Fährfahrt nach Gedser

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    • Fährfahrt nach Gedser

      Hallo liebe Fährschiffsfreunde,

      wenn man nach Dänemark fährt, führen mindestens drei Wege dorthin. Zwei davon sind Fährlinien und so entschied ich mich für die Verbindung Rostock - Gedser, weil dies die kürzeste Anreise in meinen Urlaubsort im Norden der Insel Falster darstellte. boards-4you.de/wbb13/60/thread.php?threadid=9266&sid=

      Hin- und Rückfahrt buchte ich auf der "Kronprins Frederik", die 1981 auf der Fährlinie Korsør - Nyborg in Dienst gestellt wurde und als Eisenbahnfähre konzipiert war. Die 4 Gleise im Schiffsbauch sind auch heute noch zu entdecken, allerdings zugeschmiert.

      Schiffen wir uns also ein:



      Am 9. August 2014 war das Wetter leider trüb und es regnete zeitweise. Aus Gedser trifft das Fährschiff "Kronprins Frederik" am Seehafen Rostock ein. Der Breitling wird, wie immer, als Wendeplatte zum Anlegen genutzt, denn in Rostock wird über das Heck angelegt.



      Nicht ganz zufällig suchte ich mir sofort nach dem Abstellen des Familienautos in den Tiefen des Laderaums den Weg zum Promenadendeck. Der Dampfeisbrecher "Stettin", Baujahr 1933, wurde erwartet.



      Verfolgt wurde der bekannte Dampfer vom "Bussard", einem ebenfalls dampfgetriebenen ehemaligen Tonnenleger, der schon 1906 in Dienst gestellt wurde und seit 2006 als Traditionsschiff wieder unter Dampf steht.





      Wenn man die Fährabfahrt um 13.30 Uhr nach Gedser wählt, kommt man fast zwangsläufig auch mit der Fährkonkurrenz unserer "Königslinie" in Berührung. Zu dieser Zeit legt die "Stena-Line" Fähre, diesmal die "Skåne" und die "TT-Line", an diesem Tag "Huckleberry Finn" an. Letztere ist mir leider beim Beladegeschäft entwischt. Beide Fähren kommen ungefähr zeitgleich aus Trelleborg.



      Wir unterhielten uns gerade darüber. boards-4you.de/wbb13/60/thread…d=&postid=63628#post63628 Schiffsabgase sind an und um die Häfen unserer Welt ein ernstzunehmendes Problem. Unsere "Kronprins Frederik" bläst kurzzeitig genau die gleichen Wolken in den Rostocker Himmel, wie manche Öllok. Der Brennstoff ist ja auch identisch. Das Umstellen von Marinediesel auf Bunkeröl konnte so gut verfolgt werden. Fortan nebelte ein ziemlich übler Mief das hintere Promenadendeck ein. Allerdings nun fast unsichtbar.



      Wer nun dachte, die ganzen schönen Dampfer, auch noch kleinere, hätten sich zufällig in Rostock verabredet, wird wohl spätestens jetzt merken, dass das wohl etwas viel Zufall wäre, denn gerade dampft der Hamburger Dampfschlepper "Woltmann", Baujahr 1904, an uns vorbei. Im Hintergrund, weit weniger ungewöhnlich für diesen Ort, das Kreuzfahrtschiff "Costa Fortuna". Es war natürlich kein Zufall, sondern "Hanse Sail 2014".



      Und wer denkt... "Warum fotografiert der Dummkopf nur die stinkenden Dampf- und Motorschiffe???
      Hat er doch gar nicht. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon viele verschiedene Windjammer auf meinen Chip verirrt.
      Vor Warnemünde begegnete uns unter anderen im Gegenverkehr die bekannte "Gorch Fock II" der Bundesmarine mit einem Marineschlepper im Schlepp. Falls Ludger hier reinklickt. Man beachte die vielen orangen Männchen in den Wanten.



      Der "Dannebrog" zeigt uns, wo es hingeht. Hinter uns das Weichbild von Warnemünde. Der Kühlturm des Steinkohlekraftwerks am Seehafen ist übrigens bis Gedser immer am Horizont zu sehen. Überhaupt, man verliert das Land nie aus den Augen.



