Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen 2019

  • Hallo,


    wie ist das eigentlich bei Dampflokomotiven mit den HU-/Kesselfristen?

    Zählen dort einzig und allein die verstrichenen Jahre seit der letzten Untersuchung oder gibt es sowas wie Betriebsstundenzähler?


    Die Mallets stehen ja mittlerweile seit ihrer letzten HU länger herum, als sie fuhren...

    Müssen Sie dann ohne wirklich viel gefahren zu sein bald wieder zu einer teuren Untersuchung?


    Mfg Minfred

  • Hallo Minfred,


    die Fristen sind durch § 32 EBO bzw. ESBO (bei Schmalspur) zeitlich befristet und dürfen auch nur innerhalb dieser Vorgaben verlängert werden.

    Einen Betriebsstundenzähler oder eine maximale Kilometerleistung gibt es vom Gesetz her nicht.

    Allerdings gilt die Einschränkung, dass das Fahrzeug natürlich betriebssicher bleiben muss. So müssen alle Maße uns Spiele laufend überwacht werden und wenn das sogenannte Betriebsgrenzmaß/-spiel erreicht ist, muss entweder eine Aufarbeitung erfolgen, oder das Fahrzeug ist außer Betrieb zu nehmen. Das Erreichen und Korrigieren des Grenzmaßes hat dabei nichts mit einer Frist zu tun. Das einfachste und anschaulichste Beispiel ist immer das Radreifenprofil. Das ist natürlich eines der wichtigsten Kriterien für einen sicheren Betrieb. So werden die Maße der Spurkränze und Laufflächen im Rahmen der Instandhaltung (Plantag) laufend erfasst. Erreicht hier ein Maß das Grenzmaß, erlischt ja nicht die Zeitfrist nach § 32 EBO oder ESBO, aber das Fahrzeug darf nicht mehr eingesetzt werden. Das Erreichen eines Grenzmaßes verhindert aber natürlich auch die Fristverlängerung um 2 x 1 Jahr nach der 6jährigen Frist. Nun kann der Betreiber des Fahrzeuges entscheiden, ob er die Betriebssicherheit durch Überdrehen der Radreifen oder Wechseln der Radsätze wieder herstellt und die möglichen Fristverlängerungen ausnutzt, oder ob er das Fahrzeug einer neuen Untersuchung nach § 32 zuführt.


    Da die Frist nach § 32 EBO/ESBO eine echte Zeitfrist ist, läuft sie natürlich an einem (auch betriebsfähig) abgestellten Fahrzeug ab. Fristverlängerungen usw. sind natürlich möglich, aber wenn die Zeit verstrichen ist, darf das Fahrzeug nicht mehr eingesetzt werden.

    Eine Untersuchung nach § 32 EBO/ESBO wird natürlich nicht so umfangreich, wenn das Fahrzeug seine Fristen vorrangig abgestanden hat, weil der Verschleiß sich in Grenzen hält. Sie ist aber zur Wiederinbetriebnahme zwingend erforderlich.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Steter Tropfen höhlt den Stein! Jedes Jahr ein paar weitere Einschränkungen und Verschlechterungen bei der HSB. Mehr fällt mir dazu nicht ein!


    Die Kamele mögen ja unter einer kleinen Gruppe Eisenbahnfans durchaus Kultstatus erlangt haben. Ich persönlich finde die an sich ja auch ganz nett. Gerade vor den Güterzügen waren die V 100 immer ne willkommme und ansprechende Abwechslung.

    Aber im alltäglichen Planbetrieb vor Reisezügen haben diese Loks absolut nichts verloren! Die HSB steht schließlich für Dampfbetrieb. Nur dafür kommen viele Touris aus allen Teilen der Welt in den Harz!

    Klar, die HSB hat die Dieselbespannung offiziell bekannt gegeben. Aber viele Touris, die die Fahrpläne nicht unbedingt genauestens studieren, werden trotzdem ein sehr langes und enttäuschtes Gesicht machen, wenn anstelle der erwarteten und überall beworbenen Dampfbahn plötzlich "nur ne lumpige Diesellok" um die Ecke gebogen kommt. Und das ganze dann auch noch zum relativ knackigen Brocken-Fahrpreis!


    Für mich ist daher ein weiterer großer Imageschaden für die HSB vorprogrammiert!