Auf Feldbahn-Tour durch die ehemalige DDR

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    Hallo Jörg,


    vielen herzlichen Dank. Da muß ich die Zeunert-Bände nochmal durchsuchen, leider fehlt mir aber einer ... vermutlich genau der.


    Der Link in die Fotothek mit den grandiosen Aufnahmen ist natürlich genial. Die Ausmaße dieser Anlage muß wirklich beeindruckend gewesen sein. Ich kann mich noch an meine Exkursion damals erinnern, überall in den Wäldern fand man irgendwelche Überreste. Das war ein richtiger Abenteuerspielplatz, nur leider hatte ich viel zu wenig Zeit und geizte mit Filmmaterial.


    Viele Grüße

    Toralf

  • Hallo Toralf,


    schau doch mal hier Link. Da kann man den groben Streckenverlauf erkennen, weiß aber nicht von welcher Zeit. Mit dieser Karte habe ich schon viel Zeit vor dem Rechner verbracht. ;) U.a. sind auch die Strecken der Heeresfeldbahn von Rehagen-Klausdorf, mit der Verbindung zur Jüterbog-Luckenwalder Kreiskleinbahn eingezeichnet.


    Viel Spaß bei der Entdeckungsreise

    Jürgen

  • Hallo zusammen, Hallo Toralf,


    Gleis und Streckenpläne von den Steinbrüchen in und um Demitz-Thumitz wären auch ein Traum von mir. In den Zeunert- Büchern ist mir keiner aufgefallen. Ich war auch Ende der 90er Jahre direkt im Granitwerk danach fragen, aber dort konnte oder wollte man mir auch nicht weiter helfen. Die beiden Mitarbeiter, an die ich verwiesen wurde, waren zwar freundlich und verständnisvoll, meinten aber, daß nach der Wende viele Unterlagen vernichtet und/oder umgelagert wurden. Außerdem wüssten sie nicht, wo genau sie nachschauen sollten und Zeit dafür hätten sie auch nicht. Ich habe das Thema dann leider nicht weiter verfolgt.

    Der Streckenverlauf hat sich über die Jahre bzw. Jahrzehnte mehr oder weniger oft verändert. Der von Jürgen gezeigte Link zeigt den Zustand von ca. 1930 bis 1945, denn nur in dieser Zeit war die sogenannte Sparmannsche Rundbahn in Betrieb, welche man im östlichen Teil des Gebietes sieht. Die in den Messtischblättern der verschiedenen Epochen zu sehenden Gleispläne zeigen natürlich nur die "Hauptstrecken". Es gab auch mehrere Bremsberge, welche teilweise auch der Erweiterung der Steinbrüche zum Opfer vielen. Der letzte vorhandene Bremsberg führte zum Steinbruch Jungfernstein. Die Gleisanlagen zum Bremsberg, der Bremsberg selbst und die Gleisanlagen am Jungfernstein wurden 1995 abgerissen. Die Gleisanlagen im Bereich des Hauptbetriebes und der Verladung waren länger vorhanden, die letzten Reste wurden um 2015 abgerissen.

    Die einzige mir bekannte veröffentlichte Literatur zu den Steinbrüchen des Klosterberggebietes ist die Broschüre "Schienenfahrzeuge der Granitwerke in Demitz-Thumitz" von Hartmut Pohl und Volkmar Teich. Diese habe ich vor zwei, drei Jahren in der Buchhandlung in Bischofswerda erworben. Da gibt es aber nur Gleispläne der beiden normalspurigen Anschlüsse mit teilweise gar keinen oder unvollständigen Gleisen der 600mm Werkbahn.

    Mein Sohn hat mit meiner Unterstützung die nachvollziehbaren Strecken bei OpenRailwayMap eingetragen. Da fehlt natürlich viel und manche Strecke wie auch der Elokschuppen sind nicht mit dem Hauptnetz verbunden, da wir den genauen Verlauf der Anbindungen nicht kennen. Wenn hier jemand etwas dazu beitragen könnte, wäre das natürlich sehr schön.

    Ich selbst habe im April 1994 einige Fotos im Bereich des Steinbruch Jungfernstein gemacht, im Bereich des Hauptbetriebes und der Verladung erst, als es zu spät war. Wie bereits erwähnt, das Gelände ist sehr weitläufig, Fotos hat man viel zu wenig gemacht und viele Gleisverläufe lassen sich nicht mehr nachvollziehen. Es wäre wirklich sehr schön, wenn noch irgendwo detaillierte Streckenpläne auftauchen sollten, leider schwindet mit den Jahren die Hoffnung darauf immer mehr.

    Ich hoffe, ich konnte etwas weiter helfen.


    der Rossi

  • Hallo Feldbahnfreunde,


    da mein neuer Laptop heute vormittag den Dienst quittiert hat und nun zurück an den Verkäufer geht, habe ich mir von meinem Freund und Nachbarn mal schnell den Laptop ausgeliehen, damit ich hier weitermachen kann. Für die nächsten 2 Tage wirds gehen, dann muß ich eh wieder ins Krankenhaus, da man mich wieder mal aufschneiden möchte.



    Teil 30: Ziegelei Forberge (600mm) am 18.09.1991


    Bei meinem Besuch der Ziegelei Forberge zwischen Riesa und Strehla traf ich 3 Loks BN15R an. Als Besonderheit kreuzte die Feldbahn zur Tongrube die Normalspurstrecke Abzw. Schmorkau b. Oschatz - Röderau niveaugleich durch Auflegen eines Feldbahn-Gleisjochs. Die Normalspurstrecke entstand aus strategischen Gründen zur Umfahrung der Elbbrücke Riesa, falls diese im Kriegsfall zerstört worden wäre. Auf der Umgehungsstrecke führten beide Streckenteile bis ans jeweilige Elbufer. Die Brücke wäre im Ernstfall durch Pontons hergestellt worden, die in Wülknitz (ja, auch dort gabs ne Feldbahn) transportfertig lagerten. Nach der Wende wurde die Strecke überflüssig und zum Abstellen überzähliger Güterwagen genutzt.


    BN15R (CKD/004/1963) mit Lorenzug, im Hintergrund die Regelspurstrecke Schmorkau - Röderau.


    BN15R (CKD/?/?), auch hier im Hintergrund abgestellte Güterwagen auf der strategischen Normalspurstrecke.


    Kreuzung der Feldbahn mit der Normalspurstrecke Schmorkau - Röderau. Bei Betrieb auf der Regelspurstrecke mußte das Feldbahn-Gleisjoch ausgebaut werden. Ganz hinten das Stahl- und Walzwerk Riesa, dessen Feldbahn ich auch noch vorstellen werde.

    Eimerkettenbagger mit Lorenzügen in der Tongrube.


    BN15R (CKD/?/?) war die dritte angetroffene Lok.


    Viele Grüße

    Toralf

  • Hallo Toralf,


    danke für diese schöne Serie. Für die bevorstehende Op drücke ich Dir die Daumen das alles gut geht! Dann sehen wir uns irgendwann auch einmal bei der BPE. Halt die Ohren steif!


    Liebe Grüße aus der Wuhlheide sendet der Peter B.

  • Hallo Toralf, auch von mir alles gute wegen der OP!


    Ich finde ja die "Kreuzung" sehr interessant. Weißt du, ob das häufig vorkam, dass das Gleisjoch entfernt wurde wegen dem Betrieb der Normalspur-Bahn?


    VG Marc

  • Hallo Marc,


    so häufig (wenn überhaupt) kann das nicht gewesen sein. Es war ja nur ein strategisches Gleis für einen Eventualfall Krieg (und auch ohne jede weitere Nutzung außer der nachwendelichen Abstellung überzähliger Güterwagen). Deshalb kamen da nie reguläre Züge, die ein Abbau des Gleises erfordern hätten können. Ob es Alarmübungen gab, die das Gleis der Feldbahn verschwinden ließen, weiß ich auch nicht.

    Aber eines weiß ich und das wundert mich ein wenig. Ich habe auf Bahndammsuche der Schmalspurstrecke Strehla - Oschatz 1988 oder 1989 dieses Regelspurgleis auf einem großen Teil der Strecke (illegal) bewandert und eine solche Kreuzung nicht angetroffen. Es kann natürlich sein, daß diese näher an der Elbe lag, als der Abschnitt, auf dem die alte Schmalspurtrasse überbaut worden war.

    Gruuß

    217 055

  • Hallo Marc,


    die Frage kann ich dir so nicht beantworten. Zu DDR-Zeiten wird die Reichsbahn bestimmt mal Kontrollfahrten oder auch Blümchen-Tod-Fahrten gemacht haben. Die betrieblichen Bestimmungen der DR dazu würden mich da schon mal interessieren.


    Nach der Wende wurden die Güterwagen nur bis zur Kreuzung abgestellt, nicht dahinter. Das Ende ist auf Bild 1 zu sehen. Ob und wie oft nach der Wende noch mal was bis zum Widerlager gefahren ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Möglicherweise findet sich im Buch "DDR-Reichsbahn und Vorbereitung" etwas, die Strecke sollte dort definitiv mit drin sein. Ich habe das Buch aber leider nicht.


    Viele Grüße

    Toralf

  • Teil 31: Ziegelei Grumbach (600mm) am 08.06.1995


    Die Firma AMAND betrieb bis 1992 die Ziegelei in Grumbach bei Wilsdruff. Bei meinem Besuch 3 Jahre später traf ich noch eine abgestelle Lok vom Typ Ns1 an.


    Ns1 (LKM/247449/1957) abgestellt in der Ziegelei Grumbach.


    Daß sich im Gebäude noch 2 Loks Ns2f bis zur Bergung durch die HFD im Jahre 2013 versteckten, war mir damals nicht bekannt: https://www.presskurier.de/135…hn-dresden-feldbahnmuseum


    Nun muß ich meine Feldbahn-Tour für einige Zeit unterbrechen, morgen früh gehts ins Krankenhaus. Die OP ist dann am Freitag. Im Krankenhaus gibts aber WLAN, so daß ich weiter hier fleißig mitlesen oder auch mal was schreiben kann.


    Viele Grüße und bis bald.

    Toralf