Schon weg – aber doch nicht ganz Lommatzsch – Döbeln 29. April 1971

  • Bevor ich an diesem Tag die Mitfahrt von Lommatzsch nach Löthain am Nachmittag antrat, hatte ich den Gedanken vorher noch mal zu schauen was denn noch von der schon eingestellten Strecke nach Döbeln so übrig geblieben ist, denn der Abbau macht ja leider schon seine Fortschritte. Also vorher einen kleine Abstecher über die Dörfer zu den noch zugänglichen Resten der Strecke.


    Gleich hinter dem Dorf Mertitz waren noch die Gleise im Schotterbett oder besser im Unterbau und der Mast de Einfahrsignales stand ebenfalls noch seines Abrisses wartend.




    Im Bahnhof Mertitz Dorf war ebenfalls noch fast der ganze Gleiskörper vorhanden.



    Zwischen Wahnitz und Leuben- Schleinitz waren die Abrissarbeiten noch in vollem Gange.

    Die Gasflaschen für die Schneidbrenner liegen noch parat und die Schwellenreste waren schon für den Abtransport vorbereitet.





    In Leuben –Schleinitz waren die Schienen schon abtransportiert und das Schwellenholz lag schon aussortiert neben dem Gleisbett

    und warteten bestimmt darauf um in irgend einem Ofen die letzte Energie noch abgeben zu können.





    Der ehem. Bahnhof Lossen dagegen diente ohne Gleise noch als Lagerfläche diverser Gemüsekisten.




    Die Reste des Bahnhofs Kleinmockritz in Blickrichtung Beicha. Der Kohlehandel ist auch ohne die Kleinbahn noch in Betrieb.




    Die andere Seite mit den gestapelten Schwellen in Blickrichtung Mockritz.




    Dieser Bahndamm am Gärtitzer Bach entlang mit der Unterführung des Feldweges ist heute noch vorhanden und mittlerweile stark zugewachsen.




    Es folgt noch ein kleiner Zusatz im Anhang.

  • Dieser Bahndamm in Richtung Gärtitz besaß bis zum Umbau der Strecke Riesa – Chemnitz für die Elektrifizierung noch die Widerlager der Schmalspurbrücke über die Hauptbahn.



    Damals gab es die Autobahn A 14 noch nicht, aber es war von der Strecke Döbeln- Mügeln noch der Bahndamm und ein Bahnwärterhaus mit stark lädiertem Andreaskreuz vorhanden.




    Lang, lang ist es her und nur wer es halt von früher her kennt weiß noch irgend welche Reste dieser einstigen Strecken zu entdecken.


    MfG an alle Bimmelbahnfreunde. Rudi.

  • Hallo Rudi,


    diese traurigen Bilder wecken in mir die Erinnerungen. Etwa zu dieser Zeit habe ich in Nordthüringen etliche Nebenbahnen in ähnlichem Zustand sehen müssen.

    Ebeleben - Greußen, Berga-Kelbra - Artern, Bad Langensalza - Haussömmern usw.

    Mitte der siebziger Jahre setzte glücklicherweise eine Konsolidierung ein, u. es wurden nur noch wenige Strecken stillgelegt.

    An das Streckensterben nach 2000 war noch nicht zu denken.


    Danke u. beste Grüße


    Holger

  • Vielen Dank für die tollen und historisch sehr wertvollen Fotos. Kaum einer hat die Strecken in diesem Zustand dokumentiert. Genau wegen solcher Berichte (und solchen aus anderen Ländern) bin ich hier im Bimmelbahn-Forum.


    Viele Grüße

    Toralf