Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

  • Eine kleine Kuriosität noch am Rand.

    Im April 1987 waren wir unsere 528120 putzen, da kam Lokleiter "Dausel" und rief uns ran:

    Ah, dachte ich, neue Putzwolle.... "Habt ihr schon mal ne echte 95 gesehen?" Na klar, 95 1027 war uns nicht unbekannt "Aber hier in Eilenburg?" Nö "Na denn geht mal hinter den Schuppen, da steht eine"


    Natürlich dachten wir, der verschaukelt uns.

    Also sind wir nicht gleich hin, aber die Neugierte war zu groß

    Also sind wir hinterm Schuppen entlanggeschlichen, damit uns der Lokleiter nicht sehen kann.


    Und echt, da stand hinter einer 112 die Kamenzer 95 1016.

    Die sollte ins RAW gehen, aber musste wegen eines Heißläufers hier pausieren.


    Die hintere Kuppelstange wird abgebaut



    Hier standen früher 03; 23.10 etc abgestellt


    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Moin Thomas,


    bei dieser Lok erinnere ich mich an meine ersten Fotoversuche. Als ich mit einem Kumpel am 09.06.1980 in Saalfeld war kam mir meine erste 95er vor meine Knipse. Natürlich die, die später auch überlebt hat und immer noch fotografiert werden konnte, wenn auch als rostgefeuerte Lok...



    Wie das Leben so spielt....


    Gruß


    Carsten

  • Für mich war es damals erstaunlich, dass es Altbau 5er gab mit Mischvorwärmer und ganz komisch war auch, dass diese riesige Maschine fast genauso pfiff, wie eine IV K....

    Hallo Thomas,

    Die Pfeife kenne ich von der Frankfurter 52 4867 und der 52 7596. Das ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig.

    Die Frage ist: Warum haben die Kriegsloks solche Pfeifen bekommen? Ging es auch hier darum, ein paar Kilogramm gegenüber den Einheitspfeifen zu sparen?

    Gruß Ronald

    Viele Grüße,

    Ronald!

  • Hallo Ronald,

    könnte mir vorstellen, dass die damals im Krieg einfach genommen haben, was die kriegen könnten und waren froh überhaupt eine Pfeife auf der Lok zu haben.

    Gruß Lenny

  • Gismo Aus dem großen Gottwald 52er Buch weiß ich, dass die Reichsbahnpfeifen teurer und materialaufwändiger waren und so entschied man sich für die Länderbahnpfeife.

    Doch um 1982 wusste ich nicht einmal, dass es GR 52er gibt - eine Altbau 52, die ein Reko Gesicht hatte.

    Die Pfeife passte dann gar nicht mehr zur großen Maschine.


    Wobei es auch durch Umbauten an Altbau 52er Reichsbahnpfeifen gab.

    Aber an dieser Baureihe war sowieso alles möglich.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hier mal alle Altbaulokvarianten des Bw Falkenberg/ Eilenburg. Die 52 5287 verlies 1982 die Elsterstadt und die 3 verbliebenen Loks zeigten nochmals deutlich, wie unterschiedlich die Altbau Maschinen sein konnten.


    Das ist Falkenberg, rostbraun und nicht einmal Schilder hatte die 52 5448 im Winter 1983.


    Doch die Lehrlinge in Falkenberg (Fak) bastelten ihr ein neues Schild. Mal abgesehen vom Mischvorwärmer hatte die 5448 eine Original Rauchkammertür und einen Barrenrahmen der Baureihe 50.


    Beim Bw Engelsdorf war der Zustand besser, aber das Schild gemalt. Der Hauptluftbehälter war wegen der MVA auf dem Umlauf notwendig. Eine Altbau hat ja sonst keine Speisepumpe.


    Hier sieht man seitlich, die typischen Merkmale der Altbau 52, der Kasten verändert die Lok eben sehr.


    52 5660 ist so ne richtige Altbau 52, aber mit Einheitsrauchkammertür und normalen Blechrahmen.


    Typischer Zustand der Falkenberger Loks, hier mit Dg 55040 nach Fak, 5/ 85


    525660 kam mit N66614 nur bis Eilenburg Ost, der Bhf. Eilenburg war voller Güterzüge, erst nach 3 Stunden kam der Gz rein. 6/85



    Blick von oben, 525660 mit N66614 in Eilenburg Ost, im Hintergrund fährt eine V60 die Übergabe , welche sonst mit Dampf gefahren wird. 6/ 1985


    Die Dritte im Bunde ist 52 5679, mit Einheitsrauchkammertür, aber ohne Zentralverschluss. dafür besaß sie genietete und gerahmte Windleitbleche. Alle Bilder in Eilenburg aufgenommen.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo Thomas,


    der auch in diesem Forum bekannte User Helmut / 86_018, stellte gestern bei DSO eine Frage zu einem Film des DDR-Fernsehens über das Raw Zwickau.

    Bei den daraufhin bei DSO eingegangenen Antworten mit möglichen Hinweisen, kamen in einem profesionell produzierten Film auf youtube auch bewegte Bilder aus Eilenburg zum Vorschein.


    Vielleicht sind diese auch hier von Interesse?

    Viel Spaß damit.


    Viele Grüße,

    Thorsten

  • Hallo Thomas,


    dann möchte ich ein paar Bilder aus den letzten Wochen des Planeinsatzes der Egelsdorfer 52er hier mit anhängen.




    16. April 1988




    23. Mai 1988




    66624 am 18. März 1988




    66624 am 6. Mai 1988



    Viele Grüße

    Thomas

  • Super Thomas, genauso war es ja tagtäglich. Vor allem das unproblematische fotografieren und der EST und am Bahnsteig machte den Umlauf auch zum Insider Tipp. Meine Mutter war nicht begeistert, da ich ja nie zum Abendessen daheim war. :)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Man könnte noch so vieles über den Dampfalltag schreiben.

    Diesmal habe ich mich dem Thema Brücken gewidmet.

    So gibt es in Eilenburg die dreigleisige Muldebrücke, welche 1989 saniert wurde und die Mühlgrabenbrücke, die seit Kriegsende ein Provisorium war und 1974 neu gebaut wurde.


    Der Morgendliche 66645 nach Wurzen verlässt gerade die Muldebrücke


    Die Übergabe aus Doberschütz kommt gerade hinein, auf dem Nebengleis steht eine V60 mit Lehrstromabnehmer. Die Fahrleitung ist fast fertig.


    52 8186 rumpelt über die alte Muldebrücke, welche ab 1989 vollkommen neu gebaut wurde. Der Zug ist der umgeleitete 55619 aus Engelsdorf über Wurzen


    528154 verlässt im letzten Licht den Bahnhof Eilenburg und überquert die Mühlgrabenbrücke. Leider hatte der Zug diesmal arg Verspätung. Der Mühlgraben macht seinem Namen Ehre, denn hier gab es einst 14 Industriemühlen im Stadtgebiet. 1945 wurde ein großer Teil der Mühlen zerstört


    Diesmal 52 8119 ähnliche Stelle, nur diesmal von unten. Der Mühlgraben hat dank der Mulde eine hohe Fließgeschwindigkeit Der 66624 fuhr mal planmäßig ab.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas