Dampf auf der Brohltalbahn

  • Liebe Freunde der brohltalbahn


    Wer kennt die genauen Gründen, warum die Dampflok 11 sm nicht die steilstrecke abwärts allein befahren darf?


    Gibt es Möglichkeiten, dieses zu ändern?


    Danke für eure Beiträge.


    Der Bonner

  • Quirl

    Hat den Titel des Themas von „Dampf auf der brohltalbahn“ zu „Dampf auf der Brohltalbahn“ geändert.
  • Hallo,


    meines Wissens gab es schon vereinzelt Fahrten talwärts ohne "Vorspann". In Publikationen während der Aufarbeitung und anlässlich der Inbetriebnahme wurde aber auch des Öfteren erwähnt dass die Lok zu Betriebszeiten nur selten auf der Steilstrecke eingesetzt worden ist, da unter Anderem die Bremsanlage dafür wohl etwas schwach bemessen ist. Vereinzelt ist auch davon zu lesen dass es für den Einsatz auf der Steilstrecke nur eine Ausnahmegenehmigung gibt, zumindest ist die im Brohltal bekannte Anschrift "Für Steilstrecke" (die zeitweise auch einige Loks der HSB trugen) nicht vorhanden. Die Dieselloks verfügen meines Wissens über eine hydronamische Bremse, sodass ein Einsatz als "Bremskraftverstärker" auch zur Schonung der Klotzbremse der Lok Sinn ergibt.


    Gruß Michael

    26305-signatur-def-jpg

  • Hallo Michael


    Die Lok wurde für Zig 100.000 Euro instandgesetzt und jetzt scheitert die Bergfahrt an der Bremse? Das ist aber erbärmlich oder? Dann hätte man wohl die 50.000 zusätzlich investieren können oder?


    Irgendwie nicht nach vollziehbar - es dampft bis oberzissen recht wenig und überschaubar- und wenn dann der Spaß so richtig beginnt, ist Schluss?


    Dann müssen wir eben - wenn wir Spaß haben wollen - zur (teuren) hsb.


    Ist die Bremse wirklich der einzige Grund oder müsste man sich örtlichen Gegebenheiten anpassen? Wie mit der Kohle? Es wird die teure aus Wales verheizt weil die Bewohner sich über die historische Rauchentwicklung beschwert haben.


    Grüße werner

  • Hallo,


    bei Wikipedia liest man: "Diese Loks wurden bis zur Aufgabe des Zahnstangenbetriebs nur auf der Talstrecke Brohl–Oberzissen der Brohltalbahn eingesetzt." Daraus läßt sich schlußfolgern, das sie nie für die Steilstrecke vorgesehen waren. Und folgedessen auch bestimmte technische Voraussetzungen u.a. eine Gegendruckbremse, die der Steilstreckenbetrieb erfordert, nicht hat. Ich kenne nicht den genauen Inhalt der Vorschrift für Steilstreckenbetrieb.

    Diese Gegendruckbremse im Nachgang an der Lok zu installieren, wäre ein Bauartänderung und würde sicher zu einem umfangreichen Genehmigungsverfahren, mit ungewissem Ausgang führen.

    Zweitens bin ich mir nicht sicher, ob eine technische Realisierung bei einem Vierzylinder-Verbundtriebwerk möglich ist. Dazu können die Dampfexperten sicher mehr sagen bzw. schreiben.

    Ich hoffe ein wenig geholfen zu haben für den Anfang


    Grüße

    Schlafwagenschaffner

  • Dh die Dampflok darf immer den Berg rauf fahren, aber nicht allein herunter?


    Ich werde mal beim Verein nachfragen - das wird auch andere Gründe haben. Für die paar geraden Kilometer wäre die Investition dann eine fehlinvestition gewesen - zumal noch eine weitere nicht betriebsfähige Dampflok vorhanden ist.

  • Hallo Werner,

    Ist die Bremse wirklich der einzige Grund oder müsste man sich örtlichen Gegebenheiten anpassen? Wie mit der Kohle? Es wird die teure aus Wales verheizt weil die Bewohner sich über die historische Rauchentwicklung beschwert haben.

    manchmal kann ich über deine Aussagen echt nur den Kopf schütteln. Die IBS hat eine eine nicht unbeträchtliche Summe in die Aufarbeitung dieser Lok investiert und in diesem Zusammenhang ist meines Wissens zumindest über eine Optimierung der Bremsanlage nachgedacht, wenn nicht diese sogar in einzelnen Aspekten angepasst worden. Was eine größere Änderung (Stichwort Bauartänderung mit Neuzulassung) bedeutet hätte, dürfte sich auch die erschließen. Von daher finde ich es auch sinnvoll dass man die Lok im Normalfall nicht auf der Steilstrecke einsetzt und diese Einsätze als kleines "Sahnebonbon" nur bei Sonderfahrten vermarktet. Es hält dich sicherlich aber niemand auf dich vor Ort bei der IBS einzubringen und eine Veränderung anzuregen, die Fahrzeit von Bonn nach Brohl ist ja recht überschaubar.

    Die Walisische Kohle wird wohl nicht nur wegen Rauchentwicklung verheizt, sondern auch zur Schonung des Kessels. Man hat wohl vorab einige Vergleiche angestellt und der höhere Preis wird wohl durch einen geringeren Verbrauch zumindest zum Teil kompensiert. Ich finde es sehr löblich wenn man sich umfassend mit der Thematik auseinander setzt und versucht das Material zu schonen, spart später viel Geld. Die Kollegen in Reutlingen verabreichen der 97er wohl auch nur selbst aufbereitetes Wasser aus dem Kesselwagen weil Sie sich davon weniger Kesselschäden versprechen.


    Gruß Michael

    26305-signatur-def-jpg

  • Dh die Dampflok darf immer den Berg rauf fahren, aber nicht allein herunter?

    Nein, eine Lok die keine Zulassung für die Steilstrecke hat, darf diese weder rauf, noch runter befahren oder sie läuft als Wagen im Zugverband, soweit im Allgemeinen. Welche betrieblichen Sonderregelungen es jetzt bei der Brohltalbahn gibt kann ich nicht sagen, dazu könnte der dortige Eisenbahnbetriebsleiter sicher Auskunft geben.

  • Hallo michael


    Vielleicht ist es ein logistisches Problem, da die wenigen Mitglieder dann auch noch die Bekohlung in oberzissen und das Wassernehmen durch die Feuerwehr in Engeln organisieren müssen. Denn technisch ist die stecke ab Ausfahrt Brohl auf eine Dampflok nicht ausgerichtet.

    Grüße ins Forum und bis die Tage

    Werner

  • Hallo Werner,


    in Brenk besteht die Möglichkeit zum Wasserfassen, wozu dann die Feuerwehr nach Engeln bestellen? Kohle muss aus meiner Sicht bei einer Tour bis hoch auch nicht nachgefasst werden, da gäbe es zur Not noch die von der HSB bekannte "Heizer auf Kohlenberg"-Lösung.


    Gruß Michael

    26305-signatur-def-jpg