De Reis na Noordfreesland

  • Beschreibung der Eiderstedter Strecke Teil 2 (Bahnhof Tönning)


    ... kurze Einführung: Seit ich mein Zuhause im Norden (in Hamburg und Glückstadt) hatte, hat es mir die Kleinstadt Tönning mit ihrer besonderen Geschichte angetan (Liebe auf den ersten und zweiten Blick). Mehrmals im Jahr weile ich vor Ort und so betrachte ich Tönning und Umgebung mittlerweile als mein wahres Zuhause.


    Der Anlass für den Bau der Bahn nach Tönning war der Güter- und Viehtransport. So existiert im hinteren (aber heute nicht mehr genutzten) Teil des Bahnhofes der Güterschuppen aus dem Eröffnungsjahr 1854. Im Jahr 1913 führte das Gleis 12 durch den Güterschuppen, der dadurch sehr beengt war. Der Fußboden lag nur 75 Zentimeter über der Schienenoberkante, was das Be- und Entladen schwerer Güter sehr erschwerte. Außerdem lag das Gleis etwa 30 Zentimeter unter dem Niveau der anderen Bahnhofsgleise und war deshalb bei starkem Regen oft überschwemmt. Daher beantragte der Bahnhof Tönning die Herausnahme des Gleises und den Umbau des Schuppens, so daß Gleis 13 das neue Schuppengleis wird. Dieser gewünschte Umbau erfolgte aber erst nach dem Jahre 1924. Einer Statistik zufolge, wurden im Jahr 1918 in diesem Güterschuppen 1516 Tonnen Stückgut empfangen und 881 Tonnen Stückgut versandt. Während des 2. Weltkrieges wurde im Güterschuppen ein Luftschutzbunker für das Bahnpersonal eingerichtet, welcher eine Fläche von 37 Quadratmetern hatte. Heutzutage befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und ist in der Liste der denkmalgeschützten Gebäude der Stadt Tönning verzeichnet und ist das älteste weitestgehend original erhaltene Bahngebäude des ehemaligen Herzogtums Schleswig.



    Detailansicht des Güterschuppens an der Straßenseite (Bild vom 25. November 2017)


    Ebenso war von Beginn an ein Anschlussgleis zum Hafen vorhanden. Anfangs führte das Hafengleis noch durch den Deich und auf eine Wagendrehscheibe, von wo aus die einzelnen Anschlussgleise erreicht werden konnten. Im Jahre 1904 erfolgte ein Umbau des Bahnhofes und die Inbetriebnahme der beiden Stellwerke. Wahrscheinlich wurde seit diesem Zeitpunkt auch das Hafengleis über den Deich geführt. Die
    einzelnen Anschlüsse erreichte man nun über Weichenverbindungen. Neben dem Güterumschlag auf die Schiffe an der Eiderkaje (Außenhafen) war auch die frühere Eider-Werft angeschlossen, auf deren Gelände sich später der Seefliegerhorst befand. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges siedelten sich in dessen Gebäuden erst die Eternit-Werke (Herstellung von Asbestplatten) und die Nissen-Elektrobau als Güterkunden an. Der Hafen Tönning wurde im Verzeichnis der Gütertarifpunkte vom 01. Juni 1970 sogar noch als eigener Gütertarifpunkt geführt. Seit 1972 wurden die Anlagen des Fliegerhorstes von einer Firma für Anlagentechnik zur Herstellung von Pumpen genutzt. Zuletzt wurde noch der Tonnenhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes über das Hafengleis bedient. Heutzutage sind von diesen Anschlussgleisen am Hafen kaum noch Spuren zu entdecken. Der Bahnhof besteht aus zwei Bahnsteiggleisen, die stumpf an Schutzhalt-Tafeln enden. Eine Umfahrungsmöglichkeit für Triebfahrzeuge ist dadurch nicht mehr gegeben.


    Es folgen einige historische Aufnahmen vom Bahnhof Tönning:



    Das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Tönning (Kreisarchiv Nordfriesland)



    Rangierlok im Bahnhof noch vor altem Bahnhofsgebäude



    Blick vom Bahnsteig auf die umfangreichen Gleisanlagen des östlichen Bahnhofskopfes



    Auszug aus einem Lageplan der Tönninger Hafenbahn aus dem Jahr 1904



    Die Straßenseite des Empfangsgebäudes von Tönning im Zustand des Jahres 2011


    Zeitungsausschnitt vom 19. Juli 1894: Wie eigenthümlich gewählt oftmals der Platz ist, den sich die Vögel für ihren Nesterbau aussuchen, zeigt ein in Tönning unter dem dortigen Hauptbahngeleise bei Weiche 19 gefundenes Vogelnest mit vier Jungen. Diese Weiche wird täglich von Maschinen und Wagen befahren, trotzdem fand das Weibchen Ruhe und Zeit, an dem beharrlich festgehaltenen Platze seine Eier auszubrüten.


    Mein besonderer Dank geht an die Herren Fred Steen: Tönninger Geschichte und Alberto Brosowski VT 692 501-0


    ... das nächste Kapitel wird sich mit dem Streckenabschnitt von Tönning nach Garding beschäftigen.


    Viele Grüße, René
    (Mitglied der Gesellschaft für Tönninger Stadtgeschichte e.V.)

  • Beschreibung der Eiderstedter Strecke Teil 3 (Streckenabschnitt von Tönning nach Garding)


    Dieses Kapitel möchte ich mit einem Bericht aus dem August des Jahres 1979 beginnen:


    Tönning liegt an der Nebenstrecke Husum - Bad St. Peter-Ording in Nordfriesland. Allein dem Verkehr zum Nordseeheilbad ist es zu verdanken, dass die Strecke noch nicht stillgelegt wurde. In den vergangenen 20 Jahren hat sie viel von ihrer früheren Bedeutung eingebüßt. Eine wesentliche Stütze des Güterverkehrs war der Transport von Schlachtvieh, das inzwischen nur noch auf LKWs verladen wird. Die Viehrampen mit den Gattern sind noch vorhanden, aber meist verfallen. Betrieblich interessant ist der Bahnhof Tönning, weil er als Kopfbahnhof zum Lokwechsel zwingt. Außerdem ist er mit moderner Signaltechnik ausgestattet. In der Blütezeit der Bahnlinie fuhren Dampfloks der Baureihen 50, 56, 57 und 64 auf der Strecke. Dampfbespannte Personenzüge gab es etwa bis 1963. Später waren die Dieselloks V 36 und V 60 eingesetzt, bis auch sie im Personenverkehr vom Schienenbus VT 98 und diese dann durch den vierachsigen ETA 150 abgelöst wurden. Der Güterverkehr wird mit einer V 60 oder einer V 100 bewältigt.


    Auf der Strecke nach Bad St. Peter-Ording wird teilweise im vereinfachten Nebenbahnbetrieb gefahren. Die Bahnhöfe sind bis auf Tönning nicht besetzt. Die Anbindung der Strecke an die Hauptbahn Hamburg-Altona - Westerland (Sylt) geschieht an der Abzweigstelle Hörn. Eine Schutzweiche ist hier nicht vorhanden. Um einen ausreichenden Durchrutschweg zu erzielen, steht das Hauptsignal aus Richtung Tönning in gebührender Entfernung von der Abzweigsstelle. Bei Nacht ruht der Verkehr auf der Nebenbahn, die Signale auf der Hauptbahn sind dann auf "Fahrt" gestellt.


    In Tönning finden die Ein- und Ausfahrten von Personenzügen auf den Gleisen 1 und 2 statt. Für die Ein- und Ausfahrt der Übergabegüterzüge steht Gleis 4 zur Verfügung. Die Personenzügen halten vorwiegend auf Gleis 1. Bei Zugkreuzungen werden die Richtungsgleise so belegt: nach Husum Gleis 1, nach Bad St. Peter-Ording Gleis 2.


    Der Güterverkehr ist jetzt gering und durch Wagen für die Anlieferung von Wasserbaumaterial und Seezeichen für das Wasser- und Schifffahrtsamt geprägt. Ein Gleisanschluss für einen Industriebetrieb ist ebenfalls vorhanden. Den Gleisen nach muss früher ein reger Güterverkehr geherrscht haben.


    ... weiter geht es mit der Beschreibung in Richtung Garding:


    Das Gleis nach Garding verlässt Tönning in nordwestlicher Richtung. Rechts ist nochmals der Kanal der Norderbootfahrt zu erkennen. Nun führt die Bahnlinie wieder durch weite Marschflächen. Nach wenigen Minuten ist rechterhand in einiger Entfernung die Kirche von Kotzenbüll zu erkennen, welche in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet wurde. Es wird der Haltepunkt Kating erreicht, welcher sich in einer Entfernung von 1,8 Kilometern zur Gemeinde befindet. Dieser Haltepunkt verfügte in früherer Zeit über ein Empfangsgebäude mit Fahrkartenausgabe. Auch die Kirche dieser Gemeinde, welche auf einer kleinen Warft steht, dient linkerhand als Landmarke. Mit ihrer Errichtung wurde im 12. Jahrhundert begonnen. In ihrem Turm findet sich die älteste Glocke von Schleswig-Holstein. Sie wurde um 1300 gegossen.



    Der Bahnhof Kating im Jahr 1940 mit Empfangsgebäude und Beamtenwohnhaus


    Die Strecke beschreibt vor dem nächsten Haltepunkt einen Linksbogen und schwenkt somit in westliche Richtung. Auf der linken Seite kann man nun den ehemaligen Kühl'schen Haubarg sehen. Der Ziegelbau mit dem reetgedeckten Satteldach wurde laut Zahlenanker im Jahre 1693 errichtet. Nun ist Katharinenheerd erreicht. Hier befindet sich ein zweigeschossiges ehemaliges Empfangsgebäude, welches für diese Bahnstation reichlich überdimensioniert wirkt. Ein Grund hierfür könnte der ehemals hohe landwirtschaftliche Güterumschlag sein. Das "Amtliche Bahnhofsverzeichnis von 1938" weist Katharinenheerd als Haltestelle ohne Kopframpe, aber mit vollem Güterverkehr aus. Für die Abfertigung geschlossener Wagenladungen (Viehtransport) wurde die Station bis etwa Mitte der 1960-er Jahre genutzt. Zu diesem Zweck war auch eine Viehrampe vorhanden. In unmittelbarer Nähe des Haltepunktes befindet sich die Kirche St. Katharina mit dem einzeln stehenden hölzernen Glockenturm, welche im Jahre 1113 erstmals erwähnt wurde.



    Das ehemalige Empfangsgebäude von Katharinenheerd im Zusatand des Jahres 2011 wird heutzutage als Wohnhaus genutzt.


    Weiter führt die Strecke durch die Südermarsch bis zum Haltepunkt Garding. Dieser ehemalige Bahnhof büßte als letzte Station der Eiderstedter Strecke den Güterverkehr im Jahre 1992 ein. Im Anschluss wurden alle nicht mehr benötigten Gleisanlagen zurückgebaut. Das Empfangsgebäude war schon im Jahre 1981 abgerissen worden. Der Bahnhof verfügte ab dem Jahr 1932 (Weiterführung der Strecke bis Bad St. Peter-Ording) über das Stellwerk "Gd". Hierbei handelte es sich um ein mechanisches Stellwerk der Bauart Einheit. Die Außerbetriebsetzung des Stellwerkes erfolgte gleichzeitig mit dem Abriss des Empfangsgebäudes. Als Bahnanlagen existieren heute neben dem durchgehenden Hauptgleis nur noch der Bahnsteig und eine Wartehalle. Der Haltepunkt findet sich am südlichen Stadtrand, aber unweit des Zentrums der Kleinstadt. Dieses wird durch die Kirche mit dem imposanten Turm geprägt, deren Entstehung bis in das Jahr 1109 zurückreicht. Der Bau steht auf der höchsten Erhebung der Halbinsel, auf einer elf Meter hohen Warft. Die ursprünglich romanische Anlage wurde später gotisch überformt. Garding war in früherer Zeit der Hauptort der Harde Everschop.



    Die Gleisseite des Empfangsgebäudes vom Bahnhof Garding in der Frontalansicht im Jahre 1899.



    Im Jahre 1926 musste am Bahnhof Garding eine Bahnsteigsperre errichtet werden. Ankommende Bahnreisende wurden durch Autokutscher zwecks Gewinnung von Fahrgästen massiv belästigt. Ortsansässige Personen und Schuljugend stürmten mitunter ankommende Reisezüge uberfallartig und rissen den Reisenden das Handgepäck aus den Händen. Die Sperre war in den Monaten Juli und August von 11.35 Uhr bis 16.05 Uhr mit einem Aushilfsschaffner besetzt, in der übrigen Zeit vom Weichenwärter. In einem Bericht aus dem Jahr 1926 wird berichtet, dass sich die Bahnsteigsperre bewährt hat.



    Ein kleines Detail am Rande bildet die Historie des Kastens eines örtlichen Fernsprechers in Garding: Dieser Fernsprecher war schon lange Zeit vor dem Rückbau des Bahnhofs Garding zum Haltepunkt nicht mehr in Betrieb. Seit seiner Außerdienststellung wurde er auf Grund seiner prädestinierten Lage an einer Weiche als Aufbewahrungsschrank für das Weichenschmierfett genutzt, weshalb er auch noch so lange überlebte, während bereits alle anderen F-Kästen des Bahnhofs verschwunden waren. Bei der Bergung im Herbst 2011 befanden sich die originalen Behälter mit Schmierfett samt Pinsel noch im Kasten!


    Zeitungsausschnitt vom 17. Januar 1893: Während der Nacht von Donnerstag auf Freitag voriger Woche hatte der ziemlich heftig wehende Südwestwind einen auf dem Bahnhof Garding stehenden Wagen in Bewegung gesetzt und ihn bis über Katharinenheerd hinausgetrieben. In der Dunkelheit und bei dem Schneetreiben hatte der Lokomotivführer des Frühzuges Garding - Tönning den Wagen nicht gesehen, und so stieß der Zug auf diesen. Der Wagen wurde aus dem Geleise geschleudert und zertrümmert und die Lokomotive ziemlich arg beschädigt. Die Bahnbeamten und Fahrgäste kamen jedoch mit dem Schrecken davon.


    Zeitungsausschnitt vom 28. Juli 1924: Der Nachmittags-Personenzug von Garding traf mit einhalbstündiger Verspätung hier ein, weil die beiden Lokomotiven beinahe den ganzen Zug in Katharinenherd vergessen hatten. Erst auf der Station Kating gewahrte das Maschinenpersonal, daß nur zwei Ochsenwagen den 'Zug' bildeten. Die auf der Station Katharinenheerd verbliebenen Reisenden und das Begleitpersonal hatten der Abfahrt des Zuges machtlos zugeschaut und mußten geduldig, aber voll heiterer Laune warten, bis sie geholt wurden.


    Zeitungsausschnitt vom 20. Februar 1927: Bei dem ungewohnt starken Rauhreif konnte ein ungezählter Teil Fernsprechdrähte nicht standhalten. Auf der Bahnstrecke Husum - Garding kurz vor dem Bahnhof Katharinenherd hingen die den Bahndamm kreuzenden Leitungsdrähte so tief, daß der Vormittagszug in sie hineinfuhr und bald in einem Netz von Drähten saß. Nach halbstündiger Arbeit gelang es dem Personal, den Zug zu befreien. Die umstürzenden Leitungsmasten beschädigten jedoch die Dächer der Wagen.


    Kurzmeldung der Bundesbahndirektion Hamburg vom 04. Februar 1950: Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich gestern in Garding ereignet: Von dem um 19:11 Uhr aus Ri. Tönning eintreffenden Personenzug fuhr der letzte Wagen auf der Einfahrweiche in einen zweiten Schienenstrang hinein und durch die feste Kupplung wurde der vorletzte Wagen quer- und umgerissen. Leider hatten sich auf die vordere Plattform dieses Wagens bereits 5 Reisende begeben, die in Garding aussteigen wollten. Durch die plötzliche Schräglage rutschten sie nach links herunter, dabei gerieten sie unter den sich seitwärts nach vorn schiebenden Wagen. Als der nach 90 Minuten eintreffende Hilfszug aus Husum den Wagen gehoben hatte, konnten 4 junge Frauen nur noch tot geborgen werden, ein junger Mann erlitt eine schwere Fußverletzung. Zur Unfallursache wurde festgestellt, daß infolge Übereifers des diensttuenden Fahrdienstleiters (es sollte noch mit einem zur Abfahrt bereitstehenden Güterzug rangiert werden) die Weiche zu früh herumgelegt worden ist.



    ... das nächste Kapitel wird sich mit dem Streckenabschnitt von Garding nach Bad St. Peter-Ording beschäftigen.


    Viele Grüße, René

  • Beschreibung der Eiderstedter Strecke Teil 4 (Streckenabschnitt von Garding nach Bad St. Peter-Ording)


    Kurz nach Verlassen des Haltepunktes erreicht die Bahnlinie jene Stelle, wo der schon beschriebene Kanal der Süderbootfahrt die zukünftige Trasse kreuzte. Die Hafenstadt Garding war über diesen 6,5 Kilometer langen Wasserlauf mit Katingsiel an der Nordsee verbunden. Auch auf diesem Kanal wurden die Boote getreidelt. Eine Fahrt von Garding nach Katingsiel dauerte dabei etwa 3 Stunden. Im Winter ruhte der Bootsverkehr. Seit 1905 wurde die Süderbootfahrt nicht mehr als Wasserstraße genutzt. Der Gardinger Hafen, der südlich der Süderstraße lag und sich bis zur heutigen Bahnstrecke erstreckte, wurde 1896 teilweise und 1920 endgültig zugeschüttet. Durch den Straßenbau von Garding nach Tönning (1848/49) und die Eisenbahnanbindung (1892) verlor er seine Bedeutung. Beim Weiterbau der Bahnlinie nach Bad St. Peter-Ording ab März des Jahres 1932 musste somit keinerlei Rücksicht auf den ehemaligen Verkehrsweg der Süderbootfahrt genommen werden.



    Das Jahr 1904 mit der Süderbootfahrt und Teilen des Bahnhofs (Lokschuppen, Wasserturm, re. angeschnitten das EG)


    Bald wird der Haltepunkt Sandwehle im Kirchspiel Garding erreicht. Dieser Ort ist nach einer Deichbruchstelle benannt. Das einbrechende Wasser hinterließ ein tiefes und großflächiges Loch. Diese Wehle wurde erst nach dem 2. Weltkrieg aufgeschüttet und zur Bebauung freigegeben. Folgerichtig wurde der zugehörige Haltepunkt auch erst am 03. Juni 1956 seiner Bestimmung übergeben. Unmittelbar hinter dem Bedarfshaltepunkt quert die Trasse den Alten Gardinger Deich.


    Nach Durchquerung des Wattkooges und des Mittelkooges wird am Süderdeich der zum 31. Mai 1980 aufgelassene Haltepunkt Heisternest erreicht, welcher direkt an einem Bahnübergang gelegen war. Der Bahnsteig befand sich östlich der Straße und nördlich des Streckengleises. Der Name Heisternest bezieht sich auf ein einzelstehendes Haus, welches heute als "Osterende 19" im Stadtplan zu finden ist.



    Die baulichen Anlagen des Haltepunktes Heisternest genügten im Jahre 1966 den einfachsten Ansprüchen.



    Eine topographische Karte aus dem Jahr 1943, auf der die Bahnstationen Heisternest und Tating eingezeichnet sind.


    Nun ist bald der ehemalige Bahnhof Tating erreicht. Auf der topografischen Karte ist gut das Vorhandensein von mehreren Gleisen dokumentiert. Heutzutage findet sich auch hier nur noch ein Haltepunkt. Von der einstigen Existenz des Güterverkehrs zeugt noch eine kleine Rampe neben den Gleisen. Der alte Bahnhof Tating wurde im Jahre 1963 geschlossen und in eine Haltestelle umgewandelt. Bald darauf wurden die Viehrampe und die Viehboxen zurückgebaut. Das Gleis zum Lagerschuppen des Tümlauer Kooges wurde im Jahre 1974 entfernt, nachdem der Güterverkehr eingestellt worden war. Das Empfangsgebäude wurde schließlich 1982 von der Deutschen Bundesbahn veräußert und stand über mehrere Jahre leer. Nach Bränden im Gebäude in den Jahren 1991 und 1994 wurde das Gelände im Jahr 1996 von der Gemeinde Tating erworben. Daraufhin erfolgte der Abriss der Bauruine und die Einebnung des Geländes. Die Pflastersteine der Ladestraße wurden zum Teil für die Pflasterung des Dorfplatzes verwendet.




    Die Gleisseite des ehemaligen Empfangsgebäudes von Tating im Jahre 1986


    Tating war einst Hauptort der Harde Utholm und besitzt mit der St. Magnus-Kirche das älteste Gotteshaus Eiderstedts. Die Kirche wurde ab dem Jahr 1103 errichtet. Als weitere bedeutende Sehenswürdigkeit muss der Hochdorfer Garten mit seinem Haubarg genannt werden. Er gilt als Dokument der wenigen erhaltenen Gärten eines Großbauern des 18. Jahrhunderts und wurde ab dem Jahr 1764 angelegt.


    Ab Tating wendet sich die Streckenführung wieder in südwestliche Richtung. Es folgt die Überquerung des Ehster Hauptsielzuges, welcher in Ehstensiel gemeinsam mit dem Olsdorfer Sielzug in die Nordsee mündet. Linkerhand befindet sich nun der seit April 1968 bestehende Flugplatz. An der Gemeindegrenze zwischen Tating und Bad St. Peter-Ording überquert die Bahnlinie die Stelle, wo zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein Sielzug zum Panzergraben des Friesenwalls ausgebaut war. Dieser Panzergraben führte vom Brösumsiel im Norden in südöstlicher Richtung zum Ehsterkoog und teilte somit die alte Insel Utholm. Bald darauf ist der Haltepunkt St. Peter Süd erreicht. Dieser befindet sich in der Nähe des Ortszentrums von St. Peter Dorf mit seinen Einkaufsmöglichkeiten. Das ehemalige Empfangsgebäude befand sich Mitte der 1980-er Jahre in einem ungenutzten und desolaten Zustand, wird aber nun schon seit längerer Zeit zu Wohnzwecken genutzt.



    Der Bahnhof St. Peter Süd im Jahre 1939, also sieben Jahre nach Eröffnung der Strecke. (Sammlung des Autors)


    Der eigentliche Grund für die Erbauung des dritten Abschnittes der Bahnlinie ab Garding war der aufstrebende Tourismus in St. Peter Bad. Deshalb wendet sich die Strecke nun wieder nach Nordwesten und führt durch das Deichgatt (Deichdurchlass). Immer parallel zur Straße wird nach wenigen Kilometern die Endstation Bad St. Peter-Ording erreicht. Von hier aus sind es nur einige Minuten Fußweg durch den Dünenwald bis zu den Badeanlagen und zur Seebrücke.



    Das Empfangsgebäude von Bad St. Peter-Ording am 28. November 2013


    Der ehemalige Bahnhof wurde zum Haltepunkt mit Stumpfgleis umgewandelt. Die Weichen des Umfahrungsgleises und das Ladegleis wurden zurückgebaut. Das ehemalige Empfangsgebäude wurde veräußert, aber beherbergt noch immer eine Agentur zum Erwerb von Fahrkarten.


    Ein ganz besonderer Dank geht an die Damen Frau Anke Dellin von der "Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Stadt und Kirchspiel Garding" und Frau Ute Sachau von der "AG Ortschronik Tating"


    ... die nächsten beiden Kapitel werden sich dann mit der Geschichte der Bahnlinie und einiger statistik beschäftigen.


    Viele Grüße, René

  • Hallo,


    nun wird es Zeit, sich der geschichtlichen Entwicklung dieser Bahnlinie im vorletzten Kapitel zu widmen:


    Beschreibung der Eiderstedter Strecke Teil 5 (Geschichte)


    Die Keimzelle der Eisenbahn auf Eiderstedt bildete die Bahnlinie von Flensburg nach Tönning, deren 33,57 km langer Abschnitt von Oster-Ohrstedt bis Tönning am 25. Oktober 1854 offiziell eingeweiht wurde. Gleichzeitig erfolgte in Tönning die Inbetriebnahme der 0,73 km langen Hafenbahn. Gebaut wurde die Strecke von Flensburg nach Tönning vom Engländer Sir Samuel Morton Peto, der am 08. September 1852 in Kopenhagen die Konzession zum Bau der Bahnlinie erhalten hatte und diese der "Flensburg-Husum-Tönninger-Eisenbahngesellschaft" übertrug. Bei der Eröffnung erhielt die Bahnlinie den offiziellen Namen "König Frederik VII. Südschleswigsche Eisenbahn". Der Zweck des Eisenbahnbaues war im Export von Rindern und dem Import von Kohle begründet. Die Strecke nach Husum verließ damals den Bahnhof Husum noch in nördlicher Richtung, um in einem Linksbogen nach Süden zu führen und die Gemarkung Rödemis westlich zu umfahren.



    Betrieb am Bahnhof Tönning im Jahre 1860.


    Nach Annektierung Schleswigs durch Preußen wurde am 28. März 1865 die "Schleswigsche Eisenbahngesellschaft" gegründet. Am 04. August 1865 wurde der Vertrag zur Überlassung des Betriebes der "Schleswigschen Eisenbahngesellschaft" an die "Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft" unterzeichnet. Schließlich konnte am 01. Januar 1870 die "König Frederik VII. Südschleswigsche Eisenbahn" an die "Schleswigsche Eisenbahngesellschaft" übergeben werden. Mit gleichem Datum übernahm dann auch die "Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft" die vertraglich vereinbarte Betriebsführung.


    In Tönning hatten Fahrgäste ab 1877 die Möglichkeit, mit der Fähre nach Karolinenkoog in Dithmarschen zu fahren. Hier bestand bis 1942 Anschluss an die Bahnlinie nach Heide (Holstein). Dies war bis zur Eröffnung des Marschbahn-Teilabschnittes von Lunden nach Bredstedt auch die schnellste Möglichkeit von Husum in Richtung Hamburg zu gelangen.



    Fährschiff "Adler" nach Karolinenkoog am Anleger in Tönning



    Fahrplan der Fähre aus dem Jahr 1950, als in Karolinenkoog schon kein Bahnanschluss nach Heide mehr bestand.


    Ab 01. Januar 1883 werden die Schleswigschen Eisenbahnen auf Rechnung des preußischen Staates betrieben. Dem folgt zum 01. März 1884 die Errichtung der "Königlich preußischen Eisenbahndirection zu Altona". Zum 01. März 1885 wird die "Schleswigsche Eisenbahngesellschaft" schließlich vom preußischen Staat erworben.


    Am 17. Oktober 1887 erfolgte die Eröffnung des Marschbahn-Teilabschnittes von Lunden nach Bredstedt. Im Stadtbereich von Husum nutzten die Marschbahnstrecke und die Strecke von Flensburg nach Tönning nun einen gemeinsamen Bahnkörper.


    Erst am 15. Oktober 1892 folgte die Fortsetzung der Bahnlinie von Tönning nach Garding. Tönning wurde auf diese Art zum Kopfbahnhof.



    Nachdem im Jahre 1884 die Bürger von Platenhörn bei der KED Altona einen Haltepunkt gefordert hatten, wurde dieser am 01. Mai 1896 am Bahnwärterhaus 192 eröffnet. Den Fahrkartenverkauf übernahm eine in der
    Nähe befindliche Gastwirtschaft. Nach Bekanntwerden der Pläne für den Bau der neuen Strecke zur Blockstelle W der Marschbahn wurde die Verlegung des Haltepunktes zum Bahnwärterhaus 193 gefordert.


    Schließlich konnte am 01. Mai 1902 eine neue 1,47 Kilometer lange Trasse von Platenhörn durch den Dammkoog eröffnet werden. Diese wurde am Abzweig Hörn (damals "Blockstelle W") in den Kilometer 117,19 der Marschbahnstrecke (Kilometrierung der alten Streckenführung über Taterphal) eingebunden. Platenhörn bekam einen Haltepunkt an einem neuen Bahnübergang (heutige Querung der Bundesstraße), nicht am Bahnwärterhaus 193. Seit diesem Zeitpunkt erreicht die Eiderstedter Strecke die Stadt Husum durch die Südermarsch. Die westliche Streckenführung wurde stillgelegt und abgebaut. Der Dammkoog hat für Eiderstedt übrigens eine besondere Bedeutung, denn mit seiner Bedeichung im Jahre 1489 gelang der Brückenschlag zwischen der Insel Eiderstedt und dem Festland.


    Im Jahre 1906 wurde der Hafen Tönning von der Preußischen Staatseisenbahn als Seehafen für den Überseehandel anerkannt, was preiswertere Frachttarife zur Folge hatte.


    1908 schickte der "Bade- und Verkehrsverein St. Peter und Ording" die gehorsamste Bitte um Fortführung der Bahn von Garding an den Herrn Minister für öffentliche Arbeiten. Es wurde darauf hingewiesen, dass der westliche Teil Eiderstedts so dem großen Verkehr unmittelbar ausgeschlossen ist. Die wichtigsten Orte waren Tating (130 Einwohner), St. Peter (800 Einwohner) und Ording (200 Einwohner). Das Nordseebad St. Peter / Ording hatte 1907 rund 1800 Badegäste, es gab 12 Hotels und Gasthöfe. Industrie gab es keine, ansonsten Landwirtschaft und Viehzucht. Es wurde erwähnt, dass dieses Nordseebad das bedeutenste ohne Bahnanschluss zwischen Königsau und Ems ist. Gedacht waren die Stationen Tating, St. Peter Dorf und Bad St. Peter-Ording mit vollem Personen- und Güterverkehr, sowie Heisternest, Esing und St. Peter-Wittendün nur für den Personenverkehr. Es wurde vorgeschlagen, aus Gründen der Sparsamkeit im Winter gegebenenfalls nur bis St. Peter Dorf zu fahren. Der Minister antwortete, dass der Bau mit Rücksicht auf zahlreiche dringendere Bahnprojekte zur Zeit nicht in Aussicht gestellt werden kann. Im Jahr 1911 erfolgte eine erneute Ablehnung des Wunsches zur Weiterführung der Eiderstedter Strecke.


