Vor 25 Jahren: Das Ende der Einsatzstelle / ex Bahnbetriebswerk Eilenburg

  • Vieles habe ich ja schon geschrieben über "mein" Heimat Betriebswerk.

    Ähnlich wie viele weitere Freunde hier im Forum gehöre ich zu der Generation, welche das zweite Dampflokerwecken in den 80ern nochmals erleben durfte.

    Immerhin war der dampflokbetrieb mit Altbau und Reko 52 im Jahr 1979 planmäßig zuende gegangen. Heiz - und Reserveloks gab es natürlich immer noch. Aber selbst Reserveleistungen waren im Jahr 1981 in Falkenberg nicht mehr möglich, da keine Kohle geliefert wurde.

    Erst im Jahr 1982, durch die Verschärfung der Ölkrise, wurden auf einmal größere Bestände nach Falkenberg und Engelsdorf umbeheimatet. Die Einsatzstelle Eilenburg startete mit 52 8063, die bis 1986 die Stammlok bleiben sollte.

    Zur Eilenburger Planlok gesellte sich noch eine Planlok mit Torgauer personal und ein Falkenberger Umlauf. bis Ende 1986, war dieser 3 Tageplan auch sicher mit Dampfbespannung. Doch dann ging es schnell bergab. Und im Mai 1987 fuhr 52 8120 ohne Aufsehen - und dann auch noch mit 132 Vorspann als letzte Planlok aus Eilenburg heraus.


    Als der Dampf 1982 nochmals wiederkam, war ich noch in der Schule.

    Dann hieß es oft, zur Mittagszeit schnell zum Südbahnhof, denn dann kam der Nahgüterzug aus Wurzen. das gab oft ein langes Gesicht, wenn wieder 52 8063 aufkreuzte, heute wäre ich froh.

    Dann schnell zum Bahnhof Eilenburg Ost bzw. zur Brücker über dem Bf. denn die Übergabe aus Doberschütz müsste nun kommen. Tja, hier hing 52 8105 dran, auch die hielt lange durch und sorgte für wenig Abwechslung, wieder langes Gesicht.

    Ein Freund sagte mir damals schon, du wirst dich mal wundern, wenn du Jahre später an diese beiden Loks denkst. Du wirst sie vermissen. und er hat recht und meine Meckerei über die Stammloks war nicht angebracht.


    Dann war zeit auch mal Hausaufgaben zu machen, denn gegen 17:00 Uhr kamen der 55619 aus Engelsdorf, dann ging es wieder zum Bahnhof bzw. ins BW. Hatten die Engesldorfer Verspätung, wurden die rostigen Kisten des Bw Falkenberg von uns geputzt und mit etwas Öl die Rauchkammertür auf Glanz gebracht.

    In den ersten Jahren meines Hobbyauslebens, war ich noch sehr vorsichtig. Ich beobachtete alles noch von einem Schlagbaum aus. Aber irgendwann gehörte ich zum Inventar und vor allem allabendlich tummelte ich mich zum Engelsdorfer Zugpaar 55619/66624.


    man kann es aber auch nicht beschreiben, wenn Du an einem Sommerabend auf der Pufferbohle der Eilenburger Stammlok sitzt und auf die Engelsdorfer wartest. Es war ausgesprochene Ruhe im Bw, nur die Lok hinter dir säuselte etwas herum und der Schuppenheizer kam ab und an vorbei und warf ein Bündel Putzwolle einem zu: "Mach Dich nützlich..." Dann kamen die Leipziger, erst einmal drehen, dann Wasser nehmen .- dabei wird ausgeschlackt und ab und an Lösche gezogen.

    Dann musste man sich sputen zum Bahnsteig 4 zu kommen, denn oft ging es pünktlich 19:07 Uhr aus Eilenburg raus. war die Zeit knapp, nahm das Personal einem bis zum Bahnsteig mit.


    Einem Erdbeben gleich donnert 52 8077 aus dem Bahnhof Eilenburg. Nicht selten war der 66624 auf Grenzlast und die Ausfahrt in einer leichten Steigung machte es den Maschinen nicht einfacher. Der 66624 stand immer auf dem längsten Gleis und damit am Bstg. 4.

    Man wartete noch den D Zug aus Frankfurt /M. ab und dann ging es los. Das da nebenbei noch 118er im Einsatz standen, interessierte mich leider kaum.


    Vor allem die dunkle Jahreszeit bot hier meine ersten Gehversuche mit Stativ an, wo ich mich in Nachtaufnahmen übte. Auch hier ist eine Engelsdorfer Lok zu sehen, 52 8119 mit 66624


    Meine fotografischen Ergüsse der Anfangsjahre waren oft etwas bescheiden.

    52 8027 des Bw Engelsdorf habe ich da aus einer recht ungewöhnlichen Perspektive abgelichtet.

    Ich mochte diese Lok nicht, die hatte braunes Fahrwerk und war mir irgendwie zu langweilig.


    Anfang 1987 gab es Verstärkung aus Falkenberg, denn die ehemalige Wittenbergerin 52 8060 wechselte nach Engelsdorf. In Falkenberg kam diese kaum zum Einsatz. hier steht sie in der Drehpause bei aufkommenden Nebel in der EST Eilenburg.


    52 8119 kam 1987 ins Raw Meiningen und bekam eine L5 mit rot lackiertem Fahrwerk. Leider musste man den Schneepflug abbauen, da wurde in Meiningen gepfuscht und so fuhr sie nun relativ nackt übers Land.

    In der ausfahrt legt sich 52 8119 derart in den Bogen, dass der Tender für den Fotografen beinahe eine Dusche parat hatte.


    Bis 1986 gehört 52 8041 zu den Stammfahrzeugen in Falkenberg. Auch sieh wechselte als ungepflegte hässliche Karre nach Engelsdorf und durfte 1987 ins Raw Meinungen. So schön, war sie vorher nie gewesen. Endlich war das Schild an der Rauchkammertür an einem besseren Platz.


    Und wieder der 66624 bespannt mit 52 8119 am ehm. Block Wilhelsmhöhe. Auffällig, die Funzel als Spitzenlicht an der Rauchkammertür.


    Unsere Lieblingslok, 52 8120 mit der Kriegsbemalung, welche sie von uns Anfang 1987 erhalten hat. Auch das Fahrwerk wurde von uns rot gemacht, war aber eine sch... Arbeit. Hier donnert sie mit Vmax und dem 66615 in Richtung Falkenberg.


    Vor der o.g. Lok war 52 8063 unsere Stammlok. Die sah etwas aus wie eine ÖBB Dampflok, Kessel und Fahrwerk hatten eine Farbe. Ansonsten eher rostig rußig und wenig gepflegt. das Führerhaus bekam mal ein paar Spritzer Öl.

    Im Hintergrund die verunfallte 110 722 mit Rahmenschäden.


    Was hatte ich 52 8108 gemacht, verchromte Waschluken (Trabant Radkappen), immer im Hochglanz und diese eigenartigen selbstgemalten Schilder. Die Schrift war eher gelblich. Aber leider kam die Lok bei einer Entgleisung bei einem Rangiergeschäft nicht gut weg und der Rahmen hatte auch was abbekommen.


    Was wäre Eilenburg ohne 52 5679, die an Auswaschtagen der 52 8063 hier zum Einsatz kam.


    Zum täglichen Geschäft der Eilenburger zählte auch die Übergabe 76611/662 nach Eilenburg Ost.

    Leider fuhr sie Rückwärts nach Ost und schab die Fuhre dann auch noch. Vorwärtsfahrten waren recht selten.

    Der Rangierer scheint ja fast einzudösen.


    Nur ein einziges mal konnte ich den Wurzener Nahgüterzug in Eilenburg Vorwärts erwischen. Als 52 8063 frisch aus dem Raw kam, fehlte die zeit zum drehen und sie kam gleich vor dem Nahgüterzug nach Wurzen und fuhr ungewohnt Rückwärts in die Domstadt. Ich freute mich natürlich, die Lok geputzt und vorwärts zu erleben.


    Schlechte Kohle verhüllte die Falkenberger 52 8041, als sie mit dem Dg55695 den Bf. verlässt.


    So fuhr der Wurzener normal Mittags nach Eilenburg rein, hier mit 52 8039.


    ja, manchmal konnte man putzen wie man wollte, 52 8092 blieb ein Ruß- und Rosthaufen. Bemalung fürs Foto musste dennoch sein.


    Wie bullig sieht hier unsere alte 52 8063 aus und man sieht, es interessieren sich mehr für das Dampfroß


    52 8041 im Falkenberger Zustand macht kurze Pause im Bahnbetriebswerk.


    Dann ging es mit 66615 in Richtung Heimat, hier bei Doberschütz.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Bis zum Mai 1988 erreichte Eilenburg planmäßig noch ein Dampflokumlauf.

    Das Bw Falkenberg hat zwar seinen Planbetrieb schon ein Jahr zuvor eingestellt, aber mir war der tägliche Dampfvirus noch vergönnt.

    Allabendlich kam aus Engelsdorf bei Leipzig der Dg55619 nach Eilenburg und der N66624 fuhr dorthin zurück. Letzterer hatte Rangieraufenthalt in Taucha und in Leipzig-Schönefeld.

    Kam der 55619 planmäßig um 16:21 Uhr an, war eine gute Pause, bevor es mit 6624 um 19:07 Uhr nach Hause ging. Es war Zeit, die Lok zu restaurieren, für'n Kaffee und für Plaudereien. Auch außergewöhnlich war die Pünktlichkeit der beiden Leistungen, was ja eher nicht selbstverständlich war.


    Dank einiger Bilder von meinem Freund R. Labowski, kann man solch einen Wende recht gut nachvollziehen.


    Hier kommt Dg55619 in den Bahnhof Eilenburg hineingerollt. Selten war der Bahnhof so leer wie diesmal. Für die Rückfahrt wird ein Nahgüterzug hier am Bahnsteig 4 zur Verfügung stehen.


    52 8096 wird nun gedreht. Auffällig sind ihre beiden "Chromwaschluken" meist Trabi Radkappen. Außerdem gehört 52 8096 zu den Trofimowmaschinen. Am Schuppen sieht man, dass die Oberlichtverglasung vollkommen fertig ist, hier wurden später Wellplattenangebracht, welche aber kein Licht mehr durchgelassen haben. In den 50ern wurde das Schuppendach von Spitzgibelform zu einem Pultdach umgebaut.


    Jetzt heißt es Wasser nehmen, abölen.... die Loks mit Trofimowschieber erkennt man am verkleideten Einströmrohr, aber den fehlenden Winterthur Rohr auf dem Zylinder. Auch die Lampen mit Reflektor fallen auf, wie auch die Funzel als Spitzenlicht. letztlich hatte 52 8096 auch nur das übliche Fahrwerksbraun erhalten, wie es zu Mitte der 80er auf einmal üblich war, da wohl rote Farbe fehlte. letztlich sah man bei ungepflegten Maschinen dann auch den Dreck nicht so.


    Der Tender ist fast voll, es Matscht schon recht kräftig und der Heizer muss schauen, dass er keine nasse Füße bekommt. Eilenburger Wasser wurde gerne genommen, da es erheblich weicher als das Wasser in Leipzig war.


    Auch die Lösche wurde beseitigt, ab 1987 war das aber kaum noch der fall, zudem in Eilenburg der Schlackeaufzug mehr kaputt als ganz war.


    Nun wird es Zeit an den Zug zu fahren. 52 8096 macht sich bereit.


    Mit Volldampf ging es dann bei Wölpern in Richtung Leipzig. 1986 standen hier noch Telegrafenmasten, mit der Elektrifizierung ab 1987 veränderte sich das Bild hier.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Moin Thomas,


    kleiner Kulturschock gefällig? ;)


    Ich war zwar irgendwann Ende der 1980er auch mal in Eilenburg, dort habe ich eine der letzten 107er im Einsatz außerhalb Leipzig gesehen. Foto habe ich nicht gemacht, glaube ich...


    Das letzte Mal war ich am 23.12.2009 in Eilenburg, zu der Zeit waren die Tauri (BR 182) auf der RE-Linie Cottbus - Leipzig im Einsatz. Das sorgte zu dieser Zeit für reges Fotografenaufkommen an dieser Strecke (ich weiß, unverständlich für dich :) ). Anbei mal drei Bilder:


    VT 002 der MRB als MRB 87178 nach Halle, rechts DB Regio.





    Der Regiozug war die 143 157 mit dem RE 26196 nach Leipzig.





    Und zum krönenden Abschluß meiner kleinen Fotoschau die 182 003 mit dem RE 28178 Cottbus - Leipzig.




    Ich hoffe, dir ist jetzt nicht schlecht geworden. Der Dampffetischist wie z.B. du war ich ohnehin nie. :)


    Gruß aus Berlin


    Carsten

  • Hallo Carsten, ich kann mich hier frei outen, natürlich habe ich nach Dampfende auch die "Holzroller", die 103 vor IR Zügen und auch die 182er fotografiert. Man sieht, wie schnell so etwas Geschichte geworden ist.

    Und das Empfangsgebäude ist immer noch eine Augenweide, leider sollen die Bahnsteigdächer abgerissen werden, obwohl diese echt robust sind. Aber Unterhaltung kostet Geld.


    Also ich "fetischiste" in vielen Lagern :)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo,


    Thomas schrieb: "die Loks mit Trofimowschieber erkennt man am verkleideten Einströmrohr, aber den fehlenden Winterthur Rohr auf dem Zylinder."


    Nein, das stimmt so nicht. Kolbenschieber haben mit den Einströmrohrverkleidungen nichts zu tun. Wenn der Winterthur-Druckausgleicher fehlt, können auch Druckausgleich-Kolbenschieber der Bauart Karl-Schultz verbaut sein, das muss nicht unbedingt Trofimoff sein.


    Man merkt auf jeden Fall, das es in der Literatur noch Lücken gibt zu Einsatzstellen und Bahnbetriebswerken, die noch geschlossen werden sollten.


    Im Sommer soll ja zumindest vom EK, nach länger Zeit mal wieder ein Buch zu einem Bw erscheinen. In diesem Falle: Falkenberg/Elster:

    https://www.ekshop.de/buecher/…Bw-Falkenberg-Elster.html

    MfG TRO

  • TRO ...bei den 52er fehlte nur der Winterthur Druckausgleicher, wenn ein Trofi eingebaut war. Es gab wohl ca. 30 Trofimoff Maschinen bei den 52.8, diese hatten sehr wohl alle eine "Sparverkleidung" wieder bekommen. Das Loch für den fehlenden Druckausgleicher wurde durch ein Blech verschlossen. Etwas unausgeglichen sieht die Verkleidung bei 52 8195 noch heute aus.

    Mir ist keine 52.8 bekannt, die mit Karl Schultz gelaufen ist, was nicht einen Trofi hatte, behielt den Winterthur....


    Hier siehst du den nackten Zylinderblock ohne Winterthur, dafür sind jetzt da die Schmiereinrichtungen.


    Gleiches bei 52 8096, die Verkleidung wurde reduziert.

    Heutige Museums Loks sind teilweise auch mit anderen Systemen wie Trofimoff ausgestattet, haben aber oft aus optischen Gründen eine klassische 52er Verkleidung erhalten.


    52 8092 war ein fleißiges Mädchen und präsentierte sich ab 1982 Nackt um den Zylinderblock. Hierbei ist das Rohr des Winterthur Druckausgleicher gut zu sehen.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

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  • Dieselkutscher ....bei den 107er war ich nicht hinterher. Ich wohnte ja direkt am Bahnhof und die waren ja immer da :)

    Da ja 24 Std. am Ablaufberg rangiert wurde, bin ich auch mit diesen geräuschen eingeschlafen. Die 106 mit ihrem jaulen war da nerviger. Aber wenn die 107 losgetuckert ist und man bei dem Takt: "ratt ratt ratt ratt...." - dem langsam laufenden Schiffsdiesel einschlafen musste, dass hatte was. Oder es hat mir so geschadet, dass ich ebenso bin wie ich bin.


    Hier rattert 107 013 auf dem Ausziehgleis des Ablaufberges. Wer eine V75 mal hören darf, wird mir zustimmen, dass da noch pure Technik zu hören ist.


    Hier rumpelt 107 013 den Ablaufberg in Eilenburg herunter


    In Eilenburg waren bis 1985 diese Diesellokomotiven im Rangierdienst im Einsatz. Zwei wurden täglich benötigt, dafür standen 107 003, 107 005, 107 015 zur Verfügung. Die letzte 107 war dann 107 013, die aber buchmäßig nie von Leipzig nach Falkenberg umbeheimatet wurde. Hier steht 107 015 auf dem Schrottgleis in Leipzig Süd.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Wie viele anderen Eisenbahnfans im Osten unseres Landes startete ich mit einer Exa meine "Fotokarriere". Leider zeigen die Bilder, dass ich noch nicht soweit war, Unter- oder Überbelichtet, verwackelt usw. Ich kam einfach ein paar Jahre zu spät, aber immer noch früh genug, auch noch brauchbare Fotos im Plandampfbetrieb abzulichten.


    Ich hatte auch das Glück, direkt am Bf. zu wohnen und dass es hier Tag und Nacht dampfte. Man wuchs einfach mit dieser Geräuschkulisse auf und mir wahr ehrlich nicht mal aufgefallen, dass der Dampf mehrere Monate komplett pausierte.

    Aber mit meinem Konfirmanden Geld gab die neue Kamera und ich zog gleich zum Bahnhof. Von nun an beobachtete ich den verkehr vollkommen anders. Fotografierte die erste 111, erwischte 52 8108 im besten zustand und mir kam ein Zug aus Dampfspeicher Loks vor die Nase.

    Höhepunkt war ein Lokzug aus einer 52.8 und zwei kalten 52.8, welche wohl nach Meiningen gefahren wurden.


    Der Knoten Eilenburg bestand aus den Strecken Leipzig-Cottbus, Halle-Eilenburg, Eilenburg-Lu. Wittenberg und Eilenburg-Wurzen.

    Für besonders viel Güterverkehr sorgte das Eilenburger Chemie Werk (ECW), was eine eigene Anschlussbahn mit 2x FLC, 1x V60 und 2x V122 ausgestattet war. Der Bahnhof wurde von zwei V60 im Rangierdienst bedient, wobei auf der Westseite lange Zeit die V75 eingesetzt wurde.


    Im Dampfbetrieb wurden von 1982 bis 1985 in der EST Eilenburg 1 Ng nach Wurzen und zurück gefahren, eine Üg nach Eilenburg Ost und dann ging es erst Abends nach Falkenberg und zurück. 4 Ng Paare bespannte der zweite umlauf mit Torgauer Personal, Mittags ging es mit einer Übergabe nach Doberschütz, teilweise gab es noch einen Nahgüter nach Laußig, dieser wurde aber an das Bw Wittenberg abgetreten.

    Der dritte Umlauf bestand aus 3x Durchgangsgüterzügen zwischen Falkenberg und Eilenburg.

    Das Ganze wurde noch gewürzt aus 2 Umläufen aus Engelsdorf, einmal am Morgen und dann die von mir beschriebene Spätnachmittagsleistung.


    Ab und an gab es Sonderleistungen oder für eine Fahrplanperiode eingerichtete Umläufe, die dann wieder aufgegeben wurden.

    Zumindest war hier mächtig was los, nur gab es keinen Reisezugverkehr.


    Erst im Frühjahr 1988 kamen hier wirkliche große Scharen von Eisenbahnfans, die die guten Fotomöglichkeiten entdeckten.

    Aber im Mai war dann definitiv Schluss.


    Eilenburg in den 20er Jahren. Die 55er waren hier als Rangierloks und im Übergabedienst im Einsatz.

    Links steht der Dienststellenleiter des Bw Eilenburg, der Vater eines Freundes der Familie.

    Stolz präsentieren sie sich dem Fotografen. Anhand der Kleidung werden aber Standesunterschiede schon bei der DRG sichtbar.


    Eines meiner ersten Fotos, war diese Überführung von feuerlosen Lokomotiven 1982. Die schwarze FLC blieb hier in Eilenburg und ist Lok 5 des ECW.


    Kurze Zeit später konnte ich in letzter Minute diesen Lokzug aufnehmen. Im Jahr 1982 wurden zahlreiche abgestellte 52 wieder aufgearbeitet, um die Ölkrise kostengünstiger bewältigen zu können. Es fehlte einfach an Devisen.


    Leider kann man wegen der Unschärfe die Nummern nicht entziffern, aber es sind Fahrzeuge aus Cottbus oder Hoyerswerda.


    Für mich ein Traum waren die Einsätze der Altbau 52er. Alle drei verbliebenen Loks 52 5448, 52 5660 und 52 5679 sahen zudem auch noch unterschiedlich aus,. letztere war mein Favorit und zum Glück blieb diese auch erhalten. Hier auf dem Wartegleis in der Einsatzstelle.


    Jeder kennt den großen typischen EDK in den Dampfbetriebswerken mit dem mächtigen Gitterausleger. In kleineren Dienststellen waren oft Raupendrehkräne im Einsatz. Eilenburg hatte einen etwas außergewöhnlichen Typ genutzt, den ich bei meinen Reisen auch nie wieder sehen durfte.

    Dieser Elektro Kran bekohlte hier 52 8063.


    Erst kam 52 8034 zum Jahreswechsel 1985/86 aus Wittenberg nach Falkenberg und kurze zeit später musste sie auch schon zu einer L5 nach Meiningen. Im Februar 1986 war die Raw frische 52 8034 wieder in Eilenburg, der Kessel glänzte noch vom frischen Lack und das Fahrwerk war typisch für diese Zeit, Güterwagenbraun.


    War das ein Fest, durch Ausfall einer V60 mußte 52 8092 im Rangierdienst einspringen. dabei hatte die Maschine viel zu tun und wer selber weiß, wie eine Dampflok gefahren wird, Rangierdienst am Ablaufberg mit solch einer Maschine ist echt nicht lustig. Hier drückt 52 8092 gerade einen Teil eines Nahgüterzuges aus Laußig (Bedienung der Betonwerke) über den Ablaufberg.


    Nur wenig Fotos von 52 8073 kann ich vorweisen. diese Maschine kam erst Anfang der 60er aus Rußland zurück und sah auch richtig russisch aus.

    Sie kam dann sofort ins Rekoprogramm und war dann lange Zeit in Falkenberg beheimatet. Hier bespannte die Falkenberger Lok als Ersatz für einen Ausfall den N66624 nach Engelsdorf.


    Ebenfalls eine ehm. Lok des Bw Wittenberg war 52 8174. diese kam auch 1986 frisch aus dem Raw von einer HU.

    Im besten Pflegezustand und mit zwei verschiedenen Lampen steht sie hier im Bw.

