Impressionen von der Kirnitzschtalbahn

  • Hallo Matthias


    Ein sehr interessanter Bericht und die darin geäußerte Idee sollte verwirklicht werden und die heute historischen Fahrzeuge einen gerechten Anteil an den Fahrten haben . Für den Hauptbetrieb sollte Niederflurbahnen verkehren und da gibt es genügend Typen zur Auswahl. Vielleicht könnte man sich mit Gebrauchtfahrzeugen anfreunden, sollte welche auf dem Markt sein .


    Glück auf

    Armin Ahlsdorf

  • Bestünde nicht auch die Gefahr, wenn man sich für das System O Bus entscheidet, dass die Kirnitschtalbahn überflüssig werden könnte? Irgendwann kommen wieder Investitionen in den Oberbau und in den Fahrzeugpark und je nach finanzieller Situation könnte dann eine Grundsatzentscheidung anstehen.


    Bei uns in Brandenburg steht ja die Tram regelmäßig auf der Kippe und O Bus Ideen keimten auf, als Ergänzung des Netzes. Letztlich brachte die Studie als Ergebnis, das netz gänzlich auf O Bus umzustellen. Da aber die Fahrzeugbeschaffung nicht einfach und preiswert ist, kam es nicht dazu.


    Jetzt haben wir mit Frankfurt und Cottbus Skoda Bahnen bestellt, zumindest bimmelt es vorerst weiter....

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Theoretisch schon, aber dann müsste die Straßenbahn einen Doppelstromabnehmer wie die die O-Busse haben.

    Hallo,


    eine gemeinsame Nutzung der Fahrleitung durch Straßenbahn und Obus hat es gegeben. Aus eigener Anschauung kenne ich eine solche Lösung aus Mainz. Die Straßenbahn nutzte den in Mainz gebräuchlichen Scherenstromabnehmer. Der zweite Fahrdraht für den Obus war so weit seitlich montiert, dass der Scherenstromabnehmer der Straßenbahn ihn nicht berührte.


    Grundvoraussetzung für eine solche Lösung ist, dass die Straßenbahnfahrleitung für die Verwendung eines Stangenstromabnehmers geeignet ist.


    Für Fahrten von und zum Depot hat es auch andere Lösungen gegeben. Eine Variante war, dass eine Stange des Obus die Fahrleitung der Straßenbahn nutze. Hinten am Obus wurde eine Kette angebracht, welche auf einer Schiene entlang schliff. In den achtziger Jahren konnte ich in Brüssel an einer Veranstaltung teilnehmen, wo auf solche Weise ein Obus aus dem Museumsbestand zum Einsatz kam.


    In Erfurt hatte man für den Weg von und zum Depot in der Mitte zwischen den beiden Straßenbahnfahrdrähten einen zusätzlichen Draht angebracht. Hierüber wurde in einem Beitrag im Historischen Forum von DSO berichtet, siehe https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,4000253


    Gruß


    Fahrkartensammler

  • Zitat von Schüppe66

    Ein sehr interessanter Bericht und die darin geäußerte Idee sollte verwirklicht werden und die heute historischen Fahrzeuge einen gerechten Anteil an den Fahrten haben.

    Das wird bei einem Streckenneubau in Normalspur zumindest herausfordernd. Gut, ein Gothazug ließe sich mit passendem Fahrgestell wohl sogar umspuren, aber die Traditionswagen?


    Michael

  • Hallo,



    Eine Lösung muss definitiv her...das Verkehrschaos ist ja enorm! Obwohl es mehrere Zufahrten Ri Schandau gibt, die auch relativ gut ausgebaut sind und das bisschen Natur sollte schon so belassen.



    Opfer wird in naher Zukunft auch wenn es erst mit Sicherheit nicht sein soll, die historischen gegenwärtigen Fahrzeuge...


    Aber wie mit vielen, sollte man abwarten...



    Gruß

  • Hallo liebe Leute,


    jetzt macht mal nicht die schöne Kirnitzschtalbahn mit Regelspur- und O-Busgedanken kaputt!

    Eine Mitbenutzung der Oberleitung ist ausgeschlossen:

    1 - Die Polung der O-Busse funktioniert nur in eine Richtung, wie soll es in der Gegenrichtung mit + und - gehen, ohne die Stangen zu kreuzen?

    2 - Die Straßenbahnoberleitung ist ausschließlich für den Betrieb von Stromabnehmern mit Schleifstück ausgerüstet, die O-Busse haben Stangen mit Gleitschuh (oder selten Rolle.)

    3 - Wie soll eine Begegnung von einem O-Bus mit einer Straßenbahn funktionieren, ohne dass sich die Stromabnehmer ins Gehege kommen?


    Wenn man eine Straßenbahn ausbaut, dann ist es völlig unerheblich, ob man dies in Regel- oder Meterspur macht. Breitere Fahrzeuge mit 2,65m gibt es auch für Meterspur. Die Fahrgeschwindigkeit ist laut BOStrab auf 70 km/h begrenzt, die bei der Kirnitzschtalbahn nie erreicht werden wird.


