Mein Schmalspurjahr 2018 in Bildern - Teil 2: Deutschland

  • Moin!
    Wie versprochen folgt heute der zweite Teil meines fotografischen Jahresrückblicks. Nachdem ich in 2017 fast die gesamte Runde der 750mm Schmalspurbahnen der ehemaligen DR geschafft hatte, lagen die Reiseprioritäten in 2018 etwas anders, sodass ich in diesem Jahr lediglich drei der sächsischen Schmalspurbahnen einen Besuch abstattete.
    Hinzu kamen natürlich wie jedes Jahr zahlreiche Besuche im Naherholungsgebiet Harz, mal mit mehr, mal mit weniger Fokus auf der HSB. Besonders stachen dabei in diesem Jahr die vielen Einsätze der Harzkamele als Triebwagenersatzkurse, aber auch im Dampfzugdienst auf den Brocken heraus.



    Nun aber genug der Einleitung, beginnen wir direkt mit dem kleinen Bilderbogen:



    Bereits im Januar kam es auf der Harzquerbahn vermehrt zum Einsatz der Harzkamele, meist in Gestalt von 199 861-6. Dabei bediente das Kamel morgens und abends den Umlauf Wernigerode - Eisfelder Talmühle - Wernigerode. Gut wenn man nah genug wohnt, um morgens einen Blick auf die Webcam Drei Annen Hohne werfen zu können, um dann noch immer gemütlich den Weg in den Harz für die Rückfahrt ab Eisfelder Talmühle antreten zu können. Ohnehin ist der morgendliche Kurs Eisfelder Talmühle - Wernigerode mitte Januar der einzige bei Tageslicht.




    Entgegen der Prognose hielten sich im Harz zunächst noch einige Schlieren am Himmel. Ein erstes Bild der Fahrt ab Eisfelder Talmühle mit zaghaftem Sonnenschein gelang im Bahnhof Elend.




    "Harzkamel" 199 861-6 am Vormittag des 14. Januar kurz hinter Drei Annen auf dem Weg zurück nach Wernigerode.




    Im Anschluss an die Fahrt des Harzkamels wurde dann noch ein wenig der dampfgeführte Querbahnzug verfolgt. Eingeteilt war 99 7240-7 mit Kessel Richtung Nordhausen. Auch der "Klassiker" kurz vor Sorge wurde nicht ausgelassen.



    Wie meist zu Anfang des Jahres, wenn der Winterblues langsam nachlässt und die ersten warmen Sonnenstrahlen die Erde erreichen, hält es einen bei jeder kleinen Wolkenlücke nicht mehr im Haus und man macht sich spontan auf den Weg ein wenig zu knipsen.
    Eine dieser spontanen Aktionen fand am 25. Februar statt, als eine kleine Runde um den Harz gedreht wurde. Dabei gelang bei Netzkater auch eine Aufnahme eines vormittäglichen Triebwagenkurses, welcher netterweise mit dem Fischstäbchen 187 013-8 bedient wurde.




    "Fischstäbchen" 187 013-8 am 25. Februar im Beretal bei Netzkater auf dem Weg nach Eisfelder Talmühle.



    Am 18. April ging es mit dem Rad entlang der Harzquerbahn zwischen Drei-Annen-Hohne und Benneckenstein. Am Ziel der Tour in Benneckenstein wurde gemütlich auf einer Bank sitzend der nachmittägliche Dampfzug Eisfelder Talmühle-Drei Annen Hohne auf der großen Fotowiese in der Kurve vor dem Bahnhof abgewartet. Zuvor wurde am Vormittag der morgendliche Triebwagenkurs, welcher mittlerweile wieder von einem Halberstädter bedient wurde, in einer kleinen Waldlichtung am Bahnübergang zwischen Sorge und Elend abgelichtet.




    187 017-9 am Vormittag auf dem Rückweg von der Talmühle nach Wernigerode zwischen Sorge und Elend.




    99 7239 mit dem nachmittäglichen Dampfzug Eisfelder Talmühle - Drei Annen Hohne bei Benneckenstein.



    Der Juli war bereits derart warm, das man sich nach Mittag kaum aus dem Haus wagte. Zudem war die Fotografierlust nach zwei ausgiebigen Reisen im April und Mai erstmal gesättigt. So wurde die Kamera nur gelegentlich für eine Aufnahme herausgeholt, oder spontan ein Ausflug in den erfrischend grünen und schattenspendenden Harz unternommen.




    Schon lange auf der Liste stand die große Lichtung kurz hinter Eisfelder Talmühle Richtung Netzkater, welche nur im Sommer lange genug Licht für den richtigen Sonnenstand hat. Gegen halb sieben kam erfreulicherweise das Fischstäbchen 187 011-2 Richtung Eisfelder Talmühle durch.



    Am 28. Juli sollte eine der Schlemmertouren durch's Selketal mit dem T1 stattfinden. Zusätzlich verkehrte auch noch der Traditionszug nach Nordhausen. Zwei gute Gründe für einen spontanen Samstagsausflug in den Harz. Leider erfuhr ich erst im Nachhinein, dass der T1 defekt war und der Traditionszug nach Nordhausen wurde auch nicht, wie erhofft von 99 5906 geführt.




    187 013-8 ist am Morgen des 28. Juli bei Bad Suderode auf dem Weg nach Quedlinburg, um die Gäste der Schlemmertour abzuholen.




    In Harzgerode kehrten die Gäste zum Mittagessen ein und ließen das Fischstäbchen allein im Bahnhof zurück. Für uns das Zeichen zur Querbahn aufzubrechen.




    Nach einem kurzen aber heftigen Unwetter fand die Rückfahrt des Traditionszuges in Netzkater bereits wieder bei Sonnenschein statt. 99 7239-9 ist mit ihrer schönen Altwagengarnitur auf dem Weg nach Nordhausen.



    Über den Monatswechsel August/September ging es spontan Richtung Osten. Bei der Weißeritztalbahn war für das Wochenende ein Zweizugbetrieb und der Einsatz der VI K angekündigt. Da uns sowohl die wiedereröffnete Strecke bis Kipsdorf, als auch die im vergangenen Jahr wieder in Betrieb genommene 99 713 noch fehlten, wollten wir uns dieses Event nicht entgehen lassen.
    Da wir am Freitag noch die letzten, mittlerweile ausgemusterten Tatra T2 in Liberec fotografieren wollten, bot sich auch noch eine kurze Frühstückspause an der Zittauer Schmalspurbahn an.
    Leider wurde aus den angekündigten 14 Sonnenstunden für das Wochenende zwei Tage Dauerregen, sodass lediglich der Freiteg in Liberec als Erfolg verbucht werden konnte.




    Auf dem Weg nach Liberec wurde ein Halt an der Zittauer Schmalspurbahn eingelegt. Bei Zittau Haltepunkt konnte 99 758 mit ihrem „Gebirgspendel“ aufgenommen werden.




    99 760 ist in Oybin angekommen und setzt für die Rückfahrt um.




    Der Besuch bei der Weißeritztalbahn viel leider vollständig ins Wasser. Stellvertretend diese triste Aufnahme der seit Jahren in Hainsberg abgestellten 99 1790-7.




    Wo man schonmal dort war, wurden natürlich trotzdem einige Aufnahmen der 99 713 gemacht. Mit dem schönen Altbauzug, dieses Mal sogar ganz ohne Rekowagen, erreicht die VI K am Vormittag des 01. September den Haltepunkt Spechtriz im Rabenauer Grund.




    Bei mieserablen Wetter wurde das "Pflichtprogramm" - die Besichtigung des neuen Streckenabschnitts - durchgezogen. 99 713 wartet am Nachmittag des 1. September in Kipsdorf auf die Rückfahrt.



