Aufarbeitung der Jung Hilax 8293 (1938) bei der Waldeisenbahn Muskau

  • Mahlzeit!


    Ich denke es wurde genug über das Thema geschrieben, die Art und Weise der Ausführungen des Kollegen Erzgebirgsnebenbahners bringt uns auch nicht weiter. Ich habe ua. mit den Kollegen aus Zamberk schon ein ganze Reihe von Lokomotiven erfolgreich durch halb Europa transportiert und danke für die geäußerte konstruktive Kritik und möchte das Thema damit gern abschließen.

    Die Rutschmatten wird die Spedition beim Rücktransport beistellen, wenn du dennoch einen Beitrag für das Projekt leisten möchtest, so kannst du es gern an folgendes Spendenkonto tun:


    Waldeisenbahn Muskau e.V.


    IBAN: DE 40 8505 0100 0070 0179 64

    BIC: WELADED1GRL

    Verwendungszweck „Spende Hilax“


    Was die Rohre angeht, so ist das auch bei den kleinen Maschinen empfehlenswert, den Kessel vor dem Transport mit Wasser zu füllen. Wer mal auf einem eingebauten Rohrsatz im Kessel einer kleineren Nassdampflok gelegen hat, wird das "schwammige Gefühl" kennen und eine sehr genaue Vorstellung von der Flexibilität der Rohre haben.


    Ich werde auch nach der Anlieferung der Lok in Zamberk nicht von Langeweile geplagt, schließlich bin ich mindestens einmal im Monat vor Ort und kann mir Teile mitnehmen bzw. Arbeiten ausführen. Außerdem sind derzeit bei weitem noch nicht alle für eine Wiederinbetriebnahme notwendigen Arbeiten finanziell abgesichert. Der Schwerpunkt liegt auf den Großbaugruppen, die weder bei der WEM noch in meiner Werkstatt in Dresden aufgearbeitet werden können.


    Zudem gibt es auch noch reichlich Arbeit im Hintergrund: Konstruktionsarbeiten, Zeichnungserstellung, Dokumentation, sowie Forschung zur Lokgeschichte und der Werkbahn der Fa.Halbach. Unlängst erst habe ich einige Einsatzbilder der Maschine vom Frühjahr 1973 erworben, dem Kauf waren 4 Jahre Schriftwechsel vorausgegangen ;-)


    Gruß Sven

  • Ich bin selbst LKW Fahrer, habe zwar noch keine Lok transportiert, aber ich finde Anti Rutschmatten völlig überbewertet und nehme sie nur wenn der Verlader sie ausdrücklich verlangt. Wichtig sind ordentliche Gurtschlösser mit genug Zugkraft, rissfreie Gurte und genügend Punkte, wo die Lok sicher gegurtet werden kann. Oft bewährt sich in der Praxis etwas anderes als uns die Theorie oft sagen möchte. Sven schreibt ja, daß er schon Loks durch halb Europa begleitet hat. Also setze ich voraus, daß er schon weiß was er macht.


    Übrigens durfte vor ein paar Wochen ein Kollege von mir die aufgearbeitete Dampflok der Parkbahn Chemnitz zurückholen.

    Viele Grüße

    Jörg

  • Guten Abend geehrte Kollegen.


    Ich finde die Reaktion vom Koll.Erzgebirgsnebenbahner etwas übertrieben. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

    Loktransporte habe ich auch schon oft durchgeführt. Vor allem die Löbauer Lok von Manfred Werner. Wir haben die Lok auf einem Hilfsgleis auf den Tieflader gerollt, mit einer Winde leicht angehoben und dann Schwellen unter die Bahnräumer gelegt. Abgelassen und nur mit jeweils zwei Spannketten über die Puffer über kreuz verspannt. Fertig. Selbst als ich mal auf dem Rückweg von Alt Schwerin auf der Autobahn ins schlingern kam, es hat gehalten. Außerdem liegt der Schwerpunkt ja nicht oben am Kessel, sondern Rahmen, Achsen und Zylinder bringen einiges an Gewicht.

    Als wir letztens die Merapi gefahren haben, haben wir sie vorn an den Schwanenhals gedrückt, zusätzlich auf Hemmschuhe gerollt und zwischen Hemmschuh und Schienenkopf noch kleine Antirutschmatten gelegt um auf Nummer sicher zu gehen. Und auch nur untenrum mit Ketten verspannt.

    Soweit meine Tipps aus der Praxis.


    Schöne Grüße von Alfred

  • Der arme Jung!!! Datt erste mal auffer Scheibe un dann direkt im Schleudergang......ich hoffe ihm ist nett schlecht geworden<X;)


    Sehr schön Sven, ich freue mich für Dein Projekt!


    Lenni

  • Hallo Zusammen , hallo Sven,


    derjenige, der es nicht besser weiß, könnte meinen, dass die Hilax niemals woanders zu Hause war. Sie sieht in den "Werksanlagen" der 1. Kolínskové lokomotivní společnost absolut stimmig aus und sie steht der Drehscheibe außerordentlich gut, oder ist es andersrum... ?:ok:


    Alles Gute allen Beteiligten und in froher Hoffnung, dass sie bald wieder an gleicher Stelle zu bewundern sein wird - unter Dampf!!:wink:


    Aber Sven, möchtest du uns das wirklich antun, diesen unglaublichen Beitragsfaden, einen der faszinierendsten des Forums, vielleicht sogar DER... wirklich abreißen zu lassen...

