Tag der offenen Tür im SSB - Museum Radebeul Ost

  • [...] Kann natürlich jetzt schon professioneller aussehen.... [...]

    Tut es nicht. Gestern war der mittlere Zaunspfahl entfernt, die beiden Zaunsfelder ausgebaut und die Lücke mittels Bauzaun „verschlossen“.


    So ein Tor kostet halt, andernorts spart man sich die Anschlussweiche und biegt bei Bedarf (Großtrafotransport) ein Stückchen Streckengleis zurecht...


    :weg:


    MfG Ronny

  • Hallo,


    ich habe auch erst kurz vor der Feier zur Fertigstellung der Fahrzeughalle von dem am Folgetag stattfindenden Tag der Offenen Tür gehört bzw. gelesen.


    Eingeladen von der Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen zur Eröffnungsfeier am 15.11.2019 waren Spender und beteiligte Unternehmen bzw. Institutionen, um eben die Fertigstellung und die Unterbringung der Fahrzeuge unter der neuen Überdachung zu würdigen. Dabei wurden auch weitere Präsentationen für die Zukunftsplanung und Spendenaufrufe gemacht und die Anschlussbahn soll wohl nun auch offiziell beurkundet worden sein, soweit ich weiß mit dem Betreiber PRESS GmbH (laut I K-Report Nr. 11 https://www.ssb-stiftung.de/ak…20K-Report%20Nr.%2011.pdf). Die I K Nr. 54 hat dazu gegen 20 Uhr den Dampfpfiff abgegeben und fuhr nachher noch bis gegen 23 Uhr auf den neuen Gleisen der Anschlussbahn für Lokmitfahrten.


    Am nächsten Tag wurde nun erstmals das Gelände wieder frei zugänglich geöffnet. Beworben wurde dieser Termin aber wohl nur am Zaun und der Infotafel des Güterbodens. Seit den letzten Öffnungstagen der früheren SSB-Schmalspurbahnmuseum gGmbH https://www.northdata.de/SSB+S…gericht+Dresden+HRB+22932 Mitte 2017 noch mit ehrenamtlichen Mitstreitern des Traditionsbahn Radebeul e.V. hat sich nun wieder eine Möglichkeit der Besichtigung ergeben. Anwesend waren aber nur die Geschäftsführer und Hausmeister der jetzigen Betreiber und verteilten kleine Handzettel zum Anlass. Dort sind aber Schreibfehler drauf, auch die I K sollte nach der verteilten Info eigentlich hier den Winter über bleiben. Man weiß anscheinend nicht was man in der Halle hat und was damit gemacht werden soll?


    Euphorische Stimmung konnte sich bei mir nicht einstellen. Das Museum im Güterboden ist im Prinzip leer, nur die durch frühere Mitarbeit der TRR entstandenen Banner und Wandtafeln waren wieder aufgehängt. Einzig die PMT/Technomodell-Präsentation von Modellbahnen Grundkötter war als fremdes Exponat des alten Museums übrig.


    Die im Güterboden aufgestellten Loks und der Hw haben seit dem letzten Besuch keine besondere Pflege erhalten, die Anfang 2017 mit dem Tieflader bei Schneeregen über die Autobahn angelieferte 99 606 hat noch immer den Überzug aus Salzlauge, der schon damals die Lokschilder und den Lack angegriffen hat, nachdem sie in Jöhstadt ausstellungsreif vorbereitet wurde. Nur die Wasserkastenseite zum Halleneingang war etwas gereinigt, den Rest werden die Veranstaltungsbesucher erkennbar verschmutzt vorfinden. Auch die zusätzlichen informativen Beschriftungen der Loks waren defekt und verschmutzt bzw. ohne Pflege an den Loks. Dafür definierte ja die Stiftung ihre Prioritäten mit dem Hallenbau als Hauptziel um Bedenkenträgern und „Spezialisten“, die vor verschlossen Toren standen zu antworten, siehe I K-Report Nr. 10. https://www.ssb-stiftung.de/me…20K-Report%20Nr.%2010.pdf


    Die 99 604 hatte eine für die Museumsaufstellung sehr unpassend verlegte elektrische 220 Volt Verkabelung zur Beleuchtung der Frontlampen, der Hw hatte ebenfalls zwei fest verbaute Steckdosenleisten für seine überwiegende Nutzung als Buffet-Theke angebracht. Früher sind die immer vor den Öffnungstagen entfernt worden und nur lose verlegt worden. Hier zeigt sich auch ein Problem, dass schon seit 2016 zu erkennen war. Seit der TSW-Gründung wurde der Güterboden von der „eventLOKation“ als Teil der damaligen Museums gGmbH dem TSW unterstellt, die Nutzung wurde zunehmend dem kommerziellen Veranstaltungsbetrieb https://www.gueterboden.de/ untergeordnet, die letzten Öffnungstage durch Amway-„Selbstbeweihräucherungs“-Veranstaltungen kurzfristig blockiert bzw. stark beeinträchtigt. Auch heute werden durch das TSW die Nutzung der letzten ursprünglichen Büroräume im Gebäude und die Freiflächen im Stiftungseigentum schon für Veranstaltungsbetrieb beworben. https://www.tsw-radebeul.de/raeume/raumuebersicht.html


    Wir brauchen uns also dann nicht zu wundern wenn bei größeren Weihnachtsfeiern oder Veranstaltungen diese Flächen demnächst frei geräumt werden und die Fahrzeuge dann doch wieder draußen stehen, um dem TSW weitere Umsätze zu generieren. Was die Stiftung oder eine am Briefkasten noch vorhandene SSB-Schmalspurbahnmuseum GmbH (ohne eigenen Webauftritt) davon haben werden wir wohl nicht erfahren, das klärt das Familienunternehmen sicher unter sich, aber der durch Spender und Stifter ermöglichte Aufbau der Fahrzeughalle zur Unterbringung der Wagen ist im Hintergrund scheinbar genauso wie die ehemalige SSB-Museums gGmbH mit dem Güterboden inzwischen der kommerziellen Nutzung untergeordnet. Daran werden auch geplante Öffnungen in 2020 nichts ändern, wer auch immer die durchführen oder fachlich begleiten soll.


    Da die früher per Leihvertrag unter Pflege und Versicherungsleistung der Traditionsbahn mit Aufwandsentschädigung durch das VMD gestellten Fahrzeuge nun wieder direkt dem VMD gehören und nun nur per wohl vergütetem Unterstellvertrag in der Fahrzeughalle stehen dürfen ist eine Pflege und Aufarbeitung durch Gelder des VMD nicht zu erwarten, da sind weitere Spenden nötig. Hoffentlich erhalten die Fahrzeuge wenigstens nötiges Schmieröl an den Achsen, nicht das die einrosten und beim Bewegen kaputt gehen.


    Für die in der Fahrzeughalle untergestellten Fahrzeuge des VMD wurden extra Aufsteller gemacht, da sind aber sehr verwunderliche, für den Kenner eher lustige Angaben drauf zu lesen, echte Museumsstücke werden hier sehr schlecht präsentiert.


    Die beiden zweiachsigen offenen Güterwagen Ow 4122K und 347K haben die Beschreibung: „Dieser offene Güterwagen verfügt über eine Seilzugvorrichtung, um wetterempfindliche Güter beim Transport mit einer Plane zu überziehen und zu sichern. Üblicherweise wurden Güter wie Rüben, Holz, Steine oder Stahl befördert. Der Wagen gehört seit 1989 zum Bestand des VMD, war aber schon seit den 1960er Jahren in Radebeul Ost beheimatet.“


    Auch beim KB 970-459 stehen wunderliche Sätze: „Der Wagen war viele Jahre als Klubwagen in Radebeul-Ost im Rahmen des Traditionszugs im Einsatz. Sein sich stetig verschlechternder Zustand verhindert seit einigen Jahren einen Betrieb. Der Wagen ist für eine komplette Restaurierung vorgesehen. Seit 1973 ist das Fahrzeug Teil der Schienenverkehrssammlung des VMD.“


    Am 97-27-06 steht in der Beschreibung:

    „Gattung Kkw

    Klappdeckelwagen werden hauptsächlich zum Befördern von nässeempfindlichem Schüttgut wie Zement, Gips, Kalk, Kalisalz und Getreide genutzt. Die Beladung kann hierbei über Schüttvorrichtungen oder Fördereinrichtungen, die Entladung mittels Schwerkraft erfolgen. Zuletzt war er auf der Strecke Klingenberg-Colmnitz-Frauenstein im Einsatz. Der Wagen kam 1989 in den bestand des VMD, war aber schon seit den 1960er Jahren als Teil des Traditionszugs in Radebeul stationiert.“


    Der Gw 1855K wird so beschrieben: „Fahrzeuge der Gattung Gw bildeten das Rückgrat des Güterverkehrs auf den Schmalspurstrecken und transportierten alle Arten von Gütern, mit speziellen Einbauten auch Tiere. Der Wagen kam 1989 in den Bestand des VMD, war aber schon seit den 1960er Jahren als Teil des Traditionszugs in Radebeul stationiert.“


    Der Schmalspurwagen 97-02-56, Rf4 wird beschrieben mit:

    „Abmessungen in mm (LxBxH): 6000x2100x750

    Eigengewicht: 6,95t

    Rollwagen dienen dem Transport von regelspurigen Eisenbahnwagen auf schmalspurigen Strecken, damit ein Weitertransport ohne Umladen erfolgen kann. Dieser Rollwagen Gattung Rf4 konnte Güterwagen bis zu 32 t Gesamtgewicht tragen. Der Wagen kam 1963 in den Bestand des VMD und ist seitdem in Radebeul-Ost beheimatet.“

    Angeschrieben ist übrigens Drehgestellabstand 5,60 und Fb-Länge 8,0 m, wer findet die (beim Abschreiben übernommenen) Schreibfehler und inhaltlichen Fehler? ;-)


    Der Unterschied zwischen Museumszug/-fahrzeug und Traditionszug/-fahrzeug zu DDR-Zeiten ist hier leider auch mehrfach falsch verwendet worden, für einen Kenner der Schmalspurbahnen unter den Stiftungsmitarbeitern ist dies keine sehr gute Referenz. Ich habe aber die anwesenden Personen nicht zu ihrem Fachwissen zu den ausgestellten Fahrzeugen befragt, der Schreiber dieser Informationstexte hatte sicher keine guten Quellen.


    Fotos habe ich auch gemacht, aber darauf verzichte ich hier lieber.


    Viele Grüße,

    Danilo