    Eine Woche später wurde erneut das Wochenende genutzt, um Richtung Sachsen aufzubrechen. Dieses Mal sollte es zur Döllnitzbahn gehen und dort sollten Wetter und Programm halten was sie versprochen hatten. Das grandiose Festwochenende bot gleich zwei Mügelner IV K und einen Dieselzug im Einsatz. Zudem wurde das letzte Streckenstück Richtung Kemmlitz eröffnet und am Sonntag befuhr ein langer GmP mit beiden IVK die Strecke nach Oschatz.
    Da ich nicht der große Freund von Massenaufläufen an Fotostellen bin und bei solchen Events meist leider die Wenigen besonders auffallen, welche sich nicht an die einfachsten Regeln halten können, kümmerten wir uns die meiste Zeit garnicht um die IV K's auf dem neuen Streckenabschnitt, sondern konzentrierten uns auf den in dieser Form bald wohl auch seltenen Dieselzug im Abschnitt Mügeln-Oschatz. Da die 99 584 zwischenzeitlich ausfiel, kamen sogar beide 2091er zum Einsatz.




    Abseits der Dampfzüge war der Trubel deutlich geringer und es konnten noch einmal in Ruhe Fotos des Dieselzuge mit 2091er Bespannung aufgenommen werden, bevor diese zumindest im Schülerverkehr demnächst von einem 5090er abgelöst werden. Am Morgen des 8. September überquert 199 030-8 die kleine Brücke bei Oschatz Kleinforst Rosensee.




    Besonders im Abschnitt am Waldrand von Thalheim und Schweta hatte ich noch einige Motive offen, sodass wir uns gleich mehrmals an diesen wenigen 100 Metern der Strecke positionierten. Den Anfang machte 199 030-8 auf dem Rückweg nach Mügeln.




    Natürlich blieben wir den Festlichkeiten nicht vollkommen fern. Eine Aufnahme der Doppelausfahrt Nebitzschen am Nachmittag sollte schon sein. Der zweite Dampfkurs wurde jedoch durch 199 031-6 ersetzt, als die Fotografenmeute in fünf Reihen nebeneinander und drei Reihen hintereinander auf das seltene Spektakel wartete.




    Dann ging es aber wieder in Dieselgefilde. Erneut waren wir bei Thalheim die einzigen Fotografen, die die Durchfahrt von 199 030-8, jetzt auch mit dem planmäßigen Cabriowagen, festhielten.




    Am Abend passiert 99 584 die große Wiese bei Thalheim. Da die IV K zuvor mit einem kleineren Schaden für einige Stunden ausgefallen war, wurde zur Sicherheit am Zugschluss die 199 031-6 mitgeführt, welche hier geschickt hinter einem Baum versteckt werden konnte.



    In Oschatz machte man sich sogar die Mühe, den Zug umzubauen, sodass erneut die IV K 99 584 die Führung übernahm. Das seltene Gespann wurde im letzten Sonnenlicht kurz vor Schweta aufgenommen.



    Der Oktober stand noch einmal ganz im Zeichen der Harzer Schmalspurbahn. Nicht nur, dass der Herbst vielleicht die schönste Jahreszeit zum Wandern entlang der Gleise im Harz ist, vor allem lockte erneut der Einsatz der Harzkamele.
    Wegen Dampflokmangel rutschte immer mal wieder eins der Wüstentiere in den Personenzugumlauf. War dies in der Vergangenheit schon häufiger als Triebwagenersatz der Fall, so stellt der Einsatz der Kamele im Dampfzugdienst und erst recht auf der Bockenstrecke eine absolute Seltenheit dar und stimmte gleichzeitig nachdenklich über die Situation im Harz. Nicht selten hörte man auch am Freitag den 5. Oktober Sätze wie: „Mit der wollen wir nicht fahren, wir warten auf die schwarze Lok!“ oder, „Eigentlich sind wir extra für die Dampfloks in den Harz gefahren, gibt es hierfür wenigstens eine Ermäßigung?“
    Man konnte es den „gemeinen“ Fahrgästen kaum verdenken, mich jedoch trieb genau diese Seltenheit gleich vier mal in wenigen Wochen in den Harz. An zwei der Tage fuhr dann auch tatsächlich ein Kamel, einen Tag auf der Querbahn und einen Tag auf der Brockenstrecke. Der Querbahndienst erlitt jedoch einen erheblichen Wetterschaden, beim Einsatz auf der Brockenstrecke herrschte dagegen Kaiserwetter.




