Thema: Probleme bei Radwegen auf alten Bahndämmen.

  • Bericht in der NWZ, Dienstag den 4. Oktober 2016.
    Risse: Radweg wird erneut saniert. Der trockene Sommer hat für neue Risse im Stauferlandradweg geführt. Deswegen muss der Weg, der bereits im Frühjahr 2014 für 47 000 € saniert worden ist, erneut bearbeitet werden. u.s.w.
    Man müsste allen Bürgermeistern, Landräten etc. diesen Artikel als Warnung unter die Nase halten wenn diese mal wieder, mit Begeisterung, eine Bahnlinie stillegen wollen um einen Radweg darauf zu bauen.
    Gruss H.v.G.

  • Hallo H.v.G.,


    so recht kann ich den Anlaß Deines Einwurfes nicht erkennen.


    Du schriebst:
    ... als Warnung unter die Nase halten wenn diese mal wieder, mit Begeisterung, eine Bahnlinie stillegen wollen um einen Radweg darauf zu bauen.


    Kannst Du denn wenigstens eine Bahnlinie nennen, die stillgelegt wurde, damit ein Radweg auf dem Bahndamm gebaut werden kann?
    Ich kenne so etwas durchaus auch als Folgenutzung von Bahntrassen (sehe das auch nicht als grundsätzlich negativ) aber daß eine Radwegelobby schon mal für die Stillegung von Bahnstrecken gesorgt habe, das wäre mir neu.



    Gruß
    217 055

    Gruuß

    217 055

  • Hallo, 217 055,
    bei dem erwähnten Radweg handelt es sich um die ehemalige Strecke Göppingen - Schwäbisch Gmünd. Auch auf der Bahnlinie Süßen - Weißenstein wurde ein Radweg angelegt, man hatte es furchtbar eilig, hier die noch liegenden Geleise von Donzdorf nach Süßen herauszureissen.
    Im Raum Göppingen gibt es noch die ehemalige Strecke Göppingen - Bad Boll, hier liegt noch die ganze Strecke. Einige Bürgermeister vor Ort und der ADFC würden am liebsten heute noch die Geleise entfernen um einen Radweg zu bauen. Der Vorschlag hier eine Draisinenbahn
    einzurichten wurde abgelehnt, obwohl ein Betreiber Interesse hatte.
    Die Lobby für neue Radwege, auch auf Eisenbahnstrecken, ist sehr gross da es hierfür von der EU Zuschüsse gibt. Für die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf einer einmal stillgelegten und abgebauten Strecke gibt es leider kein Geld. Es wurde auch noch nie ein Radweg wieder zurückgebaut um hier erneut Geleise zu verlegen.
    Gruss, H.v.G.

  • Hallo,
    niemand legt eine Bahnstrecke still, um einen Radweg drauf zu bauen. Aber die Nutzung ehemaliger Bahntrassen als Radweg ist besser als sie brachliegen zu lassen oder gar zu überbauen. Draisinenbahn ist schön und gut. Aber auch da muß in die Infrastruktur investiert werden und dann können die Bahn halt nur ein paar Draisinisten gegen Geld nutzen. Radfahrer dürfte es mehr geben. Meine Lieblingsnebenbahn Fulda-Hilders (Rhön) hat auch nur als Radweg überlebt, besser als nichts und dort scheint es keine Probleme mit Rissen zu geben. Vielleicht war die Bauausführung im hier angesprochenen Beispiel mangelhaft.
    Gruß,
    Rolf

  • Hallo,


    als die Kyffhäuserbahn mit Biegen und Brechen im Jahr 2006 stillgelegt wurde (der Verkehrsvertrag lief eigentlich bis 2011, aber die DB stellte trotzdem mehrfach Stilllegungsanträge und stellte auch den Verkehr ein und musste vom EBA zum Weiterbetrieb gezwungen werden), scheiterte eine Reaktivierung vor Allem am Unwillen der Politik, die verkündet hatte, Teile der Trasse als Abschnitt des Unstrutradweges nutzen zu wollen. Dies wurde auch schon kundgetan, bevor der Verkehr auf der Strecke ruhte. Hier kam die vorzeitige Abbestellung des Verkehrs also wohl mehr als gelegen. So hab ich es als ehemaliger Anrainer dieser Strecke zu jener Zeit in Erinnerung.


    Gruß, René

  • Hallo,


    Hier sollte man vielleicht die österreichische Ybbstalbahn erwähnen.


    Gruß,
    Richard

  • Hallo,
    H.v.G schrieb:Es wurde auch noch nie ein Radweg wieder zurückgebaut um hier erneut Geleise zu verlegen. So ganz stimmt das nicht. Bei der Härtsfeldbahn wurde der Radweg, der auf der alten Trasse angelegt war, verlegt, um darauf wieder Schienen zu verlegen. Dieser Streckenabschnitt Sägmühle - Katzenstein ist derzeit noch im Bau. Die meisten Radfahrer scheint das eh nicht zu interessieren. Die fahren lieber auf der neu asphaltierten Landesstraße.


    Gruß Werner

  • Ich mag mich jetzt irren aber wurde nicht auch bei der Preßnitztalbahn auf dem im Zuge des Neuaufbaus gen Steinbach ein schon vorhandener Radweg verlegt?


    Im Übrigen heißt Radweg ja nicht sofort Asphalt es gibt auch Wege die mit Schotter angelegt wurden und durchaus auch Jahre halten. So wurde in Gornsdorf der Radweg auf der alten Bahntrasse nicht asphaltiert und hält so immer noch dem Radverkehr stand. Auch die Strecke nach Stollberg in Zwönitz war bis zum Guten Brunnen nur ein Schotterweg und konnte problemlos mit dem Rad befahren werden.
    Gruß André

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  • Zitat

    Original von H.v.G.
    Bericht in der NWZ, Dienstag den 4. Oktober 2016.
    Risse: Radweg wird erneut saniert. Der trockene Sommer hat für neue Risse im Stauferlandradweg geführt. Deswegen muss der Weg, der bereits im Frühjahr 2014 für 47 000 € saniert worden ist, erneut bearbeitet werden. u.s.w.
    Man müsste allen Bürgermeistern, Landräten etc. diesen Artikel als Warnung unter die Nase halten wenn diese mal wieder, mit Begeisterung, eine Bahnlinie stillegen wollen um einen Radweg darauf zu bauen.
    Gruss H.v.G.


    Hallo
    Also wenn ich das Gewicht und die Flächenpressung von Bahn und Rad vergleiche, dann komme ich zu dem Schluss, dass die Bahn wohl den Sommer auch nicht überstanden hätte.
    Gruss Guru

  • Zitat

    Original von H.v.G.
    bei dem erwähnten Radweg handelt es sich um die ehemalige Strecke Göppingen - Schwäbisch Gmünd. Auch auf der Bahnlinie Süßen - Weißenstein wurde ein Radweg angelegt, man hatte es furchtbar eilig, hier die noch liegenden Geleise von Donzdorf nach Süßen herauszureissen.
    Im Raum Göppingen gibt es noch die ehemalige Strecke Göppingen - Bad Boll, hier liegt noch die ganze Strecke. Einige Bürgermeister vor Ort und der ADFC würden am liebsten heute noch die Geleise entfernen um einen Radweg zu bauen.


    Hallo H.v.G.,


    hab Dank für Deine Antwort.
    Ich habe alle diese Strecken mal in Satellitenbildern nachvollzogen und deren Geschichte nachgelesen. In keinem Fall kann ich erkennen, daß vor dem Ende des Verkehrs und einer formellen Stillegung Bemühungen für eine Nutzung als Radweg den Wunsch zum Weiterbetrieb als Eisenbahn negativ beeinflußten. Damit meine ich nicht, daß nicht einzelne Personen oder Personengruppen einen weiteren Betrieb als Eisenbahn gewünscht hätten. Vermutlich konnten sich diese aber nicht durchsetzen.
    Diese Thematik der Durchsetzungsfähigkeit gilt auch für die Wünsche der von Dir genannten Funktionsträger oder Verbände für die alten Gleise nach Boll. Ein Verein wie der ADFC ist vom Gewicht her nicht in der Lage, Mehrheiten zu dokumentieren. Das funktioniert nur, wenn keine anderen Personen oder Gruppen abweichende Meinungen und Ziele platzieren.


    Gruß
    217 055

    Gruuß

    217 055

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