    Schauen wir uns die Strecke an:

    Derzeit wird die Strecke von 8,3 km in 32 bzw. 34 Min durchfahren. Rechnen wir eine Rückverlängerung zum Bahnhof (mal ausgeblendet welche Trassierung) sind dies ca. 2,9 - 3,0 km und zwischen Lichtenhainer Wasserfall und Neumannmühle nochmal 4,3 km. Damit haben wir eine Gesamtstreckenlänge von ca. 15,5 km. Hochgerechnet ergibt das in etwa ein Fahrzeit von ca. 60 min. Das ist eine Verdoppelung. Großartig schneller wird es kaum werden.

    Wenn man weiterhin von einem 30 min Takt ausgeht, wird dann ein zweigleisiger Abschnitt, ein Begegnungsabschnitt oder eine Ausweiche zwischen Bahnhof Bad Schandau und dem jetzigen Ausgangspunkt benötigt. Zwischen Lichtenhainer Wasserfall und der Neumannmühle braucht es eine Ausweiche.

    Um die ankommenden Massen aus der S-Bahn bzw. von den Parkplätzen aufzunehmen, müssten dann verschiedene Takte mit Vorzug fahren. Dazu müssen ggf. die Ausweichen verlängert werden.

    Fürs Kuppeln an den Endstellen sind etwa 15 Min Wendezeit vorzusehen.


    Was künftig gebraucht wird, ist eine Fahrsignalanlage. Die Regelung mit den Staffelstäben ist nicht erweiterbar. Da wird die TAB nicht mitmachen...


    Derzeit sind drei Kurse unterwegs. Künftig wären es sechs. Damit ergibt sich ein Bedarf an zusätzlich drei Kursen. Rechnen wir mit Neufahrzeugen, dann sind es mindestens vier Wagen. Ein Gothazug besteht max. aus einem Motorwagen und zwei Beiwagen, was ungefähr 35 Meter sind. Damit sind wir bei marktüblichen Gelenkwagen mit 36 Metern oder zwei gekuppelten Fahrzeugen von je 18 Metern.

    Die Kosten pro Neubaufahrzeug sind als Faustformel etwa 100.000 EUR pro Meter zu rechnen, wobei kürzere Wagen teurer und längere Wagen günstiger sind.

    Dann muss das Depot vergrößert werden. Dazu kann entweder der jetzige Busbereich für die Straßenbahn ausgebaut werden oder ein Neubau entstehen. Die Werkstatt muss ebenfalls so hergerichtet werden, dass die Neufahrzeuge mit ihren meist auf dem Dach befindlichen Komponenten gewartet werden können, also Dacharbeitstand usw.


    Was die Förderrichtlinien betrifft, kann es immer sein, dass eingleisige Strecken technisch erforderlich sind. Diese sind auch in den letzten Jahren entstanden.


    Es gibt also keinen Grund die heutige Kirnitzschtalbahn im heutigen Gewand völlig auf den Prüfstand zu stellen, sondern es gibt Möglichkeiten der schon längst überfälligen Erweiterung. Schaut mal nach Linz zur Pöstlingsbergbahn. Auch hier fahren Altbauwagen und Niederflurfahrzeuge gemeinsam.

    Vielleicht findet ja der in Halle angekommen Tw 6 auch wieder zurück zur nach Bad Schandau, wobei der mit der jetzigen Motorisierung auch nur einen Gothabeiwagen ziehen kann...


    Was die Barrierefreiheit betrifft, kommt es auf die Definition an, was der Aufgabenträger bestimmt. Hier sind Spielräume!


    Viele Grüße vom Stromabnehmer

    ...die Thüringerwaldbahn - die besondere Bahn auf schmaler Spur!

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  • Hallo,

    Deine Aussage zur Polarität stimmt so nicht. Bei Bauarbeiten werden z.B. die Stangen auf die Gegenleitungen umgesetzt, oder was ist bei "eingleisigen"

    Abschnitten, die im Gegenverkehr befahren werden?

    MfG Thomas

  • Hallo Thomas,

    ich wohne in Esslingen, einer O-Busstadt. Wenn Bauarbeiten sind, dann fährt Diesel. Eingleisige Abschnitte sind nur im Einrichtungsbetrieb befahrbar. Das die Busse umschaltbar sind, wäre mir neu.

    Im Kirnitzschtal kämen noch Wendeschleifen oder eine Drehscheibe, wie in Solingen dazu...


    In Leipzig gab es wohl eine Einrückstrecke, ich muss mal nachlesen, wie das genau funktionierte. In der LVB Chronik steht da was. Das war irgendwie tricky und nicht für den Fahrgastbetrieb tauglich.

    Viele Grüße vom Stromabnehmer

    ...die Thüringerwaldbahn - die besondere Bahn auf schmaler Spur!