Die Kleinbahn Neuburxdorf - Mühlberg

  • Im September 1909 wurde die Kleinbahn Burxdorf–Mühlberg eröffnet. Schon vorher existierte die Zuckerfabrik in Brottewitz, welche durch ein Anschlussgleis mit Neuburxdorf und anderer Trassierung verbunden war. 2 bis 3 Dampflokomotiven gehörten über die Kleinbahnjahre zum Bestand. 3 Reisezugwagen ein kombinierter Pack/Postwagen und etwa 20 Güterwagen gehörten zur Grundausstattung bis in die 30er Jahre. Im Jahr 1937 wurde bei Lindner in Ammendorf ein kleiner Triebwagen bestellt. Dieser entspricht den Bauarten in der Altmark oder Mockrehna-Schildau.

    Der Triebwagen sorgte für eine Verdichtung des Verkehrs zw. Neuburxdorf und Mühlberg und wurde durch eine eigene KOM Linie nach Liebenwerda ergänzt. Damit hat die Kleinbahn ihren Reiseverkehr schon frühzeitig rationalisiert. Die Personenwagen wurden bald nicht mehr benötigt.

    Der Reiseverkehr blieb bis 1961 erhalten und wurde auch weiterhin mit Triebwagen durchgeführt.

    Nach 46 Jahren nahm die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) am 6. Juli 2007 den gelegentlichen Personenverkehr im Rahmen eines EU-finanzierten Bürgerbahnprojektes wieder nach Mühlberg auf. Für das Sommerhalbjahr 2008 war geplant, samstags zwei Zugpaare des Elbe-Elster-Express von Falkenberg/Elster nach Mühlberg zu fahren, wobei ein Zugpaar nach Schlieben verlängert werden sollte. Zuvor hatte die DRE das kurze Teilstück vom Abzweig Kieswerk zum Bahnhof Mühlberg zunächst als Anschlussbahn übernommen. Diese wurde am 25. April 2008 in eine öffentliche Infrastruktur umgewandelt. Leider gab es mit der privaten Eignerin des Empfangsgebäudes große Probleme, so dass der Bahnverkehr nicht planmäßig starten konnte.

    Nach gerichtlichen auseinandersetzungen konnte die DRE in Mühlberg dann doch einfahren, jedoch währte das Glück nur wenige Monate.

    Das Zugangebot der bürgerbahn wurde zu wenig beworben, fiel oft aus und war damit sehr unzuverlässig und nur regional bekannt.

    Damit war natürlich das Priojekt BürgerBahn alsbald hier beerdigt worden, später dann auch auf der NLE beendet.

    Auf dem Bahnhof Mühlberg gibt es heute keine Gleisanlagen mehr.


    Zu früher Stunde wurde 52 8120 im Bw Falkenberg vorbereitet


    Das an der NLE Strecke gemopste Tannengrün schmückte nun die 52 8120.Hier im Abzweigbahnhof Neuburxdorf, an der Strecke Riesa-Falkenberg-Jüterbog. Durch die Gleisreduzierungen in Neuburxdorf, gibt es hier heute keine Möglichkeit mehr den Bahnsteig aus Mühlberg zu erreichen.


    Ankunft für die Besichtigung des Weihnachtsmarktes in Mühlberg. Der Zug war bestens besetzt und sorgte für Vorfreude auf den Weihnachtsmann. In Mühlberg ist ein Blick in die Innenstadt wirklich zu empfehlen. Ein Kloster, ein Wasserschloss und einen interessanten Altstadtkern hat die 1000jährige Stadt zu bieten.

    30 Jahre nach Ende des Reiseverkehrs waren hier nicht spurlos vorüber gegangen, der Bahnsteig ist zwar noch da, aber es liegen schon Blöcke im Profil


    Das Bahnhofsgebäude war beachtlich groß und Repräsentativ. An der AG waren u.a. die Kieswerke und die Zuckerfabrik beteiligt, wodurch wohl etwas mehr Mittel zur Verfügung standen.


    Für die Zeit des Weihnachtsmarktbesuches gab es Führerstandsmitfahrten auf dem Bahnhof, hier am ehm. Kleinbahnlokschuppen. Ähnlich Dahme-Uckro liegt auch hier ein Teil der Gleise in Kiesbettung, aber ab dem Abzweig Kieswerke Mühlberg gab es schweren Oberbau.


    Der Lokschuppen wurde Ende der 30er erweitert und es wurde im Anbau ein Triebwagenstand und eine Busgarage mit Tankstelle eingerichtet. Die Torgauer Vereins Kö 100 217 sorgte ebenfalls für Belustigung und wurde von mir "leider" nicht beachtet.


    Die Rückfahrt wird vorbereitet, der Zug zusammengeschoben.


    Ein kurzer Blick ins Kieswerk


    Ankunft in Falkenberg, der Zug wird weggesetzt, es war ein Wagenzug der NLE, welche am Wochenende schon ausgedünnt verkehrte


    Ausfahrt 52 8120 in Falkenberg/ Elster - die damals noch junge 243 824 ist inzwischen schon altes Eisen

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo Thomas,


    wiederum Dank für Deinen Rückblick auf die nächste Strecke, die ich selbst nie als Eisenbahn erlebte, schon gar nicht mit einem Personenzug.

    Zur 243 824: die ist schon seit 2011 Geschichte.

    Gruuß

    217 055

  • ...dann wurde die 243 ja echt nicht alt, starb sie eines "natürlichen" Todes? (kein Unfall)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Ja, ausgesondert und "normal verschrottet". Vorher ist die zuletzt von Nürnberg aus im RB-Dienst tätig gewesen. Dann kam auf einem Teil der Strecken "agilis" (Regensburg) und auf einem anderen Teil eine "S-Bahn" bis Bamberg - und dadurch wurden ziemlich viele Loks und Wagen überflüssig.

    Gruuß

    217 055

  • Ich habe noch Bilder vom Regelbetrieb der 90er gefunden. Da verkehrten hier die letzten 293er des Bw Falkenberg.


    293 107 durchfährt hier den ehm. Bahnhof Brottewitz


    Im Hintergrund erkennt man die Großzügigen Anlagen der Zuckerfabrik Brottewitz, deren Ursprung im 19. Jahrhundert zu finden ist.


    Auf der Rücktour jetzt mit einem Kieszug bei Mühlberg. Die 293 107 war eine normale ex 110 und wurde mit geänderten Strömungsgetriebe zur 293. Im Unterschied zur damaligen 111/298.3 hatte die 293er kein Geländer

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Leider Gottes war es die letzte Rübenkampagne in Brottewitz.

    Es werden noch die Lager geräumt und im September soll das Werk dann endgültig geschlossen werden.

    Aus nach 150 Jahren Betriebstradition.

    MfG Rudi.

  • Hallo Rudi, dass habe ich gestern von meinem Vater auch erfahren.

    Damit wird aber auch der Rübenanbau in Nordsachsen und Ostelbien Geschichte sein. Denn die Produzenten haben keinen Bock bis nach Zeitz fahren zu müssen. Der Einkauf von Zuckerrohr hat die Preise für Zuckerrüben kaputt gemacht.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas