[AT] Die Ybbstalbahn Waidhofen - Kienberg-Gaming bzw. Ybbsitz

  • Zwei Motive habe ich von der Yv.2 (598.02) schon am Anfang dieses Threads gezeigt - ein herzeigbares hab ich noch vom 06.08.2009 wo der Sonderzug bei Seeburg aufgenommen wurde:


    Die Fahrwerke völlig verdeckt vom Gestrüpp habe ich damals dennoch auf den Auslöser gedrückt, als der Zug wegen eines "Westernüberfalls" auf freier Strecke bei Großhollenstein gehalten hat. Heute kann man es als Doku-Bild verwenden, dass auch die neu lackierten "Sparlackwagen" im Nostalgieverkehr eingesetzt wurden ;-) Es entzieht sich meiner Kenntnis, warum nicht die beiden weiteren, noch vorhandenen "Schafkäs-Wagen" nicht im Zugverband waren. Ebenso interessant der Gepäckwagen, mit abgetrenntem (!) Postabteil, der damals erfolgten Postbeförderung:


    Der Aufenthalt wurde noch für dieses "stehende Format" genützt....

  • Servus Thomas, servus alle,


    vielen Dank für die schönen Bilder aus dem Ybbstal. Ich war dieses Jahr bis zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkung auch im Ybbstal und wenige Tage vor meiner Abreise auf dem jetzigen Radweg von Gstadt Richtung Opponitz unterwegs. Ewig schade um die seit nunmehr zehn Jahren stillgelegte Strecke. Ich hoffe, niemand ärgert sich, auch wenn die Bilder für uns Bimmelbahn-Freaks traurige Tatsachen dokumentieren:


    Das jetzige Streckenende. Ursprünglich ging es hier über eine EK auf die andere Straßenseite. Nach einem Stück an der Seite der Bundesstraße wechselte die Strecke Richtung Lunz dann über eine Fischbauchträgerbrücke aufs andere Ybbsufer:



    Diese Fischbauchträgerbrücke überquerten einst die Züge in/aus Richtung Ybbsitz. Ich habe sie von der alten Straßenbrücke aus in Richtung Wehr aufgenommen:



    Das erste Stück nach Gstadt benutzt der Radweg noch nicht die ehemalige Trasse der Ybbstalbahn, sondern man wechselt über die alte Straßenbrücke bereits in Gstadt aufs andere Ybbsufer. Erst nachdem auch die Bahntrasse die Flussseite wechselt, schwenkt der Radweg auf die ehemalige Bahntrasse ein:



    Nach einigen Minuten Gehzeit erreicht man die ehemalige Haltestelle Gaissulz:



    Bis ins "Ofenloch" habe ich es leider nicht mehr geschafft. Das Auto stand in Gstadt an der Pizzeria und da wollte ich natürlich dann noch zu Abend essen. Ein bisschen von der wildromantischen Ausstrahlung der ehemaligen Strecke lässt sich aber doch noch erahnen:




    Auf der anderen Flussseite wird aus den Kiesbänken der Ybbs Baumaterial gemacht, ein Stück weiter oberhalb aus dem Gefälle des Flusses Strom gemacht:


    Viele Grüße

    Thomas

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  • Hallo zusammen,


    bin gerade am Durchforsten meines "Bildarchivs" und stelle jetzt einmal Bilder von der Saison 2003 hier vor:



    Im Jahr 2003 stand im Rücken des Fotografen noch ein Rohbau. Mittlerweile ist m. W. dort eine Schreinerei eingezogen und hat derart expandiert, dass der Standort des Fotografen überbaut ist. Auch lag im Sommer 2003 das Umfahrgleis noch nicht, das für den Mehrzugbetrieb anlässlich der Schmalspur-Expo 2004 in Lunz aufgebaut wurde. Die Uv1 steht am Wasserkran, nachdem sie die lange Rampe von Kienberg-Gaming herauf überwunden hat. Auf dem Ladegleis dürfte die Draisine X5 "eingesperrt" sein.



    Die Rückfahrt des Vormittagszuges auf der Brücke über den Hühnernestgraben. Die Aufnahme dürfte nun, 17 Jahre später, eher schwierig sein, weil die Bäume in den vergangenen Jahren nicht auf das Wachsen "vergessen" haben ...



    Ein paar Bögen vor der EK zum Steinbruch Zürner konnte man damals noch ungestört vom Bewuchs seitlich der Strecke den Blick auf die Kartause in Gaming genießen.



    Wenig später, nach einem Zwischenhalt in Gaming, rollt der Zug bereits im Endbahnhof der Bergstrecke ein. Damals lagen noch die Normalspurgleise, man konnte von Kienberg-Gaming aus noch mit dem Zug nach Pöchlarn fahren und auf dem Holzladeplatz neben der Einfahrt aus Scheibbs/Pöchlarn war immer reger Betrieb mit Umschlag auf die Schiene. Die Schwellen der zweiten Weiche vor der Uv1 wurden übrigens dieses Jahr von drei Mann an einem Wochenende (allerdings mit Unterstützung des Kranwagens) erneuert. Auch hier hat Corona für einen "Baustopp" gesorgt.



    Damals lag auf zwei H/s verladen noch dieser Teudloff-Kohlenaufzug in der Abstellgruppe des Bahnhofs Kienberg-Gaming. Wohin er kam, entzieht sich meiner Kenntnis.



    Die Uv1 hat nach dem Wasserfassen in Pfaffenschlag den Bahnhof verlassen, die Straße über den Pfaffensattel überquert und rollt nun gemächlich Richtung Bodingbach/Lunz. Dem Sonnenstand nach dürfte es sich dabei um den Vormittagszug handeln.



    Hier noch einmal ein "Nachschuss" wenige Meter weiter ...



    Am unteren Ende des Ortsteils Bodingbach hat der Zug den "Hufeisenbogen" (Talausfahrung mit fast 180°) hinter sich und durchschneidet einen Felsvorsprung.



    Unterhalb der Halte- und Ladestelle Holzapfel überquert die Strecke auf einem Damm ein Seitental. Die romantischen Felsformationen hat der Zug bereits hinter sich.



    Im Bahnhof Lunz steht bereits der "Anschlusszug" mit der 2095.005 bereit. Der BD nach dem Fahrradtransportwagen könnte sich in den Pinzgau "verirrt" haben. Die Uv1 ist bereits beim Umsetzen. Auf der Drehscheibe vor dem Fahrradtransporter steht noch kein 2091-Torso und sogar das Gleis zum Holzumladeplatz der Rothschild'schen Domäne liegt noch.



    Die Uv1 hat in der Zwischenzeit umgesetzt. Über dem Führerhausdach ist noch der Kamin der Dienstwohnung im Bahnhof erkennbar, der wenige Jahre später bei einem Föhnsturm wegbrach. Und auch der schattenspendende Baum (rechts neben der Uv1) ist schon lange nicht mehr ...



    Hier noch einmal ein Bild von der Hühnernestgrabenbrücke bei einer Bergfahrt, das wegen des mittlerweile stark zugewachsenen Zustands nicht mehr möglich ist. Auch ist die Generalsanierung von Hühnernestgraben- und Wetterbachgrabenbrücke nun über 30 Jahre her, zum Aufnahmezeitpunkt erstrahlten sie aber noch recht frisch renoviert.



    Hier noch ein Bild eines berwärts fahrenden Zuges mit der Uv1. Kurz vorher hat sie die noch in der Steigung liegende EK Königslehen passiert und rollt nun über die Zufahrt zum Bauernhof gegenüber des Bahnhofs Pfaffenschlag dem dortigen Wasserkran entgegen.

    Viele Grüße

    Thomas

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  • Hallo zusammen,


    habe noch etwas weiter gekramt. Einige Bilder könnten aus 2004 stammen, als Digitalisierungsdatum habe ich aber 2005 gespeichert


    Im Jahr 2005 war die Zusammenarbeit zwischen ÖGLB und Club598 bereits beendet. Die Yv2 fuhr nicht mehr über den Berg, aber im Bahnhof Lunz ergab sich beim einen oder anderen Sonderzug noch ab und zu ein Stelldichein:



    Die Yv2 war mit dem Schafkäs-Express aus Waidhofen/Y. gekommen und hat bereits umgesetzt. Sie steht für die Rückfahrt auf Gleis 2 bereit, während auf Gleis 1 gerade die Uv1 aus Kienberg-Gaming eingetroffen ist.



    Beim Umsetzen habe ich dann (Teile) beide(r) Maschinen aufs Bild bannen können.



    Rechts unten wieder das Gleis zum Umladeplatz der ehemaligen Waldbahn Lunz - Langau.



    Mittlerweile ist die Uv1 mit ihrem Zug bereits wieder bei Holzapfel auf dem Rückweg nach Kienberg-Gaming.



    Und das ist die besagte Halte- und Ladestelle. Bis in die fünfziger Jahre wurde hier Steinkohle aus einem am gegenüberliegenden Hang liegenden Stollen verladen und später noch Schnittholz eines nahegelegenen Sägewerks. Die abgestellten Wagen sind mittlerweile abgezogen. Auch die daneben liegenden Stahlschwellen sind längst aufgearbeitet und eingebaut. Mittlerweile werden dort aber von der NÖVOG erneut mehrere Tausend Stahlschwellen zum Aufarbeiten und Wiedereinbau in der Bergstrecke gelagert.



    An einem anderen Tag erwischte ich die Yv2 auf einem Kurztripp von Waidhofen/Y. nach Opponitz. Gleich wird man mit der Maschine umsetzen.



    Bereits auf der anderen Seite der Garnitur nähert sich die Yv2 wieder dem Wagenzug. Rechts "spitzt" der Aufziehwagen des Ybbstaler Schienentransportzugs noch ins Bild. Der hat mich damals (leider) nicht interessiert und so habe ich davon auch keine Aufnahmen gemacht.



    Bereit zur Rückfahrt nach Waidhofen/Y. ist unter dem Führerstand das Innenrahmen-Drehgestell gut zu erkennen. Abgeliefert wurden die (drei) Maschinen kurz nach Betriebsaufnahme mit einem Außenrahmen-Drehgestell. Das neigte aber bei Rückwärtsfahrt zum Entgleisen und so wurde nachgebessert.



    Und damit bin ich auch jetzt wieder am Ende des Beitrags angekommen ...

    Viele Grüße

    Thomas

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  • Servus Thomas,


    vielen Dank für Deine Ergänzung - eine tolle und zugleich unschöne Ergänzung, aber so ist nun mal die Situation dort. Ich war vorletztes Jahr - eher durch Zufall - in der Gegend und bin dann mit dem Auto nach Ybbsitz und Lunz am See gefahren und habe ein paar markante Stellen besucht. Schöne Erinnerungen an die unzähligen Ybbstalbesuche und traurig zugleich.


    Im Zuge Deines Berichtes ist mir dann eingefallen, dass auch ich ein wenig auf den Auslöser gedrückt habe (...hatte ich vermutlich erfolgreich verdrängt ;-))


    Viele Grüße

    Thomas


    Der "zugeschüttete" Bahnhof Ybbsitz - die Gleisanlagen sind noch vorhanden, es wurde jedoch ein Parkplatz. Zumindest für dort einen Museumsbahnhof zu errichtet wurde seinerzeit (erfolgreich) abgewendet - alle folgenden Bilder vom 16.10.2017:



    Interessanterweise sind noch immer 4 Personenwagen in Ybbsitz - einer davon in mustergültiger Aufarbeitung im Heizhaus. Ob das jetzt noch immer so ist?




    Mein Fotostandpunkt in Großhollenstein, als immer mit dem Verschub beim Güterzug begonnen wurde - wenigstens das jetzige Ybbstaler Verkehrsmittel - der gelbe Gummiradler ist zu sehen...


    Der verwaiste Bahnhof Göstling wurde bis vor nicht all zu langer Zeit von der ÖGLB (Ybbstalbahn Bergstrecke) bentützt - die Fahrten zwischen Göstling und Lunz am See hielten sich jedoch in Grenzen. Eventuell ohnehin eine gute Entscheidung sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht den Fahrplan "am Berg" auszudünnen in dem man einen Endbahnhof (Göstling) im "Nichts" anzubieten:



    Lunz am See - eine einstige Hochburg der Ybbstalbahn - egal ob Güterverkehr oder der legendäre "geteilte" Zugverkehr zwischen Tal- und Bergstrecke:

  • Hallo Gismo ,


    ja, die Bergstrecke wird noch/wieder befahren. Ein weiterer Einsatz der 99 1542 gilt übrigens als nicht ausgeschlossen. Immerhin könnte man dieses Jahr 30 Jahre Betrieb der Bergstrecke durch die ÖGLB feiern. Für die Zukunft ist/war eine Komplettsanierung mit Umbau auf Stahlschwellen geplant. Das Land NÖ plant dafür wohl einen Zuschuss, der die Übernahme der Arbeiten durch eine Baufirma ermöglicht.


    Wie sich die Planungen nach der Corona-Pandemie (doch) noch umsetzen lassen, wird man abwarten müssen.

    Viele Grüße

    Thomas

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  • Für die Zukunft ist/war eine Komplettsanierung mit Umbau auf Stahlschwellen geplant. Das Land NÖ plant dafür wohl einen Zuschuss, der die Übernahme der Arbeiten durch eine Baufirma ermöglicht.

    Schreibst Du deshalb im vorangehenden Beitrag von der NÖVOG? Zitat: "Mittlerweile werden dort aber von der NÖVOG erneut mehrere Tausend Stahlschwellen zum Aufarbeiten und Wiedereinbau in der Bergstrecke gelagert." Oder ist das dann doch eher eine Aktion der ÖGLB?

    Aber eigentlich egal! Alles was wenigstens zur Rettung der Vbbstal-Bergstrecke beiträgt ist begrüßenswert. Wäre schlimm wenn auch noch dieser Rest einer einst stolzen Schmalspurbahn "die Ybbs herunter" ginge.


    X_AT_Lunz-am-See_2004-10-02_01.JPG

    ^ Die Schmalspur-Expo 2004 der Arge-S in Lunz war mein persönlicher Höhepunkt an dieser Strecke. Ein derartig abwechslungsreiches Programm in Vorbild und Modell wird dort vielleicht nie wieder zu erleben sein. Oder doch?


    2020 trifft sich die Arge-S übrigens praktischerweise im "Inland": Veranstaltungsplakat

  • Auch wenn ich bald "eine Volljährigkeit" nicht mehr im Ybbstal war - gerade die Bilder aus Ybbsitz machen mich traurig. Und trotzdem vielen Dank, ich finde es schon spannend zu sehen, was aus der einstigen Herrlichkeit so geworden ist.


    Viele Grüße
    Julian