Details zur sächs. IV K

  • Und nochmals danke. Ja so ähnlich hatte ich mir das auch gedacht bzw. hatte noch die Idee, ob evtl. ein paar Varianten zur Auswahl gebaut wurden und danach dann bereinigt wurde.....dann wäre die 107 die einzige mit dem Führerhaus geblieben, aber das ist nur spekuliert.

    Das andere Bild, das ich meine, stammt von 1895, das würde ja dann zeitlich gut passen.


    Danke und iebe Grüße,

    Lenni

  • Hallo Lenni,


    Du fragst nach dem schmalen Türausschnitt der frühen IV K.


    Achim antwortete bereits:

    Hallo Lenni,


    das IV K-Buch aus dem vergangenen Jahr stellt die These auf, dass dieser schmale Türausschnitt bis zur Bahnnummer 116 Standard war. Aber sicher nicht lange. Dieses kleine Loch war wohl ziemlich unpraktisch, vor allem im Sommer, wenn sich die Hitze im Führerstand staut.

    Damit hat er einerseits schon begründet, warum der kleine Türausschnitt unpraktisch war und andererseits Dir schon einen Literaturtipp gegeben:


    Die Lokomotiven der sächsischen Schmalspurbahnen, Band 2: Die Gattung IV K - siehe auch


    https://www.ssb-medien.de/buec…d-2-saechsische-iv-k?c=18


    Sowohl dort als auch im IV K-Buch vom EK-Verlag aus dem Jahr 2004 findest Du dann auch, dass es sich um keine Hypothese handelt, sondern kein Zweifel daran besteht, dass die ersten sieben Maschinen dieses missglückte Führerhaus ab Werk besessen haben.


    Wirbt wie immer um auf Papier gedruckte Texte


    mit vielen Grüßen


    André

  • Hallo,


    Eine interessante Diskussion! War die Auswahl der neu zu bauenden Lokomotiven rein zufällig! Warum wurde gerade 516 ausgewählt? Sie stammte ja aus dem ersten Baulos! Die viel ältere 607 wurde aber ausgemustert!

    In Schönheide freut man sich, die älteste noch betriebsfähig IV K zu besitzen. Ganz wenige Bauteile stammen noch aus dem 20. Jahrhundert, das Betriebsbuch sowieso! Ich glaube, hier muss eindeutig von einem Neubau gesprochen werden! Die wichtigsten Komponenten, wie Kessel, Rahmen, Zylinder, Drehgestelle und die Aufbauteile sowieso entstanden komplett neu!


    Gerne würde ich eure Meinung dazu hören!!!


    Viele Grüße aus dem Erzgebirge

    Ronny Gläß

  • Moinsen,


    @Ronny Gläß ... leider habe ich die entsprechende Literatur nicht zur Hand, aber man spricht dort von Neubauten, nur hat sich der Begriff Reko IVK eingebürgert. Ist ja wie die VIIK alt und VIIK neu... jeder weiß was gemeint ist, obwohl diese Bezeichnungen zeitlich nicht richtig ist.

    Und bei der BR 99.77-79 - also die sogenannte "VIIK neu" gab es in den 90`ger Jahren ja auch Neubauten.


    Wegen den Nummern, welche Neubauten wurden, gibt es eine einfache Erklärung. Die Auswahl ergab sich aus den zeitlichen Fristuntersuchungen, welche in einem bestimmten zeitlichen Zyklus erfolgten - siehe auch Ummoterisierung der BR 101.

    Der Oschatzer Saarsachse

    IV K - Fan

  • Hallo Ronny und Cevin,


    es ist wirklich toll, dass Ihr Euch für die alte Eisenbahn interessiert!


    In Eurem Alter habe ich mich bei vielen angesprochenen Punkten auch hilflos gefühlt, was mag nur richtig sein?


    Dann habe ich etwas gemacht, was ich bis heute nicht bereut habe: Ich habe begonnen, gute Fachbücher zu lesen - anfangs dankenswerter Weise oft aus dem Schrank meines Vaters, dann auch in Bibliotheken, denn als Lehrling/Student hat niemand viel Geld.


    Ehe Ihr hier längst schwarz auf weiß belegte Begriffe und Fakten zu IV K in Frage stellt - bitte legt Euch dieses Buch zu:


    https://www.ssb-medien.de/buec…d-2-saechsische-iv-k?c=18


    Zwar sind die darin abgedruckten Stationierungstabellen leider mangelhaft, aber gerade die technischen Details jeder einzelnen IV K sind nirgends besser beschrieben als dort!


    Warum 99 516 neu gebaut wurde und 99 607 nicht?

    Das hängt mit der jeweiligen Beheimatung und mit dem Zeitpunkt zusammen, ab dem eine Lok "auseinandergefallen" wäre.


    Die 99 516 gehörte zum Mügelner Bestand und war Anfang der 1960er Jahre "am Ende". Doch eine andere (jüngere) Lok von einer anderen Strecke stand damals nicht als Ersatz zur Verfügung! Daher fiel die Entscheidung, alle Großteile (Rahmen, Kessel, Drehgestelle) der 99 516 zu erneuern. Das stellte sicher, dass sie in den nächsten drei, vier Jahren noch einsatzfähig sein würde, was anderenfalls NICHT sichergestellt war.

    Die 99 607 gehörte Anfang der 1960er Jahre zum Kirchberger Bestand und war damals eben noch nicht am Ende, sondern es war abzusehen, dass sie die nächsten drei, vier Jahre noch durchhalten würde.


    Daher unterblieb ihr Neubau.


