Vor über 30 Jahren - Kurzurlaub im Harz

  • Hallo,


    wie das mit den Rauchkammerstellungen der Loks im Harz war (und ist), kann man wohl nicht pauschal sagen.

    Die Logik würde sagen, daß die Wernigeröder Loks mit dem Schornstein nach Süden fahren, die Nordhäuser und Hasselfelder Loks hingegen mit dem Schornstein nach Norden.

    Nun gab es aber ohne Planverkehr auf der Brockenbahn gut 30 Jahre den Umstand, daß im Personenverkehr der Hauptlauf über die gesamte Harzquerbahn führte (4, zeitweise auch 5 Fahrten pro Tag und Richtung). Da gab es an beiden Endpunkten Drehscheiben, somit war es möglich, immer in Lastrichtung bergwärts Schornstein voran auf dem überwiegenden Teil der Strecke zu fahren. Gemacht wurde das aber gemäß vielen Bildern, eigener Beobachtung und auch heutigen Beobachtungen nicht immer konsequent. Auch gab es ja damals auch Lokübernachtungen in Benneckenstein, wofür es ja gar keine "richtige" Richtung gibt.


    Ich habe 1990 hinter der damals Hasselfelder Lok 99 7232-4 eine Bergfahrt von Eisfelder Talmühle nach Birkenmoor auf der erste Plattform eines 7-Wagen-Zuges erlebt, als die Lok Tender voran den Berg erklomm. Das ist bis heute unvergessen, warum aber die Lok so gedreht aus Nordhausen abfuhr, habe ich nicht abgefragt. Es war wohl auch damals meist eine Sache des Lokpersonals - und zumindest die Nordhäuser Lok ist in ihrer Ausrichtung bis heute nicht für Fahrgäste und andere Besucher berechenbar.

    Gruuß

    217 055

  • Also die Nh und Haf Lok fuhren Vorwärts von Nh aus in den Harz. Ebenso die Wd und Bek Lok bloß anders herum. Die Wd Lok fuhren vorwärts nach Nh und rückwärts nach Wd. Die Bek Lok meist auch. Für die Wd Lok war maßgebend die gleichmäßige Abnutzung der Radreifen darum wurde i.d.Regel nicht gedreht.

    Ansonsten hatte der Tf die Entscheidungshoheit. Aber man arangierte sich mit der Laufrichtung. So bin ich ganz gerne rückwärts gefahren. War sauberer für Gesicht und Nase, und der warme Kessel wurde zurückgelassen. Der Lok war es egal wegen Kuhnscher Schleife. Übernachtungen gab es nur für Wd Personal in Nh und später noch zusätzlich in Bek. Auf der Selketalbahn wurde bis 1984 ausschließlich vorwärts ab Gde gefahren. Seit 1984 gab es noch zum wenden in Sti die Wendeschleife so das man da auch Drehfahrten machen konnte. Die Bro und Schr Züge ab Wd auch immer vorwärts.


    Beste Grüße Reiner

  • Hallo,


    wieder prima Beiträge mit schönen Bildern und tollen Informationen. Danke an alle.

    Ich hätte da noch eine Frage. Die Lampen an der Rückseite der 99.23-24 sind in den 80er Jahren noch aufgesteckt und heute fest am Tender angebracht. Wann ist der Wechsel geschehen und warum?


    Gruß Lutz

  • Wenn man so die aktuelle Lage bei der HSB betrachtet, kommen einem schon die Sorgenfalten.

    Wer an was Schuld ist, wie die Probleme zu lösen sind, dass ist eine schwierige Frage. Die seit Jahren stehende Unterfinanzierung ist aber eine Tatsache, die nicht weg zu wischen ist.


    Dennoch möchte ich meinen Blick in die 80er fortsetzen, war doch der Betrieb durch intensiven Urlauberverkehr gut genutzt und ergänzend rollten immer noch Güterzüge durch den Harz. Was für mich erstaunlich war, eine Fahrt mit dem Zug gehörte schon damals auch für motorisierte Touristen auf dem Programm. Die noch Dampflokerfahrenen DDR Bürger sahen im Harzer Dampfbetrieb dann doch alles unter romantischen Kleinbahnbetrieb.


    Treffen in Eisfelder Talmühle, 99 7235 steht vor dem Selketalzug und 99 7243 wird beim Wassernehmen ausgiebig beäugt.

    Hochbetrieb in Beneckenstein, 99 5902 steht mit ihrem Sonderzug am Rand, 997239 kommt gerade aus Richtung Drei Annen Hohne, 199 006 steht vor dem Lokschuppen und 99 7243 und 99 7241 warten auf Ausfahrt.

    Angekommen in Wernigerode

    Umsetzen und ab ins BW

    Noch fehlt ein Lokschuppen, daher alle in der Freilandhaltung

    Im Selketal schmauchte dann Tage später die 99 5902 in den Bahnhof Gernrode hinein.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas