Das langsame Ende des Heide Express: Eilenburg – Bad Düben – Wittenberg

  • stimmt, jetzt, wo Du es sagst. Die wurden dann aber in der Presse als Taigatrommel tituliert und nun erinnere ich mich, dass mein Vater meinte, dass das eigentlich nicht richtig ist......

    Hallo Bimmelbahn-Freunde, abgesehen davon, dass in meinen Augen weder eine 120(220) noch eine 132(232) etwas mit "Bimmelbahn" zu tun hat finde ich diese ganzen Diskussionen über die verschiedenen Spitznamen und ihre "Richtigkeit" ziemlich obsolet. Denn es wird wohl in keiner dienstlichen Unterlage der DR und später der DB eine "Wumme", ein "Russe" oder was auch immer Anderes auftauchen.


    Und selbst wenn man dieses Kriterium der "Amtlichkeit" weg lässt sieht man ja hier bereits gut die lokalen wie zeitlichen Wandlungen dieser Spitznamen. Nicht unbedingt ein Privileg nur dieser Baureihen, die Mánička wurde auch erst später zur Knödelpresse. Wobei, wer presst schon Knödel die eigentlich schön luftig sein sollen?


    BRBler: Meine einzige Erinnerung aus jugendlicher Sicht an diese Strecke ist der Zugzielanzeiger im Leipziger Hauptbahnhof mit dem damals völlig unbekannten Ziel Pretzsch und den genauso ziemlich exotisch anmutenden dreiachsigen Rekowagen hinter der 110er. So ein Zug heute mal auf der Strecke selbst zu erleben wäre ein Traum...


    Und damit ganz spezielle Grüße an den "Bahnhofsvorstand" zu Pretzsch!

  • Moin Niels,


    klar man muss nicht an dieser Stelle über die Namen diskutieren, es schadet aber auch niemandem.

    Ich frage mich nur, warum Du mich in Deinem Beitrag zitierst, wo ich die Diskussion in beiden Threads überhaupt nicht losgetreten habe....???


    Viele Grüße,

    Lenni

  • Ich frage mich nur, warum Du mich in Deinem Beitrag zitierst, wo ich die Diskussion in beiden Threads überhaupt nicht losgetreten habe....???

    Ganz einfach: Weil ich in Deinem Beitrag das erste Mal das Wörtchen "richtig" - wenn auch nur als Zitat Deines Vaters - entdeckte.

    Und ein "richtig" oder dementsprechend "falsch" gibt es eben in dieser Thematik in meinen Augen nicht.


    Natürlich schaden Diskussionen ohne wirklichen Erkenntnisgewinn nicht. Aber "schöner" sind sie mit... :ok:


    VG! Niels

  • Spannend war im Jahr 2000 die Info, dass in Pretzsch und Umgebung wieder einmal ein Film gedreht werden soll. Es entstand die Serie Liebesau – Die andere Heimat“, im Auftrag des ZDF. Dieser Mehrteiler zeigte ein Dorf an der Elbe, in vier verschiedenen Zeit Epochen. Ob das werk nun gut ist, naja - jeder hat da eine andere Meinung....


    Zumindest gab es ganz kurze Szenen, wo die Charaktere per Bahn anreisten. Hierfür wurde der Bahnhof Trebitz ordentlich Epochegerecht in Szene gesetzt. Für die Nachkriegszeit brauchte man eine Dampflok - dafür kam 50 3501 - die im Film als 50 350 umherfuhr und für die 60er kam ein LVT Gespann der Lugauer EF zum Einsatz.

    Da das Wetter nicht so recht mitspielte, dauerte das ganze für die paar Sekunden Film sehr lange,

    wie gut - das Gebührenzahler den Sender unterstützen.


    Hier nun ein Bilderbogen dieser Episode.

    Die Lugauer LVT Einheit in Pretzsch


    Teile des Tradizug aus Berlin


    Ungewöhnliche Perspektive


    Abendstimmung in Pretzsch



    LVT unterm Regenbogen


    Gemütlichkeit der 60er


    Auf dieser Bank saß ich als Kind gern, es war aufregend, wenn der angehangene Wagen hin- und herhüpfte.


