[PL] Schmalspurbahn Przeworsk durch Unwetter zerstört

  • Hallo Freunde polnischer Schmalspurbahnen,


    leider keine guten Nachrichten aus Polen. Nach den schweren Unwetterschäden an an der ukrainischen Waldbahn Vygoda hat es gestern die polnische Schmalspurbahn Przeworsk - Dynow getroffen. Ein schweres Unwetter hat insbesondere den Abschnitt Jawornik - Przeworsk nahezu vollständig zerstört. Erinnerungen ans Weißeritztal werden bei diesen Bildern wach. Da die Bahn in den dortigen politischen Kreisen eh umstritten ist, dürfte das Ende besiegelt sein.


    Hier der (hoffentlich) funktionierende Link zu zwei von vielen Bildern auf Facebook:

    https://www.facebook.com/photo…6770672185&type=3&theater

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    ... für weitere Bilder und Videos einfach weiterklicken.


    Video:

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    Traurige Grüße

    Toralf


    P.S.: Die Schmalspurbahn Przeworsk - Dynow ist heute mit 46km die längste aktive Schmalspurbahn Polens und besitzt als einzige Schmalspurbahn einen Tunnel mit 602 m Länge.

  • Hallo Toralf,


    habe es auch auf ^750mm.pl^ gelesen, u. bin erschüttert. Da kann man nur hoffen, daß der zerstörte Abschnitt vielleicht doch nicht so lang ist, ansonsten ...

    So weit mag ich noch gar nicht denken. Sehr traurig.


    Gruß aus Mahlsdorf


    Holger

  • Wenn man bedenkt, was die 10 km Neubau an der Küste gekostet haben. Oh Schietkram.

    Diese Bahn ist leider auch an mir vorbei gegangen. So weit im Südosten bin ich nie gewesen. Auch nicht bei der Waldbahn Cisna.

  • Nun ja,


    das sind dann so Ereignisse, die anstehende Entscheidungen überflüssig machen können. Ob sie das werden, kann weder von hier noch zum jetzigen Zeitpunkt beurteilt werden.


    Allerdings haben Streckenlängen von 46 km mit nur touristischem Saisonverkehr und in teils doch erbärmlichem Ober- und Unterbauzustand auch ohne Hochwasserschäden keine mittel- oder langfristige Zukunft - außer eine übergroße Mehrheit der Gesellschaft will das unbedingt bzw. einem nicht so großen Anteil der Gesellschaft mit entsprechendem Einfluß wird nicht massiv widersprochen.

    Ich hab mich vorher schon öfter mal "gefragt", wie lange dort noch gefahren werden kann oder darf. Traurigerweise sind auf einigen Fotos der abgeschwemmten Gleise gerade eher neue Schwellen zu sehen, also keine Altlasten aus der PKP-Zeit bzw. vom "hinteren" Teil der Strecke (der besonders schlecht ist - auch weil dort nie Rollwagenzüge fahren mußten bzw. konnten (wegen dem Tunnel) und deshalb abgängiges Material länger toleriert werden konnte).



    Trotzdem durchaus traurig

    217 055

    Gruuß

    217 055

    2 Mal editiert, zuletzt von 217 055 ()

  • Hallo 217 055 ,


    von erbärmlichen Zustand kann man nur aus deutscher Sicht sprechen. Zum Glück haben die meisten anderen Länder andere Maßstäbe als Deutschland bei der Beurteilung der Befahrbarkeit von Gleisanlagen.


    Bedauerlich ist, daß erst kürzlich die politischen Entscheidungsträger von der Bedeutung der Schmalspurbahn für die Region überzeugt werden konnten und diese durchaus beträchtliche Mittel für die Sanierung der Bahn bewilligt haben ... die nun definitiv nicht reichen werden, da es mit einer Sanierung nicht mehr getan ist. Im unteren jetzt zerstörten Abschnitt wurden seit letztem Herbst an den Schwerpunktstellen bereits die Schwellen gewechselt, die Arbeit war nun leider umsonst.


    Viele Grüße

    Toralf

  • von erbärmlichen Zustand kann man nur aus deutscher Sicht sprechen. Zum Glück haben die meisten anderen Länder andere Maßstäbe als Deutschland bei der Beurteilung der Befahrbarkeit von Gleisanlagen.


    Hallo Toralf,


    fast würde ich dazu nur schreiben: "Wenn Du meinst,...".

    Aber nun noch extra in Kürze. Wenn aus dem blühenden Grün und dem Erdmantel auf der Trasse noch ein bißchen 100-jährige Schienen herausschauen, dann gilt auch für diese: Für einigermaßen sicheren Betrieb von Eisenbahnfahrzeugen darauf ist erforderlich, daß es Schwellen gibt, die auch unter Querbelastung in der Lage sind, die Schienen zu tragen und einigermaßen im Spurmaß zu halten. Schwellen, aus denen man die Schienennägel mit den bloßen Fingern herausziehen kann und die unter dem eigenen Fuß zusammenfallen und nur noch ca. 10-20% ihrer Holzmasse als Rest finden lassen, sind dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen. Wenn davon viele hintereinander liegen (und kein Einzelfall sind), dann ist von Betriebssicherheit keine Rede mehr. Ich habe 2018 rund um Bachorz davon leider jede Menge (nicht mehr) finden können.


    Und es ist sicher nicht notwendig, jetzt nach diesem traurigen Anlaß über unterschiedliche Maßstäbe in der Bewertung von Befahrbarkeit zu diskutieren. (Auch ich habe in Polen schon zwei mal in Sonderzügen gesessen, deren Wagen teilweise oder vollständig entgleist sind. Das ist weder egal noch lustig - gut nur, daß es aufgrund niedriger Geschwindigkeiten jeweils ohne völliges Umstürzen der Wagen und Verletzte ausging.) Die Bewertung der Zukunftsfähigkeit von 46 km Saison-Ausflugsverkehrstrecke ist sicher abhängig von den Summen zur Sicherung der Befahrbarkeit, nicht aber von abweichenden Maßstäben zur Beurteilung der Betriebssicherheit. Letzteres wirkt sich eher auf die Summen aus, die zur Sicherung der Befahrbarkeit aufgewendet werden müssen.



    Gruß

    217 055

    Gruuß

    217 055

    3 Mal editiert, zuletzt von 217 055 () aus folgendem Grund: grammatikalischer Feinschliff