    Ursprünglich sollte diese Maschine an einem Sonntag gegen 15:00 Uhr mit N66615 nach Falkenberg fahren. Aber ihre Frühleistung vom Steinbruch Lüptitz kam zwar pünktlich gegen 11 : Uhr in Eilenburg Ost an, aber dann blieb man bis nach 14:00 Uhr am Einfahrsignal hängen. der Bahnhof war voll und es gab keinen Platz für diesen Zug. als man dann rein durfte, war das personal derart genervt, dass man die Maschine noch fertig machte und dann wütend in die Ecke stellte und per Reisezug nach hause fuhr. Erst Abends rollte 52 8174 mit dem stehengelassenen Nahgüter heim. Das zeigt auch, wie man sehr an der Substanz von Anlagen, Maschinen und Personal zehrte.


    Mittags in Eilenburg. 52 8105 hat ihre "Kirchturmrunde" aus Doberschütz hinter sich und gönnt sich eine Pause. 52 8063 sieht man hinten im mittäglich dösigen Schlaf. das Personal holte sich unterdessen Kaffee und der Wasserkran hat den Tender mehr als Voll laufen lassen.


    Als ich im Sommer 1986 mit einem Freund nach Brandenburg wollte, war ich regelrecht überrascht, dass vor meinem P6970 eine 52er steht.

    Leider war die Zeit derart knapp, dass ich da schon keine Fotos mehr machen konnte. Auch bei den unterwegs Halten gab keine Möglichkeit, denn der Fahrplan war für unsere nur 80 km/h schnelle Maschinen hart gestrickt. Aber in Leipzig Hbf war dann noch Fotozeit.

    Grund war der Ausfall der morgendlichen 132 und die Engelsdorfer bespannten den wichtigen Berufsverkehrszug.


    1987 kam die elektrische Strippe aus Richtung Halle und erreichte Eilenburg. gleichzeitig wurde von nun an auch aus Richtung Leipzig gearbeitet.

    Die einstige Lok des Bw Wittenberg - 52 8060 - war nun in Engelsdorf beheimatet und für einige Monate hier im Einsatz. Der alte Kleinkohlekran wurde leider nicht mehr genutzt, als Reserve mit einer Sandore war dieser zum Besanden noch vorgehalten wurden.


    Mit einer wunderbaren Fuhre - des N66624 - zieht die 52 8119 bei Wölpern über den Berg. Es geht leider beim Dampfbetrieb dem ende zu.

    Links in dieser Niederung wachsen wilde Orchideen und man kommt heute dort gar nicht mehr heran.


    Ankunft des Dg55619 mit 52 8186 in Eilenburg. Der Blick zum Schuppengiebel rüber zeigt die noch klassische Infrastruktur mit Formsignalen und Wasserkränen.


    Mit einem "Atompilz" ähnlich donnert 52 8041 mit ihrem Frühzug Dg55637 nach Falkenberg und erreicht gerade Eilenburg Ost.

    halb 7 bin ich eher nicht zu Fototouren aufgebrochen, aber eine gute Stunde Verspätung verhalf mir zu diesem Foto.


    Auch hier wurde der Kessel der nun besser gepflegten und jetzt zum Bw Engelsdorf gehörenden 52 8041 tüchtig geheizt, als sie sich mit dem N66624 bei Wölpern befand. An den Seiten sieht man schon die nackten Fahrleitungsmasten.


    Letzter großer Höhepunkt in der nun dampffreien Dienststelle waren 1990 die Versorgung der Sonderfahrtfahrzeuge zum Streckenjubiläum: "100 Jahre Torgau-Pretzsch"


    Wie noch bis Anfang der 70er, wurde wieder eine P8 hier versorgt.


    Abschied aus Eilenburg. Bis 1994 wird hier alles aufgelassen und anschließend Rückgebaut. Warum man eine betriebsfähige Drehscheibe verschrotten musste, bleibt mir ein Rätzel.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

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  • Rundherum, als stiller Leser, tolle Rubrik und tolle Beiträge. Vielen Dank!

    Beste Schmalspurgrüße aus dem Spreewald

    Christoph