunklen Bahnsteigoberfläche wird durch weiße Blindenleitstreifen längs zur Bahnsteigkante und den beiden Stirnseiten unterbrochen. Falls wirklich einmal ein sehbehinderter Reisender sich auf den Bahnsteig verirrt und dem Blindenleitstreifen „blind“ vertraut und folgt, dann stürzt er am Bahnsteigende (Ri Radebeul Ost) kopfüber fast 1,50 m tief in die Lößnitz. Auf der anderen Bahnsteigstirnseite (Ri Moritzburg) sieht es für die Sicherheit nicht viel besser aus. Dort geht es am Ende des Blindenleitstreifens abgeböscht ca. 1 m tief auf den bahnparallelen Wanderweg abwärts.

      Entwässerung:
      Wegen einer fehlenden Wasserwaage konnte ich die Querneigung nicht ermitteln, gehe aber davon aus, dass der Bahnsteig feldseitig hin mit einem Regelgefälle von 2 % entwässert. Der versiegelte Bahnsteigbelag schließt direkt an das Wartehaus an. Zukünftige Wasserschäden am Gebäude sind vorprogrammiert.

      Bahnsteigausstattung:
      Historisch nachgebildete Bahnsteigbänke sind ausreichend vorhanden.


      Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Bahnsteig einige grobe Mängel in der Ausführung hat. Im Prinzip ist ein neuer alter Bahnsteig entstanden ohne weltbewegende Verbesserungen. Bei einem durchschnittlichen täglichen Reiseaufkommen am Hp Lößnitzgrund von geschätzt 1-20 Personen ist für mich die getätigte Investition mehr als fragwürdig.

      Viele Grüße
      Jochen


      PS:
      Am Hp Friedewald funktionieren einige Bahnsteiglampen nicht. Die Eigenmittel für neue Glühlampen könnten gespart werden, wenn man den Haltepunkt einschl. Beleuchtung zum Wohle unserer Fahrgäste mit Bundesmittel „behindertengerecht“ ausbaut.

      Ein Schelm, wer jetzt Schlimmes denkt…
    • Lößnitzgrundbahn

      „Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich:
      erstens - das Weltall,
      zweitens - die Dummheit der Menschen
      Beim Ersten bin ich mir aber nicht ganz sicher.“

      Albert Einstein

      Das trifft in der „großen“ Politik und bei solch „kleinen“ Dingen wie hier zum Beispiel dem Hp Lößnitzgrund zu.

      Es ist eine Schande wie mit deutschem, eisenbahnigen Kulturgut umgegangen wird!

      Ralph
      Ralph
    • Hallo Tilo,

      in Bezug auf den ZVON-Tarif, der ja für die SOEG die Monats- und Jahreskarten nicht ausdrücklich mit dem Historikaufschlag belegt gebe ich Dir Recht und behaupte das Gegenteil. ;-) Da habe ich die kurzen Texte auf den SOEG- und ZVON-Webeiten nicht richtig gelesen, die beziehen sich nur auf Tages- und Wochenkarten.

      Zu deinem Text
      Original von tobtilo
      Beispiel Döllnitzbahn: Wir reden hier von ÖPNV, nicht von den sporadisch stattfindenden Sonderfahrten. Da es im ÖPNV keinen Dampflokbetrieb gibt, gibt es auch keinen Zuschlag!

      möchte ich noch ergänzen:
      Trotzdem wurde er "für fahrplanmäßig ausgewiesene Dampfzüge der Döllnitzbahn GmbH" ausdrücklich in den Tarifbestimmungen des MDV im Teil C Abschnitt 14 vorgesehen, noch dazu nach 3 Zonen aufgeteilt, obwohl die Bahn nur zwei Tarifzonen durchfährt. Das ist an sich schon eigenartig, da ich nicht weiß wie sonst dies Zonen gerechnet werden.

      Original von tobtilo
      Beispiel SOEG: Dann werden aber bei der SOEG auch noch Tageskarten und Sachsenticket anerkannt. Da wird natürlich ein Historikbeitrag fällig. Aber diese Möglichkeit der Anerkennung ist bei der SDG gar nicht erst gegeben. Also wieder ein Pluspunktn für Ostsachsen!

      Das Thema Sachsen-Ticket wird leider zwischen ZVON, MDV und VVO unterschiedlich geregelt. Der VVO erlaubt die Nutzung dieses Tickets nur für Nahverkehrszüge, also keine Busse, Straßenbahnen und auch keine Schmalspurbahnen. Das hat mit den Regelungen zum Finanzausgleich zwischen den Verkehrsverbünden und der DB AG zu tun, die wieder überall anders sind.

      Original von tobtilo
      Es ist für mich günstiger, zu fünft von Dresden aus mit dem Sachsenticket nach Oybin zu fahren, als nach Radeburg.

      Wie auch immer, morgen geht's ersteinmal SDG fahren, und zwar auf deren Heimatstrecke.

      Ich bin dann mal weg, Tilo

      Das Sachsen-Ticket, wenn auch mit Dampfzuschlag ist auch für mich das Ticket, was ich bei Fahrten mit der SOEG oder der Döllnitzbahn schon genutzt habe, da ich ja auch mit dem Zug dorthin anreisen kann, was das Bahnfahren auch gegenüber dem nicht vorhandenen Auto auch noch ermöglicht. Von mir jedenfalls noch viel Spaß beim Bahnfahren.

      Viele Grüße,
      Danilo
    • Hallo noch mal,

      egal von welcher Seite (Befürworter und Gegner dieser Bahnsteige) hier was auch immer für Argumente kommen, das nützt nichts. Denn ob man das schön findet oder nicht ist eine Frage des Geschmacks und wie ich bereits sagte, lässt sich darüber nicht streiten.
      Außerdem kann man nicht immer zu allem Ja und Amen sagen. Seien wir froh, dass wir in einem Land leben, in dem wir unsere Meinung frei äußern können - und wenns zum 1.000.000. Mal ist.
      Es mag zwar stimmen, wer es bezahlt, kann auch entscheiden, wie es aussieht, dennoch ist in meinen Augen beim Umgang mit dem Kulturgut sächsische Schmalspurbahnen etwas mehr Feingefühl gefragt. Ein Blick zur östlichsten Schmalspurbahn Sachsens genügt. Und wenn es auf Rügen sogar möglich ist, neue Telegrafenmasten zu setzen...Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

      Viele Grüße
      Johannes

      PS: Ich lass mir sogar einen Bahnsteig mit Betonpflaster gefallen - siehe Zittau Hp oder Zittau Süd - aber bitte mit schöneren(nostalgischeren/romantischeren) Laternen, und vor allem im Stadtgebiet und nicht im romantischen Lößnitzgrund! Trifft für den Hp. Spechtritz übrigens genauso zu.
    • Hallo,

      Original von Mucheler
      Der neue Bahnsteig hat eine Höhe von ca. 5 - 7 cm über OK Schiene.


      Meine Angabe mit der Höhengleichheit zwischen Bahnsteig und SO hatte ich vor ca. 2 Jahren am Hp Weißes Roß nachgemessen. Am fraglichen Hp Lößnitzgrund bin ich seit der Maßnahmendurchführung noch nicht vorbeigekommen.

      @Danilo: Ich hatte in meinem ersten Beitrag erstmal nur nach Erfahrungen aus Zittau und Jöhstadt gefragt. Aber evtl. kannst du als Eingeweihter etwas darüber berichten, in welchem Umfang es in der Vergangenheit Probleme oder Beschwerden zu dem Hp Lößnitzgrund gegeben hat?

      Original von Mucheler
      ... mit Mitteln aus der öffentlichen Hand. ... Dann hat aber die SDG so gut wie keinen Handlungsspielraum – die Entscheidung, was und wie gebaut wird, legen andere fest.


      Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß im Allgemeinen ein nicht zu unterschätzender Verhandlungsspielraum auf Seiten der Zuwendungsgeber besteht. Gerade wenn im politischen Raum der Wille da ist, folgt die Verwaltung meist ohne nennenswerten Widerstand. Richtlinien und Regelwerke hin oder her, Ausnahmen und Einzelfallentscheidungen treten häufiger auf, es als manchem hier im Forum bewußt sein wird.

      Weil hier so viel über die Wesensart von ÖPNV geschrieben wurde:
      Original von Dampfachim
      Was qualifiziert denn eigentlich einen richtigen ÖPNV-Kunden?
      Warum darf das denn kein Tourist sein, der das Verkehrsmittel zur Fahrt zu einer Sehenswürdigkeit nutzt?


      Damit hast du im Prinzip schon die Definition gegeben. ÖPNV befriedigt das Verkehrsbedürfnis von Menschen, die eine Aktivität an einem anderen Ort als ihrem aktuellen Standort durchführen wollen, z.B. arbeiten, einkaufen, wohnen, Ausbildung, wandern, Schloß angucken usw. Das Bedürfnis für die Ortsveränderung entsteht verkehrsträgerunabhängig.
      Wenn nun aber der Fahrgast gar nicht mit dem Verkehrsmittel zu einem Ziel will, sondern die Fahrt mit dem Verkehrsmittel selbst das Ziel ist, kann man nicht mehr von ÖPNV sprechen. Dann ist das Verkehrsmittel reiner Selbstzweck und kann nur als Touristenattraktion oder eben kulturhistorisches Objekt dienen.

      Welchen Sinn sollte es nun machen, an einer Touristenattraktion oder kulturhistorischem Objekt ÖPNV-Maßstäbe anzusetzen?

      Die OEG ist reiner ÖPNV. Im Harz und auf Rügen sind sicherlich auch zum Teil ÖPNV-Aufgaben zu erfüllen. Aber gerade bei den beiden Dresdner Strecken ist der Anteil realer ÖPNV-Kunden verschwindend gering. Die Finanzierung über ÖPNV-Mittel ist hier nichts weiter als ein Buchhaltertrick um die Durchführung des Geldtransfers zu vereinfachen.


      Gruß, Franz
    • Original von Franz Schmidt
      Damit hast du im Prinzip schon die Definition gegeben. ÖPNV befriedigt das Verkehrsbedürfnis von Menschen, die eine Aktivität an einem anderen Ort als ihrem aktuellen Standort durchführen wollen, z.B. arbeiten, einkaufen, wohnen, Ausbildung, wandern, Schloß angucken usw. Das Bedürfnis für die Ortsveränderung entsteht verkehrsträgerunabhängig.
      Wenn nun aber der Fahrgast gar nicht mit dem Verkehrsmittel zu einem Ziel will, sondern die Fahrt mit dem Verkehrsmittel selbst das Ziel ist, kann man nicht mehr von ÖPNV sprechen. Dann ist das Verkehrsmittel reiner Selbstzweck und kann nur als Touristenattraktion oder eben kulturhistorisches Objekt dienen.



      Hallo Franz,

      da kommen wir der Sache doch schon viel näher. Genau so sehe ich das auch. Sinn und Zweck des ÖPNV ist es, Personen von A nach B und möglicherweise auch wieder zurück zu bringen. Wer die Person ist und was die Person am Ziel tut, ist völlig uninteressant.

      Wenn nun das Verkehrsmittel eine gewisse Attraktivität hat, entweder durch besonders komfortable Ausstattung, durch besonders kurze Fahrzeiten usw. usf. , oder wie bei unseren Dampfbahnen durch den gewissen historischen Reiz, ist das doch eher das Ziel des ÖPNV. Denn nur so erreicht man hohe Rentabilität und damit auch eine Entlastung des Steuersäckels. Denn Verkehrsverträge können ( ich weiß natürlich nicht wie das bei den besprochenen Bahnen ist ) auch eine gewisse Gewinnbeteiligung der öffentlichen Hand bei sehr hohen Einnahmen beinhalten.
      Nicht zuletzt entlastet der ÖPNV bei hoher Auslastung die Umwelt und unsere Straßen.

      Wenn nun gar kein Ziel existiert und nur das eigentliche Mitfahren Ziel der Reise ist, sehe ich auch keine Rechtfertigung für ÖPNV.
      Das ist aber auch nicht Gegenstand der besprochenen Dampfbahnen. Ich behaupte, dass die Mehrheit der Fahrgäste doch irgend ein Ziel ansteuert, dort irgend etwas tut, wie im Fall Lößnitzgrundbahn z.B. das Jagdschloss Moritzburg besichtigt und erst dann wieder zurück fährt.

      Touristenattraktionen oder kulturhistorische Objekte, so wie Du es beschreibst, sind also unsere Museumsbahnen, oder Traditions- und Sonderzüge, die bekanntlich mit der ganzen ÖPNV-Geschichte nichts zu tun haben.

      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo zusammen,

      das Befördern von Personen von A nach B ist Hauptaufgabe der SDG. Befördern alleine reicht nicht – dieses muss auch SICHER erfolgen. Für die sichere Beförderung muss man das rollende Material als auch die Infrastruktur (Gleise, Weichen, Bahnsteige, Beleuchtung, LST- und TK- Anlagen, Entwässerungsanlagen usw.) warten, pflegen und ggf. das eine und andere erneuern. Dann kommen zusätzlichen noch die „normalen“ Verpflichtungen eines Arbeitgebers, wie jährliche Unterweisungen, zahlen von Löhnen und Abführung von Steuern und Sozialbeiträgen hinzu. Schon bei dieser Aufzählung ist ersichtlich, was für eine Arbeit und Verantwortung in der Beförderungsaufgabe liegt. Da ist irgendwo für mich verständlich, dass seitens der SDG der Sinn für die Erhaltung von alter Infrastruktur nicht so ausgeprägt ist. Aber dafür gibt es den Traditionsbahn Radebeul e.V., welcher als Partner und Berater der SDG gerade auf diesen Punkt einwirken kann und muss.

      Als Außenstehender kann ich nicht versteht, wie man es zulassen kann, dass die alte Bahnsteigbeleuchtung weggerissen wird, der neue Bahnsteig mit einem superhässlichen Blindenleitstreifen und Betonpflastersteinen gebaut wird und das Bahnsteigwasser in Richtung Wartehäuschen abgeleitet wird.

      Ich kann mir bestimmt nur ein Bruchteil von dem vorstellen, was der Verein leistet. Aber am Hp Lößnitzgrund wurde das Ziel unter §2 der Satzung verfehlt. Ich würde mich riesig freuen, wenn jemand von Verein sich hier äußern und ein bisschen Licht ins Dunkle bringt könnte. Vielleicht können wir alle daraus etwas lernen, damit es am Hp Friedewald anders läuft.

      In diesem Sinne

      Jochen
    • Hallo

      Wenn man sich die Seiten des Traditionsbahn Radebeul e.V. anschaut, liest man:

      • Tradition bewahren
      • Erlebnisse schaffen
      • Freude erfahren
        [/list=]

        Beim Anblick des neuen Hp.Lößnitzgrund kommen mir echte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen.

        Tradition bewahren - Fehlanzeige

        Erlebnisse schaffen - voll gelungen (im negativen Sinn)

        Freude erfahren - Augen zu und durch (traurig,traurig)

        Ich bin echt enttäuscht!

        Ich habe mich in die Vergangenheit zurückversetzt gefühlt, wenn ich diesen Haltepunkt
        auf Wanderungen oder Zugfahrten besucht habe.... das ist vorbei!

