Ungarn: Schmalspurbahn Szob - Márianosztra

  • Danke für den verlinkten Bildbericht. Er stellt die Situation so dar, wie ich sie auch schon kennengelernt habe. Bezüglich den Hinweisen auf die EU-Förderung: Es ist richtig, dass in Ungarn bei Bauvorhaben explizit öffentlich auf diese Förderung hingewiesen wird. Aber auch hierzulande finanzieren sich solche Projekte über Fördermitteln der EU, ohne dass in Bildberichten ständig darauf hingewiesen wird. Somit entsteht gegenüber Ungarn ein negativer Eindruck, obwohl dort eine Projektfinanierung nicht anders gehandhabt wird, als hierzulande.


    Gruß, René

  • Hallo,


    ein Freund aus Ungarn berichtete mir, dass die Verbindungsstrecke zwischen Márianosztra und Nagyírtas Anfang Mai eröffnet wird. Zum Befahren der Gesamtstrecke ist eigentlich ein neuer Triebwagen plus Personenwagen vorgesehen. Beide Fahrzeuge sind aber noch nicht einsatzfähig. Der Betrieb wird also mit dem vorhanden Fahrzeugpark aufgenommen, wobei in Márianosztra umgestiegen werden muss. Die C-50 von Nagybörzsöny verkehren dann bis Márianosztra.


    Gruß, René

  • Hallo,


    nun kann ich auch etwas zu dem neuen Triebwagen schreiben. Er wird ein Eigenbau, welcher in der Werkstatt Paphegy der Schmalspurbahn Kismaros - Királyrét hergestellt wird. Er wird dem Triebwagen 'Tobi' nachempfunden, wie er schon auf der Waldbahn Királyrét verkehrt, mit dem Unterschied, dass der neue Triebwagen zwei Antriebseinheiten erhält. Gleichzeitig wird optisch passend zu diesem Triebwagen ein Personenwagen umgebaut.


    Gruß, René

    Einmal editiert, zuletzt von rekok73 ()

  • Hallo René,


    da hast du schon recht, dass auch hier nach Möglichkeiten EU - Fördermittel zum Einsatz kommen. Man wäre ja schön dumm diese Möglichkeit nicht zu nutzen. Es ist ja nichts illegales. Es läuft halt alles unter dem großen Begriff der Tourismusförderung. Vielfach haben Länder oder ganze Landstriche gar keine andere Möglichkeit mehr, ihren Leuten eine gewisse Anzahl an Arbeitsplätzen zu bieten, die dadurch entstehen. Wenn ich da an Meck-Pomm denke trifft das ja auch voll zu. Übrigens ist die jüngst erfolgte Aufarbeitung der Schweriner 91 134 weitestgehend nur durch EU - Fördermittel erfolgt.


    Wenn die Ungarn sich selber einen Triebwagen bauen, gibt es dort vermutlich keine großen Probleme den zulassen zu können? Wäre das überhaupt in Dt. denkbar?


    Viele Grüße
    Detlef der Pollofan

    Pollofan

  • Hallo Detlef,


    ich denke, dass es für ehemalige ungarische Wald- und nun Touristikbahnen ein vereinfachtes Zulassungsverfahren geben wird. Genaue Kenntnisse dazu habe ich aber nicht. Wir haben hier im Forum aber einen sehr qualifizierten ungarischen Bahnfreund. Vielleicht meldet sich Dieser zu diesem Thema mal zu Wort. Dies würde ich auch sehr interessant finden. :wink:


    Gruß, René

  • Nun gut: Dann mache eben erstmal ich weiter. Zur Klärung einiger Fragen habe ich ein paar Freunde in Ungarn angeschrieben und bin zuversichtlich, einige Antworten zu bekommen, die ich in die Berichterstattung einfließen lassen werde.


    Ich komme mal bezüglich des neuen Triebwagens zunächst zum Triebwagen 'Tóbi' der Waldbahn Királyrét, auch wenn sich die Themen dieser beiden Bahnen dadurch überschneiden.


    Die 'Ipel Wald GmbH' gab im Rahmen des Projektes 'Touristische Schmalspurbahn zur Entwicklung des Börzsöny-Gebirges' der 'Börzsöny 2020 GmbH' den Auftrag einen Triebwagen nach Plänen der 'GanzPlan GmbH' zu bauen, der einen hydrostatischen Antrieb der Firma 'Bosch Rexroth GmbH' erhalten sollte. Er wurde dann auf Basis eines Güterwagens der Bauart 'Jah' errichtet. Dienen sollte er vor allem dem Umweltschutz durch Verminderung der Abgasemissionen, dem Einsatz als Einzelfahrzeug in Schwachlastzeiten und der Möglichkeit der Personaleinsparung (Fahrer und Fahrkartenverkäufer in einer Person). Seinen Namen und seine äußere Form erhielt er nach der Figur 'Toby' in der Zeichentrickserie 'Thomas, die kleine Lokomotive' bzw. 'Thomas und seine Freunde'. Er wurde in der Werkstatt Paphegy gebaut. Die Fahrzeugabnahme und -zulassung erfolgte schließlich durch die nationale Transportbehörde im Juli 2010.


    Einige technische Daten liegen mir auch vor. Bei Interesse könnte ich diese nachreichen.


    Edit: Fotos vom Tóbi finden sich hier


    Gruß, René

    Einmal editiert, zuletzt von rekok73 ()

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich letzte Woche die Bahn(en) Szob - Nagybörzsöny im Rahmen einer Wandertour besucht habe, will ich diesen Thread wiederleben. Ich habe nämlich eine Verständnisfrage. Und zwar hierzu:

    Diese Verbindungsstrecke hat auch ein historisches Vorbild, denn nach dem Vertrag von Trianon befand sich der Übergabebahnhof zur Normalspur der Nagybörzsönyer Waldbahn in der Slowakei, so dass die Verbindungsstrecke zur Abfuhr der Güter über den Bahnhof Szob gebaut wurde.

    Gab es vor Trianon denn eine Gleisverbindung zwischen Schmal- und Regelspur in bzw. bei Nagybörzsöny? Von der Topographie her würde ich sagen nein und tippe auf einen Straßentransport ins heutige Pastovce. Doch auch bei der Straße stellt sich mir die Frage, wie der Ipel-Fluss gequert wurde? Eine Straßenbrücke gibt es in dem Gegend ja (bis heute) nicht.


    Ansonsten unterstreiche ich gerne, dass sich ein Besuch der heutigen Bahn mit ihrer spektakulären Trassierung lohnt. Manchmal sieht man sogar drei Ebenen gleichzeitig (wenn man die, auf der man gerade ist, mitzählt :-))


    Viele Grüße

    Julian

  • Diese Gegend ist nicht mein Spezialgebiet, aber ich will eine Antwort versuchen.

    Es gab eine Verbindung zwischen Schmalspurbahn und Regelspur in Szob. Allerdings zweigte dieser Anschluss deutlich vor dem Personenbahnhof ab und er hatte auch einen anderen Namen. Soweit ich weiß, Szob GV Telep, der entsprechende Bahnhof der Regelspur hieß Szob Átrakó, dieser war notwendig geworden, weil der Anschluss über Ipolypásztó nicht mehr gegeben war. Der Abzweig erfolgte in Malomkert.

    Grüße aus Debrecen

  • Hallo db 4010,

    ich nehme an du bist dem Ungarischen gut Vertraut. Könntest du evtl. mal herausbekommen

    warum viele Schmalspurbahnen ihre Fahrpläne in kisvasút.hu nicht mehr veröffentlichen.

    MfG Rudi.