Breuninger wird neuer Chef des Deutschen Technik Museum in Berlin - Dr. Michael Vogt folgt in Dresden

  • Ich denke das Deutsche Technikmuseum in Berlin wird mit dem neuen Chef auch einen Strukturwandel durchziehen, wie es das VMD gemacht hat. Sicherlich muss man sich auch an neue Ideen, Philosophien gewöhnen, aber ich kann nicht verstehen, warum ein Museum sich der Zukunft von Mobilität widmen muss oder warum z.B. beim VMD der neue Chef mehr Kunst ins Verkehrsmuseum bringen möchte, nur weil er Philosoph und Kunstkenner ist?


    Die jungen Generationen gehen ja anders mit der Geschichte um und deshalb soll der Rückblick spaß machen, gern interaktiv und mit multimedialen Elementen.

    Ich bin vom Ergebnis des VMD nicht überzeugt, sicherlich gibt's hier unterschiedliche Sichtweisen.

    Der 971 201 mit roten Stirnseiten ist so ein Beispiel, was soll diese verhunzte Farbgebung, dann hätte man doch lieber die Farbgebung halbe/halbe machen sollen, so schaut es kitschig und weniger historisch belegt aus.


    Aber es bleibt nun abzuwarten, was dieser Herr Breuninger mit dem DTM macht. Im Moment sind die Lokschuppen voll gestellt, aber gerade das macht das Flair aus. Leider auch schlecht zum Fotografieren, aber das ist ja auch nicht der Ansatz. Aber auch andere Abteilungen werden sicherlich von ihm aufgeräumt.


    Ich habe mir gedacht, doch noch ein paar Bilder Euch zu zeigen vom derzeitigen DTM in Berlin.


    Einige Exemplare der Ausstellung stammen noch aus dem Vorkriegsmuseum, war irgendwas mit Bau und Technik Museum. Was leider zerstört wurde.


    Aber es sind sehr interessante Objekte zu sehen, teilweise Werk und Industrieloks, Fahrzeuge aus dem Ausland etc und viele im letzten Zustand erhalten


    Eine ehm. preußische T9, welche zuletzt bei der PKP im Einsatz stand. Hier im letzten Farbkleid mit Einsatzspuren


    Man darf der Maschine sogar mal unter den "Rock" schauen....


    Auch eine T3 darf nicht fehlen



    Ein Kultobjekt ist 17 008, die Aufgeschnitten auf einem Rollenstand steht und wo einem die Dampflok erklärt wird. Dahinter eine ehm. P8 - zuletzt PKP Ok1


    Das ist die geschlossene Seite der 17 008


    Hier das Thema Feldbahnen in den Kolonien, wo diese vor allem neben Kriegsgebrauch im Zuckerohreinsatz standen


    Beim ersten Anblick bedauert man diese P8, denn man sieht ihr die Gebrauchspuren sehr genau an. Aber diese Philosophie des DTM gefällt mir inzwischen


    Auch Fahrzeuge aus Nachbarländernm, Spezialfahrzeuge und vieles mehr ist hier zu sehen


    Den Fahrzeugen mal auf den Kopf geschaut. Hier mit E44 und Zahnradlok


    Die beiden Lokschuppen gehörten einst zum Anhalter Bahnhof von Berlin


    Was wäre Berlin ohne S-Bahn, diesem Thema widmet sich auch ein Ausstellungsteil


    Schön das 50 001 wieder große Ohren hat, aber das passt nicht zu den Lampen und das Schild ist auch keine Meisterleistung, hier kann man mal nachbessern


    Die Krönung des Deutschen Lokomotivbaus waren die E19. Diese konnten mit 180 km/h schon vor den Krieg überzeugen. zwischenzeitlich gab es Diskussionen, weil die Loks Hoheitszeichen mit Adler und Hakenkreuz trugen. Inzwischen sind diese wieder dran, weil die E19 diese regelrecht als Schmuckelement erhielten und als Propaganda auch ausgenutzt wurden.


    Auch Feld- und Trümmerbahnen werden beschrieben, die Bedeutung für den Aufbau nach 1945 war enorm


    Aber auch moderne Fahrzeuge sind zu sehen, auch wenn deren Stern auch längst verblasst ist.


    Mit der Preußin ist der kleine Rundgang beendet. Im Hintergrund ist ein Stück des Lokschuppen sich selbst überlassen worden und es ist interessant, wieviel Natur sich in einem ruinenähnlichen Bereich entwickeln kann

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke für den Bilderbogen!


