[Neuerscheinung Buch] Kleinbahnen in Hinterpommern

  • Glück Auf


    vor einiger Zeit gab es hier im Forum einem Thread zum Thema "Ein Buch über die hinterpommerschen Schmalspurbahnen"


    => Ein Buch über die hinterpommerschen Schmalspurbahnen?


    In diesen Tagen erscheint beim VBN Verlag Bernd Neddermeyer ein Buch das dieses Thema zumindest zum Teil bedient.

    Der Verlagsankündigung zu "Kleinbahnen in Hinterpommern" ist zu entnehmen das neben den normalspurigen Kleinbahnen auch die "die 750-mm-spurigen Kleinbahnen der Kreise Köslin und Bublitz und Belgard" behandelt werden.

    Die Autoren des Buches sind Rudolf Felber und Wolf-Dietger Machel.


    Bibliografische Angaben: 216 Seiten, Format A4, Festeinband, 325 Abbildungen, Preis: 29,80 EUR, ISBN 978-3-941712-72-0


    Quelle: Verlagsankündigung => http://www.eisenbahn-verlag.de…fr_klb_hinterpommern.html



    Bis bald


    Gerd

    "Nothing ever burns down by itself//Every fire needs a little bit of help" Chumbawamba in "Give the anarchist a cigarette"

  • Hallo Gerd,


    das Buch habe ich bestellt, u. erwarte es sehnsüchtig. Mein besonderer Dank gilt den Autoren, die sich diesem schwierigen Thema angenommen haben.

    Mit der KBBK ist auch eine schmalspurige Kleinbahn dabei, die man heute wieder auf einem kleinen Teil bereisen kann.

    Interessant ist auch immer die normalspurige Kösliner Strandbahn, die auf ihrer Stammstrecke Güdenhagen (Mscice) - Groß Möllen (Mielno) noch heute erlebt werden kann. Den Rest bis Nest (Uniescie) bin ich abgelaufen.


    Viele Grüße


    Holger

  • Danke für den Buch-Link. Schade, für mich leider nix, da gerade der interessante Teil nach 1945 vollständig fehlt.


    Gruß

    Toralf

  • Hallo Toralf,


    nach 1945 ist ja leider viel Material der Pommerschen Kleinbahnen in den Weiten der Sowjetunion verschwunden. Die Zeit bis zum Exodus interessiert mich am meisten.

    Mit den Rumänen kam in den 80er Jahren von Schlesien bis zur Ostsee eine gewisse Uniformität auf die polnischen Schmalspurbahnen, die mich nun wieder nicht vom Hocker reist. Aber so hat jeder seine Vorlieben, u. das ist auch völlig okay.

    Ich freue mich viel mehr über solche Sensationen, wie die Rückkehr von Reparationsmaterial nach Lubmin!


    Beste Grüße


    Holger

  • Hört Kleinbahngeschichte jenseits der Oder-Neisse-Linie nach 1945 urplötzlich auf ?


    In höchstem Maße ärgerlich finde ich die unter vielen Zeitgenossen immer noch weit verbreitete Meinung, dass Geschichte in den ehemaligen deutschen Ostgebieten grundsätzlich 1945 zu enden hat, weil ja dann ein "polnisches bzw. russisches Zeitalter" begann.


    Diese kleinkarierte, ja eigentlich bornierte Sichtweise kenne ich bisher vor allem von Landsmannschaften, Vertriebenenverbänden, ostdeutschen (jenseits der Oder) Heimatvereinen etc, wo die Geschichte sehr oft auch im Jahre 1945 endet, so als wäre dort seit 1945 ein magisches schwarzes Loch entstanden.


    Aber auch unter Eisenbahnfreunden, Eisenbahnautoren und leider auch Eisenbahnbahnliteraturverlegern gibt es leider immer noch Zeitgenossen, die dem Leser die Geschichte von auch nach 1945 weiter bestehenden Eisenbahnstrecken bewußt vorenthalten und den Leser am Ende ihres Werkes mit vielen offenen Fragen wie begossene Pudel darstehen lassen.


    Gerade für die Zeit nach 1945 ist, zumindest Polen betreffend, die Quellenlage wesentlich besser, da hier auch von privater polnischer Seite (wenn auch weniger umfangreich wie in der DDR) versucht wurde, mehr über die "Kleinbahn vor der Haustüre" zu erfahren.


