Aufarbeitung der Jung Hilax 8293 (1938) bei der Waldeisenbahn Muskau

  • Mahlzeit Rafael,


    die Linsensitze muss ich auf jeden Fall überarbeiten, das wird auf der Fräsmaschine mit Ausbohrkopf oder Kegelfräsern passieren.


    An den Stechventilen werden die Dichtflächen nach Bedarf überdreht und die Sitze ggf. nachgesetzt. Ansponsten eben neu eingeschliffen. Je nachdem wie die Spindeln im Stopfbuchsenbereich aussehen können diese nachgearbeitet oder müssen erneuert werden .


    Gruß Sven

  • Mahlzeit!


    im Folgenden nun ein Bericht über die Zerlegung des Dampfentnahmestutzens für die anstehende Aufarbeitung. Insgesamt ist der Zustand gut, die Spindeln der Ventile müssen wie erwartet erneuert werden.


    Die Demontage der Einzelteile war unproblematisch, da alle Gewinde mit Graphitfett konserviert waren.


    Die Einzelteile des rechten Injektorventils auf dem Waschtisch. Der ursprüngliche mit einem Holzheft ausgestattete Handhebel bekam im Steinbruch irgendwann ein Stück Hydraulikschlauch als Ersatz, Improvisation vom Feinsten.


    Bevor die einzelnen Ventile demontiert werden konnten, musste ihre Ausrichtung dokumentiert werden, damit nach der Überarbeitung von Dichtflächen die richtige Stellung wieder hergestellt werden kann. Andernfalls können die Leitungen nicht mehr angeschlossen werden.


    In der Mitte des Dampfentnahmestutzens sitzt unten das bereits aufgearbeitete Bläserventil, darüber der Eichdruckmesserhahn und das Pfeifenventil samt Absperrhahn. Letzteres stammt ursprünglich von einer der vielen im Steinbruch Halbach eingesetzten Krauss-Lokomotiven.


    Die Ventilspindel ist im Bereich der Stopfbuchse korrodiert und muss erneuert werden.


    Die bewegliche Ventilspitze ist auch nicht mehr in der ursprünglichen Ausführung, sondern entspricht der Konstruktion, wie sie bei den Krauss-Lokomotiven ausgeführt wurde.


    Das linke Ventil beim Zerlegen.


    Der Ventilkegel ist ebenfalls in gutem Zustand. Der Abstand vom Ventilkegel zur Sicherungsmutter an der Spindelspitze entspricht dem Entlastungshub.


    Nachdem alle eingeschraubten Hähne und Ventile entfernt sind, bleibt der gegossene Grundkörper übrig. Die Bearbeitung der teils stark korrodierten Dichtflächen wird eine gewisse Herausforderung, mehr dazu im nächsten Bericht.


    Gruß Sven

  • Hallo Maschinist,


    ganz großes Kino - besten Dank für die beeindruckende Dokumentation zur Wiederinbetriebnahme dieser interessanten Maschine! Bin schwer begeistert von dieser Sorgfalt und handwerklichen Könnerschaft. Schön, daß es so was noch gibt - und auch noch an die nächstjüngere Generation weitergegeben wird.

    Bei solch gründlicher Herangehensweise gepaart mit klassischen Schlosserhandwerk und maschineningenieurmäßigen Hintergrund sollte es der Genehmigungsbehörde nicht schwerfallen, die Jung Hilax 8293 bei der WEM zuzulassen..... ;-)


    Beste Grüße


    Jens

  • Hallo Sven,


    die Einblicke in Deine Armaturenwerkstatt zeugen von einer hohen Meisterschaft. Sollte man als Lehrmaterial für Profis in einem Aw

    verwenden. Ich wünsche Dir weiterhin große Erfolge bei der Instandsetzung der "kleinen" Maschinen.


    MfG

    Helmut