    172 003 hieß er mal früher....

    Nochmals mit Regenbogen, für uns toll, das Filmteam war weniger begeistert


    (Teil 2 kommt Morgen)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo Niels,

    ein kleiner Exkurs zu den Kosenamen mancher Baureihen ist doch gar nicht so schlecht.

    Und Lenni hat ja mir nur recht gegeben, denn in der Fachpresse der 90er oder in manchen DVD oder waren es da noch VHS Filme, wurden 132 zu Taigetrommeln umbenannt. das hat mich damals schon gestört und ich finde es gut, dass man es aufklären kann.


    Ich weiß Regelspur ist ja nicht so Dein Thema.

    Aber ich könnte Dir Kleinbahnstrecken mit ausschließlich Güterverkehr vor 1990 aufzählen, wo diese "großen" Russen, wie 120 oder 132 gefahren sind. Aber dank der Achsfahrmasse schon eine Ausnahme.


    Du hast richtig beobachtet, der Heidelbeerexpress fuhr ab Leipzig mit Bag Waggons und 110.

    Aber man setzte auch gern DbV Einheiten mit V75 (107) ein, die habe ich als Kind oft beobachtet, nur Fotos machte ich da noch keine.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Ein kleiner Blick noch zur Abschiedsfahrt im Jahr 1998

    Ich war Jung und hatte kein Geld, aber ne Bürgerinitiative gegründet.....


    Die Fahrplantafel des Bhf. Pretzsch


    Letzter Zug ab Eilenburg, V100 003 vor der Planlok


    In Pretzsch gab es eine kleine Presseveranstaltung


    202 855 kam mit dem allerletzten Reisezug aus Wittenberg in Eilenburg an

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hier nun Teil 2, denn die Filmaufnahmen sollten ja endlich stattfinden.

    Hierfür wurde der Bahnhof Trebitz mächtig in einen fiktiven Zustand der 40er/50er Jahre versetzt. Meinen Geschmack her Zuviel des guten, aber im Film sieht man nur noch wenig Requisiten.

    Zwischen Pretzsch und Trebitz hat sich 503501 in Stellung gebracht


    Ein wenig Sonne gab es auch, als Dampf.....


    Statisten gab es auch, der Bahnhof Trebitz ist schon zu sehen


    Der Filmbahnhof, bis Bad Schmiedeberg hatten alle Bahnhofsgebäude ein Walmdach, die älteren Gebäude von Pretzsch bis Wittenberg waren zwar vom selben Baukastensystem, aber mit normalen Spitzdach versehen.


    Der Bahnsteigbereich, alles was modern war, wurde irgendwie verschalt


    Die Lampen wurden extra umgebaut


    Im kleinen Holzhäusschen war die Fahrplantafel


    Fenster und Türen wurden extra für die Aufnahmen präpariert, Aber nur mit Kunststoff


    Filmequipment


    Treffen der Generationen - der fahrplanmäßige Betrieb ging natürlich weiter und es verkehrten seit 1998 628.2

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Wie ich schon berichtete, war die Strecke früh verdieselt und für den Eisenbahnfan nicht so von Interesse. Einzelne Dampfleistungen waren eher die Ausnahme und so dominierten hier 110, 120 und 132.

    Die V100 wurden erst 1998 mit der Abbestellung durch Sachsen abgelöst.

    Gerade dann kamen erstmals moderne Triebwagen hier zum Einsatz, welche natürlich den Fahrkomfort verbesserten und auch rationeller im Betrieb standen.

    Sachsen-Anhalt finanzierte den Betrieb von Wittenberg über die Landesgrenze bis nach Bad Düben. Der ca. 18 km Abschnitt bis nach Eilenburg - mit Anschluss nach Leipzig blieb ohne Verkehr. Hier gab es jedoch das Kuriosum, das 3mal am Tag die 628 leer zwischen Eilenburg und Bad Düben pendelten, da die 628 nach Leipzig zum tanken bzw. zu Revisionsarbeiten fuhren. Aber auch die DB Regio war nicht imstande, derartige Betriebsfahrten zu Planfahrten zu gestalten und damit durchgehende Züge zw. Leipzig und der Dübener Heide anzubieten.


