Warum beschaffte die DR keine Schmalspurloks im Ausland?

  • Auch ein paar interessante Aspekte zu diesem Thema im Heft Zeunert's Schmalspur Bahnen Band 50

    Die fast vergessene Idee ... Dirk Endisch Verlag

    recht viel unkonkreter geht's eh nicht oder?

    Ist aber schon mal ziemlich abschlägig behandelt worden, da hat wohl wer die L 35/45 H raubkopiert, ohne sie jemals zu bauen (nach der Drucknummer soll der Prospekt von 1966 sein):

    Drehscheibe Online Foren :: 04 - Historisches Forum :: Frage über eine LKM Diesellok (Scan + Link) - geklärt

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    Viele Grüße,
    Andreas

    Einmal editiert, zuletzt von Hattori (18. Februar 2026 um 03:07)

  • Hallo,

    da hat wohl wer die L 35/45 H raubkopiert, ohne sie jemals zu bauen

    weiß ich nicht, die DDR Schienenfahrzeugindustrie hat ja durchaus auch ähnliche Lokomotiven, wenn auch in diesellektrischer Ausführung, für den Export gebaut:

    LEW V DE – Wikipedia
    de.wikipedia.org

    Edit: Habe gerade gesehen wir hatten das Thema hier auch schon mal:

    V36 4801
    16. Dezember 2014 um 13:58

    Gruß Michael

    26305-signatur-def-jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Michael89 (18. Februar 2026 um 14:45)

  • weiß ich nicht, die DDR Schienenfahrzeugindustrie hat ja durchaus auch ähnliche Lokomotiven, wenn auch in diesellektrischer Ausführung, für den Export gebaut:

    https://de.wikipedia.org/wiki/LEW_V_DE

    naja, die haben zwar denselben grundsätzlichen Aufbau, sind aber doch um einiges größer und stärker - und wie du sagst, auch dieselelektrisch. Die Ähnlichkeiten halten sich also schon schwer in Grenzen. Laut der Druckgenehmigungsnummer müsste der Prospekt 1966 gedruckt worden sein - zu der Zeit waren die L35H schon 2 Jahre im Bau...

    Viele Grüße,
    Andreas

  • Guten Abend,

    naja, die haben zwar denselben grundsätzlichen Aufbau, sind aber doch um einiges größer und stärker - und wie du sagst, auch dieselelektrisch. Die Ähnlichkeiten halten sich also schon schwer in Grenzen.

    Wieso nicht dieselelektrisch? Im Prospekt ist doch von einem Transformator und zwei Muftis aus Dresden die Rede ... sowie von 8 Töppen aus Johannistal.

    Gebaut wurde so ein Fahrzeug wohl nicht, aber es wird die Möglichkeit angeboten worden sein, mit den hier geschaffenen Grundlagen, also besonders dem GSR 12/5.1, etwas auf die Gleise zu stellen.

    Aber das man den Prospekt in Russisch hält, umd gerade dort eine Schmalspurlok mit Seitenpuffern anbieten möchte, ist schon etwas skurril.

    Zum Beitrag aus der SFZ: Wenn Kollege Hengst darüber seine Diplomarbeit 1988 verfasste (siehe Quellenverzeichnis), dann wird der Text, abgesegnet von seinen Betreuern, wohl auch genau diesen Stand widerspiegeln - also 1988. So etwas lag auch bei transpress ein paar Tage, bis es Platz bekam und war dann nicht mehr tagesaktuell.

    Herzliche Grüße

    Klaus

  • Wieso nicht dieselelektrisch? Im Prospekt ist doch von einem Transformator und zwei Muftis aus Dresden die Rede ... sowie von 8 Töppen aus Johannistal.

    гидротрансформатор hat aber mal gar nichts mit irgendwelcher Leistungselektrik zu tun (wäre noch dazu mal was ganz neues, eine dieselelektrische Lok mit einem Trafo 8o)... Und die schematische Darstellung und sonstige Beschreibung machen dann auch vollkommen klar, welche Art der Kraftübertragung bei diesem Konzept vorgesehen war!

    Was islamische Rechtsgelehrte aus Dresden damit zu tun haben sollten, wird sich wohl nur wirklich Eingeweihten erschließen :D...


    Zum Motor heißt es anderswo:

    Zitat

    Der hier als Saugmotor angegebene Motor 8 KVD 21 (8 Zylinder V-Motor) war, ursprünglich in einer aufgeladenen Version, für die Baureihe V60 der Deutschen Reichsbahn vorgesehen. Dazu testete man ihn in der V36 080 der DR. Dort bewährte er sich nicht und man verwendete für die Serie der V60 den 12 KVD 21 (12 Zylinder V-Motor) als Saugmotor aus der gleichen Motorenbaureihe.

    Viele Grüße,
    Andreas

  • Warum hat die DDR keinen eigenen dieselelektrischen Lokomotiven gebaut?

    Nun ja, es dürfte am Kupfer gelegen haben., das für Fahrmotoren und Generatoren erforderlich war. Dier DDR verfügte nur über sehr kleine geringwertige Kupfer-Lagerstäten im Raum Sangerhausen/Mansfeld. Kupfer mußte auf dem Weltmarkt für Devisen eingekauft werden oder von den Freunden für Transfer-Rubel. Auch die Handelsbilanzen waren dabei zu beachten. Zudem wurde Kupfer für die fortschreitende Elektrifizierung benötigt für Generatoren und Fahrleitungsanlagen. Auch die dringend benötigten Bergbau-Lokomotiven für den Ausbau der Stromversorgung im Inland (EL2/EL3) und usland (EL3, EL10, EL20 etc.) benötigten große Mengen von Kupfer.

    LEW hat mehrfach Ansätze unternommen, dieselelektrische Lokomotiven vorzuschlagen.

    1. Fall war eine dieselelektrische V100 (Projektbild liegt beim HistorikerTeam e.V. vor). Zu dieser Zeit war aber die Entwicklung der Strömungsgetriebe schon soweit fortgeschritten, daß der Einsatz von Strömungsgetrieben.

    2. Von LEW Hennigsdorf existiert ein Projekt für eine dieselelektrische Lokomotiven für Ceylon. Geliefert wurde durch LKM letztlich eine Lokomotive mit Strömungsgetriebe, wobei LEW Hennigsdorf für die elektrische Ausrüstung verantwortlich zeichnete.

    3. Das Hennigsdorf dieselelektrische Antriebe beherrschte, zeigen die DE I bis DE III für Brasilien sowie die Diesel-Zusatzantriebe der Tagebauloks EL 10 und EL 20.

    Viele Grüße

    Falk Thomas

    HistorikerTeam e.V.

  • Hallo,

    jegliche "Neuentwicklungen" im Diesellok-750 mm Bereich hätte man sich getrost sparen können wenn man sich die Daten der bereits 1968 (!!!) in Jugoslawien gebauten oben bereits erwähnten JZ 740 sich mal anschaut:

    Leistung, V-Max, befahrbarer Bogenhalbmesser, Dampfheizung, Achslast, Mittelführerstand mit niedrigen Vorbauten wegen der Streckensicht.... da passt einfach alles finde ich :thumbup:.

    Damit hätte man denke ich alle 750mm- Schmalspurloks in der DDR ersetzen können. Und das ab Ende der 60er Jahre... ! Aber man wollte irgendwie nicht bekanntermaßen. Diese Baureihe war mir bisher irgendwie nicht aufgefallen glaube ich.

    Mfg TRO.