      In einem Gang entdeckte ich dieses Fabrikschild des Fährschiffes. Die "Kronprins Frederik" wurde mit zwei Schwesterschiffen durch die DSB für den Fährverkehr über den Großen Belt beschafft und dort bis zur Inbetriebnahme der "Storebæltsbroen" 1998 eingesetzt. Anschließend wurde sie und das Schwesterschiff "Prins Joachim" durch "Scandlines" übernommen und für den Verkehr Rostock - Gedser hergerichtet. Das 3. Schiff im Bunde, die "Dronning Ingrid" wurde nicht übernommen und verdingte sich als Lazarett und Hilfsschiff. faktaomfartyg.se/dronning_ingrid_1980.htm und endete in Durban.



      Auf Gegenkurs kommt uns natürlich die "Prins Joachim" entgegen, die die gleiche Geschichte hat, wie FS "Kronprins Frederik". Während "Kronprins Frederik" noch immer den Heimathafen Korsør angeschrieben hat, fährt sie heute unter deutscher Flagge mit Heimathafen Rostock.





      An meinem Abreisetag dem 16. August 2014 nutzte ich die Zeit in der Warteschlange, das Gelände in Gedser etwas zu erkunden. Ein wenig Eisenbahn ist noch zu finden, wenn auch in schlechtem Zustand.



      Vor dem Ringlokschuppen mit Drehscheibe träumt dieser Triebwagen von besseren Zeiten: jernbanen.dk/motor_solo.php?s=131&lokid=269&n=ahtj-sm-1
      Auch wenn es noch so trostlos aussieht. Es kümmert sich ein Verein um dieses Gelände und betreibt in der Remise ein kleines Museum: gedser-remise.dk/



      Wenn man sich umschaut, so hat sich aber sehr viel verändert, seit tog-billeder.dk/dk_stationer_plan-15_DSB.htm dem letzten Eisenbahn-Betriebstag im Dezember 2009. Scandlines ließ 2012 das Gelände großzügig umbauen und die meisten Gleisanlagen entfernen. Allerdings bekam das Museum an der Remise einen Gleisanschluss an die freie Strecke. Die ehemaligen Gütergleise wurden entfernt und dort die Aufstellspuren und Sanitärgebäude für die wartenden Kfz errichtet. Das Empfangsgebäude wurde an beiden Stirnseiten verglast. Die typische Architektur blieb aber erhalten, genau wie das ehemalige Bahnsteigdach.



      Als ich um das sanierte Gebäude herumstromerte, bemerkte ich im Inneren eine Dampflok. Es ist die DSB Litra F 653, Frichs 1949 jernbanen.dk/damp_solo.php?s=1&lokid=431&n=dsb-f-653



      Als Denkmal erinnert die Dampflok in der zur geschlossenen Wartehalle umgebauten Bahnsteighalle an die großen Zeiten der Eisenbahnfähre Warnemünde - Gedser. Eine schöne Geste von Scandlines. Außerdem habe ich in der Halle eine große Schautafel mit bekannten Gesichtern entdeckt. Sie setzt der dänischen Fernsehserie "Matador" ein Denkmal, für die hier Dreharbeiten stattfanden. "Matador" wurde bei "Nordisk Film" produziert und es spielten viele bekannte dänische Schauspieler aus der "Olsenbande" mit.



      Zeit, wieder nach draußen zu gehen. Unsere Fähre trifft wieder ein. In Gedser wird heute wieder mit dem Bug angelegt. Eine zeitraubende Drehung um 180° erfolgt erst wieder nach dem Ablegen in Richtung Rostock.



      Leinen los!!! Rückwärts schiebt sich das Schiff in die Ostsee hinaus. Zwar wird die Fähre von der hinteren Brücke gesteuert. Von hier wird der Vorgang aber aufmerksam überwacht. Im Vordergrund das EG in Gedser. Im Hintergrund sind die neu entstandenen Aufstellflächen mit den Sanitärhäuschen zu erkennen. Hier breiteten sich einst die Güteraufstellgleise vor dem Fähranleger aus.



      Ein letzter Blick zurück auf die dänische Küste und Skandinaviens südlichsten Punkt "Gedser Odde" ganz rechts. Wir werden ganz sicher wiederkommen.

      Alle Fotos: Achim Rickelt



      Ich hoffe, Ihr könnt mir den maritimen Ausrutscher wieder einmal verzeihen.


      Viele Grüße

      Euer Dampf - Achim Rickelt
    • Hallo Achim,

      da gibt es nichts zu verzeihen!
      Ich verfolge mit großem Interesse die maritimen Beiträge hier im Forum, auch wenn sie in den seltensten Fällen etwas mit "Bimmelbahnen" zu tun haben. Als an Technik interessierter konnte ich dadurch schon eine Menge lernen und meinen Horizont erweitern. Die vielen "klicks" und Antworten in den Beiträgen sprechen wohl auch für ein allgemein großes Interesse an diesen Themen.
      Den Termin der HanseSail für die Fährüberfahrt zu nutzen, ist einerseits eine mutige Entscheidung gewesen - sind Rostock und sämtliche Straßen und Autobahnen doch immer völlig überfüllt - andererseits sind tolle Bilder garantiert...
      Den Dampfeisbrecher "Stettin" und den ehemaligen Tonnenleger "Bussard" habe ich hier schon einmal vorgestellt.

      Herzliche Grüße aus Leipzig,
      Thorsten
    • Hallo Achim,

      da besteht überhaupt kein Risiko, da es hier ja etliche User gibt, die sich für derartige Beiträge begeistern. Und die Eisenbahn ist immer dabei ...

      Ich habe mich auch sehr über die Bilder gefreut. Meine einzige Fahrt auf dieser Route liegt nun genau 20 Jahre zurück: Im Sommer 1994 mit der "Knudshoved". Damals allerdings noch mit einem Reisezug an Bord, u. von Warnemünde aus. Ich hatte es schon erwähnt.
      Unser Ziel war das Städtchen Gilleleje im Norden von Seeland, Endpunkt zweier interessanter Privatbahnen.

      Vielleicht gelingt es dem Verein in Gedser, das Gelände noch etwas anziehender zu gestalten. Immerhin spielte die Eisenbahn jahrzehntelang eine wichtige Rolle für das Städtchen.
      Immer wieder interessant, was 1949 noch für altmodische Dampfloks gebaut wurden (Frichs) . Die könnte man auf den ersten Blick glatt für 50 Jahre älter halten.

      Übrigens, der vierte Weg nach Dänemark beginnt in Sassnitz ... :hot:

      Beste Grüße

      Holger
    • Hallo Holger,

      der vierte Weg über Sassnitz wird aber leider immer unattraktiver. Klar, man kommt noch hin, aber wir wissen ja, wie die Marschrichtung dort ist.

      Die Litra F ist so etwas, wie die dänische T 3. Als Rangierlok und leichte Streckenlok war sie praktisch überall zu finden. Unsere 653 gehört genau genommen zur Litra F II. Es gab auch noch eine 3. Bauform. Aber die F II hatte sich am besten durchgesetzt. Die dänische Seite jernbanen.dk/damp.php?s=1&litra=F&typenr=2 führt alle F II auf. Wenn ich richtig gesehen habe, ist dort die älteste Lok mit Baujahr 1898 angegeben.
      Diese Baureihe wurde 1949 durch Frichs in nur leicht veränderter Form nachgebaut. Eine dieser Nachbauten, die 657, hatte ich schon 2012 fotografiert. Damals konnte ich aber auch eine der älteren, die 441, aufnehmen. Wenn Du die Lebensläufe der einzelnen Loks einmal durchstöberst, wirst Du bei vielen Maschinen auch Gedser als Stationierungsort finden.

      @Wieland: Solche Fotos von der Mole habe ich im späten Winter 2014 auch gemacht. Damals begegnete mir "Prins Joachim"



      zwei Jahre zuvor konnte ich erstmals den Kronprinzen sehen. Erstmals, weil ich davor ewig nicht in Warnemünde war.



      @Thorsten: Unser Urlaubstermin hatte eigentlich gar nichts mit der Hanse Sail zu tun. Als wir Anfang des Jahres die Unterkunft und die Überfahrten buchten, dachte ich nicht einmal daran, dass die Sail stattfindet. Später bekam ich ob des Verkehrs dann doch Bauchschmerzen.
      Aber es funktionierte prima. Als wir gegen Mittag anreisten, waren A 20 und A 19 frei und wir kamen ohne Hindernisse zum Hafen. Dort konnten wir beim Warten dann noch etwas von den Schiffen sehen. Die zusätzlichen Fotomöglichkeiten waren ein angenehmer Nebeneffekt und verkürzten die Wartezeit. Die großen Pötte kamen allerdings später.