    38 1182 fährt in den Bahnhof Bad Düben ein.


    Bad Düben mit einem Planzug - hier die roten Klinker am EG


    Der Wasserturm in Bad Düben sieht heute leider noch viel schlimmer aus


    Bis zur Einstellung des Reiseverkehr wurde die Schrankenanlage noch mit Hand bedient


    Hier dem Haltepunkt Rotes Haus war die Walddurchfahrt zuende


    Die Übergabe in Eilenburg Ost brachte diesmal nur einen Zementsilowagen für das Kalksandsteinwerk


    Zurück ging es Lz, hier hängt heute bis Anschluss Kieswerke eine Einfachfahrleitung, welche auch wieder unter Spannung steht.


    Auch Altbau 52 sorgten in den 80ern im Eilenburger Plan für die Anschlussbedienung der ÜB 76676/76677


    52 8092 kam mit einem Nahgüterzug aus Laußig und brachte Porenbeton mit. Da die V60 ausgefallen war, musste 52 8092 den Zug selber über den Ablaufberg in Eilenburg ziehen.


    Die 110er waren alle im Bw Wittenberg beheimatet. Wittenberg war Auslauf Bw der Nullserien 110er.

    Hier waren 110 003, 004, 005, 006, 008, 010, 015 und 032 zu finden. Ich fand diese Fahrzeuge sehr gefällig, wegen der abgerundeten Vorbauten. Hier warten auf Anschluss aus Leipzig im Bf. Eilenburg

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Was heißt befristeter Verkehr zwischen Eilenburg und Wittenberg? Will man dort ausprobieren, ob es sich noch lohnt? Aber mit 3 Zugpaaren?


    Befristet hieß, man wollte 2017 regelmäßigen Verkehr am Wochenende anbieten, um zu sehen, ob ein gewissen touristisches Potential erschlossen werden kann. Aber einerseits fand ich es zu schlecht vor Ort beworben, anderseits war die Durchführung mehr als durchwachsen. Einmal versuchte ich, da mitzufahren, alleine um die Strecke nach 20 Jahren mal wieder zu sehen, aber auch um mögliche Fotomotive zu finden und um einfach auch präsenz zu zeigen, dass jemand mitfährt. Nach 1h warten in Eilenburg bin ich wieder abgezogen. Für den nächsten Versuch habe ich dann auf gut Glück in Laußig positioniert. Erster Versuch - wieder Zugausfall. Beim zweiten Versuch habe ich nach 1,5h in Laußig abgebrochen, in dem Moment kam er dann. So konnte ich ihn wenigstens hinter Laußig noch am Bahnübergang aufnehmen. Dritter Versuch - Zug kam pünktlich.

    Die Gründe waren verschieden - mal ein Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang, mal ein Baum im Gleis oder ein parkendes Auto in Gleisbereich. In Summe war das Ergebnis aber schlechter als erhofft, so dass 2018 und 2019 nur noch Fahrten an einzelnen Tagen stattfanden. Während die regelmäßigen Fahrten 2017 mit einem Desiro der DB durchgeführt wurden, kam 2019 eine Ferkeltaxeneinheit zum Einsatz. Trauriger Höhepunkt war dann Ende letzten Jahres, als die letzten Fahrten wegen dem schlechten Gleiszustand abgesagt werden mußten. Für dieses Jahr sind zwar wieder Fahrten geplant, aber ob die jemals durchgeführt werden, glaube ich noch nicht so recht.


    P9030810.jpg

    2017 - Dritter Versuch in Laußig.


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    2017 - Zweiter Versuch, fast 2h verspätet aufgenommen hinter Laußig.


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    31.10.2019 - wieder kurz hiner Laußig aufgenommen.


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    31.10.2019 - Ausfahrt Eilenburg Ost.




    Viele Grüße,


    Tilo