Verkehrsmuseum Dresden (VMD)

  • Hallo in die Runde,


    hier ein paar aktuelle Presseberichte zur Umgestaltung der Schienenfahrzeugabteilung im Verkehrsmuseum Dresden:


    https://www.tag24.de/nachricht…-auf-dem-neumarkt-1217570


    https://www.sachsen-fernsehen.…-auf-dem-neumarkt-662666/


    https://www.dnn.de/Dresden/Lok…auf-dem-Dresdner-Neumarkt

  • Das VMD verkommt immer mehr zum Automuseum und Ramschladen.


    Helge

    … nein , Helge , so kannst Du das mit Sicherheit nicht sehen , wenngleich natürlich Ansichten und Geschmäcker verschieden sind . Was nun speziell in welcher Vielfalt und Artenreichtum letztendlich zu sehen sein wird bleibt mit etwas Spannung abzuwarten , natürlich fand ich es auch schade , daß bereits vor einigen Jahren die Straßenbahnfahrzeuge ausquartiert worden sind , die nun aber mal in ein Verkehrsmuseum gehören ebenso wie die verschiedensten Arten von Fahrrädern / Zweirädern und auch Schiffsmodelle sowie Flugzeuge .

    Aber es wird auch nach Abschluß der Arbeiten kein "Ramschladen" sein , denn wo eine sächs. IV K zu sehen ist , und diese noch weitestgehend in der originalen Ausführung als 99 535 , dann spreche ich von der Erhaltung von Zeitzeugen aus vergangenen Generationen mit historisch wichtigen Hintergründen und Werten , alleine diese Lok wird mich wieder zu einem Besuch in das Verkehrsmuseum bewegen ! :zwink: Gruß Knut !

  • ...zumal das VMD für die Schienenfahrzeuge noch die "Aussenstelle" auf der Zwickauer Straße hat. Die Exponate sind jedes Jahr zum Dampfloktreffen zu besichtigen.

    Natürlich könnte dort die Zugänglichkeit verbessert werden, zumindest einmal im Monat wäre es schön die Lokomotiven und Wagen besichtigen zu dürfen.

    Außerdem muss man sich (leider) die Realität ab und zu mal vor Augen führen: Das Interesse an Schienenfahrzeugen ist in der breiten Masse einfach geringer als z.B. bei Automobilen. Ich sehe es ja an meinem Sohnemann: Dampflok ist schön und toll, aber so ein Bagger...

    Wenn sich alle Tuningfreunde für den Erhalt historischer Bahnsubstanz interessieren würden, wären das paradiesische Zustände! Aber eine Diesellok lässt sich leider nicht so leicht tieferlegen :weg:

    MfG RK3

  • Mahlzeit!


    Gestern hat auch die Pechot-Bourdon erstmal seit 61 Jahren das dem Johanneum verlassen. Sie gehört zu den Exponaten, die nicht mehr in die Ausstellung zurückkehren werden. In Anbetracht der Seltenheit der Lokomotive aus meiner Sicht ein herber Verlust, IVK gibt es dagegen ja noch reichlich in (fast) allen Ausführungen. Die Präsentation der 535 mit der falschen Geräuschkulisse und zuletzt beklebt mit den Hinweisschildern für eine alberne App war aus fachlicher Sicht eher bescheiden.


    Was die Neugestaltung des Museums angeht, so bin ich auch skeptisch. Für mich ist ein Museum in erster Linie ein Ort der historisch korrekten Dokumentation, Forschung, Präsentation und der Bildung. Statt tatsächlich bedeutender und interessanter Exponate finden sich in den Ausstellungen vieler Museen heute mehr und mehr digitale Spielereien und Medieninstallationen, die für mich mehr Unterhaltungscharakter, als einen tatsächlichen Mehrwert an Bildung und Information besitzen. Als Ergänzung zu einer inhaltlich korrekten Beschreibung haben diese hier und da sicherlich ihre Berechtigung, aber eine Führung durch fachkundiges Personal ist für mich wesentlich wichtiger.


    Ob eine Ausrichtung nach dem vermuteten, vermeintlichen Geschmack der "breiten Masse" dem eigentlichen Zweck eines Museums zu erfüllen weiterhilft, darf bezweifelt werden. Das Depot Zwickauer Strasse ist nicht mehr als ein selten zugänglicher Aufbewahrungsort und kaum geeignet das Interesse für das Thema zu wecken oder zu vertiefen.


    Für mich ist der Maßstab mittlerweile das National Railway Museum in York. Sowohl inhaltlich, konzeptionell, qualitativ und von der Präsentation her.


    Was im Video vom Transport der Muldental aufgefällt, ist die Art und Weise, wie die Lok durch das beauftragte Transportunternehmen angeschlagen wurde, einfach erschreckend!


    Gruß Sven

  • ...zumal das VMD für die Schienenfahrzeuge noch die "Aussenstelle" auf der Zwickauer Straße hat. Die Exponate sind jedes Jahr zum Dampfloktreffen zu besichtigen.

    Natürlich könnte dort die Zugänglichkeit verbessert werden, zumindest einmal im Monat wäre es schön die Lokomotiven und Wagen besichtigen zu dürfen.

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    Wenn sich alle Tuningfreunde für den Erhalt historischer Bahnsubstanz interessieren würden, wären das paradiesische Zustände! Aber eine Diesellok lässt sich leider nicht so leicht tieferlegen :weg:

    MfG RK3

    Ja mit der Zugänglichkeit des Depots ist das leider so eine Sache, wie auch schon zum Dampfloktreffen erlebt...


    Auch im Fahrzeugbereich stehen einige interessante Sachen im Depot.


    Eine Diesellok tieferlegen??? Versuchen würden die es sicher auch. Aber lauter und schneller machen sowie bunt und allen möglichen Klimbim dran, das würde auch in das Betätigungsfeld der Tuner passen. Manches hat man ja auch in der Realität entsprechend verändert.


    VG Gerd

  • Was in das Depot einmal verbracht ist, wird bis auf wenige Ausnahmen dort dauerhaft verbleiben. Zudem ist das dort inzwischen auf der Zwickauer Straße eine Bruchbude. Der Hecht 1702 dilettantisch in eine Ecke geschoben. Wertvolle Exponate der Eisenbahnsicherungstechnik mit Planen notdürftig abgedeckt.

    Und von dem Mummenschanz, dass angeblich Andreas Schubert den Besucher durch die "neu" gestaltete Ausstellung führt, brauch ich nicht. Als kleiner Junge war ich mit steter Regelmäßigkeit im VMD. Ich habe viel Wissen mir da angeeignet, auch in Begleitung meines Vaters.

    Und ich bleibe dabei: Das VMD verkommt zum Ramschladen mit Kinderbespaßung. Und zum Treff der Autolobby.


    Helge

  • ...eine Bruchbude, bei der zumindest in den letzten Jahren das Dach repariert und diverse Ausbesserungsarbeiten durchgeführt wurden. Die Bausubstanz ist bei weitem noch nicht so schlimm das die untergestellten Fahrzeuge darunter leiden.


    Die Zeiten ändern sich nunmal, um Zugang zu den jüngeren Generationen zu bekommen, muss man sich eben auch etwas auf diese zubewegen. Und da gehören die so genannten neuen Medien dazu. Wenn sich in Zukunft noch jemand für unsere Museumsbahnen interessieren soll muss man ja irgendwo anfangen. Ein Museum in dem man Spaß haben kann und gleichzeitig vielleicht das Interesse an der alten Technik geweckt wird, ist dafür meiner Meinung nach ein guter Startpunkt.


    Der bereits infizierte Eisenbahnfan wird sich dann eher den "richtigen" Eisenbahnmuseen zuwenden. Und wer weiß, vielleicht entsteht ja langfristig an der Zwickauer Straße ein solches Museum unter der Ägide des VMD?

    MfG RK3

  • Mir graust es ja auch, wenn ich erlebe, wie liebgewonnene Sammlungen heutzutage Multimedial aufgerüstet werden. Aber ich muss zugeben, ich bin 50 und vielleicht nicht mehr ganz auf der "Höhe der Zeit" :-)

    Es kann einfach sein, dass wir zu sehr dem gestrigen nachtrauern und uns zu wenig dem neuen Möglichkeiten offen gegenüberstehen.

    Es ist auch klar, dass eine Ausstellung auch mal durchgelüftet werden muss und Veränderung braucht.

    Das VMD war bis 1990 die Institution in Sachen Verkehrsgeschichte, heute nur noch ein kleines Landesmuseum, wo andere Sammlungen und Museen in Deutschland ganz andere Bedeutung haben.

    Aus heutiger Sicht ist eigentlich die Örtlichkeit bzw. das Gebäude eher für das Museumskonzept ungeeignet, die Lage dafür unbezahlbar.

    Es wäre doch nur zu schön, wenn man für einen wirkliches gutes Verkehrsmuseum Platz hätte, wo man mit Multimedialer Unterstützung und eine repräsentative Sammlung präsentieren kann.


    Es ist schon bedauerlich, dass das noch vor Jahren interessante Gelände in der Zwickauer Straße durch die DB Regio versaut wurde. Heute wird Friedrichstadt nicht mehr gebraucht... man sollte sich Gedanken machen was man möchte.


    Die Besuchsmöglichkeiten der großen Sammlung in der VMD Außenstelle Zwickauer Straße ist zumindest derzeit keine zufriedenstellende Lösung. Zum Bw Fest möchte ich nicht hin, da es mir einfach zu voll ist. Aber wann gibt es alternativ Besichtigungsmöglichkeiten und wie gesagt, da DB Regio ein teil dort selber aktiv nutzt, ist viel vom Flair verlorengegangen. Es ist aber auch bedauerlich, dass vieles in Depots gesammelt wird und für zig Jahre den Blicken der Besucher entzogen wurde. Hier braucht es Lösungen.


    Ich selbst mochte die alte Sammlung, vollgestopfte ÖPNV Halle und eben auch die Eisenbahnhalle.


    Doch ich denke, wir sollten uns nicht ganz den neuen Präsentationsformen verschließen, jedoch sollten dann Sonderbereiche, wie die Außenstellen eine authentischere Präsentation erfahren und vor allem eine bessere Zugänglichkeit.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo,


    was Maschinist sagt, spricht mir aus der Seele.


    Aber BRBler hat leider recht: Wer als Museum/Museumsdirektor heute Erfolg ( = steigende Besucherzahlen) haben will, muss zeigen, was die breite Masse dort sehen will (= Animationen aller Art), sonst kommen die nicht. Nicht umsonst diskutiert die große Museumswelt gerade das neudeutsche Wort "entsammeln". Noch einige Museen werden sich leeren. Ich gehe dann da nicht mehr hin, die Jugend vielleicht erstmals?!


    Wie man mit den "frei werdenden" Sammlungsstücken umgeht, ist dann ein nächste Frage...


    Gruß


    Rüdiger