    Wie es eigentlich sein sollte, hat der leider viel zu früh verstorbene Kleinbahnfreund Reinhard Richter aus Premnitz/Havel eindrucksvoll aufgezeigt:


    Sein beim EK-Verlag erschienenes Werk über die Westpreußische Kleinbahn-Aktiengesellschaft hört eben nicht im Jahre 1945 abrupt auf, sondern nimmt den Leser mit auf die weitere geschichtliche Reise und zeigt die weitere Entwicklung (Niedergang) unter der polnischen Ära auf. Ebenso werden im Fahrzeugteil ganz selbstverständlich auch die polnischen Fahrzeuge aufgeführt.


    Wer der Ansicht ist, dass Kleinbahngeschichte 1945 zu enden hat und sich mit dieser Art von Geschichtsauffassung begnügt, beweist in meinen Augen ein höchst fragwürdige Scheuklappendenken, dass mit Kleinbahngeschichtsinteresse im Jahre 2019 nicht wirklich vereinbar ist.


    Schade, dass der bekannte Kleinbahnautor W. Machel nicht bereit war, die ebenso interesante Kleinbahngeschichte nach 1945 zu dokumentieren (auch ruhig unter Mitwirkung eines weiteren Autors) bzw. dass der Verleger nicht den Mut aufbrachte, dieses von den Autoren einzuforden.


    Nachdenklich Grüße


    -railfox-

    Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden!

  • Danke railfox für deine wahren Worte, denen ich vollumfänglich zustimme. Ich wollte das oben in dieser Deutlichkeit nicht schreiben, um keine Befindlichkeiten zu wecken.


    Zum Glück gibts ja in wenigen Wochen das Buch über ALLE Schmalspurbahnen in Hinterpommern von Eurosprinter.


    Gruß

    Toralf

  • Hallo Railfox,


    viel Wahres, aber auch einge Unterstellungen. Unsere Presselandschaft glänzt auch nicht gerade mit Nachrichten von unseren östlichen Nachbarn. Wenn dann nur, wenn einigen die Wahlergebnisse dort nicht gefallen. Deine Kritik an Heimatverbänden kann ich auch nicht verstehen, dass erlebe ich anders!

    Weist du denn, ob die Autoren die Geschichte nach 1945 bewusst verschweigen, oder unterstellst du das mal einfach so?

    Mir gefällt es auch nicht, wenn ich von den letzten 70 Jahren nichts erfahre, aber jeder Autor darf sein Forschungsgebiet selbst abstecken.

    Allgemein ist es doch ein noch blasser Fortschritt, überhaupt etwas aus den Ostgebieten lesen zu dürfen.


    Gruß Micha

  • Hallo zusammen,


    zur "Ehrenrettung" der Autoren sollte vielleicht eins ergänzt werden: Recherche im Ausland mit fremdsprachigen Quellen ist extrem aufwendig und anstrengend, wenn man die jeweilige Sprache nicht oder nur kaum beherrscht. Von daher würde ich nicht von "kleinkarierter" oder gar "bornierter" Sichtweise sprechen wollen. Möglicherweise liegt hier auch einfach Pragmatismus vor.


    Ich persönlich finde es auch schade, dass das VBN-Buch mit dem Kriegsende schließt. Die Nachkriegszeit interessiert mich, egal ob in Deutschland oder anderswo, immer etwas mehr als die "Zeit davor". Das Eurosprinterbuch spricht mich daher auch eher an. Aber ich sehe mich jetzt schon im Herbst mit einem Polnisch-Wörterbuch bei der Lektüre, weil ich sonst nur jedes 10. Wort (oder noch weniger) verstehen würde...


    Viele Grüße

    Julian

  • Hallo,


    dieses Buch kann natürlich die erwähnte Lücke nicht schließen! Sowohl vom zeitlichen Rahmen (Entstehung bis 1945), als auch von der geographischen Eingrenzung. Es betrachtet ja nur die Kleinbahnen in einem Teil Hinterpommerns, mit gerade einmal einer schmalspurigen Kleinbahn. Die großen Meterspurnetze weiter westlich sind ja noch gar nicht dabei.

    Das große Werk zu den hinterpommerschen Kleinbahnen kann es nicht sein, allein schon vom Preis her nicht. Das habe ich schon so verstanden. Für mich ist es wieder ein Baustein für an diesem Thema interessierte Eisenbahnfreunde.


    Beste Grüße


    Holger