• Hallo Uwe,

    in den 60er Jahren waren es vor allem die Dampflokomotiven der Baureihe 57 die im übrigen zur DR gehörten. Ab Herbst 1971 wurden die Rangierarbeiten nur noch per Diesellokomotiven der Baureihen 102, 106 und 111 durchgeführt. In dem Buch "150 Jahre Eisenbahn in Rostock" heißt es hierzu: " . . . im Einsatz waren 20 Lokomotiven der BR 102, 106 und 111 des BW Rostock-Seehafen . . . "

    Gruß Daniel

  • Hallo,

    ich danke Euch für die schnellen und informativen Antworten.

    Ich hätte echt gedacht, dass es dort zwecks Fluchtversuchen etc doch sensibler zuging.

    Auch der Lokeinsatz ist interessant, wie gesagt mich hat dieses Foto von der Ludmilla schon irritiert... leider kann ich es zwecks Copyrights nicht einstellen...

    VG Uwe

  • Im Rostocker Stadthafen wurden hauptsächlich Schiffe zur Versorgung der sowjetischen Streitkräfte und Getreide umgeschlagen. Die Schiffe fuhren am Ende der Warnow also immer nur "rechts herum" auf die Ostsee. Anders im Rostocker Überseehafen, von wo aus auch internationale Ziele in der westlichen Welt angelaufen wurden.

  • Nach wohin hättest du den vom Rostocker Stadthafen flüchten wollen?

    Nach Gehlsdorf? :weg:


    Hab jetzt mit meiner Schwiegermutter (Rostockerin, 63 Jahre alt) telefoniert. Sie sagt auch, da war nichts abgesperrt. Überwiegend wurde da nur Getreide umgeschlagen.

    Einmal editiert, zuletzt von Toralf750 (5. Februar 2024 um 20:10) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Toralf750 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo,

    ich selbst habe nie versucht, mich dort herumzutreiben. Aber meine Rostocker Verwandschaft, die jetzt sogar ganz nahe dem Gelände des ehemaligen Stadthafens wohnt, hat mir gerade erst vor wenigen Wochen vom dortigen Sperrgebiet zur DDR-Zeit berichtet. Nicht genannt wurde allerdings der Zeitpunkt, zu dem der Status als Sperrgebiet endete. Ich meine mich aber zu erinnern, bei Vorbeifahrten am Hafen im Kinderalter aus dem Auto heraus auch Sperrgebietsschilder wahrgenommen zu haben.

    Gruuß

    217 055

    Einmal editiert, zuletzt von 217 055 (5. Februar 2024 um 23:27)

  • Ich meine mich aber zu erinnern, ... auch Sperrgebietschilder wahrgenommen zu haben

    Eventuell gab es da auch ein kleinen abgetrennten Bereich, schon möglich. Hab jetzt gerade mit einem weiteren Verwandten meiner Frau telefoniert, der kann sich auch nicht an Zäune und Bewachung erinnern. Nur die obligatorischen Schilder a la "Hafengelände - Betreten und Befahren usw. usf." hätten da gestanden. Aber ist halt auch schon alles ewig her.

  • Moin,

    Daniel S.

    Das BW Rostock-Seehafen hat nichts mit den Lokeinsätzen im Rostocker Stadthafen zu tun gehabt. Die Rangierloks im Stadthafen stellte das BW Rostock. Bis ca. 1925 war das die pr. T3. Bis 1948 übernahm die meckl. T4 diese Aufgabe. Nach dem 2. WK kamen pr. T9.3 bis ca. Mitte der 1960 zum Einsatz, die dann durch die V60 abgelöst wurden.

    Für die Überführung vom Güterbahnhof zum Stadthafen kamen auch Streckenlokomotiven zum Einsatz. Das hatte den Grund darin, dass es eine Vereinbarung mit der Stadt Rostock gab. Es sollten nur 3 Überführungen pro Richtung in der Tagesrandzeit stattfinden. Andernfalls wäre ein Verkehrschaos in der damaligen Zeit ausgebrochen. Und bei durchschnittlich 120 abgefertigten Waggons pro Tag kann man sich die Länge der Züge und die Sperrzeit der Hauptverkehrsstraße am Strande gut vorstellen. Eingesetzt waren Dampfloks der BR 55, BR 57 und später auch der BR50.

    Und damit kommen wir zur Frage von

    Uwe G

    Die BR 132 und auch BR120 haben Ende der 1970er und in der 1980er Jahren diese Überführungen teilweise gefahren. Allerdings war das suboptimal, da sie die Westkurve von der Grubenstraße in der Hafen kaputt gefahren haben und ständig Ausbesserungsarbeiten durchgeführt wurden.

    Die Dampfloks konnten im Hafen mit Kohle und Wasser versorgt werden. Die BR106 musste zum Tanken in den Güterbahnhof fahren.

    Bis zum 9. November 1989 war der Hafen eine absolute Tabu-Zone. Eine Ausnahme bildete der Osthafen mit seinen Anschlüssen wie Kohlehandel, Holzhandel und Dachpappenfabrik sowie Metallhandel (die hatten zwei EDK). Dazu musste, nachdem die Ostkurve demontiert wurde, aber 2x das Tor geöffnet werden. Für die Sicherheit waren der Betriebsschutz (Teil der VP) und ein paar andere Organe zuständig. Dort wo die Bahn in den Hafen fuhr, gab es auch einen bewaffneten Posten.

    Ist auch nicht verwunderlich. So galten Hafenanlagen grundsätzlich als Grenzgebiet. Die landseitige Zaunanlage hatte eine Länge von ca. 2.300 m und bestand bis zum Ende der DDR. Es gab auch Linksfahrer. So wurden Ende der 1970er und in den 1980er Jahren z.B. vom Stadthafen Heizöl nach Dänemark exportiert.


    Gruß

    Stefan

    4 Mal editiert, zuletzt von V10C (5. Februar 2024 um 22:39)