[PL] Schmalspurbahn Sroda stellt den Betrieb ein

  • Das ists ehr bedauerlich, war es doch eine authentische Bahnstrecke.

    Aber mit der Abgabe von der PKP kam eben auch das massenhafte Streckensterben, wobei die PKP wohl ähnlich gehandelt hätte.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo,


    eigentlich sind polnische Schmalspurbahnen ja richtige Überlebenskünstler. Etliche haben sich mit mehr oder weniger touristischem Verkehr seit der Abgabe durch die PKP (2001) bis in die heutige Zeit retten können, obwohl manche ja nicht mal in ausgesprochen touristischen Gegenden liegen.

    Trotz dem Problem mit der Brücke über die Normalspur bleibe ich bei Sroda aber optimistisch, u. denke, daß sich dort eine Lösung finden wird. Die Bahn besitzt unter Eisenbahnfreunden einen gewissen Status, obwohl sie auch nicht gerade durch spektakuläre Landschaften führt, oder sonstige touristische Highlights aufweisen kann.

    Schmunzelnd verfolge ich z. B. auch die Investitionen in Gnesen (Gniezno). Wann ist dort der letzte Zug gefahren? Eine Wiederaufnahme des Verkehres bis zum Powidzer See ist wohl illusorisch.

    Gespannt bin ich auch, ob es den Freunden in Köslin (Koszalin) gelingt, wieder eine betriebsfähige Px 48 auf die Gleise zu stellen. Das wäre natürlich eine Attraktion!


    Beste Grüße


    Holger

  • Hallo,


    eigentlich sind polnische Schmalspurbahnen ja richtige Überlebenskünstler.

    Guten Abend,


    ... und genau deswegen wird bisweilen nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Um Spekulationen hier etwas entgegenzuwirken soviel: es ist nicht aller Tage Abend in Sroda, denn man wird sehr ernsthaft die kommenden Tage nach konstruktiven Lösungen suchen, wie es weiter gehen kann. Sobald es greifbare Ergebnisse gibt, werde ich nochmals einen Eintrag verfassen. Mehr kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Hierfür bitte ich um Verständnis!


    MfG,

    Px48-1756

  • Noch ist Polen nicht verloren. Dieses bekannte Sprichwort kennt man ja auch drüben und da ist es manchmal hilfreich einfach mal abzuwarten. Erfahrungsgemäß sind Zukunftspläne dort mit Vorsicht zu betrachten, aber auch solche Sachen hier. Man bedenke wie die Bahn in Koszalin plötzlich nach Jahren wieder aus der Versenkung kam. Auch Sarachowice ist bestimmt noch nicht verloren. ..

  • Noch ist Polen nicht verloren. Dieses bekannte Sprichwort kennt man ja auch drüben .... ..

    Hallo,


    es sei mir der Hinweis erlaubt, dass „Noch ist Polen nicht verloren“ der Anfang der polnischen Nationalhymne ist. Da sollte man schon davon ausgehen, dass diese in Polen und bei Polen in aller Welt bekannt ist.


    Gruß


    Fahrkartensammler

  • Guten Abend!


    Ich hatte versprochen gehabt, bei neuen Ergebnissen aus Sroda nochmals hier zu schreiben. Nun ist es soweit. Nachstehend gibt es einen Link zur Seite des Vereins "Bana". Hier können alle diejenigen, die der polnischen Sprache mächtig sind, den Text der Vereinserklärung im Original nachlesen.

    http://sredzkakolejpowiatowa.p…bk9IKPRiPOGUr_iNInH-JpXTM


    Für alle anderen habe ich mir erlaubt, den Text der Vereinserklärung ins Deutsche zu übersetzen:


    Vorstandserklärung des Vereins "Bana" i.A. der Betriebseinstellung


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    im Zusammenhang zahlreicher Anfragen und Zweifel , die durch die Betriebseinstellung der Schrodaer Kreisbahn im Oktober und November an uns herangetragen wurden, möchten wir erklären, dass die besagte Betriebspause bedingt ist durch die gegenwärtige finanzielle Situation des Vereins „Freundeskreis der Schrodaer Schmalspurbahn „Bana“ - sie stellt die Existenz der Bahn an sich nicht grundsätzlich in Frage!

    Die gegenwärtige Situation resultiert aus dem Vertrag, den unser Verein zur Umsetzung der öffentlich bestellten Wochenendzüge geschlossen hat; dieser Vertrag erlaubte zwar die Bestellung der besagten Wochenendzüge in der Zeit von Mai bis August, zwang uns jedoch gleichzeitig dazu, sämtliche Fahrkarten-Einnahmen in selbigem Zeitraum in exakt gleicher Höher ( der erhaltenen Zuwendungen ) wieder auszugeben. Alle im September gefahrenen Leistungen haben wir aus eigener Tasche bezahlt, bis schlussendlich der Fahrzeugpark seinen Tribut verlangte und es galt , hier entsprechend zu investieren. Konkret handelt es sich hierbei um arbeits- und kostenaufwändige Instandhaltungsarbeiten am historischen Fahrzeugpark. In Ermangelung eigener Rücklagen sowie externer Geldquellen war das Durchführen der notwendigen Arbeiten unmöglich geworden; so mussten bestimmte Fahrzeuge zeitweise aus dem Verkehr gezogen werden, was wiederum eine Einstellung der Planzüge zur Folge hatte. Hierbei sollte erwähnt werden, dass die momentane Situation mittelbar eine Spätauswirkung der ersten Monate diesen Jahres ist, denn damals galt es ohne jedwede Fremdunterstützung, alle Eigenersparnisse aufzubringen, um die anfallenden Infrastrukturarbeiten an unserer Bahn durchzuführen.

    In den vergangenen Tagen haben nun eine ganze Reihe von Treffen und Gesprächen stattgefunden, welche die Zukunft unserer Schmalpurbahn betrafen: wir können darüber informieren, dass es ab kommenden Jahr 2020 erheblich mehr Gelder zur Ausbesserung von Fahrzeugen und Infrastruktur zur Verfügung stehen werden. Dies wird in Zukunft von drei Gesellschaftern bewerkstelligt: dem Landkreis Środa, der Stadt Środa sowie der Gemeinde Zaniemyśl. Das Landratsamt sowie die Gemeinderäte beschlossen nach langen Verhandlungen der letzten Wochen in einer gleichlautenden Erklärung , gemeinschaftlich die Mittel zur Ausbesserung und Revitalisierung der Bahn in den kommenden Jahren in jeweils gleicher Höhe bereit zu stellen. Zwecks Ausbesserungsarbeiten, Unterhalt und Instandhaltung der SKP werden im kommenden Jahr 2020 eine Million Zł zur Verfügung gestellt. Diese Höhe soll in den Folgejahren jeweils beibehalten werden.

    Trotz der andauernden Probleme und Schwierigkeiten schauen wir mit Optimismus in die Zukunft. Als erster Arbeitsschritt wird im kommenden Jahr die Ausbesserung der Brücke über die Hauptstrecke Poznań - Kluczbork in Angriff genommen. Wir glauben, dass die Wirren, welche es während des Überschreibungsprozesses von PKP S.A. in die Hände des Landkreises Środa gab, diesen Arbeiten nicht im Wege stehen werden. Darüber hinaus sind an zwei Streckenabschnitten Gleisausbesserungsarbeiten geplant, die als Vorspiel zu einer ganzheitlichen Sanierung des Gleiskörpers unserer Bahn gelten können.

    Wir verleihen der Hoffnung Ausdruck ,dass es in den kommenden Monaten gelingen wird, zwischen den Lokalpolitikern und unserem Verein „Bana“ einen modus operandi auszuarbeiten, damit es niemals wieder zu einer solchen Situation kommt wie jetzt. Mit Sorge und Kummer müssen wir dennoch feststellen, dass es im polnischen Gesetzbuch keinerlei rechtliche Grundlage einer flächendeckenden Lösung gibt, welche zur dauerhaften Instandhaltung technischer Denkmäler wie die Schrodaer Kreisbahn herangezogen werden könnte. Die Finanzierung solcher Denkmäler ruht einzig und allein auf dem Rücken der Lokalpolitiker; dabei sollten Bahnen wie die unsere doch zumindest zu einem Teil auf Zuwendungen einer zentralen Geldquelle hoffen können. Dennoch glauben wir, dass unsere kleine Perle im Begriff ist , den richtigen Weg hin zu einer langfristig und nachhaltig gesicherten Zukunft einzuschlagen.

    Der Vorstand des Vereins "Bana"


    Als kleiner Nachtrag von meiner Seite: die im letzten Absatz angesprochene fehlende gesetzliche Regelung ist ein Dauerthema der historischen Eisenbahnszene ganz Polens sowohl auf schmaler als auch auf Regelspur. Es gibt leise und milde Anzeichen dafür, dass sich dies seitens Warschau in den kommenden vier Jahren zum Positiven verändern könnte. Hoffen wir also das Beste...


    MfG,

    Px48-1756



    4 Mal editiert, zuletzt von Px48-1756 ()

  • Hallo "Px48-1756",


    ich bedanke mich für Deine Mühe, hier in deutscher Sprache über das Geschehen in Środa zu berichten.

    Hoffen wir das Beste, daß es eine gute und tragfähige Lösung gibt.



    Freundliche Grüße

    217 055

    Gruuß

    217 055

    Einmal editiert, zuletzt von 217 055 ()