Zukunft WAS Freital-Potschappel

  • Hallo nochmal,

    es war bereits vor dem Hochwasser 2002 Thema, dass die Brücke über das PHV-Gleis beim Ausbau der "Sachsenmagistrale" weggespart werden soll. Einige Leute haben sich damals Gedanken gemacht, wie das PHV-Gleis anders angebunden werden könnte.

    Außer einigen überspülten Stellen mit entsprechenden Schlammeintrag blieb das PHV-Gleis vom Hochwasser weitestgehend verschont. Wie der gesamte Bf. Freital-Potschappel stand auch die WAS unter Wasser. Es waren hauptsächlich umfangreiche Reinigungsarbeiten nötig, bis die WAS nach kurzer Zeit wieder arbeitsfähig war.

    Die Strecke Radebeul-Radeburg nahm bereits 4 Tage nach dem Hochwasser den Betrieb wieder auf, weshalb die WAS Potschappel die dort eingesetzten Wagen untersuchen musste. Mangels Laderampe in Potschappel wurden die Radebeuler Wagen damals per LKW nach Hainsberg gebracht und über das PHV-Gleis der WAS zugeführt. Bereits 10 Tage nach dem Hochwasser fand die erste Überführungsfahrt nach Potschappel statt.

    Im Dezenber 2002 ging alles ganz schnell. "Von jetzt auf gleich" wurde das Gleis wortwörtlich nach der letzten Achse der letzten Überführung gekappt, während noch einige Radebeuler Wagen in der WAS standen. In der Folge kam es in Radebeul zu einem akuten Wagenmangel. Es fehlten nicht nur die in Potschappel "gefangenen" Wagen, Wagen mit fälligen Fristen mussten zusätzlich abgestellt werden weil die Zuführung in die WAS nicht mehr möglich war.

    Daraufhin musste in Potschappel ein Stück Gleis zurückgebaut und eine provisorische LKW-Rampe inkl. Zufahrt geschaffen werden.

    Interessant wurde es, wenn in Potschappel rangiert werden musste. Zu diesem Zweck wurde die "chinesische Lokomotive" angefordert. Alle verfügbaren Kollegen fuhren mit dem Auto nach Poschappel und dann wurden die Wagen wortwörtlich verschoben.

    Erst später wurde der MUV von Dippoldiswalde als Rangierfahrzeug zur WAS umgesetzt.

    Viele Grüße

    von der Albert-Bahn

  • Hallo,

    Danke nochmal an "Albert-Bahn" für die gute Zusammenfassung der Ergebnisse.

    Mit "Niemand Interesse" meine ich natürlich die "DB BAHN" damals, die sich allem Schmalspurigem entledigen wollte schnellstmöglich. Da hatte auch der damalige Betreiber von Freital und Radebeul, die BRG nicht viel zu melden, trotz "das der Laden gut lief".

    Es war damals eben eine politische und keine wirtschaftliche Entscheidung, die zwei Strecken OHNE Ausschreibung einem anderen Betreiber zu geben.

    Die BRG hatte ja auch Pläne für die Zukunft, so wurde im ehemaligen Raw Chemnitz eine V60D hauptuntersucht um später einmal den Wagenaustausch zwischen Freital und Radebeul selbst auf der Schiene durchführen zu können.

    Mitte 2002 wurde die 106 560 (Zweitbesetzung, ex Werklok Kraftfuttermischwerk Neumark /Sa.) fertig und hatte bei der BRG erstmal keine Einsätze. Später wurde sie dann vermietet und ich bin dann auch selbst auf ihr oft gefahren.

    Lok "106 560-6"

    Diese Lok sollte dann indirekt auch die Bedienung der WAS Potschappel über Hainsberg übernehmen. Oder direkt über die Regelspur ohne das PHV- Gleis mit einer noch zu errichteten Rampe in Potschappel.

    Mfg TRO.

  • Da wie man sieht Erinnerungen verblassen, hab ich nochmal in den alten Unterlagen geblättert.

    Die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss ist auf Intitiative des damaligen 2. Bürgermeisters von Freital, Stephan Loge, 2002 erfolgt. Er war Gegenkandidat von Klaus Mättig, der die Wahl zum OB 2001 gewann.

    Loge hatte die Vision einer Landesgartenschau zwischen Freital und Tharandt. Der Besucherparkplatz sollte auf dem "Steiger" in Potschappel sein und die Schmalspurbahn von dort als Zubringer fungieren. Ebenso wurde das Projekt von Kreisarchivar und Heimatforscher Wolfgang Burkhardt, einer Freitaler Kulturmeile (von Döhlen nach Schloß Burgk), aufgegriffen.

    Dazu sollten nach Loges und Burkhardts Vorstellung ausgewählte Züge der Weißeritztalbahn, regelmäßig von Potschappel starten und Haltepunkte an der Porzellanmanufaktur, Döhlen und Deuben eingerichtet werden.

    Nach dem ablehnenden Gerichtsbescheid von 2003 war im Stadtrat behandelt worden ob Klage eingereicht wird, da die Begründung "es handle sich nur um ein reines Rangiergleis und hätte keinen Stadtteilverbindenden Charakter" nach den Plänen von Loge und Burkhardt, nicht zutreffend gewesen wäre.

    Landkarten für die Kulturmeile waren gedruckt und bereits im Umlauf, die IG Weißeritztalbahn und ABM hatte den Bahnsteig in Potschappel, sowie den Zugang von der Burgwartstraße wieder hergerichtet und es fanden bereits Sonderfahrten mit großem Zuspruch auf dem PHV-Gleis statt.

    Dieser Klageweg wurde aber in besagter Stadtratssitzung 2003 mit der bereits genannten Begründung abgelehnt, denn Loge hatte Freital Ende 2002 verlassen und war zum Landkreis Dahme-Spreewald gewechselt. Mättig hatte kein Interesse die Bemühungen und Initiativen der politischen Konkurrenz weiterzuführen und so wurde alles ad acta gelegt.

    Das PHV-Gleis ging den Weg des alten Eisens, die Kulturmeile schlief ein, 2002 gab es die letzte jährliche Bergparade und auch die Gasballontreffen zu Ehren Wilhelmine Reichards wurden unter Mättig eingestampft (..Cityparade, Trabbitreffen...). Geblieben ist eine Wohn- und Schlafstadt mit überregional rechtsradikaler Wahrnehmung.

    So, genug geschimpft. Musste aber mal raus.

  • Vielen Dank für die Ergänzung! Ja, Stephan Loge war ursprünglich Eisenbahner und sein Herz schlug für die Bahn.

    Hallo,

    Und sein Konkurrent Klaus Mättig habe ich als Bahngegner wargenommen.Man kann mich gerne korrigieren, wenn es nicht so ist.

    Die Windbergbahn wollte er, glaub ich zumindest, ganz weg haben.

    Da hat der Stephan Loge wirklich gute Ideen gehabt. Die hätten mir auch gefallen. Landesgartenschau in Freital, das wäre was.

  • Ich möchte noch anmerken das zu der Zeit wo die Brücke entfernt wurde, bei der DB Netz auch Umstellvorgänge von Weichen gezählt wurden.
    Und die die zu selten umgestellt wurden waren natürlich nicht mehr lang an ihrem Platz. Das Ergebnis der Aktion spürt man noch heute.
    Dementsprechend sollte man da nicht an allzu viel Weitsicht glauben.

    Sieht man heute ja an der Klapperbrücke in Chemnitz an der Strecke nach Leipzig. Die war mal komplett zweigleisig ausgeführt und wurde 2003 in Form der Stahl Aufbauten nur noch für ein Gleis saniert. Die Folgen dieser Weitsicht liest man derzeit in der Presse..

    Gruß André

  • Hallo André,

    genau so ist es mit der "Klapperbrücke"!

    https://goo.gl/maps/dx6txWA3KxfAw9N66 für die Ortunkundigen....

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    Jedoch hab ich mal geschaut, man könnte, wenn man den Höhenunterschied zur ehemaligen Güterumfahrung angleicht, das höhere daneben stehende Viadukt mit in das zweite Gleis einbeziehen.

    So, zurück zum Thema, außerdem sehr Interessesant!

    Viele Grüße Ronny :huhu:

  • Hallo

    Der Mattig ist weg vom Fenster.Es ist eben so entweder man hat's oder eben nicht.

    Sich mit gerade stattfindenden Ereignissen Personen ablichten zu lassen war ihm nie zu blöd.Gutes wie die genannten Kulturereignisse fanden nie wieder statt.

    Aber Fakt ist auch es gab und gibt noch andere Pflaumen im Gefolge.Leider.

    Gruß
    Harald a.F.

  • Hallo zusammen, nach dem lesen der Beiträge ist bei mir die Frage aufgetaucht. Was aus den dort mal gestandenen Güterwagen geworden ist? Stehen die noch dort oder sind sie zerlegt worden. Ich war am 11.02.2015 mal in der WAS zur Besichtigung.

    Dabei sind mir einige Fahrzeuge vor die Linse gekommen, bei denen ich immer noch nicht die Nummern kenne. Kann mir von euch jemand helfen? Danke sagt Gerd

    970-??? am 11.02.2015 Was Freital-Potschappel

    MUV ??? in der Was am 11.02.2015