(?) Sicherung aufgerollter Vierachser

  • Ich hab mal erlebt was passiert wenn vergessen wurde die Klammern zu entfernen. Man wollte einfach Platz in der Rollwagengrube für den ankommenden Güterzug schaffen. Dazu wurden überzählige leere Rollwagen in ein Nebengleis rangiert. Dazu wurden die Klammern entfernt und die erforderlichen Rollwagen mit Kurzkuppeleisen versehen. Eine etwas umständliche Prozedur. Ein Rangierer wollte sich diese Arbeit ersparen und ließ die Klammern drin. In der nächsten Kurve fuhr der erste Rollwagen einfach gerade aus und entgleiste. Die Klammer in den Außenbogen war danach stark verbogen. Auf einer halben Wagenlänge Anhalteweg stand jetzt das Drehgestell des RF ca. 1,5 m neben den Gleis. Die Klammen waren nur zum be und entladen der Rollwagen vorgesehen und verhinderten ein auseinanderlaufen der Rollwagen indem sie einen festen befahrbaren Weg garantierten. Nachdem Beladen mußten diese dementsprechend alle mit Kuppelbäumen versehen werden.

    Zu den Spannketten kann ich nur sagen das diese wichtig waren um die Stabilität zwischen Rollwagen und Normalspurwagen zu gewähleisten. Bei uns standen die Normalspurwagen bis zu 120 km auf den Rollwagen und wurden über teils sehr schlechte Gleislage gefahren beladen und entladen so das der Normalspurwagen doch so einige Bewegungen in der Zeit machte. Während der Zugpausen auf Unterwegs und Anfangsbahnhöfe mußten die Ketten immer wieder nachgespannt werden, ebenso wie die Radvoleger. Wenn das mal nicht gemacht wurde konnten sich die Ketten lösen und abfallen, wobei sie dann beim überfahren eine Entgleisungsgefahr darstellten. War keine Kette mehr vorhanden konnte der Wagen über die Radvoleger klettern und runter fallen was auch hin und wieder mal vor kam. Aber das mal ein ganzer Zug im Harz einfach mal so umgekippt ist gehört ins Reich der Märchenerzähler und Erfinder. Alles andere ist eben Polnische Wirtschaft und hatte innerhalb der Ostdeutschen Grenzen kein Bestand und auch nichts zu suchen. Und damit sind wir eigentlich auch meist ganz gut gefahren wenn man Vorschrifften zur Betriebssicherheit auch einhielt.

    Beste Grüße Reiner

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  • Reiner


    Und hier haben wir wieder die deutsche Arroganz. Hältst dich für was besseres, oder? Ja, der Deutsche ist schon sowas von perfekt. Wenn ich sowas wie polnische Wirtschaft lese, dann könnte ich kotzen. Das was die Eisenbahner dort geleistet haben, verdient Anerkennung. Du hättest da längst die Hände gehoben. Ich könnt nur noch kotzen über soviel Arroganz.


    Übrigens: von dem Unfall im Harz gibts genügend Aufnahmen.


    Gruß

    Toralf


    Eckhard

    Ich bin dann hier raus als aktives Mitglied.

  • Noch so einer der hier wegen einen umgekippten Wagen Panik verbreitet.

    Gibt natürlich auch Züge mit nur einen Wagen. Aber das war wohl nicht gemeint.

    Ansonsten bitte Bildbeweis statt Behauptung.

    Bleibt auf dem Teppich.

    Unglaublich.

    Beste Grüße Reiner

  • Hallo!


    Warum muss das hier in der üblichen DSO-Manier ausarten?

    Auch ich bin der Meinung, dass es nicht schlecht ist, dass viele Dinge so derart restriktiv geregelt sind im deutschen Eisenbahnwesen. Es heißt nicht umsonst, dass die 408 mit Blut geschrieben ist.
    Jeder Eisenbahner (das Wort Bahner aus der unsäglichen Mehdorn-Ära ist schon fast eine Beleidigung) tut gut daran, so sauber wie möglich zu arbeiten.


    VG Thomas

  • Hallo Freunde des Rollwagenbetriebes,


    ich frage mich hier warum hat man wohl in Deutschland den Rollwagenbetrieb unter Verwendung von Spannketten eingeführt, doch wohl nicht

    weil es damals schon nur Bedenkenträger gegeben hat. Wenn man das Grundprinzip des Rf Transportes nicht verändert ist wohl der Verzicht auf ein wesentliches Sicherheitselement auch nicht sinnvoll. Wenn man in Polen eine neue Technologie für Rollfahrzeuge entwickelt bzw. eingeführt hat und auf Spannketten verzichtet wird es dafür auch Gründe geben. Wenn man nun in Deutschland aus Sparsamkeitsgründen

    die Spannketten weggelassen hätte, dann wären nach dem ersten Unfall Klagen angestrengt worden und schwere Vorwürfe gegenüber der Bah n erhoben worden mit Gerichtsurteilen die am Ende wohl den ganzen Rollwagentransport abgeschafft hätten.

    Ich halte deshalb die Vorwürfe von Toralf schon für überzogen.


    MfG

    Helmut

  • Thomas Schwarze


    Das mag ja durchaus sein, daß das bei uns alles so seinen Sinn und seinen Grund hatte.


    Die Eisenbahner in Polen werden aber auch ihre Gründe haben, warum sie es anders machten. Der Betrieb ist deswegen nicht unsicherer.


    Ich finde es eine bodenlose Frechheit und Arroganz, die harte Arbeit der polnischen Eisenbahner als "Polnische Wirtschaft" zu bezeichnen und abzuwerten.


    Gruß

    Toralf

    Einmal editiert, zuletzt von Toralf750 ()

  • Hallo Toralf,


    ich habe die Arbeit der polnischen Eisenbahner nicht abgewertet und werde es aus den Gründen des Respekts vor ihrer Arbeit auch nicht tun. Insofern ist diese Einlassung unter Nennung meines Namens nicht zielführend. Ich hab mich nur über die mangelnde Diskussionsqualität hier beschwert. Und auch wenn ich das Aufrollen mit Stahlseil selbst oft gesehen und bewundert hab, sind mir die mahnenden Worte bei Reißen des Seiles und dessen mitunter tödlichen Folgen für die handelnden Personale durchaus bewusst.

    Es ist also angebracht, die unterschiedlichen Vorgehensweisen wertfrei nebeneinander stehen zu lassen.


    VG Thomas

  • Hallo Thomas,


    der letzte Satz war auch nicht auf dich bezogen, sondern nochmal auf den Verursacher dieser ausgearteten Diskussion und sollte nur noch mal meinen Unmut darüber zum Ausdruck bringen.


    Gruß

    Toralf

  • Was mich neben der unglücklichen Diskussion über Für und Wieder der Techniken wirklich mal interessieren würde, ob vielleicht jemand sogar originale Anweisungen der PKP zu dem Thema hat. Denn man wird das ja alles nicht mündlich geregelt haben.


    Und darüber hinaus, wie ist das eigentlich in Österreich gehandhabt?


    Gruß André

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