Die Königslinie und ihre Nachfolger

  • Moin,

    der HSC SKANE JET ist verkauft. FRS hat den Katamaran an Seajets aus Griechenland veräußert. Z.Zt. liegt er noch in Mukran, trägt aber bereits den neuen Namen EUROCHAMPION JET 2.

    Strela Shiprepair in Stralsund hatte Ende Juli/Anfang August den Katamaran aus dem Wasser geholt und notwendige Klassifizierungsarbeiten durchgeführt. Dabei verschwanden bereits die FRS-Logos.

    Bei Seajets treffen sich demnächst zwei alte Bekannte. Der HSC SKANE JET stammt aus einer Serie von 4 Katamaranen. Zwei starteten ihre Laufbahn bei Cat-Link A/S zwischen Aarhus und Kalundborg in Dänemark. Cat-Link war zu diesem Zeitpunkt eine Tochter von Scandlines. Scandlines verkaufte die Linie 1999 an Molslinjen und wurde gleichzeitig Anteilseigner (40%) von Molslinjen. Die Katamarane bekamen damals die Namen MAX MOLS (MAX) und MADS MOLS (SKANE JET). Aufgrund dieses Konstrukts konnte Scandlines im Juli 2001 kurzfristig die KRONPRINS FREDERIK und MAX MOLS jeweils für eine Überfahrt zwischen Mukran und Rønne einsetzten, nachdem es auf der RÜGEN ein Feuer gegeben hatte.

    2005 endete der Einsatz von MADS MOLS für Molslinjen. Über mehrere Umwege kam der HSC im September 2020 zur FRS. MAX MOLS (ab 2019 nur noch MAX) blieb bis zum Verkauf an Seajets 2024 bei Molslinjen.


    Auch für die einstige Eisenbahnfähre KRONPRINS FREDERIK schlägt langsam das letzte Stündchen in der Ostsee. Gestern lief in Rødby das neue Fährschiff THE BALTIC WHALE (Projekt- und Bauname FUTURA)ein. Voraussichtlich Anfang 2026 soll das Hybridschiff die alte KRONPRINS FREDERIK als Frachtfähre auf der Vogelfluglinie ersetzen. Der Schiffbetrieb soll vollelektrisch erfolgen. Dazu verfügt der Neubau über eine Batteriekapazität von 10 MWh. Die Ladezeiten der Batterien in Puttgarden und Rødby liegen zwischen 12 und 17 Minuten. Zur Sicherheit sind drei Hilfsdiesel an Bord. Diese werden auch benötigt, wenn z.B. Werftvertretung für die COPENHAGEN oder BERLIN zwischen Rostock und Gedser gefahren wird.


    Gruß

    Stefan

  • Es hat vor ein paar Tagen wohl einen gewaltigen Crash im Hafen von Trelleborg gegeben. Die Tinker Bell(ex Peter Pan) hatte wohl einen technischen Defekt und ist ungebremst in den Bug der Skåne geknallt. Diese hat einen gewaltigen Schaden im Bugbereich erlitten, aber darf nachdem sie begutachtet wurde jetzt erstmal so fahren. Das sieht alles andere als sicher aus...

    Es gibt Bilder und Videos an denen ich leider keine Rechte habe sie hier einzustellen.

    Gruß Jörg

    Viele Grüße

    Jörg

  • Moin,

    alles halb so wild.

    Das ist "nur" ein hässlicher Blechschaden am Bug der SKÅNE. Der größte Vorteil des Eisenbahnfährschiffes ist, dass es bauartbedingt kein Bugvisir gibt. Die Klassifizierungsgesellschaft hat den Kahn relativ zügig wieder frei gegeben. Wenn es nur eine kleine Gefahr für Passagiere/Mannschaft geben würde, hätten sie das Schiff nie frei gegeben. Pro Richtung mussten auch nur drei Abfahrten abgesagt werden.

    Der optische Schaden an der TINKER BELL lässt sich mit einem Eimer Farbe beheben... Die Frage ist nur, warum konnten die Maschinen nicht stoppen. Aber das müssen andere Stellen beantworten. Ironie an der Geschichte: Die TINKER BELL kam direkt von ihrem Routine-Werfttermin aus Klaipéda.


    Gruß

    Stefan

  • Moin,

    die Ursache für die Schiffskollision zw. der TINKER BELL und der SKÅNE im Trelleborger Hafen war nach aktuellen Erkenntnissen ein Blackout (Stromausfall) an Bord der TINKER BELL.

    Einen Blackout an Bord kann es immer mal wieder geben. Im Juli 2024 hatte es schon mal die TINKER BELL vor Warnemünde erwischt. Die Rostocker Schlepperbande holte daraufhin die zickige Dame zurück in den Hafen. Für die Passagiere war es ein Abenteuer, dass auch noch im Hafen weiterging, sofern sie mit einem Fahrzeug unterwegs waren, die Ladeklappen sich aufgrund des Blackouts nicht öffnen ließen. Um 7:30 hatten sie in Rostock abgelegt und als sie endlich um 18:30 wieder Bord konnten, waren sie immer noch in Rostock.

    Das Auslaufverbot für die TINKER BELL wurde inzwischen aufgehoben und das Schiff ist wieder in Fahrt.


    Mukran und eine Fähre nach Schweden wird es auch in 2026 nicht geben. Der Hafenbetreiber sucht immer noch nach Alternativen, aber ohne Reeder und vor allem ausreichende Kunden aus dem privaten und gewerblichen Sektor wird das nichts. Und die aktuelle Iran-Krise macht die Sache auch nicht einfach. Die aktuellen Bunkerpreise für Marine Gas Oil (MGO), was die meisten Fährschiffe in der Ostsee konsumieren, hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt (Rotterdam 1.1.26: 624,50 $/mt / 23.3.26: 1.397,50 $/mt).


    Mukran Port bewirbt, z.B. in den Zügen der ODEG, den Umweg über Bornholm nach Schweden. Machbar wäre das mit der Fähre, die um 11:50 Mukran gen Rønne verlässt. Um 15:10 kommt die Fähre auf der Sonneninsel an. Um 16:30 verlässt einer der beiden Katamarane Rønne gen Ystad, wo man um 17:50 ankommt. Preislich dürfte diese Alternative weniger interessant sein, zumal es auch kein durchgängiges Ticket gibt.


    Preislich interessanter, auch im Vergleich zu Rostock und Travemünde, ist Swinemünde. Es sind zwar keine Billigfahrten mehr, aber durch den Wettbewerb zwischen vier Fährgesellschaften (Polferries, Unity Line, Finnlines, TT Line) kann man den einen oder anderen € noch sparen. Größtenteils erwischt man auch recht gute Fährschiffe. U.a. ist Unity Line mit der nagelneuen JANTAR UNITY unterwegs. Das Schiff ist auch schon bereits im neuen Polsca-Design unterwegs. Die Marken Polferries und Unity Line werden in die Marke Polsca aufgehen, wobei die drei verschiedenen Reeder (PŻM, PŻB und Hass Holding (EuroAfrica)) eigenständig bleiben.

    Update: Am 30. März 2026 geht der gemeinsame Marke POLSCA Baltic Ferries offiziell an den Start.

    Zwischen Ystad und Swinemünde werden an Bord der POLONIA (Unity Line) seit 12 Monaten wieder regelmäßig Güterzüge befördert. In dem Zeitraum wurden ca. 70 Ganzzüge mit Schienen. Walzbleche und Altmetall befördert. Logistikdienstleister für diese Verkehre ist DB Cargo Fuel Load Solutions.


    Gruß

    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von V10C (29. März 2026 um 08:51)

  • Hallo zusammen,

    vermutlich schaut nicht jeder auch ins DSO-Medienforum, wo gerade über eine thematisch passende Neuerscheinung zum Thema "Auto- und Eisenbahnfähren auf der Ostsee" berichtet wird: Klick!

    freundliche Grüße!

    Michael

  • Moin,

    diese beiden Ladies bleiben bis mindestens Ende 2031 erhalten:

    Trafikverket (schwedische Transportverwaltung) und Stena Line haben dazu eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Transport von Schienenfahrzeugen bis zum 31. Dezember 2031 garantiert.

    Trafikverket war von der schwedischen Regierung beauftragt worden, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung einer Eisenbahnfährverbindung zwischen Deutschland und Schweden zu ergreifen, sollte die sollte der Verkehr über die Brücken aus welchen Gründen auch immer gestört sein.

    Das seit Jahren rückläufige Geschäft mit der Beförderung von Schienenfahrzeugen ist für Stena Line nicht wirtschaftlich. Daher erhält Stena Line nun vom schwedischen Steuerzahler einen jährlichen Ausgleich/Zuschuss von 51,5 Mio. SEK (ca. 4,74 Mio €). Vereinbart wurde eine Indexklausel, die von den Bunkerpreisen abhängig ist. Die max. Summe ist auf 55 Mio. SEK begrenzt.

    Gruß

    Stefan

  • Hallo,

    Danke für deine regelmäßigen Berichte :thumbup:.

    Trafikverket (schwedische Transportverwaltung) und Stena Line haben dazu eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Transport von Schienenfahrzeugen bis zum 31. Dezember 2031 garantiert.

    Ich sehe schon den SVT "Görlitz" in Schweden ;):!:

    Mfg TRO...

  • Moin,

    nachdem der schwedische Staat seine Unterstützung für den Erhalt der Eisenbahnfährlinie Trelleborg - Rostock zugesichert hat, investiert die Reederei Stena Line in die beiden eingesetzten Fährschiffe.

    Stena Line wird in beiden Fähren jeweils die vier MAN B&W 6L48/60 - Motoren gegen neue Antriebe bei laufenden Betrieb austauschen. Der Austausch soll Anfang 2027 bereits abgeschlossen sein. Die neuen Motoren ermöglichen die Nutzung von alternativen Kraftstoffen und verlängern somit die Gesamtlebensdauer der beiden Fähren.

    Gruß

    Stefan

  • Hallo,

    Danke für deine regelmäßigen Berichte :thumbup:.

    Ich sehe schon den SVT "Görlitz" in Schweden ;):!:

    Mfg TRO...

    Da war er schon... Lief als "Neptun" von Berlin nach Gedser via Rostock Hbf und Warnemünde... Als 4-Teiler, hat sonst nicht auf die Fähre gepaßt...