    Je mi smutno.

    Ich habe jedes Foto, jede Meldung förmlich aufgesogen, bin zwar auch in der spanabhebenden Zunft -

    etwas größer, Planscheibendurchmesser 'meiner' Karusselldrehmaschine 1500 mm, aber was du uns gezeigt hast, ist Claus-Köpke-Preis würdig!


    Bitte halte uns wenigstens aus Žamberk mit Fotos und Berichten auf dem Laufenden.


    Allergrößte Hochachtung zollt

    Peter :ok::cheers:

  • Mahlzeit!


    Peter Preis da hast du recht, die Atmosphäre im Werkhof ist schon sehr stimmig. Die Drehscheibe wurde um 1880 als normalspurige Drehscheibe für Werksanschlüsse gebaut und hatte eine 90°-Kreuzung auf dem Brückenkörper montiert. Später wurde sie auf 760 mm umgespurt bei einer slowakischen Waldeisenbahn verwendet. Der Stilllegung der Bahn blieb sie eingebaut und wurde erst Jahre später von Eisenbahnfreunden aus Cierny Balog geborgen, jedoch nicht wieder aufgebaut. Vor einigen Jahren hat das Museum Žamberk den mittlerweile unvollständigen Bausatz erworben und für das geplante Lokomotivní Depo mit Dreischienengleis 600/760 mm rekonstruiert.


    Was den Beitragsfaden hier angeht, so besteht kein Grund zur Traurigkeit. Ich werde weiterhin regelmäßig und im Detail über das Projekt berichten. Zum Einen bin ich beruflich regelmäßig in Žamberk zugegen, zum Anderen werde ich ich in gewohnter Weise Einzelteile und Baugruppen in meiner Werkstatt instandsetzen.


    Hier noch ein kleiner Nachtrag zum letzten Bericht:


    Die Jung hat nun im Žamberker Lokschuppen ihr Quartier für die nächsten Wochen bezogen. Wegen des kleinen Drehscheibendurchmessers waren dafür umfangreiche Rangierbewegungen notwendig.

    Auf dem rechten Schuppenstand steht die zum Verkauf stehende Las49 auf 750 mm Spur, vor der Jung eine BN 30 des Museums.


    Der Lokschuppen war ursprünglich eine LKW-Garage der Textilfabrik und wurde in den vergangenen 2 Jahren für die jetzige Nutzung umgebaut.


    Hinter der Lok kann man durch die Metallsprossenfenster in das Museumscafé schauen, dessen Gästen sich in umkehrter Richtung ein besonderer Ausblick bietet.


    In der Zwischenzeit wurde weiter an den beiden Injektoren der Maschine gearbeitet. Die Dichtsitze und Gewinde in den Gehäuseteilen wurden nachgearbeitet, um die neu gefertigten Düsenstöcke einbauen zu können.


    Blick auf die Unterseite des Dampfkopfes des Henschelinjektors mit neuer Dampfdüse und Spindel.


    Die Injektoren werden in den nächsten Tagen fertiggestellt.


    Gruß Sven

  • Danke Sven, für die ergänzenden herrlichen Bilder.


    Allein schon die kathedralenhaften Lampen des Lokschuppens sind eine Schau für sich. Aber es sieht sowieso nicht danach aus, dass in diesem Lok"schuppen" angeheizt wird.

    Echt Klasse!

    Ich wünsche dieser Werkstatt immer "eine volle Richthalle"!


    Wir sehen die Dampflokinstandhaltung zumindest im Schmalspurbereich in einer Art Umbruch begriffen, so habe ich das Gefühl. Zum Teil auch losgetreten von einer 750mm-Bahn, von der halb witzelnd gesagt wurde, dass sie nur schon zum Auswaschen nach M. fahren.

    Eine andere Bahn hat einem jungen Kesselbaubetrieb zu großer Bekanntheit/zum Durchbruch verholfen.

    Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen!


    Meint Peter

  • Mahlzeit Peter,


    der Lokschuppen ist erstens einfach noch neu, die letzte Wand wurde erst vor ein paar Monaten verputzt. Andererseits wird nach Möglichkeit draußen angeheizt. Das macht sich erfahrungsgemäß besser, da es sehr lange dauert, bis der Rauchabzug warm genug ist, um gut zu ziehen.


    Die Entwicklung in der Dampflokinstandhaltung ist schon länger im Wandel, die WEM hat bereits 2015 den Auftrag für die erste Hauptinstandsetzung einer Maschine nach Tschechien vergeben. Die Hilax ist nun die 4. Maschine der WEM. Derzeit befindet sich zudem die 99 3301 "Graf Arnim" der Parkeisenbahn Cottbus, die Budich-Lok des DDM Neuenmarkt-Wirsberg, eine Brigadelok aus Österreich und je 20 PS O&K aus Belgien und England in Zamberk.


    Gruß Sven