        - Wie kann man so einen vernichtenden Rundumschlag mit dem vorhandenen Kulturgut machen!
        - Sensibilität scheint in diesem Fall ein Fremdwort gewesen zu sein.
        - Wo ist das Fingerspitzengefühl der Agierenden und Zuständigen geblieben ?
        - Wie kann man ein solches Kleinod so zerstören und verschandeln ?

        fragt sich der entsetzte und traurige

        Hans
        aus SRB.
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        ;) Wer gut schmert , Der gut fährt ;)
    • Hallo in die Runde!

      Es ist schon toll wie so ein Bahnsteig bis jetzt 3 Seiten im Forum füllen kann 6-).
      Nur bringen hier leider manche etwas durcheinander:
      Die Traditionsbahn Radebeul die hier komischer Weise etwas beschimpft wird kann garnix für den neuen Bahnsteig, denn dieser gehört der SDG.
      Die SDG fährt hier nicht als Museumsbahn sondern erbringt täglich Nahverkehrsleistungen für den VVO. Der Bahnsteig war in einem schlechten Zustand und so wurde er gleich Fahrgastfreundlich und Behindertengerecht umgebaut. So wie auch in Radebeul Ost, Weißes Roß und Moritzburg. Seit doch froh das diese Bahn ansich erhalten bleibt und bis heute fährt. Freut euch lieber das trotzdem das historische Stationsgebäude erhalten bleibt und wieder schöne Bänke aufgestellt werden.
      Und noch eine kleine Anmerkung, hier steigen täglich ca. 70-100 Schüler ein und aus, im Sommer mit bis zu 40 Fahrrädern und nicht nur 1-20 Leute :zwink:

      :wink:
    • Hallo Hans
      Original von Tattergreis
      Wenn man sich die Seiten des Traditionsbahn Radebeul e.V. anschaut, liest man:
      • Tradition bewahren
      • Erlebnisse schaffen
      • Freude erfahren
        [/list=]
        Beim Anblick des neuen Hp.Lößnitzgrund kommen mir echte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen.

        Ich bin echt enttäuscht![/quote]
        Diese drei Aussagen sind ein Teil der Mitgliederwerbung des Vereins. Die Traditionsbahn als ehrenamtlich betriebener e.V. ist aber nicht für die Unterhaltung und den Betrieb auf der Lößnitzgrundbahn zuständig. Sie hat ihren Arbeitsinhalt in der Erhaltung und Bewahrung historisch wertvoller Sachzeugen bevorzugt der Schmalspurbahngeschichte, die in den meisten Fällen auch im Eigentum der TRR bzw. Leihgaben z.B. des Verkehrsmuseums Dresden sind. Dazu zählen die beiden Loks IV K und diverse Wagen die in historischem Aussehen erhalten, und unter Beachtung der Denkmalschutzauflagen und der Forderungen der Betriebssicherheit durch die Bahnaufsicht auch für die Einsätze im Traditionsdienst hergerichtet werden mussten. Zusätzlich werden u.a. das Fritz-Hager-Archiv und die Ausstellung im Historischen Güterboden als SSB-Schmalspurbahnmuseum betreut und maßgeblich ausgestaltet, die wiederum für Jeden nutzbar sind.

        Die Strecke und wohl zum Teil auch die Immobilien daneben sind im Eigentum (Edit: "der DB Netz AG" geändert in) des Landkreises, werden von der SDG als Betreiber des ÖPNV gepachtet, der ÖPNV wird vom VVO bestellt und bezuschusst, die Vertragsbestandteile auch zur Modernisierung kenne ich aber nicht. Für die Instandhaltung ist neben weiterhin DB Netz auch die SDG im Rahmen von entsprechenden Vereinbarungen verantwortlich und deshalb auch an entsprechende Vorgaben gebunden.

        Wenn wie schon bei der Übergabe der Strecke an die BVO im Jahre 2004 festgelegt die Übergangsstellen und wichtigsten Haltepunkte der Strecke modernisiert bzw. im Sinne der Verordnungen für den ÖPNV ausgebaut werden ist das eigentlich nichts Neues und kann hier jetzt auch nicht im Grundsatz verurteilt werden. Der Haltepunkt Lößnitzgrund ist wie jeder andere Streckenteil im Rahmen der notwendigen Erhaltungsmaßnahmen nach der Übernahme von der DB AG dabei schon stufenweise mehrfach verändert worden, darüber wurde hier noch nie gesprochen.

        Der Haltepunkt Lößnitzgrund ist durch die Schülerverkehre aus Richtung Radeburg, Berbisdorf und Moritzburg mit dem Ziel Gymnasium Luisenstift sehr gut ausgelastet, nicht umsonst fährt der erste Zug auf der Lößnitzgrundbahn 4:56 Uhr ab Radebeul Ost nach Radeburg zum Abholen der Schüler. Der noch stärker frequentierte Haltepunkt Weißes Roß hat in direkter Nähe das Lößnitzgymnasium und das große Berufsbildungszentrum, dazu kommt noch der Übergang zu Straßenbahn und Bus. Wie hutzel79 schon schrieb sind dort hohe Fahrgastzahlen im Tagesverlauf zu sehen.

        Es war in den letzten Jahren sogar im Gespräch einen extra Haltepunkt mit Bahnsteig näher an der Brücke an der Lößnitzgrundstraße zu bauen, da die Schüler ja entlang des Gleises erst noch bis dorthin meist mit ihren Fahrrädern parallel fuhren. Dieses Vorhaben ist aber von VVO und SDG, evtl. auch DB Netz AG in letzter Zeit aus verschiedenen Gründen korrigiert worden und nun wurde dafür der Hp. Lößnitzgrund ausgebaut.

        Die beiden Haltepunkte im Radebeuler Stadtgebiet sind auch jährlich das Ziel Tausender Besucher allein an einem Wochenende, das sind die Karl-May-Festtage. Dabei ist die Lößnitzgrundbahn das einzig mögliche Transportmittel zwischen Start- und Endpunkt des Festgeländes. Wenn du dann die Besucher an solchen Tagen zu betreuen hast und im Hp. Lößnitzgrund mit dem bisherigen Schüttbahnsteig die Fahrgäste z.B. trotz mehrfacher Aufforderung nicht glauben können, dass Lok und Zug mehr als nur die 750 mm Breite der Gleise haben und sie direkt an der Schiene stehen bleiben ist der Grund der betriebssichereren Ausführung des Haltepunktes nach heutigen Vorgaben mit einer definierten Bahnsteigkante nur zu begrüßen. Durch die geänderte Bahnsteigoberfläche wird die Sicherheit und wie im letzten Jahr sehr gut zu erleben auch der Winterdienst erheblich verbessert. Die Bahnsteigpflasterung geht auch genau wie schon im Hp. Weißes Roß nicht bis an das Gebäude, außerhalb der Türzugänge ist immer ein Kiesstreifen angelegt zum Schutz des Gebäudes wie allgemein üblich bei solchen Arbeiten. Es gibt mit Sicherheit einige weitere Punkte, die die Notwendigkeit zur Veränderung des Hp. Lößnitzgrund wie auch der restlichen Strecke begründen können. Ich bin dazu aber nicht aussagekräftig und werde daher keinerlei Mutmaßungen u.ä. wie hier bereits mehrfach geäußert abgeben!

        Durch die entsprechende Frequentierung der Haltepunkte ist das auch mit den Mitteln des ÖPNV voll abgedeckt und braucht hier nicht als Unsinn oder buchhalterischer Trick abgetan werden. Wie schon geschrieben, wer die Hintergründe nicht kennt oder nur als Tourist am Wochenende oder in der Ferienzeit die Gegend kennengelernt hat wird da nicht mitreden können und sollte sich mit seinen Beschuldigungen mal etwas zurückhalten.