    Mitte/Ende der 1960er Jahre begann das große Stilllegen von Schmalspurbahnen in Sachsen. Die auf den stillgelegten Strecken vorhandenen IV K mit neuen Kesseln und/oder komplett neu gebaute IV K kamen auf die Strecken, die nicht zur raschen Stilllegung vorgesehen waren.


    Inzwischen war der technische Aufwand, die spät gebauten Altbau-IV K (Baujahre 1914 bis 1916) weiter einzusetzen gestiegen. Daher verzichtete die Rbd Dresden nun auf die spät gebauten Altbau-IV K und nutzte lieber die Anfang der 1960er Jahren neu gebauten oder neu bekesselten IV K auf diesen Strecken.


    So kam die Mügelner 99 516 als Neubaulok vor 1970 nach Kirchberg ....


    Mehr bitte, bitte in der Literatur nachlesen! Wozu werden sonst solche Bücher geschrieben?


    Fragt sich - und Euch -


    mit herzlichen Grüßen


    André M.

  • Hallo ins Forum,


    interessante Diskussion! Und ich hätte als Laie gleich noch eine Frage dazu. Wenn schon in den Sechzigern in großem Stil IV K - Loks (und andere Baureihen ja auch) quasi neu gebaut wurden, hätte man sie ja auch gleich als Neubauloks mit neuer Betriebsnummer (z.B. 99609) deklarieren können. Mit der VII K ist das in den Fünfzigern ja auch erfolgt. Warum hat man sich bei den IV K anders entschieden? Wollte die DDR etwa offiziell nicht zugeben, dass sie noch längere Zeit auf die Dampfloks angewiesen war?


    Gruß Tobias

  • Hallo ins Forum,


    interessante Diskussion! Und ich hätte als Laie gleich noch eine Frage dazu. Wenn schon in den Sechzigern in großem Stil IV K - Loks (und andere Baureihen ja auch) quasi neu gebaut wurden, hätte man sie ja auch gleich als Neubauloks mit neuer Betriebsnummer (z.B. 99609) deklarieren können. Mit der VII K ist das in den Fünfzigern ja auch erfolgt. Warum hat man sich bei den IV K anders entschieden? Wollte die DDR etwa offiziell nicht zugeben, dass sie noch längere Zeit auf die Dampfloks angewiesen war?


    Gruß Tobias

    Hallo Tobias,

    Der Auftrag lautete das sie neue Kessel bekommen sollte wenn ich mich jetzt nicht irre, aber die Loks wurden ja größten teils neu gebaut unf die Nummerschilder einfach über nommen.

    Bei denn Reko VIK ist es ziemlich knifflig, denn eigentlich durfte die DDR das nicht, sie waren ja quasi Werksneu zur Wende. Und die Verschrottung war wohl unausweischlich bei denn Rekos.

    MfG

  • Hallo Tobias,


    Du fragst: "Wollte die DDR etwa offiziell nicht zugeben, dass sie noch längere Zeit auf die Dampfloks angewiesen war?"


    Das Gegenteil ist der Fall: Wenn man Anfang der sechziger Jahre in der DDR gewusst hätte, wie lange man noch auf die Schmalspurbahnen im Land angewiesen sein würde, hätte man die Entwicklung der V36K nicht abgebrochen. Aber man hoffte bzw. plante damals, bis etwa 1970 fast alle Schmalspurbahnen in der DDR durch Busse und Lkw ersetzen zu können. Daher waren die div. Erneuerungen an den Altbau-Dampfloks nur ein Notbehelf - der freilich dazu führte, dass einige davon bis heute fahren können.


    @VIK Heizer 99 1706:

    Du schreibst:

    "Der Auftrag lautete das sie neue Kessel bekommen sollte wenn ich mich jetzt nicht irre, aber die Loks wurden ja größten teils neu gebaut unf die Nummerschilder einfach über nommen."


    JA: DU irrst Dich! (auch mit weiteren "Angaben" von vorhin!)


    Bitte, bitte von mir oben genanntes Buch zur IV K, aber auch die EK-Bücher zur VI K und VII K LESEN, dann erst wieder hier schreiben!


    Rät Dir dringend mit vielen Grüßen


    AM

  • Die Reko/Neubauten entstanden unter gänzlich anderen Voraussetzungen wie die von der Industrie gebauten Neubauloks.
    Es ist also nicht verwunderlich das die Neubauloks der 50er als eine eigenständige Baureihe eingeführt wurden.
    Bei den Rekos betrieb ja man bei einigen Loks (gerade bei der VI K extrem) Identitätsklau, man baute neu, nutze aber die Identitäten von alten Loks.
    Und das Jahre nach dem offiziellen Ende des Dampflokneubaus.

    Das die großen Rekos dagegen neu eingereiht wurden, war schlichtweg von Nöten da Aufgrund der recht hohen Anzahl der Fahrzeuge es unübersichtlich gewesen wäre und durch die Umbauten zum Teil auch eine erhebliche Änderung der Leistungsdaten einherging. So war im Betriebsdienst für Lokleiter klar zu erkennen um welche Art von Lok es sich handelt. Und selbst das wurde bei der 50.35 kurz vor knapp entschieden. Selbst die Umnummerierung der 50.35 beim Ölumbau zur 50.50 wurde lange diskutiert. Es wurde dann gemacht weil es eben so klar ersichtlich war das man es mit einer wesentlich leistungsfähigeren Lok zu tun hatte.

    Auf den Schmalspurbahnen war dies aber doch recht überschaubar. Und ob die Reko/Neubau IVK nun von den Schlepplasten so sehr von den Altbauloks abwichen das man dafür extra zur Kenntlichmachung neue Nummern gebraucht hätte, mag ich doch bezweifeln.


    Gruß André

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