    Natürlich wurden wie immer auch die Dampfloks als Beifang mitgenommen. Da der Kamelkurs erst am Nachmittag in Wernigerode startete, konnte in aller Ruhe zuvor 99 234 kurz vor Drei Annen aufgenommen werden.




    Dann war es soweit: 199 861-6 startete in Wernigerode ihre Tour zum Brocken. Abgepasst wurde der Zug unter Anderem kurz vor Drei Annen, in der langsam aber sicher zuwachsenden Fotokurve.




    Ein äußerst seltenes Bild: Wann wohl zuletzt ein Planzug mit Harzkamel den Gipfel des Brocken erreicht hat, nachdem der Einsatz Ende 1992/ Anfang 1993 aufgrund zahlreicher Beschwerden von Touristen nach kurzer Zeit wieder aufgegeben wurde?




    Ein kleiner Sprint war schon nötig, um den Zug mit welchem ich den Brocken erreichte, wenig später unterhalb der Brockenschleife noch einmal zu erwischen. Bei Kaiserwetter konnte der Zug dafür am Nachmittag des 5. Oktober auf dem Weg nach Drei Annen Hohne unterhalb der Brockenschleife kurz vor dem Betriebsbahnhof Goetheweg aufgenommen werden. Eines jener Motive, bei welchen die Dampfloks immer „falschherum“ stehen…




    Anschließend wurde der Gipfel erneut erklommen. 99 7247-2 bringt den letzen Zug des Tages auf den Brocken.



    Ein erneuter Versuch, das Harzkamel aufzunehmen, scheiterte leider am 20. Oktober. Obwohl sowohl der Traditionszug, als auch ein Sonderzug der IG-HSB unterwegs waren, konnte auf die Harzkamele verzichtet werden. So wurde das schöne Herbstwetter eben für die Dampfzüge und die Erkundung der neuen Lichtungen oberhalb von Schierke nach der Kreuzung mit der Brockenstraße genutzt.




    Der morgendliche Triebwagenkurs ist bei Drei Annen auf dem Rückweg nach Wernigerode




    Für den Traditionszug blieb nur noch ein Restbestand an "historischen" Wagen übrig, sodass zahlreiche Fahrgäste mit gewöhnlichen Rekowagen Vorlieb nehmen mussten. Das der Zug noch dazu von einer gewöhnlichen Planlok gezogen wurde, dürfte wohl nicht jedem Fahrgast gefallen haben...




    99 7240-7 hat Drei Annen erreicht und überquert gleich den Bahnübergang Richtung Drei Annen Hohne.




    Am Nachmittag schwächelte die Sonne leider etwas, sodass bei der Aufnahme von 99 7240-7 in der neuen Kahlschlagzone zwischen Schierke und Goetheweg, der Himmel im Bild vermieden wurde.



    Soweit mein kleiner Jahresrückblick zu den deutschen Schmalspurbahnen. Auch wenn ich in diesem Jahr nicht übermäßig viele verschiedene Bahnen in Deutschland besuchte, hoffe ich das die kleine Auswahl gefallen findet.



    Damit wünsche ich allen Lesern frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Fotojahr 2019.



    Bis dann,
    Tobias

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  • Hallo Tobias,


    klasse Bilder! Einen schönen Jahresrückblick hast Du zusammengestellt. :ok:


    Aber eine Frage zu den Triebwagenbildern der HSB hätte ich - sind dies Nachschüsse, oder fahren die Triebwagen dort teilweise Führerlos?


    VG, Tilo

  • "Aber eine Frage zu den Triebwagenbildern der HSB hätte ich - sind dies Nachschüsse, oder fahren die Triebwagen dort teilweise Führerlos?"


    Das die Personaldecke bei der HSB derzeit etwas knapp ist, ist ja nun kein Geheimnis. Da muss ab und an dann auch mal ein Triebwagen ohne Tf auf die Strecke gehen... ;)

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