    In Befolgung der Bestimmung der Weimarer Verfassung wurde am 01. April 1920 der Staatsvertrag zur Gründung der Deutschen Reichseisenbahnen in Kraft gesetzt und die Preußische Staatseisenbahn zusammen mit anderen Länderbahnen der Hoheit des Deutschen Reiches unterstellt.


    Im Jahr 1923 wurde der Streckenläuferplan neu geregelt. Die Nebenbahn Abzweig Hörn - Garding musste nur noch jeden zweiten Tag inspiziert werden, statt der vorher üblichen täglichen Kontrolle. Die Strecke wurde zu diesem Zweck in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt führte von Hörn nach Harblek (11,67 km) und der zweite Abschnitt von Harblek nach Garding (16,42 km), welche im täglichen Wechsel gelaufen wurden. Diese Aufgabe übernahm Bahnwärter Peter-Heinrich Andreä. Dieser wohnte in einem Privathaus bei Streckenkilometer 181,47 (zwischen Büttel und Witzwort). Dadurch wurde der im Haltepunkt Kating wohnende Bahnwärter Ploog überzählig und konnte versetzt werden.


    Im Jahre 1924 wurde der Bahnhof Garding verkehrlich erfasst. Im Personenverkehr wurden 31456 Fahrkarten verkauft. Im Güterverkehr wurden im genannten Jahrabgefertigt:


    - Stückgut: 1870 Tonnen Empfang; 463 Tonnen Versand
    - Wagenladungen: 20502 Tonnen Empfang; 500 Tonnen Versand
    - Großvieh: 5366 Stück Empfang; 7578 Stück Versand
    - Kleinvieh: 2257 Stück Empfang; 11873 Stück Versand



    Der Bahnhof Garding auf einer alten Ansichtskarte aus dem Jahr 1899.


    Der aufstrebende Tourismus in Bad St. Peter-Ording hatte schließlich dienochmalige Verlängerung der Strecke zur Folge. Am 24. Juni 1932 wurdeder Abschnitt von Garding nach Bad St. Peter Süd eröffnet und am 24.Juli 1932 folgte der Abschnitt bis zum heutigen Endbahnhof.


    Fahrplan am Eröffnungstage (Auszug)


    Zug 1186


    St. Peter-Ort ab 14.01 Uhr
    Garding an 14.18 Uhr


    Zug 1187


    Garding ab 15.14 Uhr
    St. Peter-Ort an 15.31 Uhr



    Am Eröffnungstag erreicht ein Zug mit Lok 36 383 den Bahnhof Tating.



    Das ehemalige aus rotem Backstein errichtete Empfangsgebäude des Bahnhofs Tating im Jahre 1932.


    Während der Kriegszeit befand sich beim Haltepunkt Kating ein Barackenlager für Kriegsgefangene, welche zu Arbeitseinsätzen in der Umgebung herangezogen wurden. Der nachfolgende Lageplan zeigt das Lager im Zustand von 1945, von welchem auch heute noch einige Reste erkennbar sind.



    Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde auf deren Gebiet am 07. September 1949 die Deutsche Reichsbahn in Deutsche Bundesbahn umbenannt.


    Im Jahr 1972 erfolgte ein Umbau des Bahnhofs Tönning. Er erhielt in diesem Zusammenhang ein neues Empfangsgebäude mit integriertem elektromechanischem Stellwerk.


    Zu Beginn der 1980-er Jahre wurde an einigen Haltepunkten der Personenverkehr eingestellt. Zuerst hielten ab 31. Mai 1980 in Heisternest keine Züge mehr. Ein Jahr später ereilte am 30. Mai 1981 die Stationen Platenhörn und Büttel das gleiche Schicksal.


    Auch den Güterverkehr hat die Eiderstedter Strecke seit geraumer Zeit eingebüßt. Als letzte Gütertarifpunkte wurden am 28. Mai 1989 der Bahnhof Tönning und am 27. September 1992 der Bahnhof Garding geschlossen. In der Folgezeit wurden alle Gleisanlagen für den Güterverkehr zurückgebaut.


    Zum 01. Januar 1994 vereinigten sich die Deutsche Bundesbahn und die Deutsche Reichsbahn (Gebiet der ehemaligen DDR) zur handelsrechtlich organisierten Kapitalgesellschaft Deutschen Bahn AG.


    Im Rahmen der Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs übernahm die NordOstseeBahn (NOB) am 05. November 2000 den Betrieb auf der Eiderstedter Strecke. Nachturnusmäßiger Ausschreibung des Verkehres kehrte am 11. Dezember 2011 die Regionalbahn Schleswig-Holstein (Tochterunternehmen der DB Regio) an die Westküste zurück.


    Im Jahr 2013 verschwanden die Telegrafenmasten an der Eiderstedter Strecke, welche in der Vergangenheit ein prägendes Bild für viele Bahnstrecken waren. Dieletzten Masten wurden ab Mitte Juli 2013 zwischen Tönning und Kating entfernt.


    ... das letzte Kapitel beschäftigt sich dann mit Statistiken zu Bahnwärtern, zum Güterverkehr etc.


    Viele Grüße, René

  • Hallo René!


    Erstmal danke für die ausführlichen Berichte! Ich hoffe, Du nimmst den Vorsatz, künftig weniger in dieser Richtung beizutragen, nicht allzuernst. Historische Normalspur ist doch weiter ausdrücklich erwünscht...
    Am Rande ist mir aufgefallen, dass Ansichtskarten anno dazumal offenbar recht oft die Verschickung von Schmutzwäsche zum Gegenstand hatten, die irgendwelche Schwestern weichen lassen wollten ;-)


    Grüße,
    Rolf

  • Hallo Rolf,


    ob nun im Garding der vergangenen Zeiten deutlich mehr schmutzige Wäsche gewaschen wurde, als es heutzutage üblich ist, kann ich nicht beurteilen. Zumindest wurden damals noch schöne Karten verschickt, während heutzutage jeder Mist bei Facebook, Twitter etc. landet. :lach:


    Aber nun mit Ernsthaftigkeit: Es freut mich, dass die Beiträge auf Interesse stoßen. Zu dieser Strecke gibt es keine umfangreichere Abhandlung, weder im Buchhandel und auch nicht im Internet. Deshalb freue ich mich wirklich, dass mir die Admins ermöglichen, dieses Unikat einer Dokumentation mit sehr viel Textanteilen hier zu veröffentlichen und sie somit gleichzeitig über die Zeiten zu retten. Da ich plane, den Thread auch zukünftig mit abwechslungsreichen Inhalten zu füllen, wird er immer mal wieder im aktuellen Dashboard erscheinen.