        Die Traditionsbahn, die wie jeder andere mögliche Eisenbahnverein als EVU die Fahrplantrassen von der SDG als Betreiber nur bestellt und auch bezahlt ist dafür in keinster Weise zu beschuldigen. Sie ist auch durch ihre Satzung nicht zu den zwischen Betreiber und Besteller vereinbarten Maßnahmen zur Verantwortung zu ziehen, hat aber mit Sicherheit bereits lange im Vorfeld der Maßnahmen in den internen Gesprächen ihre Meinung und Vorschläge dazu kundgetan, weitere Einzelheiten kann und werde ich aber dazu nicht hier veröffentlichen.

        Mit freundlichen Grüßen,
        Danilo Pietzsch
    • TraditionsBAHN

      Entschuldigt bitte meine Frechheit,
      aber ist dann nicht vielleicht der Name "Traditionsbahn" etwas irreführend, "Traditionsfahrzeugpark Radebeul e.V." oder so vielleicht in Zukunft geeigneter? Ich will nicht die Arbeit des Vereins klein reden (ich habe wirklich große Achtung davor) - aber hier hätte von diesem energisch eingeschritten werden müssen. Und wenn es vielleicht sogar an dem war - warum bitte erfährt dann die Forum-Öffentlichkeit davon nix? Was ich hier lese grenzt an Geheimniskrämerei - sollte dem Verein tatsächlich die Existenz des Bimmelbahnforums entgangen sein? Sicher gibt es Vorgaben für solche Baumaßnahmen und ganz sicher gefallen diese nicht jedem von uns (mir auch nicht). Aber warum ist es so schwer, diesen Konflikt transparent darzustellen und zu diskutieren?
      Rückgängig können wir den Beton damit sicher nicht machen - aber eventuell ja auf Entscheidungsträger einwirken, zukünftig sensibler und tradionsbewußter zu sanieren. Dass das möglich ist, ist meine tiefste Überzeugung.

      Armin
    • Original von dampfachim
      Wenn nun das Verkehrsmittel eine gewisse Attraktivität hat ... wie bei unseren Dampfbahnen durch den gewissen historischen Reiz, ist das doch eher das Ziel des ÖPNV. Denn nur so erreicht man hohe Rentabilität und damit auch eine Entlastung des Steuersäckels.

      ... Ich behaupte, dass die Mehrheit der Fahrgäste doch irgend ein Ziel ansteuert, dort irgend etwas tut, wie im Fall Lößnitzgrundbahn z.B. das Jagdschloss Moritzburg besichtigt und erst dann wieder zurück fährt.


      Hallo Achim,

      über das Wesen von ÖPNV sind wir uns schon mal einig - eine Anmerkung hätte ich aber noch:
      Der Attraktivitätsgewinn durch einen "gewissen historischen Reiz" kann aus Sicht des ÖPNV bei weitem nicht die damit verbundenen Nachteile, vor allem bei der Reisegeschwindigkeit ausgleichen (Dampfzug: 25 km/h, heutiger ÖPNV: 50 - 160 km/h). Ansonsten würde man ja überall im ÖPNV wieder historisches oder historisierendes Fahrzeugmaterial einsetzen (Rostocker Straßenbahn mit Triebwagen im Stil der 20er Jahre, Berliner S-Bahn mit Dampfloks usw. )

      Wenn man sich als Tourist für ein Fahrerlebnis mit dem Lößnitzdackel entschieden hat, dann ist es natürlich naheliegend, die Fahrt mit einer weiteren Aktivität zu verbinden. Die Fahrt bleibt aber trotzdem das Hauptanliegen. Die Touristenströme kommen ja nicht aus Radeburg oder Radebeul. Wer mit der Bahn fährt, nimmt im Allgemeinen einen nicht notwendigen Umweg in Kauf. Und die Schüler könnten ohne weiteres vom Bus übernommen werden.
      Mal angenommen, den Lößnitzdackel hätte es bisher nicht geben, dann würde heutzutage niemand auf die Idee kommen, zwichen Radebeul, Moritzburg und Radeburg eine neue Eisenbahn zu bauen. Die Strecke wird nur betrieben, weil sie halt einmal da ist und eben aus Tradition...