      Aber ich möchte jetzt keine Segelschiffsthread daraus machen. Sind schon wieder viel zu viele Schiffe.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo Achim,

      mit dem vierten Weg nach Dänemark meine ich natürlich:

      directferries.de/sassnitz_roenne_faehre.htm

      In dreieinhalb Stunden zum schönsten Teil des kleinen Königreiches!
      Dazu Spurensuche bei der ehem. Schmalspurbahn.

      Eine faszinierende, sehr abwechslungsreiche Landschaft, Burgen, Rundkirchen, überall Fachwerk ... Ich komme schon wieder ins Schwärmen.

      Viele Grüße

      Holger
    • Danke Achim!

      Wenn alles klappt, dann kann man die Bilder auch bald als historisch betrachten. Zur Saison 2015 sollen endlich die beiden neuen Fährschiffe kommen. Aktuell werden sie in Munkebo bei Odense entkernt und erleichtert.

      Aktueller Bauzustand: cdn1.faehren-aktuell.de/pics/2…au-10.09.2014-640x330.jpg

      Nicht nur, dass die Fähren jetzt leichter werden. Man entfernt auch den Hauptdiesel und ersetzt ihn durch einen Hybridantrieb.

      Damit sollten die Geruchsbelästigungen der Vergangenheit angehören. Die beiden alten Damen sind nicht optimal für die Linie Rostock - Gedser. Der Fahrplan ist sehr knapp kalkuliert, so dass die Maschinen unter Volllast laufen müssen. Selbst ein Tausch der Motoren vor ein paar Jahren hat keine Verbesserung gebracht. Und das geht zu Kosten des Verschleiß. Folge ist, dass schon mehrfach eine Fähre kurzfristig ausgefallen ist. Ist mir schon 2x passiert.

      Die Remise in Gedser hat viele interessante Fahrzeuge im Bestand. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nicht in dem umgebauten Empfangsgebäude war, obwohl ich mindestens 6x im Jahr in Gedser bin. Und jetzt sehe ich auch noch, dass dort eine Litra F steht. So eine Lok steht bei mir als H0-Modell in der Vitrine. Zusammen übrigens mit einem Skinnebus, wie er vor der Remise steht.

      LG Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von V10C ()

    • Hallo Hobbybahner,

      keine Ahnung ob die das wollten. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wer die Frau und der Junge sind. Und ich habe auch keine Lust, mich mit ihnen per Anwalt bekanntmachen zu lassen. Weil sie recht gut erkennbar durch das Bild laufen, ich aber nicht die halbe Halle amputieren wollte, habe ich sie lieber unkenntlich gemacht. Da hätte ich beim Fotografieren lieber eine Sekunde warten sollen, habe ich aber nicht.
      Andere Passanten sind zu entfernt und nicht so Hauptmotiv, so dass ich sie ungeschoren ließ.

      Also, falls Deine Frau und Dein Sohn auf dem Foto sind, sie müssten mir am 16. August so gegen 10.45 Uhr dort begegnet sein und sie nichts dagegen haben, stelle ich gern die unbearbeitete Version ein. ;-)

      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Original von V10C
      Danke Achim!

      Wenn alles klappt, dann kann man die Bilder auch bald als historisch betrachten. Zur Saison 2015 sollen endlich die beiden neuen Fährschiffe kommen. Aktuell werden sie in Munkebo bei Odense entkernt und erleichtert.

      Aktueller Bauzustand: cdn1.faehren-aktuell.de/pics/2…au-10.09.2014-640x330.jpg


      Hallo Stefan,

      das war mir bei all meinen Fotos der beiden Prinzenbrüder in den vergangenen Jahren bewusst, dass es immer die letzte Begegnung sein könne.
      Wie radikal der Eingriff in die Struktur der Schiffe jetzt ist, lässt sich leicht erkennen, denn sie sahen schon so aus:



      So lag das Fährschiff "Berlin" schon am 4. September 2012 am Ausrüstungskai der Volkswerft Stralsund. Kurz zuvor hatte die Werft Insolvenzantrag gestellt. Die erste Probefahrt hatte das Schiff schon hinter sich. Aber die Probleme begannen erst. Eine völlige Fehlkonstruktion, die für die Werft zum Desaster werden sollte.



      Direkt daneben wartet die "Copenhagen" auf die weitere Zukunft. Sie ist noch nicht so weit gediehen, wie das Schwesterschiff. Hoffentlich bringt der jetzige Umbau auch einen optischen Vorteil für die Schiffe. In Stralsund wirkten sie auf mich ziemlich buglastig und überhaupt nicht schön.