    Viele Grüße, René

  • Beschreibung der Eiderstedter Strecke Teil 6/1 (Statistiken zur Strecke)


    Kilometrierung


    Die Kilometrierung der Strecke veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte mehrfach. Gegenüber der heutigen schon erwähnten Kilometrierung folgen hier zwei weitere Beispiele:


    Die Kilometrierung der Strecke am 01. April 1931


    - km 170,14 Husum
    - km 175,00 Blockstelle Hörn
    - km 176,02 Platenhörn
    - km 180,25 Büttel
    - km 182,15 Witzwort
    - km 185,73 Harblek
    - km 191,56 Tönning
    - km 000,00 Tönning
    - km 004,52 Kating
    - km 007,49 Katharienenheerd
    - km 010,59 Garding


    Die Kilometrierung folgt im Jahr 1931 dem Verlauf Hamburg-Altona - Jübek (km 143,68) - Husum - Tönning



    Die Kilometrierung der Strecke im Jahre 1949

    - km 00,00 Husum
    - km 04,63 Abzweig Hörn
    - km 05,62 Platenhörn
    - km 09,86 Büttel (b. Husum)
    - km 11,77 Witzwort
    - km 15,35 Harblek
    - km 21,19 Tönning
    - km 00,00 Tönning
    - km 04,58 Kating
    - km 07,49 Katharinenheerd
    - km 10,59 Garding
    - km 14,03 Heisternest
    - km 15,47 Tating
    - km 19,98 Bad St. Peter Süd
    - km 22,66 Bad St. Peter-Ording


    Bahnwärter


    Zur Inbetriebnahme der Bahnlinie von Flensburg nach Tönning wurde die die Bahnverbindung als Hauptbahn eingestuft. Daraus resultiert eine hohe Anzahl an Bahnwärtern, welche hier aufgelistet sind. Die Kilometerierung folgt schon der heutigen Streckenführung über Abzweig Hörn.


    Nr. 192 = km 176,020; Haltepunkt Platenhörn; bediente die Schlagschranke in km 175,979
    Nr. 193 = km 177,100
    Nr. 194 = km 177,992; Bewachung wurde ab 01. Oktober 1902 eingestellt
    Nr. 195 = km 179,500
    Nr. 196 = am Bahnhof Büttel
    Nr. 197 = km 181,431; bediente Drahtzugbarriere in km 181,121
    Nr. 198 = km 182,175; Bewachung wurde ab 01. Oktober 1902 eingestellt
    Nr. 199 = km 183,168
    Nr. 200 = km 184,925
    Nr. 201 = km 187,295; bediente Drahtzugbarrieren in km 187,087 und 187,597
    Nr. 202 = km 187,592; Bewachung wurde ab 01. Oktober 1902 eingestellt
    Nr. 203 = km 188,162; Bewachung wurde ab 01. Oktober 1902 eingestellt
    Nr. 204 = km 188,500; Bewachung wurde ab 01. Oktober 1902 eingestellt; bediente Drahtzugbarriere in km 188,115
    Nr. 205 = km 189,810; Bewachung wurde ab 01. Oktober 1902 eingestellt
    Nr. 206 = km 190,885; bediente Handbarrieren in km 190,873


    Die Angaben wurden der Akte "Bahnwärterangelegenheiten 1902" im Staatsarchiv Hamburg entnommen.



    Bahnwärterhaus Jordan am Witzworter Kirchenweg, welches 1970 abgerissen wurde.


    Orts- und Bahnhofsverzeichnisse


    An dieser Stelle möchte ich einen Überblick zur Entwicklung der einzelnen Stationen der Eiderstedter Strecke präsentieren.


    Auszug aus dem amtlichen Bahnhofsverzeichnis 1928 der Deutschen Reichsbahn (Garding war damals Endpunkt der Eiderstedter Strecke)


    Husum: Bm, Bw
    Husum Nord:
    Platenhörn: unbesetzt, ohne Güterverkehr
    Büttel:
    Witzwort: ohne Güterverkehr
    Harblek:
    Tönning: Bm
    Kating: unbesetzt, ohne Güterverkehr
    Katharinenheerd:
    Garding:


    Wenn hinter dem Bahnhof nichts weiter beisteht: Bahnhof ist besetzt und hat sämtliche Abfertigungsbefugnisse (Personen, Wagenladungen, Gepäck, Expressgut, Stückgut und Tiere)


    Bm = Sitz einer Bahnmeisterei
    Bw = Sitz eines Bahnbetriebswerkes


    Die Legende einer Übersichtskarte vom April 1931 enthält folgende Informationen


    Hörn: Blockstelle
    Platenhörn: Haltepunkt
    Büttel: Bahnhof 4. Klasse
    Witzwort: Haltepunkt
    Harblek: Bahnhof 4. Klasse
    Tönning: Bahnhof 3. Klasse, Umschlagplatz (Hafenbahn)
    Kating: Haltepunkt
    Katharinenheerd: Bahnhof 4. Klasse
    Garding: Bahnhof 3. Klasse


    Auszug aus dem amtlichen Bahnhofsverzeichnis 1938 der Deutschen Reichsbahn


    Husum: Rangklasse 1, Bm, Bw
    Husum Nord: Rangklasse 2, ohne Güterverkehr
    Platenhörn: Haltepunkt unbesetzt, ohne Güterverkehr
    Büttel: Rangklasse 4, ohne Kopframpe
    Witzwort: Haltepunkt, mit Agenten besetzt, ohne Güterverkehr
    Harblek: Rangklasse 4, ohne Kopframpe
    Tönning: Rangklasse 3, Bm
    Kating: Haltepunkt unbesetzt, ohne Güterverkehr
    Katharinenheerd: Haltestelle, ohne Kopframpe
    Garding: Rangklasse 3
    Heisternest: Haltepunkt unbesetzt, ohne Güterverkehr
    Tating: Haltestelle, mit Agenten besetzt
    Bad St. Peter Süd: Haltestelle, mit Agenten besetzt, ohne Kopframpe
    Bad St. Peter-Ording: Haltestelle, mit Agenten besetzt


    Wenn hinter dem Bahnhof nichts weiter beisteht: Bahnhof ist besetzt und hat sämtliche Abfertigungsbefugnisse (Personen, Wagenladungen, Gepäck, Stückgut, Tiere)


    Bm = Sitz einer Bahnmeisterei
    Bw = Sitz eines Bahnbetriebswerkes


    Auszug aus Fahles Orts- und Bahnhofsverzeichnis 1953


    Husum Nord: nicht verzeichnet
    Husum: "alles"
    Platenhörn: nur Personen-, Gepäck- und Expressgutverkehr
    Büttel (b. Husum): "alles"
    Witzwort: nur Personen-, Gepäck- und Expressgutverkehr
    Harblek: "alles"
    Tönning: "alles"
    Kating: nur Personen-, Gepäck- und Expressgutverkehr
    Katharinenheerd: "alles"
    Garding: "alles"
    Heisternest: nur Personenverkehr
    Tating: "alles"
    Bad St. Peter Süd: "alles"
    Bad St. Peter-Ording: "alles"


    Auszug aus Fahles Orts- und Bahnhofsverzeichnis 1961 (Stand 30. Juni 1960)


    Husum Nord: nicht verzeichnet
    Husum: "alles"
    Platenhörn: nur Personenverkehr, R!
    Büttel (b. Husum): nur Personenverkehr, R!
    Witzwort: nur Personenverkehr, R!
    Harblek: "alles"
    Tönning: "alles"
    Kating: nur Personenverkehr, R!
    Katharinenheerd: Ladestelle. Nur Personen- und beschränkter Güterverkehr, R!
    Garding: "alles"
    Sandwehle: nur Personenverkehr
    Heisternest: nur Personenverkehr, R!
    Tating: "alles"
    Bad St. Peter Süd: "alles"
    Bad St. Peter-Ording: "alles", aber keine lebenden Tiere


    Das Zeichen "R!" wird nicht erklärt. "R" bedeutet aber Reisegepäck und "!" irgendeine Einschränkung. Vermutung: An Stationen mit "R!" wurde Reisegepäck abgefertigt, der Kunde musste dieses aber selbst zum Zug bringen bzw. vom Zug abholen.


