Aufarbeitung der Jung Hilax 8293 (1938) bei der Waldeisenbahn Muskau

  • Lieber Maschinist Sven,

    mit Bestürzung habe ich gelesen, was dir und DEINEM Projekt widerfahren ist. Sei es von den Aufsichtsbehörden oder den in den Rücken schießenden Vereinskollegen. Eigentlich ist aber alles schon von meinen Vorschreibern gesagt. Dennoch möchte ich dir meine Bewunderung aussprechen. Die "Größe" mit der du jetzt mit dieser Situation umgehst, hätte ich wahrscheinlich nicht. Meine Hochachtung! Vergiß dabei aber bitte nicht deine Liebsten und vorallem nicht dich selbst.

    Allen am Projekt Hilax Beteiligten natürlich weiterhin viel Erfolg beim Kampf mit den bürokratischen Windmühlen.

    Viele Grüße
    Toralf

  • Hallo in die Runde,

    leider läuft die Diskussion hier in eine Richtung, die es mir nicht erlaubt, das Gesagte einfach stehen zu lassen. Glaubt hier wirklich jemand, dass schwerwiegende Entscheidungen wie die Abberufung eines langjährig engagiert und erfolgreich arbeitenden Lokverantwortlichen ohne triftige Gründe erfolgen? Ich habe versucht bei allen bisherigen Statements zum Thema die Dinge möglichst neutral zu formulieren und einfach bei der Sache zu bleiben.

    Man kann bei Details immer unterschiedlicher Meinung sein und ja, das Zusammenspiel der Mitglieder von Vereinen ist manchmal echt schwierig und in Einzelfällen auch nicht auflösbar. Eine ganze Menge Leute wissen das und ziehen daraus den Schluss, dass sie sich nicht in Vereinen engagieren. Auf diesem Wege kann man auch was erreichen, aber etwas wirklich Großes nur dann, wenn man sehr, sehr viel Geld in der Hinterhand hat. Ansonsten gilt, im Verein erreicht man mehr!

    Ich selbst bin Mitglied in fünf Eisenbahnvereinen (und zahlreichen weiteren verbunden), in zweien aktiv, in einem davon seit Jahrzehnten Vorsitzender und habe spätestens im letzten Jahr auch beim WEM e.V. verschiedentlich Verantwortung übernommen. Ich habe überall Höhen und Tiefen erlebt und Menschen aller Art kennengelernt und versucht in die Vereinsarbeit einzubinden. Das kann erfolgreich sein, klappt aber nicht immer. Und nicht nur einmal haben sich (manchmal auch ex-) Mitglieder anderer Vereine bei mir ausgeheult... (Ein paar) Graue Haare habe ich eher aus anderen Gründen, aber schlaflose Nächte gab es jedenfalls schon einige.

    Liebe Leute, wenn jetzt erwartet wird, dass nun alles bis ins kleinste Detail aufgedröselt wird, wird das weiterhin nicht geschehen. Nur soviel, auch wenn Sven schreibt, dass er Rücksprache mit mir gehalten hat, heißt das nicht, dass ich an seinem Statement beteiligt war oder das sogar komplett teilen würde. Meine eigene Wahrnehmung war vor allem in den letzten beiden Jahren zumindest teilweise eine andere. Es geht hier nicht um die handwerkliche, dokumentarische und in vielerlei Hinsicht sonstige Leistung, die hier erbracht wurde, diese sucht ihrer Gleichen und wird wirklich von niemandem in Frage gestellt. Wir sind dankbar für das alles, die Unterstützung für das Projekt durch zahlreiche Leute, die Fördermittelgeber und nicht zuletzt die Aufsichtsbehörde. Wir arbeiten daran, dass es absehbar zu einem positiven Ergebnis kommt. Soviel für heute, viele Grüße,

    Marian Sommer.

  • Man ahnt, dass es gewaltigen Krach gab und Sven der Leidtragende ist.

    Das tut mir sehr leid - bei allem was er geleistet hat. Hätte man da nicht etwas anders mit ihm umgehen können fragt man sich.

    Bei mir bestätigt sich mal wieder der Erkenntnis lieber nicht zu viel Herzblut und eigene Ressourcen in einen Verein zu stecken - es wird einem häufig nicht gedankt - und das ist hier nicht der einzige mir bekannte Fall. Meist endet es dann mit dem schon erwähnten Mittelfinger ... (auch ich hätte da nicht "die Größe" nach einer so herben Enttäuschung).

  • Lieber Maschinist Sven,

    mit Bestürzung habe ich gelesen, was dir und DEINEM Projekt widerfahren ist. Sei es von den Aufsichtsbehörden oder den in den Rücken schießenden Vereinskollegen. Eigentlich ist aber alles schon von meinen Vorschreibern gesagt. Dennoch möchte ich dir meine Bewunderung aussprechen. Die "Größe" mit der du jetzt mit dieser Situation umgehst, hätte ich wahrscheinlich nicht. Meine Hochachtung! Vergiß dabei aber bitte nicht deine Liebsten und vorallem nicht dich selbst.

    Allen am Projekt Hilax Beteiligten natürlich weiterhin viel Erfolg beim Kampf mit den bürokratischen Windmühlen.

    Viele Grüße
    Toralf

    Hallo Toralf,

    mit aller Bescheidenheit - bürokratische Windmühlen lasse ich in dieser Cause nur so stehen, wenn damit der TÜV gemeint ist. ;) Die Aufsichtsbehörde hat da eher keinen Schwergang zu verantworten...

    Grüße Jens

  • Moinsen,

    Toralf750 - ist zwar etwas OT - aber warum erinnert mich das an den ewig Grinsenden vom Bw West ( Zitat " Wenn ich will, fliegt jeder durch die Prüfung ! " )., soweit mein Verhältnis zu Prüfern aller Art. Wäre schön wenn die Lok endlich wieder fährt, freu mich drauf...

    Der Saarsachse

    IV K - Fan

  • Jetzt einige generelle Fragen:

    Wie laufen in so einer Situation die Fristen?

    Ab wann ist die Lok denn betriebsfähig und darf öffentlichen Betrieb machen?

    Gelten amtliche Prüfungsberichte nur in dem Land wo sie erstellt wurden?

    Wer prüft mit was - ob die Ausführung Stand der Technik ist?

    Mittlerweile sehe ich hier viel Willkür, Verstecken hinter §n und Wissenslücken

    wenn es um alte Techniken, deren Funktionen, Abhängigkeiten und deren Bewährungen

    und Weiterentwicklungen geht.

    Schade solch Entwicklungen hier zu lesen.

    Allen hier weiterhin gutes Gelingen.

    Gruss vom Dagvuchel

  • _______________________________________________________

    Liebe Freunde und Förderer des Projektes "Hilax", liebe Spender,

    nach langen Verzögerungen ist es nun endlich soweit: Die Hauptinstandsetzung der Jung 8293 von 1938 für den Einsatz auf der Waldeisenbahn Muskau ist auf der Zielgeraden!

    In den letzten Monaten erfolgte noch einmal eine eingehende Untersuchung des Kessels, welche am 21. März 2026 bestanden wurde. Parallel konnte auch die eigentliche Hauptinstandsetzung abgeschlossen und die Unterlagen der Landeseisenbahnaufsicht übergeben werden. Der abschließende Bescheid ging dann pünktlich vor Ostern ein.

    Damit findet ein langjähriges Projekt des Vereins seinen Abschluss und der Waldeisenbahn steht eine vierte Dampflok zur Verfügung. Zahlreiche Menschen und Institutionen, Sven und viele andere mehr, haben dies durch ihre Initiative, ideelle, praktische und finanzielle Unterstützung möglich gemacht, wofür wir ganz herzlich Dankeschön sagen möchten! Dies soll natürlich auch im Rahmen einer Sonderveranstaltung gewürdigt werden. Allerdings wird die Lok schon zu Ostern für den Betrieb benötigt und somit ab sofort zu regulären Einsatzehren kommen. Nach dem Osterwochenende werten wir die Betriebserfahrungen aus und laden mit Termin und Programm zur feierlichen Dankeschönfahrt für die Unterstützer des Projektes ein. Wir melden uns dann natürlich wieder bei Euch bzw. Ihnen.

    So, nun sind wir alle gemeinsam gespannt, wie sich die alte Dame so schlagen wird und freuen uns über die Bereicherung unseres Betriebsparks. Herzliche Grüße aus Weißwasser sendet im Namen der Waldeisenbahner der

    Vorstand des WEM e. V.

    P.S. Die ersten Einsätze gab es heute und die Lok lief zuverlässig. Wir gehen davon aus, dass die Lok bis Montag vor den Zügen nach Bad Muskau und Kromlau zu erleben ist. Einige Fotografen waren ja da, vielleicht taucht ja das eine oder andere Bilder oder Video auf. Als Vorgeschmack hier zwei Fotos:

  • Guten Abend,

    ganz sang- und klanglos erfolgte heute nach knapp 15 Jahren Aufarbeitungszeit, zahlosen Tagen und langen Nächten in Werkstätten mit viel Ehrgeiz und Schweiß die Inbetriebnahme der Jung 8293 „Hilax“ im öffentlichen Zugbetrieb. Eigentlich sehr schade wenn man bedenkt das die Aufarbeitung der Maschine die wohl am besten dokumentierteste und ihrer Ausführung eine der Ausführlichsten in der deutschen und europäischen Museumsbahnszene ist. So hätten sich nicht nur die Eisenbahnfreunde über eine Bekanntmachung gefreut, sondern auch die vielen Spender und Unterstützer des ehrgeizigen Projekts um am ersten Tag vor Ort sein zu können und diesen Meilenstein gebürtig zu feiern.

    Allgemein war die Stimmung vor Ort heute eher ruhig wenn bedenkt das es die große Saisoneröffnung für das Jahr 2026 ist. So waren auch die Züge relativ übersichtlich gefüllt obwohl frisches aber trotzdem schönes Eisenbahnwetter herrschte.

    Nun aber erstmal genug geschrieben, ich möchte gern ein paar Bilder vom ersten Einsatztag zeigen.


    Mit dem heute einzigen Dampfzug-Umlauf erklimmt die „Hilax“ die Steigung hinauf nach Kromlau. Am Vormittag musste die 99 3315 nach ihrer ersten Zugfahrt aufgrund eines Schadens wieder abgestellt werden. Über einen der vielen glasklaren Seen blicken wir auf den Zug.

    Eilig rollt der Zug die große Steigung wieder hinunter.


    Die nächste Tour des Zuges geht nach Bad Muskau. Über die große Wiese bei Gablenz schnauft die Maschine an ein paar zusätzlichen Pferdestärken vorbei.


    Der Einfahrbogen des alten Bahnhofes Muskau wird durchquert bevor es an einigen Rododendrohnbüschen auf das „neue“ Bahnhofsgelände geht.


    Wieder geht es bergwärts und mit schönen Kobelklängen erklimmt die Dampflok die Steigung in den Park. Welch ein Hingucker sie doch geworden ist. Besonders mit ihrer grünen Farbgebung hebt sie sich sehr schön von den anderen WEM-Maschinen ab.


    Bevor ich den Heimweg wieder antrat, schaute ich nochmal nach Kromlau. Mit kräftiger Rauchwolke wird die Steigung gemeistert.


    Und schon ensteht das letzte Bild des Tages. Eines der klassischsten Motive auf der Waldeisenbahn, nun endlich auch mit der Jung 8293.

    Es ist sehr schön die Maschine nach Svens jahrelangen Mühen endlich unter Dampf zu erleben. Möge ein langes und sicheres Einsatzleben vor ihr liegen und immer eine handbreit Wasser über der Feuerbuchsdecke.

    Viele Grüße,

    Richard :)

  • Mahlzeit!

    Ich hatte gestern das große Vergnügen, dem ersten Einsatz im Planbetrieb als Fahrgast und an der Strecke beizuwohnen.

    Ein paar bewegte Eindrücke von diesem besonderen Tag habe ich mal noch schnell zusammengeschnitten:

    Einen ausführlichen Bildbericht reiche ich noch nach.

    Ich möchte mich bei ALLEN Beteiligten, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben, noch einmal persönlich herzlich bedanken.

    Jetzt wo ich mir die Aufnahmen bei einem guten (und zum Anlass passenden) Glas Bushmills Sherry Cask Single Malt anschaue, denke ich auch an die Weggefähren und Freunde, die das leider nicht mehr erleben konnten. Namen wie Manfred Werner, Ralph Lüderitz, Torsten Dittmar, Dieter Schönebeck, Bernd Krasel, Peter Bauchwitz, Bernhard Schreiber und zuletzt vor wenigen Wochen mein englischer Freund Dale W. Fickés. Sie haben heute bestimmt von ihren Wolken zugeschaut und sich mit uns gefreut ;)

    Gute Nacht

    Sven