      Nicht nur, dass die Fähren jetzt leichter werden. Man entfernt auch den Hauptdiesel und ersetzt ihn durch ein Hybridantrieb.

      Damit sollten die Geruchsbelästigungen der Vergangenheit angehören. Die beiden alten Damen sind nicht optimal für die Linie Rostock - Gedser. Der Fahrplan ist sehr knapp kalkuliert, so dass die Maschinen unter Volllast laufen müssen. Selbst ein Tausch der Motoren vor ein paar Jahren hat keine Verbesserung gebracht. Und das geht zu Kosten des Verschleiß. Folge ist, dass schon mehrfach eine Fähre kurzfristig ausgefallen ist. Ist mir schon 2x passiert.


      Einige Ausfälle der Prinzen in den letzten Jahren haben es sogar bis in die Medien geschafft. Einmal trieb "Prins Joachim" antriebslos in der Ostsee umher. Zum Glück ist bisher nichts wirklich schlimmes passiert. Es hätte ja auch mit dem Vertreiben auf eine Untiefe enden können.
      Ob die Motoren auf Hochtouren liefen, kann ich nicht beurteilen. Wenn ich die Schiffe bei Marinetraffic verfolge, laufen sie nicht mit der bei Scandlines angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 21 kn, sondern meist bis zu 18 kn. Aber das stimmt, der Fahrplan ist ziemlich ambitioniert. Die schnellsten Überfahrten benötigen ja gerade 105 Minuten. (okay ohne Drehung direkt Rostock - Gedser)
      Am 9. August war die Kronprins nicht ganz pünktlich unterwegs. Am 16. aber schon. Am 9. bremsten aber sicher die Aktivitäten der "Hanse Sail" den Fährtakt etwas aus. Vor dem Schiff kreuzte meist ein Boot der Wasserschutzpolizei, um die Freizeitkapitäne auf Abstand zu halten.

      Die Remise in Gedser hat viele interessante Fahrzeuge im Bestand. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nicht in dem umgebauten Empfangsgebäude war, obwohl ich mindestens 6x im Jahr in Gedser bin. Und jetzt sehe ich auch noch, dass dort eine Litra F steht. So eine Lok steht bei mir als H0-Modell in der Vitrine. Zusammen übrigens mit einem Skinnebus, wie er vor der Remise steht.

      LG Stefan


      Die Remise sah leider ziemlich verlassen aus. Viel Zeit hatte ich ja auch nicht. Aber die Fahne, die die Öffnungszeit ankündigt, war nicht gehisst. Die Bahnhofshalle wollte ich eigentlich gar nicht aufsuchen. Ich entdeckte die F auch nur zufällig. Mein Plan war, einen Fotostandpunkt für die Ankunft der Fähre zu finden. Links neben dem EG fotografierte ich dann durch den Maschendraht eines Tors.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Und hier mal zwei Bilder.

      Das erste Bild zeigt mal einen Größenvergleich zwischen FS "Prins Joachim" und der AIDAbella.



      Das zweite zeigt das gleiche Fährschiff bei außerplanmäßigen Reparaturarbeiten im Seehafen Rostock. Im übrigen war an dem Tag der Wind so stark, dass sich das Schiff losgerissen hatte und mit Schlepperhilfe wieder an die Pier gedrückt wurde.



      LG Stefan
    • Hallo Stefan,

      die beiden Prinzen sind heutzutage "kleine Prinzen". Schon gegen die in Rostock verkehrenden "Stena-Line" bzw. "TT-Line" Fähren sind sie klein. Gegen manchen Kreuzfahrer dort natürlich erst recht.

      Aber das gab mir bei der Vorbeifahrt Gelegenheit zu einer Spie(gel)lerei.



      Wir sehen "Kronprins Frederik" im Spiegel der "AIDAmar".

      War der Ausfall der "Prins Joachim" zufällig am 1. April 2014? Ich hatte sie am Tag zuvor fotografiert (siehe oben) und im Radar am nächsten Tag beobachtet, dass sie in Rostock lag und nicht eingesetzt wurde.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo Achim,

      es war der 28. Oktober 2013 während Sturm "Christian" tobte. In Trelleborg hatte sich auch die "Peter Pan" der TT-Line losgerissen.

      Wer übrigens mal eine Schnuppertour mit einer Fähre machen will, da bietet sich die TT-Line an. Mit ihren Luxus-Fähren "Peter Pan" oder "Niels Holgersson" kann man auf der Strecke Travemünde - Rostock bzw. umgekehrt an der deutschen Ostseeküste entlang schippern. Im Preis von 29,90 sind 5 Personen und 1 PKW inkl..

      Die Zusammenarbeit von STENA und TT-Line auf der Route Rostock-Trelleborg ist allerdings Geschichte, was den Fahrplan von TT-Line mächtig durcheinander gewirbelt hat und ich ein Opfer bin... (gebuchte Rückfahrt ab Trelleborg Ende September gestrichen).

      Dafür brummt der Frachtverkehr ab Polen...(geht zu Lasten von Saßnitz).

      LG Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von V10C ()

    • Hallo Stefan,

      bei Sturm sagt das Radio häufiger mal durch, dass Fährabfahrten ausfallen. Ob das Wetter dann als Vorwand für Reparaturen genutzt wird, kann ich nicht beurteilen.
      Aber ich denke, dass wohl die Sicherheit Vorrang haben sollte.

      Als Reisender hätte ich auch keine besondere Lust bei einem ausgewachsenen Orkan mit solch einem Schiff unterwegs zu sein. Da schüttet es ja immer die Kaffeetasse aus. ;-)

      TT-Line hat vor einigen Tagen die Ausweitung ihres Fahrplans angekündigt. Mal sehen, wie die sich das denken. Durch die Fährlinie Swinemünde - Trelleborg hat TT-Line ja jetzt schon irgend so einen Umlauf eingeführt, so dass nicht mehr nur die "Huckleberry Finn" und "Tom Sawyer" Rostock anlaufen.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Hallo Achim,

      eigentlich ist das Schiff bei Sturm auf See sicherer als im Hafen. Ich habe mit dem Schwesterschiff pünktlich übergesetzt. Nur die Gesichter mancher Fahrgäste sehen komisch aus... Ausfallen tuen die Fähren eher, wenn der Sturm das Wasser aus dem Fährhafen Gedser herausdrückt.

      Um nicht einen Rüffel zu bekommen, machen wir das Thema mal rund. Hier ein Link, der die Schiffe im Eisenbahnfährdienst zeigt:

      evp.dk/index.php?page=apropos-farger

      LG Stefan

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von V10C ()

    • Lieber Achim,

      vielen Dank für den Bilderbogen! Die Frage ist ja, wie lange die beiden Prinsen noch dort bleiben müssen. Schon 2011, als ich das letzte Mal mit ihnen unterwegs war, wartete man dringend auf die Ablösung, da regelmäßig technische Ausfälle auftraten. Inzwischen sind die beiden neuen Fähren von Stralsund erst nach Hamburg und dann nach Munkebo (Odense) gebracht worden und werden nun massiv umgebaut. Fotos dazu gibt es hier.

      Viele Grüße
      Eckhard

      PS: Oh sorry, das wurde ja zum Teil in diesem Thread schon erwähnt.
      Viele Grüße
      Eckhard

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Eckhard ()

    • Hallo,

      eine Litra F (654) kann man noch bei der Angeln Bahn Süderbrarup - Kappeln in Schleswig-Holstein erleben.

      angelner-dampfeisenbahn.de/fahrzeuge.php

      Ich habe mich noch nie besonders mit dänischen Lokomotiven befaßt. An unsere T 3 mußte ich im ersten Moment auch denken, deshalb erstaunte mich das Baujahr.

      Immer wieder schön sind die dänischen Texte zu lesen. Da erscheinen Worte wie:
      Trykluftpumpe, Rögkammerdör, Förerhus, Dampkedel usw.
      In meinem Buch über die Bornholmer Eisenbahn, kann ich den dänischen Text auch ganz gut verstehen.
      Aber: spätestens wenn die Dänen den Mund aufmachen, ist es mit dem Verstehen nicht mehr weit her.

      Schöne Grüße

      Holger
    • Hallo Holger,

      bis 2012 hatte ich mich auch noch nicht besonders für dänische Lokomotiven, Triebwagen usw. interessiert. Aber mein erster Dänemarkurlaub, in dem ich mit den Litra F 441 und F 657 gleich zwei dieser interessanten und äußerst erfolgreichen Lokomotiven erleben durfte, weckte in mir natürlich auch ein weiteres Interesse an der Fahrzeugtechnik der DSB.
      Seitdem habe ich diese Seite in meinen Favoriten gespeichert. Mit dieser Seite fange ich immer an, warum wohl???

      jernbanen.dk/motor_solo.php?s=9&lokid=52

      Natürlich könnte ich ohne weiteres die Startseite als Favorit anlegen, aber diese Seite hat es mir irgendwie angetan. :hot:

      Meine Berichte von damals sind leider inzwischen ohne Bilder, so dass es nichts nützt, sie hier zu verlinken.

      Darum direkt je ein Foto der Litra F 657, Frichs 1949 auf dem Bahnhof Korinth.




      und der Litra F 441, Frichs 1914 im dänischen Eisenbahnmuseum Odense.



      Augenfälligstes Unterscheidungsmerkmal der Nachkriegsloks von den älteren Baulosen sind die Hülsenpuffer. Die älteren Loks besitzen außerdem keinen hohen Kohlenkasten, sondern nur eine schräge Rutsche.

      Die dänische Sprache weist schon einige Ähnlichkeiten mit dem Deutschen auf, aber wirklich nur einige. Im direkten Umgang mit Dänen habe ich meist auch nichts verstanden. Sprachen sie aber langsam und deutlich, konnte man mit wenigen Brocken und etwas Kombinationsgeschick schon relativ gut nachvollziehen, was gemeint war.

      Besonders auffällig war das während unserer diesjährigen Bootsfahrt durch Kopenhagen. Die Rundfahrt mit den blauen Booten von "Netto-Bådene" havnerundfart.dk/tysk/index.php?page=forside.php wird auf Dänisch, Englisch und Deutsch moderiert. Wir hatten eine nette Dänin an Bord, die die beiden ersteren Sprachen kredenzte. Für die deutsche Übersetzung war Lennart zuständig, der offenbar aus Deutschland stammte, zumal er völlig akzentfrei Deutsch sprach. Die junge Dame erklärte die Sehenswürdigkeiten sehr ausführlich in einem wunderbar deutlichen Dänisch, von dem ich erstaunlich viel verstehen, bzw. kombinieren konnte. Sie wiederholte diesen Text dann wörtlich noch auf Englisch, auch sehr gut und so konnte man schon einmal gut die Richtigkeit des Verstandenen überprüfen. Lennart sprach dagegen schon recht abgekürzt, weil das Boot inzwischen schon fast die nächste Attraktion erreicht hatte und die Kollegin wieder dran war.

      Einmal musste es schnell gehen, weil ein bestimmter Blick nur kurz möglich war. Da stellte sich heraus, dass die Dame durchaus auch der deutschen Sprache mächtig war. Und das in dem schönen Akzent, der mir schon bei vielen Dänen so außerordentlich gut gefiel. Davon hätte ich gern noch mehr gehört.

      Wer einmal Kopenhagen vom Wasser erleben möchte, dem kann ich die blauen Boote empfehlen. Wir stiegen an der Holmens Kirke zu und mussten dort nicht warten, wie meist am Nyhavn nötig. Im Gegensatz zum Platzhirsch stromma.dk/kobenhavn/sightseei…g-med-bad/the-grand-tour/ ist der Preis auch günstiger und es wird die deutsche Moderation angeboten.


      Viele Grüße

      Dampfachim
    • Heute ist ein denkwürdiger Tag für die Fährlinie Rostock - Gedser. Vor exakt 25 Jahren durften erstmals alle DDR-Bürger die Fährlinie nutzen. Die unsichtbare Grenze war endlich wieder frei und die beiden von der DR und DSB eingesetzten Fährschiffe (Warnemünde und Kong Frederik IX) konnten den Ansturm kaum gewältigen. Für gerademal 4,- Mark konnte man das fremde, aber doch so dichte Land erkunden. Danke an alle, die für diese Freiheit gekämpft haben. Ich war noch klein und kann mich trotzdem an meine erste Überfahrt immer noch erinnern. Ich fand es spannend und abenteuerlicher als meine erste Fahrt nach Hamburg. Ich wollte schon als ganz kleines Kind mit der "Warnemünde" mitfahren und habe bei meinen Eltern gebettelt und geheult, aber es half nichts. Ich konnte damals nicht verstehen, warum die einen fahren durften und wir eingesperrt waren. Zum Glück ist das nun schon 25 Jahre Geschichte und ich liebe es, mich frei in Europa zu bewegen. Es sind in den letzten Jahren viele schöne Freundschaften gerade nach Dänemark, aber auch nach Schweden entstanden.

      LG Stefan