VVO-PM: Fahrgastzahlen 2016 veröffentlicht

  • Weils in der obigen Pressemitteilung fehlt: "Fichtelbergbahn Sachsens erfolgreichste Schmalspurbahn"


    265.000 Fahrgäste sind natürlich ein schöner Erfolg für die Fichtelbergbahn. Sie hat damit den Lößnitzdackel als erfolgreichste Schmalspurbahn Sachsens abgelöst. Freut mich, da die Fichtelbergbahn meiner Meinung nach die landschaftlich attraktivste Schmalspurbahn Sachsens ist, zumindest, von den Bahnen die noch im Plandienst fahren.

  • Der Vollständigkeit halber, noch die Fahrgastzahlen 2016 der anderen Schmalspurbahnen auf einen Blick:


    1. HSB: 1.008.000 Fahrgäste (Brockenb.: 633.000, Harzquerb.: 258.000, Selketalb.: 94.000, Sonderzüge: 23.000)
    2. RüBB: 637.000 Fahrgäste
    3. Molli: 587.000 Fahrgäste
    4. Fichtelbergbahn: 265.000 Fahrgäste
    5. Lößnitzdackel: 250.000 Fahrgäste
    6. SOEG: 205.000 Fahrgäste
    7. Weißeritztalbahn: 145.000 Fahrgäste
    8. Döllnitzbahn: 50.000 Fahrgäste

  • Naja, die Anzahl der Fahrgäste ist zwar ein ganz schönes Indiz, aber nur wenig aussagekräftig, weil sie die gefahrenen Kilometer nicht berücksichtigt. Die interessante Frage ist eigentlich, wieviel Geld jeweils von den Fahrgästen und wieviel vom Staat kommt. Und was die Bahnen pro Gast und Kilometer dann kosten. Aber diese Zahlen werden nicht veröffentlicht, oder?

    Viele Grüße,
    Eckhard

  • Es würde ja schon mal interessant sein,die einzelnen Strecken auf Streckenlänge und Fahrgäste aufzuschlüsseln. Da würde das Bild schon mal anders aussehen.
    Die RüBB dürfte dann unangefochten an der Spitze stehen.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Jan Hübner

  • Hallo Jan,


    wenn ich das grob überschlage, dann dürfte die Brockenbahn ganz vorn stehen:
    19,8 km mit 633000 Fahrgästen.
    Dann dürfte der Molli mit
    15,4 km u. 587000 Fahrgästen folgen.
    Beim Rasenden Roland verteilen sich auf
    24,0 (bzw. 26,7 km) 637000 Fahrgäste.


    Nimmt man das gesamte HSB-Netz, dann sieht die Verteilung etwas anders aus.


    Wie dem auch sei, um die genannten Strecken müssen wir uns wohl die wenigsten Sorgen machen.


    Viele Grüße


    Holger

  • Bei der Streckenauslastung geht es darum, wieviele Reisende durchschnittlich je Streckenkilometer in den Zügen drin sitzen. Also die Fahrgastzahlen mal der durchschnittlichen Reiseweite je Fahrgast geteilt durch die Streckenlänge. Reisende, die ne möglichst weite Strecken fahren, sorgen dementsprechend auch für ne entsprechend hohe Streckenauslastung, mehr als z.B. zwei Kurzstreckenfahrgäste. Diese "neumodischen" Angaben werden aber aktuell seitens der EVU nicht mit angegeben.


    Ne sehr hohe Streckenauslastung dürfte der Molli haben, weil der nahezu durchweg gut ausgelastet ist. Die meisten Fahrgäste fahren auch einen Großteil der Gesamtstrecke mit. Allenfalls der Abschnitt Kühlungsborn Ost - Kühlungsborn West fällt da leicht zurück.
    Die RüBB ist vor allem auf dem "Bäder-Abschnitt" Binz- Göhren sehr hoch ausgelastet, zwischen Putbus - Binz dagegen erheblich schwächer. Deshalb pendelt im Sommerfahrplan ja auch ein extra Zugpaar nur zwischen Binz- Göhren hin und her.
    Bei der HSB schlägt man bei der Angabe der Fahrgastzahlen der Brockenbahn auch noch den eigentlichen Harzquerbahn-Abschnitt Wernigerode - Drei Annen Hohne zu, weil Wernigerode - Brocken ja heute die eigentliche Hauptstrecke ist, wo ne durchweg hohe Auslastung herrscht. Als Harzquerbahn gilt bei der Angabe der Fahrgastzahlen daher nur noch der "Restabschnitt" Drei Annen Hohne - Nordhausen. Aber wenigstens bei der Angabe der Selketalbahn ist man streckenhistorisch korrekt, auch wenn deren Zahlen leider erschreckend sind.

  • Die Rechnung geht anders, denn man darf nicht nur die Streckenkilometer einrechnen, sondern die gefahrenen Kilometer:


    Bsp. Weißeritztalbahn:


    6 Zugpaare x 15 km Strecke Hainsberg - Dippoldiswalde x 2 (Rückfahrt) sind 180 km, übers Jahr also 65700 km zuzüglich etwa 10 Tage Zweizugbetrieb mit ca. 60km/Tag, sind max. 67000 Zkm / Jahr. Das setzt man nun ins Verhältnis zu den Fahrgästen, besser wäre es natürlich, sogar die Personenkilometer zu wissen (Person mal von ihr gefahrene Kilometer). Diese Verhältnis ist ein Maß für die Auslastung der Züge.


    Aber auch die Zahl selbst sagt eine Menge: 145.000 Fahrgäste im Jahr sind ca. 400 am Tag, sind ca. 33 pro Zug. Wenn man weiß, dass häufig komplett leere Züge unterwegs sind, zeigt das die saisonale Abhängigkeit des Betriebs.


    PS: Sorry, 99 246 war schneller als ich.

    Viele Grüße,
    Eckhard

  • Machen wir mal ne Beispielrechnung auf. Die Weißeritztalbahn hat 145.000 Fahrgäste im Jahr. Diese reisen (angenommen) durchschnittlich je 10 km mit der Bahn. Also insgesamt beträgt die Verkehrsleistung dann 1.450.000 Fahrgastkilometer im Jahr. Die Weißeritztalbahn ist 15 km lang. Also beträgt die Streckenauslastung (1.450.000 Fahrgastkilometer / 15 km Streckenlänge) 96.667 Reisende je Kilometer/Jahr oder 265 Reisende je Kilometer/Tag.


    Das ist jedenfalls der neueste Schrei bei der statistischen Angabe der Streckenauslastung.


    Da gab es erst ne ellenlange Diskussion, weil man im bayrischen Wald ne Nebenbahn probeweise für 2 Jahre wieder für den SPNV eröffnet hat. Da erwartet man für einen lohnenden dauerhaften Betrieb im 1h-Takt eine Streckenauslastung von satten 1000 Fahrgästen je Kilometer/Tag.
    Wenn also jeder Fahrgast durchschnittlich nur die halbe Strecke befährt, wären das immerhin schon 2000 Fahrgäste pro Tag, die man da erwartet. Das sind schon ziemlich hohe Ansprüche.

  • Im Thema "HSB Fazit 2016" hatten wir es schonmal: zahlreiche Geschäftsabschlüsse sind über den elektronischen Bundesanzeiger abrufbar. Das betrifft neben der HSB auch den Molli. In den jeweiligen Jahresabschlüssen sind auch Angaben zu den Zuschüssen gemacht. Das Aufdröseln, welche Bahn von welcher Stelle mit wie vielen Mitteln unterstützt wird, ist dann aber eine ziemliche Sisyphusarbeit. Dazu kommt, dass manche Zahlen bewusst weitestgehend allgemein gehalten werden, vgl. dazu auchdiese Anfrage zu den Regionalisierungsmitteln in MV. Speziell die sächsischen Schmalspurbahnen werden aktuell mit jährlich 8,74Mio. € vom Land unterstützt, wobei auch diese Mittel zu einem großen Teil aus dem Topf der Regionaliserungsmittel stammen, was im Landtag sehr kritisch gesehen wird. Eine Förderung aus anderen Töpfen ist von mehreren Seiten gewünscht.



    Viele Grüße,
    Benjamin