    Auszug aus Fahles Orts- und Bahnhofsverzeichnis 1965 (Stand 01. September 1964)


    Husum Nord: nicht verzeichnet
    Husum: "alles"
    Platenhörn: nur Personenverkehr
    Büttel (b. Husum): nur Personenverkehr
    Witzwort: nur Personenverkehr
    Harblek: nur Personen-, Expressgut-, Tierverkehr und Wagenladungen
    Tönning: "alles"
    Kating: nur Personenverkehr
    Katharinenheerd: Ladestelle, nur Personen-, Tierverkehr und Wagenladungen
    Garding: "alles"
    Sandwehle: nur Personenverkehr
    Heisternest: nur Personenverkehr
    Tating: nur Personen-, Tierverkehr und Wagenladungen
    Bad St. Peter Süd: nur Personen-, Expressgut-, Stückgutverkehr und Wagenladungen
    Bad St. Peter-Ording: nur Personen- und Expressgutverkehr


    "alles" bedeutet: Abfertigung von Personen, Stückgut, Expressgut (einschließlich Reisegepäck), Tiere und Wagenladungen


    Ein Berichtigungsblatt vom 01. Februar 1969 enthält folgende Informationen


    Harblek: kein Tierverkehr mehr
    Tating: kein Tierverkehr mehr
    Bad St. Peter Süd: kein Stückgutverkehr mehr


    Die Legende einer Übersichtskarte vom Januar 1975 enthält folgende Informationen


    Husum Nord Güterbahnhof: Bahnhof
    Husum: Bahnhof
    Hörn: Abzweigstelle
    Platenhörn: Haltepunkt, unbesetzt
    Büttel (b. Husum): Haltepunkt, unbesetzt
    Witzwort: Haltepunkt, unbesetzt
    Harblek: Bahnhof
    Tönning: Bahnhof
    Kating: Haltepunkt, unbesetzt
    Katharinenheerd: Haltepunkt, unbesetzt
    Garding: Bahnhof
    Sandwehle: Haltepunkt, unbesetzt
    Heisternest: Haltepunkt, unbesetzt
    Tating: Bahnhof, unbesetzt
    Bad St. Peter Süd: Bahnhof, unbesetzt
    Bad St. Peter-Ording: Bahnhof, unbesetzt


    Viele Grüße, René

  • Beschreibung der Eiderstedter Strecke Teil 6/2 (Statistiken zum Güterverkehr)


    Güterverkehr


    Leider finden sich trotz umfangreicher Recherche nur spärliche Informationen über den Güterverkehr auf der Eiderstedter Strecke in meinem Besitz. Den Güterverkehr hat die Eiderstedter Strecke seit geraumer Zeit eingebüßt. Als letzte Gütertarifpunkte wurden am 28. Mai 1989 der Bahnhof Tönning und am 27. September 1992 der Bahnhof Garding geschlossen. In der Folgezeit wurden alle Gleisanlagen für den Güterverkehr zurückgebaut.



    Die Gardinger Übergabe im Jahr 1987 im Bahnhof Tönning



    Tierfrachtbrief aus dem Jahre 1925 von Harblek nach Schleswig Altstadt


    Im Fahrplanjahr 1958 verkehrte Werktags das Nahgüterzugpaar 9570 / 9571 auf der Strecke. Die Abfahrtzeit des Güterzuges Ng 9570 ab dem Bahnhof Husum Nord war um 05.51 Uhr und die Ankunftzeit in Bad. St. Peter-Ording war um 08.51 Uhr. Der Aufenthalt dieses Zuges betrug in Tönning etwa 45 Minuten und in Garding etwa 30 Minuten. Die Rückleistung bildete der Güterzug Ng 9571, welcher Bad St. Peter-Ording um 09.20 Uhr verließ und um 13.21 Uhr am Bahnhof Husum Nord eintraf. Dieser Zug hatte in Garding einen Aufenthalt von etwa 75 Minuten und in Tönning waren es etwa 20 Minuten. Die langen Fahrzeiten sind Ausdruck dafür, dass auch auf den anderen Bahnstationen genug Zeit für Rangiergeschäfte vorgesehen war.


    Es folgt ein Auszug aus der Güterzugbildungsvorschrift vom sommer des Jahres 1962. Auch hier verkehrt noch das Nahgüterzugpaar 9570 / 9571, welches Werktags eingelegt war. Es wurden die Bahnhöfe Harblek, Tönning, Katharinenheerd (bei Bedarf), Garding, Tating, St. Peter Süd und Bad St. Peter-Ording im Güterverkehr bedient.



    Für das Jahr 1968 liegt folgender Laufplan für den Güterverkehr vor. Die Züge wurden von der Baureihe 332 des Bw Neumünster, Einsatzstelle Tönning, bespannt. Die Züge verkehrten von Dienstag bis Freitag und der Laufplan ist ab 26. Mai 1968 gültig:


    Ng 9570 Tönning (ab 6.40 Uhr) - Bad St. Peter Süd (an 8.40 Uhr)
    Ng 9573 Bad St. Peter Süd (ab 9.48 Uhr) - Husum Pbf (an 13.04 Uhr)
    Ng 9574 Husum Pbf (ab 14.47 Uhr) - Tönning (an 15.55 Uhr)
    Rangierdienst in Tönning von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr


    Laut Güterzugbildungsvorschrift verkehrte im Winterfahrplan 1974 der Schwerpunkt-Übergabezug Üs 69952 an Werktagen außer Samstag von Husum Nord nach St. Peter Süd. Er wurde mit Kleinlok (Köf Husum) bespannt. Die einzelnen Wagengruppen waren: 1. Tönning, 2. Garding bis St. Peter Süd und 3. Harblek. Die Rückleistung von St. Peter Süd nach Husum Nord wurde als Üs 69953 gefahren. An Samstagen verkehrte bei Bedarf der Üs 69955 in der Relation von Tönning nach Husum Nord. Im Sommerfahrplan 1975 gab es hierzu keine Änderungen, außer dass Üs 69955 an Samstagen nicht mehr verkehrte.


    Hier folgt ein Blick in die GZV vom Sommer 1975:



    Im Winterfahrplan 1976/77 verkehrte weiterhin das genannte Güterzugpaar an Werktagen außer Samstag, jedoch hatte sich die Zuggattung in Übergabegüterzug geändert. Es verkehrten somit Üg 69952 (Husum Nord - St. Peter Süd) und Üg 69953 (St. Peter Süd - Husum Nord).


    Der Sommerfahrplan 1977 brachte einige Veränderungen. Zum ersten Mal taucht Harblek nicht mehr in der GZV auf, was auf eine Schließung dieses Wagenladungstarifpunktes während des zurückliegenden Winterfahrplanes schließen lässt. In nachfolgender Übersicht können Sie sich einen Überblick verschaffen.