    Die Henschel B70 auf dem drittletzten Bild ist mittlerweile bei der Schlossgartenbahn Karlsruhe und wird aufgearbeitet. Wenn wir richtig in den Lieferlisten geschaut haben ist sie mit Bj. 1953 die letztgbaute ihrer Art un wohl auch eine der letztgebauten Feldbahndampfloks in DE.


    Gruß,

    Rafael

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  • Hallo zusammen


    Dann muss man sich wohl etwas beeilen um auch die "Schrottloks" ( ich denke mal das Herr Breuninger diese zuerst entsorgt) noch mal sehen kann. Obwohl!!! ich finde den Zustand doch etwas fragwürdig.

    Da wird aber bestimmt so manch anderes Teil mitentsorgt. Und schon ist Platz für eine interaktive Multimediashow geschaffen.


    Schönes Wochenende :weg:

  • Na ja, bei "Entsorgungen" haben ja auch andere noch ein Wörtchen mitzureden. Als "Chef" des Museums ist er auch kein Alleinherrscher. Oder hast du da deine Nase mit drin und weißt schon vor dem 1.8. mehr? Einfach mal die Finger ein wenig still halten würde gut tun!

    Die Gasag-T3 hat übrigens auch eine optische Rekonstruktion erhalten und erstrahlt seit gut 1 Jahr wieder in ihrer historischen Farbgebung als Werklok der GASAG Berlin. Diese erfolgte in guter Zusammenarbeit mit dem Netinera-Werk Neustrelitz.


    Micha

  • Hallo Ihr,


    um diesen Punkt klar zu stellen: Weder im VMD noch in Berlin noch in einem anderen öffentlichen Museum kann ein Geschäftsführer das Museumsinventar so ohne weiteres ausgliedern und in das Eigentum anderer übertragen. Das ist daher in den vergangenen 20 Jahren z. B. beim VMD nur in ganz, ganz wenigen Fällen der Fall gewesen.


    Wenn Exponate aus ständigen oder temporären Ausstellungen entfernt werden oder in andere Museen gelangen, dann bleiben sie unverändert im Eigentum des betreffenden Museums/Trägers.


    Ich freue mich sehr auf den Antritt von Dr. Vogt in Dresden!


    Mit herzlichen Grüßen


    André Marks

  • Eines ist auch klar, es sind keinen reinen Eisenbahnmuseen und man betrachtet das Thema Verkehr heute Neudeutsch: Mobilität breiter. Beim VMD erwarte ich auch erst einmal nicht viel Veränderung, da ist ja in den letzten Jahren viel passiert, auch wenn mir persönlich Herr Breuninger nicht so gefallen hat. liegt aber an seiner Art mit Kritik umzugehen. Und wenn das VMD Fahrzeuge nicht als Leihgaben abgeben dürfte, dann müssten sächsische vereine und Museum genauso ihre Fahrzeuge zurückgeben wie das Feldbahn Museum Frankfurt. und das bringt auch nicht weiter. Warten wir es ab, wir haben ja alle andere Vorstellung einer Ausstellung und damit eher wenig Vorliebe an Veränderung.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo alle zusammen,

    nun möchte ich mich doch auch einmal zu Wort melden ... Ich bin auch Mitglied des Fördervereins des Deutschen Technikmuseums und des weiteren Arbeitskreissprecher des Arbeitskreises "Modelleisenbahn" des Fördervereins ! Wir betreuen und betreiben das historische H0-Modell des Anhalter Bahnhofs, welches im Lokschuppen 2 des Technikmuseums zu finden ist ... die "Schrottloks" sind noch ein Relikt des ehemaligen Kurators Dr, Gottwaldt, welcher eine ganz eigene Ansicht/Konzept zum Thema "Eisenbahn" hatte, dies sollte die Vergänglichkeit der Technik darstellen ! Sein Nachfolger hat eine etwas andere Ansicht zu diesem Thema und seit Jahren soll/wird auch daran gearbeitet, die Eisenbahausstellung komplett umzugestalten, u.a. sollen auch die Reste des ehem. Wagenschuppens wieder aufgebaut werden ...

    Ab 04.08. soll nun auch endlich wieder ein Großteil des Museums öffnen und auch wir können wieder die große Modellbahnanlage vorführen !

    Dies findet immer am 2. Samstag des Monats statt, also im August wäre dies der 08.08.


    Gruß aus Berlin

    Ciao Mario