Neue Überraschung - GMWE-Buch bei VGB

  • Angebracht wäre eine klare Stellungnahme von Herrn Ludger in Form einer Entschuldigung für die teils unfairen und andere Menschen angreifenden Worte - alles andere zählt in diesem Rahmen für mich nicht mehr ! Und andere , mitunter hochinteressante / gut beschriebene / gut bebilderte Bücher , Zeitschriften etc. als "Kellerhefte" abzustempeln finde ich sehr arrogant , und zudem hat einer meiner Vorgänger sehr wohl richtig geschrieben : Dieses Auftreten des o.g. Herrn schadet defintiv ihm selber , für mich steht daher bombenfest : Meine wenigen Kenning-Bücher , welche ich übrigens größtenteils selber zu Billig- oder Ramschpreisen erstanden habe , verschwinden aus meiner Sammlung , da bin ich absolut konsequent ! Es gibt genügend andere Autoren , Fachbücher …. Und damit ist für mich das Thema gegessen !

  • Jetzt wird es immer doller! Hier ruft jemand in einem öffentlichen Forum zum Boykott hochwertiger Bücher mit entsprechendem Preisniveau auf und leitet obendrein andere User dazu an, die Bücher besser per Fernleihe zu beziehen, so daß den Machern, die unzählige Stunden für die akribische Recherche und Bearbeitung aufgewendet haben (wie gesagt: als Laufbursche würden sie mehr verdienen!), beträchtlicher Schaden zugefügt wird. Er jammert uns seine ach so bemitleidenswerte finanzielle Lage vor und erwartet allen Ernstes ein gewisses Verständnis. Sorry, aber wir sind nicht das Sozialamt und wenn ich etwas spenden will, dann für wirklich hilfsbedürftige Menschen!


    Habt Ihr überhaupt eine Ahnung, was es bedeutet, z.B. 765 Bilder für ein Pollo-Buch zu bearbeiten? Ein einziges altes Dia farblich auszufrischen und die Kratzer und Flecken zu beseitigen, dauert 1-4 Std., auch benötigt man mind. 2 Std., um eine einzige Ansichtszeichnung des Pritzwalker Lokschuppens zu restaurieren, manchmal braucht man einen ganzen Tag für das Layout incl. Betextung einer einzigen Doppelseite. Aber dahinter steckt sehr viel Idealismus, wirtschaftlich ist das keineswegs. Würde man diesen Aufwand auf den Buchpreis umlegen, dann müßte das Buch ein Vielfaches kosten. Und habt Ihr überhaupt eine Ahnung, wieviel Risiko (und wieviele Ängste und Sorgen) es bedeutet, einen fünfstelligen Betrag für den Druck vorzufinanzieren, ohne eine Vorstellung zu haben, ob das Buch überhaupt beim Leser ankommt? Hierfür hat die VGB meine volle Hochachtung! Ich hätte dieses Risiko im Fall GMWE gescheut.


    Seit 35 Jahren mache ich Bücher, und seitdem wurde ich unzählige Male von jenen Leuten vom Stamme Nimm behelligt. Wörter wie "bitte" oder "danke" sind ihnen ziemlich fremd, sie haben immer irgendetwas zu meckern, fordern immer wieder dies und das, aber niemals würden sie auch nur einen Cent für das besagte Buch ausgeben. Und für solche Leute soll ich einen Finger krumm machen?


    Was das GMWE-Buch betrifft, so bin ich mit einem der Autoren seit vier Jahrzehnten befreundet, mit dem Verleger seit Anfang der 80er Jahre gut bekannt, habe André als den für ein solches Thema mit Abstand besten Lektor Deutschlands kennen und schätzen gelernt, ich habe zum Vergleich das GMWE-Urmanuskript aus den 80er Jahren vorliegen und mir ist hinlänglich geläufig, was es bedeutet, ein solches Mammutwerk herauszugeben (entsprechend gerne habe ich die Macher beim GMWE-Buch unterstützt und Tips für weitere Quellen gegeben). Wenn hier jemand über noch mehr Insiderwissen verfügt, dann darf er meine Argumente gerne (falls dies zutreffen sollte) als unsachlich titulieren, aber ansonsten gilt der alte Spruch: „Dann möge er jetzt sprechen oder für immer schweigen!“


    Hat sich hier schon mal jemand über die Preise der Kellerhefte beschwert? Über die älteste sächs. Schmalspurbahn soll schon das 8. Heft erschienen sein (oder täusche ich mich da?), das Heft für 17,90 €. Für den Gesamtpreis bekäme man fast drei(!) handfeste GMWE-Bücher, so aber nur ein paar hauruck zusammengeschusterte bunte Hefte, die - weil ohne festen Einband und ohne Rückbeschriftung - auf Nimmerwiedersehen in einem großen Stapel im Keller verschwinden, vom geringen fachlichen Aussagewert ganz zu schweigen.


    Natürlich steht es jedem frei, für ein paar Cent die BILD-Zeitung oder aber für ein paar Euros eine anspruchsvolle Tageszeitung zu kaufen, je nach Geldbeutel und Bildungsniveau. Kann er sich aber nur die BILD-Zeitung leisten, darf er sich nicht über die Preisbildung der hochwertigen Zeitungen beschweren. Vergleichsweise würde ich niemals über die Rolls-Royce-Preise meckern, denn ein solches Auto kann ich mir eben nicht leisten, mein Kleinwagen genügt voll und ganz meinen Ansprüchen.


    Nebenbei: Selbstverständlich liegt das Buch auch in Bibliotheken vor. Als Verleger bin ich gesetzlich dazu verpflichtet, ein kostenloses Exemplar an die Nds. Landesbibliothek Hannover und zwei Exemplare an die Deutsche Bibliothek in Frankfurt (1 Ex. geht von dort weiter nach Leipzig) zu liefern. Würde ich dies versäumen, so würde mir unweigerlich eine Pfändung drohen, oder sie besorgen sich das Buch anderweitig, stellen mir den doppelten Preis in Rechnung und treiben diesen notfalls mit Zwangsmaßnahmen ein.


    ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Ludger K ()

  • Ludger in vielen Dingen bin ich durchaus deiner Meinung und ich gehöre auch zu den Leuten die lieber ein gutes Buch für 60€ kaufen als 3 schlechte für 20€. Jedoch mit den angesprochenen 17,90 € Heften ist das wieder so eine Sache. Die gibt es ja auch vom Thumer Netz. Ich habe mir damals das Bätzold Buch gekauft und war froh überhaupt ein Buch über das Thumer Netz zu haben. Selbstredend wanderte auch das blaue von dir in meinen Besitz und ich war begeistert was da noch an Bildern und Fakten zu Tage kamen. Selbstredend kam dann 2011 die 2 Auflage dazu.
    Nun kommen also die 17,90 € Hefte. Es sind vom Thumer Netz nunmehr 4 Stück mit Bildern die in den Büchern nicht vorkommen. Was mach ich jetzt als Interessierter Eisenbahnfreund? Warte ich in der Hoffnung die Bilder vielleicht Top bearbeitet irgendwann in einer möglichen 3 Auflage des Buches zu bekommen? Kommt dies nicht sind die Hefte mittlerweile vergriffen und ich schau in die Röhre. Ich möchte aber die Bilder nicht missen, gerade im letzten Teil waren wieder Aufnahmen u.a. von Christoph Wend über die ich mich sehr gefreut habe. Hätten denn Bilder wie die von hier Rudi gezeigten überhaupt eine Chance in einen Buch der 60€ Klasse gezeigt zu werden?


    Gruß André

  • Hallo André!
    Da hast ja durchaus Recht, aber müssen es denn unbedingt diese leidigen, unpraktikablen Klammerhefte sein? Ein festes Buch steht im Bücherregal und läßt sich dank seiner Rückbeschriftung in Sekundenschnelle auffinden. Ein Heft liegt aber in einem großen Stapel (in der Regel im Keller) und erfordert eine langwierige Suche. Dann bleibt die Frage: In welchem Heft war denn nun dieses oder jenes Foto, das ich gerade suche? Und die Suche geht weiter... Diese Kellerhefte sind einfach nur nervig.
    Viele Grüße nach Sachsen
    Ludger


    :wink:

  • Natürlich Ludger wäre mir ein Bildband lieber als nunmehr 4 Hefte mit 1 x 80 und 3 x 64 Seiten. Ich hab sie im Regal zwischen den beiden Blauen stehen sodas ich wenigstens nicht die Hefte suchen muss. Was mich manchmal mehr stört sind die horrenden Gebrauchtpreise bei vergriffenen Büchern. Bestes Beispiel für mich immer das Buch über die Schmalspur-Heizhäuser in Sachsen aus deinem Verlag. Wenn man nicht das Glück wie ich hat ein Exemplar damals erworben zu haben, legt man heute zwischen 90 und 200€ auf den Tresen. Da würde ich dankend ablehnen. Irgendjemand muss aber scheinbar solche Preise zahlen. Leider ist es bei manchen Büchern mit einer Neuauflage schwierig, gerade wenn wie in dem Fall der Autor verstorben ist. Wobei solch ein reines Schmalspur Lokschuppen / Heizhausbuch als Ausgabe für gesamt Deutschland bei mir auf reges Interesse stoßen würde. Da wären wir aber wieder beim Risiko, fraglich ob das gut verkäuflich wäre..


    Gruß André


    :wink:

  • Witzig! Da beschwert sich ein Verleger übers Jammern und jammert dabei selbt! :klatsch:


    Würdest Du wirklich nur so wenig verdienen, dass ein Job als Laufbursche besser bezahlt wäre, dann hättest Du auch nur ansatzweise Verständnis für die Lage anderer. Für die Zwangsabgabe der 3 Exemplare an die Bibliotheken könnte ich fast Mitleid bekommen.


    Davon abgesehen, das Buch zur GMWE ist wirklich klasse, wäre sicherlich auch 80€ wert... kaufen würde ich es mir trotzdem nicht, weil mich das Thema nicht interessiert. Hätte ich ein Bezug zur Bahn, wäre mir es das Wert gewesen. Aber so gebe ich dann doch lieber mein (durchaus auch begrenztes) Geld lieber für Bahnen aus, die noch in Betrieb sind und fahre eine Runde mit.


    VG, Tilo

  • André:
    So ist das eben: Nachschlagewerke lassen sich auch in einigen Jahren noch gut weiterverkaufen (meine Bücher werden antiquarisch für bis zu 500 € gehandelt, siehe Moselbahn), während Bilderbücher oder gar Kellerhefte nichts einbringen. Ich habe mal versucht, bei Ebay (weil doppelt) "Schiene, Dampf und Kamera", "Liebe alte Bimmelbahn" und die Wagner-Bildbände von Franckh zu verhökern, aber niemand hat auch nur einen einzigen Euro dafür geboten. Kellerhefte müßte ich gar nicht erst einstellen, das wäre Zeitverschwendung, die blaue Tonne ist da zweckmäßiger. Mir tat es schon immer in der Seele weh, wenn die wunderschönen und einzigartigen Aufnahmen lieblos für solche hingeschmissenen Kellerhefte verbraten, also entwertet werden.
    Deutsche Heizhäuser aufzulegen, wäre eine Sache für Wolfgang (VGB) oder Jörg (EK), denn sie haben jeweils eine weit verbreitete Zeitschrift hinter sich und können das Buch weit verstreut publik machen. Ich hätte Probleme, ein solches Buch deutschlandweit an den Mann zu bringen.

  • Für den Herrn Ludger K. trifft ein gutes Sprichwort zu : Wer hoch fliegt kann tief fallen - Du solltest gut aufpassen , daß es für Dich keine Bruchlandung wird ! Denk mal darüber und so manche andere Äußerung nach , scheinbar verstehst Du nicht , wie sehr Du Menschen beleidigen und anderweitig betiteln willst , und es geht dabei nicht um den Wert des Buches , ganz einfach mal die menschliche Seite ! Ich befürchte zwar , der Inhalt dieser Zeilen erreicht Dich wieder nicht , aber es gibt mehr als genug User die mich und diesen Text verstehen !

  • Hallo,


    Es war schon immer so, dass sich bestimmte Bevölkerungskreise hochwertige Literatur nicht leisten konnten und auch in Zukunft nicht leisten werden können. Ebenso war es zeitlebens mit anderen nicht-lebensnotwendigen Gütern, sei es Spielzeug, Unterhaltungselektronik, hochwertigen Einbauküchen, Maßanzüge, Motorträder oder auch PKW - Wer sich einen Mercedas nicht leisten kann, kauft einen VW, Opel.....


    Daher ist es völlig müßig, hier um Buchpreise zu jammern, seien sie gerechtfertigt oder nicht.


    Als ich 15 Jahre alt war (gelernter West-Deutscher) brachte der Franckh-Kosmos Verlag das Buch "Kleinbahnzeit in Farbe" von Rolf Löttgers auf den Markt. Es war das erste mir bekannte Buch, dass ausschließlich Privat- und Kleinbahnen behandelte und zudem 100% Farbfotos enthielt. Es stand für mich sofort fest, daß ich dieses Buch besitzen wollte. Daran konnte auch der damals unvorstellbar hohe , utopisch anmutende Preis von 78,00 DM nichts ändern. Bei einem wöchentlichen Taschengeeld von 5,- DM von meinem Vater war klar, dass Sparen angesagt war. Dank Geburtstagsgeld, Unkrautrupfen in einer benachbarten Gärtnerei und Sparen hatte ich nach 9 Monaten das Geld zusammen und konnte mir dann das sündhaftteure Buch leisten, wofür in meiner Familie niemand Verständnis aufbringen konnte. (Muß das teure Buch wirklich sein? - ja, es musste)


    Genauso ist es heute mit 60,- € Büchern. Schon in den 1980/1990er Jahren kosteten hochwertige EK-Baureihenbände 49,- DM, dann 59 ,- DM und schließlich 89,- DM. Heutie ist bereits die 50;- € Grenze überschritten, und niemand regt sich hier groß über den EK auf.


    Ich kann mir auch nicht mehrere 55;- € EK-Bücher pro Jahr leisten, daher kaufe ich EK-Literatur seit über 20 Jahren auf Messen als angebliches Mängelexemplar, wobei ich als Mangel nur einen Stempel "Mängelexemplar" sowie einen niedrigeren Preis erkennen kann.


    Das Geld investiere ich dann auch in Kleinbahnliteratur, die z.T. jenseits der 50;- € Grenze liegt. Viel Geld floss auch direkt oder indirekt nach Nordhorn, über 115 blaue und grüne Bücher sprechen für dortige Qualität.



    Es kann allerdings nicht Aufgabe und Sinn bzw. Zweck von Verlagen und Autoren sein, ausschließlich seichte und oberflächliche Literatur zu geringen Preisen für eine breite Bevölkerungsschicht auf den Markt zu werfen, sowie es z.B. bei den hier zurecht gescholtenen rot-blauen Kellerheften aus Sachsen der Fall ist. (Wobei ja schon festgestellt wurde, dass die rot-blauen Hefte in Summe alles andere als "günstig" sind und zudem aufgrund ihrer Verarbeitung alles andere als nützliche Nachschlagewerke sind).


    Eine Bemerkung zum Thema ALG II muss ich allerdings noch aus erster Hand loswerden:


    Seit 2009 bin ich ehrenamtlich in einem Arbeitslosenzentrum in meiner Stadt tätig: Die dortigen Ratsuchenden sind zu rund 85% ALG-II-Bezieher. Den Begriff "Hartz-IV"-Bezieher lehne ich als eine pers. Beleidung übrigens energisch ab, den Peter Hartz, der Erfinder dieses Sytems, ist mittlerweile ein rechtskrätig verurteilter Straftäter, und ich weigere mich daher, ALG-II Bezieher mit ihm gleichzusetzen.


    Eines stelle ich aber immer wieder fest: Viele Ratsuchende beklagen sich über eingeschränkte Mobilität, und dass Ihnen die 50 - 120 € für ein gutes gebrauchtes Fahrrad fehlen, um in der Stadt mobiler zu sein. Es sind aber diegleichen, die sich nach Verlassen unseres Arbeitslosenzentrums sofort eine Kippe anzünden. Aus eigener Erfahrung aus 9 Jahren Arbeit weis ich, dass rund 66% der ALG-II-Bezieher Raucher sind und rund 150€ und oftmals sogar mehr im Monat verquarzen. Sie sind auch nicht bereit, kostenlose Angebote der AOK anzunehmen und ihren Tabakkonsum einzuschränken oder ganz aufzugeben. Da fehlt mir dann auch zunehmend die Bereitschaft, diesen Leuten bei der Beschaffung von Geldmitteln für einen Fahrradkauf weiterzuhelfen. :nixw:



    Grüße


    -railfox-

    Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden!

  • ...


    Bei etwas mehr Sachlichkeit und Objektivität Deinerseits würde ich mir Deine Kommentare durchaus zu Herzen nehmen, aber ich würde von Dir vermutlich zuviel verlangen, wenn ich Dich bitten würde, mal darüber nachzudenken.


    Dennoch schönen Gruß
    LK
    ;)