    Viele Grüße, René


    Besonderer Dank geht an Herr Bernd Felix Recklies, Herr Detlev Hagemann, Herr Alberto Brosowski, Herr Peter Bothe (Kurator des Museums der Landschaft Eiderstedt in Bad St. Peter-Ording), Herr Andreas Weigand (Aufsatz zur Geschichte der Eiderstedter Strecke), Herr Herbert Uttner, Herr Andreas Montag (Chronist der Gemeinde Oldenswort), Herr Karl Pusch... ohne deren Mitwirkung die Erstellung des gesamten Kapitels 6 nicht möglich gewesen wäre.

  • Beschreibung der Eiderstedter Strecke Teil 6/3 (Statistiken zum Fahrzeugeinsatz der Deutschen Bundesbahn)


    Einsatz der Baureihe 50


    Die Dampflokomotiven der Baureihe 50 kamen bis zum Winterfahrplan 1968/69 auf der Strecke zum Einsatz. Danach fuhren hier keine Dampflokomotiven mehr. Bilder vom Einsatz der Dampflokomotiven sind sehr rar.



    Eine unbekannte Maschine der Baureihe 50 befährt den Bahnübergang beim Bahnhof Harblek im Jahre 1963.


    Einsatz der Baureihe 236 (V 36)


    Drei Lokomotiven der Baureihe V36 waren bis Oktober 1973 in Husum für den Bauzugdienst beheimatet. Der planmäßige Einsatz vor Reisezügen auf der Eiderstedter Strecke endete jedoch im Jahr 1966.


    Bestand im Jahr 1958: V36 201; V36 220; V36 239
    Bestand im Jahr 1973: 236 202; 236 219; 236 223



    Im Bahnhof Büttel steht hier der P1369, welcher mit V36 bespannt ist. Die Abfahrt war um 10.27 Uhr. (ca. 1958) - Herr Joachim Bügel (Bildarchiv Eisenbahnstiftung)


    Einsatz der Baureihe 795 (VT 95)


    Die VT 95 verfügten über Beiwagen, aber nicht über Steuerwagen. Dies bedeutete in der Praxis, dass in Tönning und Bad St. Peter-Ording die Beiwagen vom VT immer umlaufen werden mussten. Gegenüber lokbespannten Zügen gab es hier also keinen Vorteil. Im Fahrplan Sommer 1955 und Winter 1955/1956 versuchte man den Verkehr trotzdem mit VT 95 abzuwickeln. Da die Triebwagen aber über keine Durchsteuerung verfügten, es konnten also nicht mehrere Einheiten zusammengekuppelt und von einem Triebwagenführer gefahren werden, war eine Verstärkung der Züge bei hohem Fahrgastandrang nicht möglich. Somit kehrte man ab Sommer 1956 wieder zu lokbespannten Personenzügen zurück.


    Folgende VT 95 waren aber beim Bw Husum ab 1950 beheimatet:


    VT 95 901 - 05/1950 bis 05/1959 (Erstinbetriebnahme als Prototyp am 16. Mai 1950 beim Bw Husum)
    VT 95 902 - 05/1950 bis 05/1959
    VT 95 903 - 08/1956 bis 08/1961
    VT 95 904 - 05/1954 bis 08/1958
    VT 95 905 - 08/1956 bis 04/1964
    VT 95 906 - 06/1950 bis 03/1963
    VT 95 907 - 10/1955 bis 04/1958
    VT 95 908 - 10/1955 bis 08/1963
    VT 95 909 - 05/1954 bis 03/1964
    VT 95 910 - 08/1956 bis 02/1964


    VT 95 353 - 07/1954 bis 04/1955
    VT 95 354 - 06/1954 bis 08/1956
    VT 95 355 - 04/1955 bis 08/1956
    VT 95 356 - 07/1954 bis 05/1957 und 11/1958 bis 05/1959
    VT 95 367 - 05/1954 bis 08/1956
    VT 95 368 - 05/1954 bis 08/1956


    Einsatz der Baureihe 798 (VT 98)


    Die Schienenomnibusse der Baureihe VT 98 waren ab 1961 beim Bw Husum beheimatet und übernahmen schnell den vollständigen Verkehr auf der Eiderstedter Strecke.


    Folgende VT 98 kamen zunächst zum Bw Husum:


    VT 98 776 - 16.01.1961 vom Bw Rheydt
    VT 98 777 - 04.03.1961 vom Bw Rheydt
    VT 98 778 - 04.02.1961 vom Bw Rheydt
    VT 98 779 - 04.03.1961 vom Bw Rheydt


    VT 98 788 - 01.11.1961 Neuanlieferung
    VT 98 789 - 01.11.1961 Neuanlieferung
    VT 98 790 - 08.11.1961 Neuanlieferung
    VT 98 791 - 08.11.1961 Neuanlieferung
    VT 98 792 - 17.11.1961 Neuanlieferung
    VT 98 793 - 17.11.1961 Neuanlieferung



    Am 07. August 1986 wurde die Baureihe 212 durch den VT 798 778 vertreten. Hier fährt er als E 3392 bei Witzwort. - Herr Frank Strumberg


    Einsatz der Baureihe 515 (ETA 150)


    Die Akku-Triebwagen waren von 1957 bis 1984 in Husum beheimatet. Aus dem Mai und Juni des Jahres 1984 sind mir die Einsätze folgender ETA's auf der Eiderstrecke Strecke bekannt.


    515 110
    515 610
    515 612
    515 613



    Der ETA 515 610 steht am 03. Juni 1984 in Tönning zur Weiterfahrt bereit. - Herr Detlef Schikorr



    Zugkreuzung in Garding zwischen 515 610 nach Bad. St. Peter-Ording und 515 613 nach Husum am 03. Juni 1984. - Herr Detlef Schikorr


    Einsatz der Baureihe 212


    Die Loks der Baureihe 212 lösten mit Wendezügen die Triebwagen der Baureihe 515 im Personenverkehr ab und kamen bis zur ihrer Ablösung durch die Triebwagen der BR 628 zum Einsatz.


    Vom Einsatz auf der Strecke sind mir derzeit folgende Maschinen bekannt.


    212 024
    212 027
    212 031
    212 032
    212 036
    212 052
    212 053
    212 054
    212 056



    Lok 212 053 umfährt am 03. August 1984 im Bahnhof Tönning einen Kinderkur-Sonderzug nach Bad St. Peter-Ording. - Herr Frank Strumberg


    Einsatz der Baureihe 628


    Die Triebwagen der Baureihe 628 kamen ab 1987 auf die Eiderstrecke und übernahmen den Personenverkehr bis zur Übernahme der Betriebsführung durch die NordOstseeBahn. Es folgen noch zwei Bilder von mir, welche am 13. Februar 1995 in Husum und in Bad St. Peter-Ording entstanden sind.




    Meine besonderer Dank geht an die Herren Joachim Bügel, Detlef Schikorr und Frank Strumberg. Außerdem an Frau Angela Jansen (Archiv Witzwort), Herr Rainer Butenschön, Herr Detlev Hagemann, Herr Peter Ohl (Gemeinde Oldenswort), Herr Dr. Ingomar Mrozek, Herr Herbert Uttner, Herr Heinz Lange, Herr Wolfgang Meyer, Herr Werner Düring, Herr Christoph Arndt, Herr Matthias Brodkorb und Herr Fiete Andresen (historische Bilder vom Bahnhof Kating und vom Kriegsgefangenenlager Kating). Wie man den Danksagungen in den vorherigen Kapiteln erkennen kann, wäre diese Dokumentation ohne tatkräftige und uneigennützige Mithilfe nicht möglich gewesen.


    Viele Grüße, René

    2 Mal editiert, zuletzt von rekok73 () aus folgendem Grund: Ergänzung von Inhalten und Bildmaterial; Korrektur zweier kleiner Rechtschreibfehler