(?) Sicherung aufgerollter Vierachser

  • Also an den Steigungen / Neigungen in Polen kanns nicht liegen, denn die sind dort teilweise mehr als heftig. Auch wenn meist nur Flach- oder Hügelland existiert, wurden manche Strecken einfachst trassiert und nur in die Landschaft gelegt. Auf Einschnitte oder Dämme wurde zum Teil verzichtet. Bestes Beispiel hierfür ist die Schmalspurbahn von Smigiel. Andere Strecken wurden wiederum sehr großzügig mit Dämmen und Einschnitten ausgestattet und aufwendig trassiert. Das kann also nicht der Grund sein.


    Ich vermute eher, daß es an der Konstruktion der Rollwagen liegt. Ich habe mal uralte Aufnahmen von Polen gesehen, wo auch Spannketten verwendet wurden. Seit Verwendung der Neubau-Rollfahrzeuge entfallen die Spannketten aber, es ist auch keinerlei technische Vorrichtung zum Einhängen dafür vorhanden.


    In Kolo habe ich mal erlebt, das 8 Drehgestellgüterwagen auf 16 Rollwagen aufgerollt wurden und in 35 Minuten abfahrbereit waren. Ich mußte meinen gerade geholten Kaffee wegschütten, weil er noch keine trinkfähige Temperatur hatte.


    Gruß

    Toralf

    2 Mal editiert, zuletzt von Toralf750 ()

  • Hallo zusammen,

    Warum wurden in Halle gebrauchte aus dem Westen eingesetzt?

    Egal wo die Rollwagen hergekommen wären, sie wäre alle gebraucht gewesen. In Halle gab es Rollwagenverkehr ab 1985. Dazu existierten 9 Rollwagen mit einer Bühnenlänge von 9,00m. Rollböcke gab es nur noch 3 Paare. Die brauchte man noch, weil nicht alles uneingeschränkt für Rollwagenverkehr zugelassen war. Die zugelassene Geschwindigkeit war übrigens Schrittgeschwindigkeit und langsamer. Alle Fahrzeuge waren bis auf die Loks ungebremst. Soweit ich es auf Bildern erkennen konnte, keine Sicherungsketten auf den Rollwagen.


    Wohl alle Neubaurollwagen der DR sind mit Betriebseinstellung der Spreewaldbahn in den Harz gekommen bzw. auch einige ältere Fahrzeuge nach Eisfeld.


    Wieso nun gebrauchte Rollwagen aus dem Westen angeschafft wurden weiß ich nun nicht. Da kann ich nur spekulieren. Ich vermute das im Harz keine Rollwagen abkömmlich waren. Schließlich hatte der Güterverkehr in den 1980er Jahren eine sehr hohe Priorität bei der DR. Zumal auch viele Altbaufahrzeuge von vor 1945 kürzere Bühnenlängen als 9,00m hatten. Diese waren für viele Regelspurwagen nicht mehr verwendbar auf Grund der nun größeren Achsstände, So meine Vermutung.

    Gruß Thomas

  • Guten Morgen,


    ich habe nun einmal nachgelesen, wie es bei der RSE mit dem Rollwagenverkehr zuging. Hier gibt es ein paar sehr interessante Vorschriften:


    Die Regelspurwagen wurden nicht mit einer Kette gesichert, dafür wurden die Radsätze aber noch von der anderen Richtung mit Holzkeilen weiter gesichert. Das Auf- und Abrollen durfte nur per Hand, später dann mit der Seilwinde geschehen.


    Die ersten Rollwagen liefen später nur noch handgebremst mit, da der Umbau auf Druckluftbremse nicht lohnte. Sie durften auch ungebremst im Zugverband mitlaufen, zur Überbrückung der Bremsleitung wurde dann die Bremsleitung des aufgerollten Regelspurwagens verwendet und dessen Bremsen abgeschaltet!!


    4-Achser wurden generell ohne Kuppelstange auf zwei Rollwagen befördert, wobei dann die weitere Anhängelast heruntergeregelt war.


    Am Zugschluss war immer ein handgebremster Schmalspurwagen mitzuführen.


    Soweit die Informationen aus dem LokReport zur RSE.


    Viele Grüße,

    Lenni

  • Hallo Leute


    Das mit den verwenden der Achsketten ist ein interessantes Thema. Wahrscheinlich gibt es unterschiede in den Bauarten. Ich kenne mich nur mit den Rf 4 Rollwagen aus und die hatten Achsketten. Vielleicht hat es aber auch andere technische Sicherungen gegeben und darum wurde auf Ketten verzichtet. Mann kann auch nicht ein Land mit dem anderen vergleichen. Es gibt überall Unterschiede, sogar in einen Land wo unterschiedliche Bahnverwaltungen gibt. Gibt es noch andere Aufnahmen, wo man das alles besser sieht. Die Polnischen Rollwagen sind das Selber produzierte oder Importierte. Da könnte man schon mal unterschiede sehen.

  • Hallo Bimmelbahner,


    ich will mal versuchen die Sache aus der Sicht eines Praktikers darzustellen der jahrelang bei der DR auch mit Rollfahrzeugen und deren Unterhaltung befasst war. In einem etwas längeren Gespräch hat mir mein Bekannter folgendes gesagt.

    - Wenn ein Rollfahrzeug mit Ketten, Spannschloß und Haken ausgerüstet ist, sind diese auch zu verwenden.

    - Die Kettensicherung diente dazu eine horizontale Bewegung des Normalspurwagens, die z.B. durch scharfes Bremsen entsteht, zu

    verhindern. Es soll vermieden werden, dass der Normalspurwagen auf die Halteklötze aufsteigt.

    - Beim Kippen eines aufgeladenen Wagens wird die Kette sehr schnell abgerissen bzw. der Haken aufgebogen.

    - Die in der Rollfahrzeugvorschrift festgelegten Sicherungsmaßahmen sind bei Zugfahrten umzusetzen. Wenn es sich nur um Rangierfahrten

    wie in Halle handelt, sind wohl auch Erleichterungen zulässig gewesen.

    - Wenn, wie im Fall Hohenlimburg, Rollfahrzeuge ohne Kettensicherung betrieben wurden, so änderte sich beim Einsatz in Halle daran nichts.


    MfG

    Helmut

  • Hallo zusammen,


    wenn ich mir die Ketten im folgenden Video anschaue, sind die nicht gespannt. Der Wagen müsste sich um einiges bewegen, damit diese eine Wirkung entfalten. Wenn ich mich recht erinnere, wurden die Ketten immer am Kupplungshaken eingehängt, ich habe auf der HK nie Ketten an den Achsen gesehen, oder?


    PS: Oh, ich liege falsch, da ist doch noch eine Kette an der Achse. Aber welche Aufgabe hat dann die Kette an der Kuppelstange?


    Viele Grüße,
    Eckhard