Der Altenberger Wagen

  • Hallo zusammen,


    es ist sicherlich bitter festzustellen, dass der Altenberger massive Schäden hat. Die Kosten für die Beseitigung dafür sind sicherlich jenseits von gut und böse. Das Geld dafür hätte vermutlich nur die öffentliche Hand. Sofern sie den wollte.

    Selbst wenn sie könnte, gibt es aber ein Problem. Historische Wagen haben nach meinem Empfinden nicht die ausreichende Lobby. Wenn es um historische Eisenbahnen geht, dann geht es erstens immer um die Lokomotive, zweitens um die Lokomotive und dann drittens immer noch um die Lokomotive. Das natürlich auch unter den Fans. Oft fehlt der Wille Eisenbahn als Gesamtpaket zu betrachten.

    Früher gab es noch diverse museale Güter- und Personenwagen. Wo sind die alle geblieben? Wirklich im Einsatz wurde davon auch damals nichts präsentiert. Diese waren gelegentlich auf Fahrzeugausstellungen zu sehen. Veltener und Zwickauer Traditionszug ist alles Geschichte. Soweit ich weiß, können nur die Schweriner als einzige einen kompletten und einsatzfähigen Personenzug vorweisen. Denn historische Lokomotiven brauchen auch ansprechende Wagen. Aber daran mangelt es leider. Der Alternberger könnte ein Anfang sein. Er wird es aber leider nicht sein.

    Gruß Thomas

  • Hallo,


    einsatzfähig ist Museumszug der Mecklenborger Isenbahn wohl nicht. Wenn ich richtig informiert bin, dann benötigt jeder der Waggons eine neue HU. Drei Waggons sind Mitte diesen Jahres nach Mukran zur EGP mach Mukran überführt worden. Dort sollen sie eine HU erhalten. Kostet natürlich auch viel Geld und die Schweriner benötigen Spenden.


    Gruß


    Stefan

  • Thomas Rose ich stimme Dir voll und ganz zu.

    Das Thema Wagen wird nur von wenigen wirklich erkannt.

    Nur ganz wenige Vereine, vorrangig auf schmaler Spur widmen sich akribisch auch dem, was hinter den Loks noch kommt.

    In Deutschland gibt es momentan keine vernünftigen Reisezugwagengarnitur, z. B. Y/B. Wenn einmal ein von Typ und Stückzahl vernünftiger Zug auf einer fotogenen Strecke verkehrt, hängt meist noch ein dunkelroter Speisewagen dran oder dazwischen...


    Helge

  • Und DB Wagen (WFL)

  • Das Thema Wagen wird nur von wenigen wirklich erkannt.

    Nur ganz wenige Vereine, vorrangig auf schmaler Spur widmen sich akribisch auch dem, was hinter den Loks noch kommt.

    In Deutschland gibt es momentan keine vernünftigen Reisezugwagengarnitur, z. B. Y/B. Wenn einmal ein von Typ und Stückzahl vernünftiger Zug auf einer fotogenen Strecke verkehrt, hängt meist noch ein dunkelroter Speisewagen dran oder dazwischen...

    Und damit sind wir wieder bei dem Hauptproblem was "vernünftig" ist und was nicht

    Natürlich unter Betrachtung daß weder ein Verein noch eine Firma unendlich viel Geld für die Instandsetzung solcher Fahrzeuge haben, die weniger für die Beförderung von Personen, sondern mehr für die Beförderung von Erlebnissen und Erinnerungen gebraucht werden.

    Und Dein Beitrag negiert in meinen Augen auch ehrlich gesagt völlig die viele (unentgeltliche) Arbeit, die in den letzten Jahren von "Schmalspur-Vereinen" in den Wagenpark gesteckt wird. Wie viele theoretisch schon "tote" Wagen wurden aus Kleingärten gezogen und mit historischem Blick wieder in den betriebsfähigen Park zurück gebracht. André könnte die Zahl bestimmt beziffern, aber egal ob es fünf oder fünfzig sind. Jedem solchem Projekt sollte mindestens Respekt gezollt werden! Wenn es schon zu tatkräftiger Hilfe in welcher Form auch immer nicht langt.

    Und selbst beim regelspurigen Park sehe ich nicht ganz so schwarz wie Andere. Jede Menge Bghw sind (wieder) in Betrieb, auch der Y-/B-Wagenpark wächst an und die seit inzwischen auch schon ca. 30 Jahren auf der Schiene befindlichen Halberstädter finden inzwischen auch ihre Liebhaber. Natürlich muß man beim Verschwinden der "Altbauwagen" also bspw. bei den Zweiachsern immer an die Diskrepanz zwischen Aufwand und Nutzen (in Form von Platzkapazität) denken. Ein Fakt den der Fotograf natürlich nicht sieht, aber er finanziert die Erhaltung solcher Wagen auch am wenigsten.

    All diese Dinge muß man bei den meisten Vereinen trotzdem auch im (mindestens) Dreiecks-Verhältniss mit den Lokomotiven und der Infrastruktur sehen. Denn die Fixierung auf einen top gepflegten Epoche-2-Wagenzug bringt nichts wenn man keine passende Lok dazu hat und spätestens Dank der systembedingten niedrigen Höchstgeschwindigkeit nicht auf öffentliche Strecke gehen kann.

    Und dann kommt noch ein Fakt hinzu: Der Mensch erinnert sich am liebsten an Dinge aus seiner Jugend. Ich bin bspw. mit den Bghw und Bmhe aufgewachsen. Mit denen verbinde ich die meisten Erinnerungen. Aber auch mit den kunstledergepolsterten Abteilwagen "aus dem Westen" im "Interzonenzug" zwischen Leipzig und Erfurt. Also ist für mich der Reiz nochmals in genau solchen Wagen zu reisen ungemein größer als vielleicht in einem "Tausendtürenwagen" des Veltener Traditionszuges. Das soll keine Abwertung dieser älteren Wagengattungen sein aber vielleicht ein Hinweis darauf welche Wagen betriebsfähig zu erhalten "vernünftiger" zu sein scheint.


    Zurück zum Altenberger: Ja, es gibt auch Rückschläge auf diesem Gebiet. Aber wer hätte im Gegensatz dazu gedacht daß es im Jahre 30 nach der Wende schon einen halben "Städte-Ex" gibt? Auch wenn zu der 100%ig historisch korrekten Zugbildung noch der eine oder andere Wagentyp fehlt?


    Übrigens: Bezüglich der Y/B-Wagen sollte vielleicht mal der europäische Blick etwas geweitet werden. Bei unserem tschechischen Nachbarn sind da in den vergangenen Jahren jede Menge Kleinode wieder neu auferstanden. Vielleicht auch weil dort der Wandel im Wagenpark der Staatsbahn doch etwas behutsamer als in Deutschland angegangen wurde. Ein InterExpreß Berlin - Dresden - Prag dürfte also inzwischen schon ziemlich gut nachstellbar sein...

  • Hallo,


    ich glaube, die Kunden der Regelspursonderzüge sind garnicht so die Bahnfans, denen es um die historische Korrektheit geht. Dort zählt das Erlebnis an sich.

    Das Erlebnis korrekter historischer Züge, wird momentan in der Vermarktung bei kommerziellen Anbietern, zum einen bei der SDG an ausgewählten Tagen und einzigartig im Umfang, in Zittau angeboten.

    Bei der Regelspur sind die Fahrpreise schon jetzt auf einem Niveau, wo es für viele Gäste eine Schmerzgrenze darstellt. Die ganze Kostenstruktur der "großen" Bahn schlägt hier durch...da muss die Zuglok bezahlt, und der Wagenpark natürlich möglichst kostenbewusst vorgehalten werden. Andre' hat ja dargelegt, um welche beispielhaften Kosten es sich für einen Wagen handeln kann.

    Die Kundschaft ist da, aber für die Kostendeckung reicht es sicher nicht aus.

    Wenn man bedenkt, mit welch hohem Holzanteil alte Wagen gefertigt sind, stellt sich die Frage, ob nicht ein Nachbau nach heutigen technischen Ansprüchen und mit historisierten Aufbauten sinnvoller kostenmäßig erscheint.

    Die "neue" Dresdener Altstadt macht es vor, alles andere wäre da auch unrealistisch.


    Gruß Micha

  • Macht mal weiter so. Ich würde gern jetzt ein paar Worte hier formulieren. Doch mein Anstand verbietet es mir.

    Punkt.


    Vor allem, Niels, dann lies meinen Text richtig. Und werde nicht persönlich angreifend.


    Helge