Mit dem GmP von Niederschmiedeberg nach Wolkenstein

  • Hallo Freunde der schmalen Spur


    1980 gab es auf der Preßnitztalbahn zwei Zugläufe bei denen Personenzüge in Niederschmiedeberg zum GmP wurden und so nach Wolkenstein fuhren.

    Wie das ablief ist hier zu sehen.GmP nach Wolkenstein, viel Spaß.


    MfG

    Helmut

  • Hallo Helmut,


    Danke für den Bericht, große Klasse!

    Besonders die Bilder von der südlichen Einfahrt und der WÜST in Niederschmiedeberg wissen zu gefallen:)

    VG

    Norman

  • Hallo Helmut,


    ein ganz, ganz toller Bericht. Heute unvorstellbar, dass ganz normale Reisende in Wolkenstein zwischen den Gütergleisen herumliefen. Aber es war so.

    Erfolgte die Einfahrt des Gmp in den Güterbahnhof eigentlich planmäßig lt. Bahnhofsfahrordnung, oder stellte das eine "betriebsinterne" Vereinfachung dar? Ich kann mir vorstellen, dass eigentlich von oberster Stelle eine Einfahrt zum Personenbahnhof und das anschließende Umsetzen der Rollfahrzeuge zur Rollwagengrube vorgesehen war.

    Wie war das offiziell vorgesehen?


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Dampfachim,


    es kamen nicht nur Züge dort an. Auch fuhren GmP dort ab. Ob zulässig oder vorschriftsgemäß ist doch eigentlich egal. Es wurde so gemacht, der Verkehr lief und passiert ist auch nichts.


    Man merkt, daß man in der Neuzeit angekommen ist. Immer häufiger hört und liest man Fragen wie: Darf man das? Entspricht das den Vorschriften? Wie gefährlich ist das denn? Genau das hat unser Land in der Neuzeit kaputt gemacht. Alles muß geregelt sein und reglementiert werden. Und der gesunde Menschenverstand ist dabei auf der Strecke geblieben.


    Viele Grüße

    Toralf

  • Hallo Toralf,


    darum geht es mir gar nicht. Ich bin 1986 mit dem Güterzug auch dort oben angekommen, den Weg gelaufen und heil angekommen. Ich kenne die DDR-Zeit durchaus noch und bin nicht mit dieser heutigen Vollkasko-Mentalität sozialisiert worden. Ich hab auch meine Kinder nicht so erzogen. Die durften ihre Erfahrungen durchaus auch hautnah sammeln, ohne von uns Eltern pausenlos bedauert und aufgefangen zu werden.


    Mich interessiert einfach nur, ob es dort so für Gmp vorgesehen war, oder ob es eine Vereinfachung vor Ort war. Denn bei der DR gab es allerorten auch praktische Vereinfachungen, die so nicht unbedingt vorgesehen waren. Nicht mehr und nicht weniger, denn ganz ohne Sicherheitsvorschriften fuhr die Eisenbahn auch 1980 nicht.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Achim,


    ich habe mich bei einem ehemaligen Eisenbahner aus Wolkenstein schlau gemacht. Die Einfahrt des GmP in der Güterzuganlage war mehr oder weniger illegal. Aber im Zuge von Zeit Einsparung wurde wohl dieses Verfahren gewählt. Züge mit besetzten Personenwagen dürften nur am Schmalspurbahnsteig abfahren und ankommen. Aber damals waren die Leute wohl so vernünftig, dass es keine Probleme deswegen gab.

    Für mich war es eine Attraktion die es festzuhalten galt.


    MfG

    Helmut

  • Guten Morgen,


    ich möchte wirklich keine Spielverderber sein und ich finde den Beitrag auch wirklich ausgesprochen interessant, nur: ein bisschen mehr Laissez-faire im technischen Bereich hat heute halt recht große Auswirkungen, wie Boeing und diverse Staudämme in Brasilien bewiesen haben. Die Zusammenhänge sind größer und unübersichtlicher geworden.

    Außerdem gibt es halt auch nicht mehr so viele Staaten, die Kathastrophen einfach totschweigen würden und traurige und frustrierte Angehörige hinterlassen. Das war ja eine Kehrseite der Medaille in der DDR......wobei in der BRD sicher auch vieles klein gehalten wird und wurde, was durchaus öffentlicher gemacht werden sollte, aber das ist nochmal ein anderes Thema.


    Viele Grüße,

    Lenni

  • Hallo Lenni,


    ich verstehe überhaupt nicht, was Du damit sagen willst.

    Die Ein- oder Ausfahrt eines Zuges in/aus ein nicht dafür "gewidmetes" Gleis ist ja nun wirklich nicht vergleichbar mit Konstruktionen von Flugzeugen oder Staudämmen. Wenn Du das vergleichen willst, geht es höchstens um kleine Bedienschritte des Piloten eines Flugzeugs und/oder des Flughafens auf dem Rollfeld, keinesfalls mehr.

    So lange im "illegalen Gleis" keine besonderen Gefahrenmomente liegen (wie erhebliche Neigungen, eingeschränktes Profil, Absturzgefahr) ändert sich am Gefahrenumfang überhaupt nichts. Nur im nicht für Reisende vorgesehenen Fußweg zu den anderen Bahnsteigen lag die Abweichung zum Vorgeschriebenen laut Fahrplan.


    Insofern Danke an Dampfachim für die schon interessante Fragestellung und Helmut für deren Beantwortung.

    Ich habe auch versucht, beispielsweise durch abgedruckte Auszüge aus Buchfahrplänen, eine Antwort zu finden, bin aber in der mir zur Verfügung stehenden Literatur nicht fündig geworden.



    Gruuß

    217 055

  • Hallo Lenni,


    ich kann auch nicht verstehen, welche Gedanken Dir da durch den Kopf schwirren. Was hat das mit Boeing ( meinst Du MCAS?) oder irgend welchen anderen Sachen zu tun?


    Bleiben wir doch bitte in Wolkenstein. Wer sich, wie ich, schon länger etwas mit Eisenbahnen in Theorie und Praxis beschäftigt, weiß doch ganz genau, dass es vor allem in früheren Zeiten viele, eigentlich unzulässige, Vereinfachungen und Abweichungen gab. Und das war umso häufiger, je weiter die Dienststellen bzw. Strecken von den oberen Leitungsebenen entfernt waren. Ich mache den Kollegen deswegen doch auch gar keine Vorwürfe. Aber ich hatte damit gerechnet, sonst wäre mir diese Frage nicht eingefallen.


    Das lässt uns heute schmunzeln und erinnert uns an die "gute alte Zeit", etwa wenn die Rügener Kleinbahner sich per Pfeifsignal in der nächsten Kneipe die Zusammenstellung ihrer Getränke bestellten, wenn Kleinbahner so besoffen mit ihren Zügen unterwegs waren, dass sie den Bahnhof verpassten, wenn während des "Tankstopps" einfach Wagen abgehängt wurden, die dann später einfach unkompliziert wieder eingesammelt wurden. Blöd nur, dass die Kollegen in diesem Fall erwischt wurden.

    Das war die alte Kleinbahnromantik und auch ich habe davon profitiert, denn nur so bin ich an meine einzige Fahrt mit der alten Preßnitztalbahn gekommen. Güterzüge waren doch ganz gewiss nicht zur Personenbeförderung zugelassen.

    Siehe hier: Preßnitztal 1986


    Wenn ich mich etwas in der Welt umsehe, erkenne ich auch, dass diese Sorglosigkeit nicht unbedingt statistisch gesehen zu mehr Unfällen geführt hat, denn die Menschen waren an Umsicht und Vorsicht gewöhnt. Heute wäre das nicht mehr selbstverständlich. Im Ausland funktioniert es teilweise heute noch, siehe die 4-teilige Dokumentation über die Jungs aus Magdeburgerforth, speziell ihren Ausflug nach Rumänien. Zug um Zug ...


    Viele Grüße


    Dampfachim