      Grüße, Franz

      PS Lustig, wie manche hier den alten Bahnsteig als "schlecht im Zustand" bezeichnen. Schaut euch einfach mal die ersten Bilder in Danilos Ausgangsbeitrag an - der alte Bahnsteig war in einem TOP-ZUSTAND. Falls Fördermittel geflossen sind, wäre die Baumaßnahme eher ein Fall für den Rechnungshof.
    • Etappensieg für die "Ewiggestrigen"

      Knapp zwei Jahre nach dem rücksichtslosen Bahnsteigumbau am Hp. Lößnitzgrund (und der schon einige Zeit früher - 2007? - erfolgten Maßnahme am Weißen Roß) meldet sich nun das Sachgebiet Denkmalschutz des LK Meißen zu Wort. Die SDG ist nunmehr aufgefordert, den Zustand dahingehend zu verändern, wieder Bahnsteige mit wassergebundener Decke herzustellen. :cheers:

      Somit wird wenigstens etwas altes "Flair" wiederhergestellt. Hätte man da als DAMPFEISENBAHNgesellschaft nicht auch selber drauf kommen können? :wink:

      MfG
      der099er
    • Hallo,

      es stellt sich doch die dringende Frage, warum die Umbauarbeiten nicht vorher mit dem Amt für Denkmalschutz abgeklärt wurden?

      Einen Bahnsteig pflastern und zwei Jahre später nochmals umbauen :nono: So kann man für die Unterhaltung der Bahn sicher gut zu verwendendes Geld natürlich bestens anderweitig nutzlos verbraten :frust:
      _________________________
      Gruß aus dem Bergischen Land

      Thomas
    • Sächsisches Denkmalschutzgesetz

      Bei Wikipedia ist erläutert, dass der gesamte Haltepunkt Lößnitzgrund ein Kulturdenkmal ist. Und wenn man das Sächsische Denkmalschutzgesetz ließt, erfährt man, dass der Charakter von Kulturdenkmälern nicht verändert werden darf. :lies:

      Wenn also die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft den Haltepunkt Lößnitzgrund ohne vorherige Einbeziehung der Denkmalschutzbehörden umgebaut haben sollte, so hätte sie rechtswidrig gehandelt - abgesehen davon, dass es für die SDG als Betreiber eines technischen Denkmales meiner persönlichen Meinung nach nahezu skandalös wäre, dieses ohne denkmalschutzrechtliche Genehmigung zu modernisieren.

      Fakt ist auch, dass jeder kleine Privatmann Kunststofffenster wieder ausbauen darf, wenn er diese ohne Zustimmung der Denkmalschutzbehörden einbaut. Wieso soll dann die SDG besser gestellt werden?

      Wenn es wahr sein sollte, dass die SDG die Haltepunkte Lößnitzgrund und Weißes Roß ohne vorherige Einbeziehung der Denkmalschutzbehörden umgebaut hat, dann müsste sie ggf. ihre Bausünden zurückbauen - wie der einfache Bürger auch!

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    • Zwischenzeitlich wurde Wikipedia aktualisiert: "Im November 2011 wurde ohne zuvor eingeholte denkmalschutzrechtliche Genehmigung die denkmalgeschützte Bahnsteigbeleuchtung durch moderne Leuchten ersetzt. Ebenfalls wurde ohne zuvor eingeholte Zustimmung der Denkmalschutzbehörde der historische Bahnsteig durch die Ausstattung mit Betonpflaster und Blindenleitstreifen modernisiert, auch die Wasserpumpe verschwand. Nach Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens und aufgrund einer Petition wurde die SDG gezwungen, einen Denkmalbeirat einzusetzen. Zudem wurde durch das zuständige Denkmalamt eine Rückbauverfügung erlassen." (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Haltepunkt_Lößnitzgrund)


      Nur - die Rückbauverfügung wurde bislang nicht umgesetzt. Weiß jemand warum nicht?

      Grüße vom Lausitzer!